Inhaltsverzeichnis
Unterwegs mit Ralf Nestmeyer
Präambel
Impressum
Was haben Sie entdeckt?
Vielen Dank!
Orientiert in Paris
Stadt und Stadtviertel
Sightseeing-Klassiker
Sightseeing-Alternativen
Essen gehen
Ausgehen
Shopping
Wege durch Paris
Tour 1
Ile de la Cité und Ile Saint-Louis
Tour 2
Zwischen Centre Pompidou und Louvre
Tour 3
Marais
Tour 4
Bastille
Tour 5
Quartier Latin
Tour 6
Saint-Germain-des-Prés
Tour 7
Montparnasse
Tour 8
Vom Musée d’Orsay zum Eiffelturm
Tour 9
XVI. Arrondissement
Tour 10
Champs-Elysées
Tour 11
Die Welt der Passagen
Tour 12
Montmartre
Tour 13
Belleville und Père-Lachaise
Ausflüge
Saint-Denis
Parc de la Villette
Bois de Vincennes
La Défense
Disneyland
Vaux-le-Vicomte
Versailles
Fontainebleau
Saint-Germain-en-Laye
Villes Nouvelles
Giverny
Nachlesen & Nachschlagen
Stadtgeschichte
Literaturtipps
Wirtschaft und Politik
Moderne Architektur
Savoir-vivre
Kulturleben
Nachtleben
Paris (fast) umsonst
Mit Kindern in Paris
Anreise
Unterwegs in Paris
Geführte Stadttouren
Übernachten
Paris von A bis Z
Paris kompakt
Museen
Restaurants
Speiselexikon
Etwas Französisch
Übersichtskarten und Pläne
Index
Alles im Kasten
Brücken über den Fluss
Der Bauch von Paris
Wer die Hand wider den König erhebt ...
Der Raub der Mona Lisa
Jüdisches Paris
Die Affäre Dreyfus - eine endlose Geschichte?
Als die Apachen im Pariser Osten herrschten
Der göttliche Marquis
Wo Hemingway Bücher borgte
Die „schöne Ägypterin“
Die Unsterblichen
Das älteste Café der Welt
Sartre und Beauvoir - eine Kaffeehausbeziehung
Ein hohler Kerzenständer?
Bauspionage auf höchster Ebene
Paris, die Stadt der Haute Couture
Flanieren unter Glas
Literatur-Passagen
Quartiere der Lust
Auf die Barrikaden!
Asterix & Co.
Ein königlicher „Hirschpark“
Malerlandschaften
Eine Stadt als Gesamtkunstwerk
Das Paris der Maler
Mai 68 - „Unter dem Pflaster der Strand“
Über den Dächern von Paris
Pariser Café-Kultur
Filmstadt Paris
Voll im Trend: afrikanische Musik
Gestrandet in Paris
Die Eingeweide von Paris
Freiheit für die Beine!
Kartenverzeichnis
Ile de la Cité
Centre Pompidou und Louvre
Marais
Bastille
Quartier Latin
Saint-Germain-des-Prés
Montparnasse
Vom Musée d'Orsay zum Eifelturm
XVI. Arrondissement
Champs-Elysées
Passagen
Montmartre
Belleville
Parc de la Villette
Umgebung von Paris
La Défense
Historische Stadtmauern
Paris und seine 20 Arrondissements
Übernachten in Paris
Kartenlegende
Übersicht Paris
Metro-Plan
Unterwegs mit Ralf Nestmeyer
Jahrgang 1964, ist Historiker und Reisejournalist. Er lebt in Nürnberg und ist Autor von mehreren Reiseführern und Bildbänden; zudem hat er im Insel Verlag ein Buch über „Französische Dichter und ihre Häuser“ sowie ein Sachbuch „Alles Mythos! 16 Populäre Irrtümer über Frankreich“ (Theiss Verlag) und einen Krimi geschrieben ("Roter Lavendel", Emons Verlag), der in der Provence spielt. Im Michael Müller Verlag sind von ihm Reiseführer über London, Cornwall, Südengland, Paris, Normandie Languedoc-Roussillon, Provence, Haute-Provence, Côte d’Azur, Nürnberg sowie über Franken erschienen.
Nähere Infos unter
www.nestmeyer.de
Obwohl ich seit meiner Jugend frankophil bin, habe ich lange Zeit einen Bogen um Paris gemacht. Erst vor 20 Jahren begann meine „Affäre“ mit der Seine-Metropole, doch dann war es gewissermaßen eine „Liebe auf den ersten Blick“. Jedes Mal, wenn ich nach Paris komme, zieht mich diese Stadt unwiderstehlich in ihren Bann, ich verfalle dem Charme der Haussmannschen Boulevards und gläsernen Passagen ebenso wie den Cafés in Saint-Germain und dem nächtlichen Treiben entlang der Rue Oberkampf, wobei ich die lebendigen Viertel zwischen Bastille und Père Lachaise dem noblen Pariser Westen vorziehe. Es gibt ein paar Attraktionen, die gehören zu meinem „Pflichtprogramm“, so der Blick von der Dachterrasse des Institut du Monde Arabe auf Notre-Dame und die gesamte Pariser Dachlandschaft. Nirgendwo auf der Welt kann man so schön ziellos durch die Straßen flanieren und ganz nebenbei ein traumhaftes Bistro entdecken, in dem die Zeit stehen geblieben scheint. Manchmal lasse ich mich auch einfach vom Zufall leiten, entscheide mich für den blumig-skurrilen Namen einer Metrostation und steige aus. Sobald ich aus dem Untergrund auftauche, ergreift mich dann wieder dieser sanfte Schauer der Vorfreude und Neugier ...
Bon voyage!
Präambel
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Grünes Blatt: Mit diesem Hinweis haben unsere Autoren Betriebe hervorgehoben, die sich bemühen, regionalen und nachhaltig erzeugten Produkten den Vorzug zu geben.
Impressum
Text und Recherche: Ralf Nestmeyer Lektorat: Christine Beil, Überarbeitung: Anja Elser Redaktion: Annette Melber Layout: Sven Talaron Karten: Carlos Borell, Susanne Handtmann, Judit Ladik, Torsten Böhm, Gábor Sztrecska, Astrid Wölfel, Theresa Flenger Fotos: Ralf Nestmeyer Covergestaltung: Karl Serwotka Covermotiv: Ralf Nestmeyer.
(Hinweis: Die Seitenzahlen beziehen sich auf das gedruckte Buch).
10. komplett überarbeitete und aktualisierte Auflage 2017
ISBN Print: 978-3-95654-424-8
ISBN ePub: 978-3-95654-526-9
© Copyright Michael Müller Verlag GmbH, Erlangen 2000-2017. Alle Rechte vorbehalten.
Alle Angaben ohne Gewähr. Druck: Westermann GmbH, Zwickau.
Die in diesem Reisebuch enthaltenen Informationen wurden vom Autor nach bestem Wissen erstellt und von ihm und dem Verlag mit größtmöglicher Sorgfalt überprüft. Dennoch sind, wie wir im Sinne des Produkthaftungsrechts betonen müssen, inhaltliche Fehler nicht mit letzter Gewissheit auszuschließen. Daher erfolgen die Angaben ohne jegliche Verpflichtung oder Garantie des Autors bzw. des Verlags. Autor und Verlag übernehmen keinerlei Verantwortung bzw. Haftung für mögliche Unstimmigkeiten. Wir bitten um Verständnis und sind jederzeit für Anregungen und Verbesserungsvorschläge dankbar.
Was haben Sie entdeckt?
Haben Sie ein besonderes Restaurant, ein neues Museum oder ein nettes Hotel entdeckt? Wenn Sie Ergänzungen, Verbesserungen oder Tipps zum Buch haben, lassen Sie es uns gerne wissen!
Schreiben Sie an: Ralf Nestmeyer, Stichwort „Paris“ |
c/o Michael Müller Verlag GmbH | Gerberei 19, D - 91054 Erlangen |
ralf.mestmeyer@michael-mueller-verlag.de
Vielen Dank!
Michael Ankele, Dirk Apel, Karin Atteneder, Horst Bättenhausen, Christoph Bannwart, Frank Baumann, Horst Bayreuther, Johannes Beck, Sarah Beck, Ulrike Becker, Jürgen Bernhard, Sandra Berger, Ute Christine Berger, Tanja und Malte F. Bethle, Anne Beyer, Gisela und Hans Jürgen Biegert, Jutta Bloch, Manfred Bloedorn, Mayken Brünings, Ellen Buendgens, Martin Burger, Hanna Cialon, Dr. Cristopher Curran, Svenja Dirks, Barbara Durst, Wolf Ebersberger, Barbara Egner, Susanne Engelhard, Dr. Franz Erzner, Hartwig Euler, Bardo Fassbender, Ina Feist, Sibylle Feith, Dr. Stefan Finger, Christina Fischer, Reinhard Flock, Eberhard Fohrer, Thomas Geiser, Yves Georgen, Renate Gerling-Halbach, Silke Glück, Klaus Goerke, Annika und Michaela Götz, Dr. Renate Gola, Katja Grigull, Susanne Gross, Renate Grützemacher, Gertrud Happel de Carbonero, Matthias Heese, Joachim Heilmann, Monica Hesels, Irmgard Hestler, Ingolf Hintner, Thomas Hölting, Brigitte Hövelmann, Helmut Hof, Dr. Bernhard Hofstetter, Stephan Hug, Tonja Jünger, Christa Kaleck, Beate Kappl, Frédéric Karg, Stephanie Kehlen, Hanni Keller, Gunther Kempf, Sigrid Klammer, Roland Kleber, Dr. Michael Kliem, Yorck Kollert, Susanne Kordowich, Alexander Koschel, Dr. Franz Kotrba, Karl Krogner, Heinz Kunis, Christoph Kunz, Hiltrud Limpinsel, Ulla Lindt, Stefan Link, Stephan Lützenkirchen, Christoph Matthey, Brigitte Meinass, Rüdiger Mensack, Andrea Mewes, W. Muelder, Joachim Hans Müller, Michael Müller, Dr. Susanne Musalek, Michaela Neger, Christina Neubert, Ralf Niederhauser, Doris Noll, Peggy Orth, Dieter Ortmann, Cornelia Otto, Kathrin Osterholt, Ariane Ouaden, Christine Pahl, Thrassyvoulos Papadopoulos, Bernhard Petry, Harry Petschinka, Manfred Pietsch, Rudolf Polzer, Ulla Raczinski, Tobias J. Rapp, Armin Reinartz, Monika Reiss, Hans Ritzel, Claudia Röhrich, Kristina Rosenfeld, Alexis Russopulos, Jörg Schlecht, Thomas Schmid, Brigitte Schneider, Markus Scholten, Andrea Scholz, Margareta Schratzenstaller, Hansjörg Schubert, Martin Schupp, Henriette Schuppener, Daniel Schuster, Dr. Dieter Schwarz, Florian Schwarzbeck, Thomas Schweizer, Hermann Seider, Anja Sinkowicz, Elise Stegemann, Eric Teitler, Isabel Teschke, Monika Thaller, Dr. Gerhard Thomas, Barbara Timme, Katharina Tomek-Jäger, Lindy und Michael Vieth, Bernhard Völker, Jutta Wasserrab, Daniela Weiland, Frank Weisbrodt, Andrea Welslau, Daniel Wendt, Harald Wenk, Freddy Werner, Monika Westemeier, Frank Wieland-Kluge, Peter Wigand, Nicolai Wolpert, Monika Wyrobisch, Christina Zimmermann und Martin Zutter.
Orientiert in Paris
Stadt und Stadtviertel
Im Großraum Paris leben zwölf Millionen Menschen. Was aber nicht bedeutet, dass die Orientierung in der Seinemetropole schwer fällt. Die touristischen Highlights konzentrieren sich auf das Stadtzentrum und sind mit der Métro leicht und unkompliziert zu erreichen. Vom Louvre zum Eiffelturm ist man selbst zu Fuß weniger als eine halbe Stunde unterwegs.
Paris ganz nah
Angeblich ist kein Haus in der Innenstadt weiter als 500 Meter von der nächsten Métro-Station entfernt.
105 km2 Paris
Paris ist mit 2,2 Millionen Einwohnern die fünfgrößte Stadt Europas, doch besitzt sie mit 105 Quadratkilometern eine vergleichsweise kleine Stadtfläche, denn die Bebauung ist sehr dicht. Kleine Einfamilienhäuser gibt es kaum, meist dominieren mehrgeschossige Wohnbauten. Verkehrs- und verwaltungstechnisch ist Paris durch den Boulevard périphérique begrenzt. Diese 35 Kilometer lange, viel befahrene Ringautobahn, die die Pariser schlicht Périph’ nennen, umschließt das gesamte Stadtgebiet. Durch seine geringe Größe (die Hamburger Stadtfläche ist siebenmal so groß) kann man Paris auch hervorragend zu Fuß erkunden.
20 Arrondissements
Im Zuge der Revolution wurde Frankreich 1790 in zahlreiche kleine Verwaltungseinheiten, die so genannten Départements, eingeteilt. Das Département Ville de Paris setzt sich aus 20 Stadtbezirken, den Arrondissements, zusammen, die wiederum jeweils in vier Viertel (Quartiers) unterteilt sind. Die Nummerierung der Arrondissements folgt einer Spirale, die sich am Louvre beginnend im Uhrzeigersinn zweimal um das historische Zentrum windet und im Nordosten der Stadt, wo auch der Friedhof Père Lachaise liegt, endet. Zwanzig magische Zahlen, die über Trends, Sozialstatus sowie Lebensqualität entscheiden und sich auch in der Postleitzahl (75005 für das 5. Arrondissement) wiederfinden.
Die Seine
Wie ein breites Band schlängelt sich die Seine durch Paris und teilt die Stadt in zwei Hälften: Rive droite und Rive gauche. Während das linke Ufer (rive gauche) mit dem Quartier Latin, Saint-Germain-des-Prés und Montparnasse samt Sorbonne und Collège de France als das Paris der Intellektuellen gilt, ist das rechte Ufer (rive droite) mit der Börse, den großen Kaufhäusern und dem Quartier des Halles das traditionelle Viertel des Kommerzes. Inzwischen sind die Unterschiede aber nicht mehr so deutlich wahrnehmbar wie früher. Heute gibt es auch in Saint-Germain zahlreiche Nobelboutiquen, und ein aufstrebender Schriftsteller findet eher im Pariser Osten wie Belleville oder Ménitmontant eine bezahlbare Dichterstube als im Quartier Latin.
37 Brücken führen über die Seine, vom berühmten Pont Neuf über den Pont Alexandre III bis zur kunstvoll geschwungenen Fußgängerbrücke Passerelle Simone de Beauvoir. Eine besondere Perspektive auf Paris eröffnet auch eine Fahrt mit einem Ausflugsboot (Bateaux Mouches) auf der Seine.
Sichtachsen und touristische Nischen
Die Orientierung in Paris erleichtern auch die großen Sichtachsen und breiten Boulevards, die Baron Haussmann im 19. Jahrhundert in die Stadt schlagen ließ, so die Axe historique (mit Champs-Elysées) vom Louvre bis zum Arc de Triomphe, auf den die großen Boulevards sternförmig zulaufen.
Paris besteht nicht nur aus dem Quartier Latin und dem Marais. Vor allem im Pariser Osten wird die touristische Luft dünner. Ein kurzer Spaziergang über den Père Lachaise und dann verschwinden die meisten sofort wieder in einem Métroeingang. Ein Fehler, denn die Gegend um den Canal Saint-Martin und die Place de la République ist ein authentisches Stück Paris, weit entfernt von den Glitzerwelten der Boulevards und den Treffpunkten der selbsternannten Bohème. Es ist ein Paris der kleinen Leute mit provinziellem Charme, das lange zwischen Stillstand, Armut und Verfall pendelte.
Grünes Paris
Mehr als 3000 Hektar Grünfläche sind über die Stadt verteilt, den größten Teil nehmen die ausgedehnten Waldparks Bois de Boulogne und Bois de Vincennes ein. Daneben gibt es noch weitere 400 öffentliche Parks, Gartenanlagen und Promenaden, darunter „Klassiker“ wie der Jardin des Tuileries und der Jardin du Luxembourg, aber auch moderne Gärten wie den futuristischen Parc André Citroën oder den Jardin Atlantique auf einer Terrasse über dem Bahnhof Montparnasse. Mit einem geradezu parkähnlichen Flair kann auch der Friedhof Père Lachaise aufwarten. Stundenlang kann man über den berühmtesten Friedhof Frankreichs schlendern und dabei die Gräber von bekannten Schriftstellern und Malern bewundern.
Wer mit offenen Augen durch Paris streift, kann darüber hinaus noch so manch andere „grüne Entdeckung“ machen: etwa den Viaduc des Arts, eine aufgelassene begrünte Bahntrasse östlich der Bastille-Oper. Eine besondere ruhige Oase ist auch der eintrittspflichtige Garten des Musée Rodin, dort steht auch Rodins berühmte Skulptur „Der Denker“, von Buchsbaumkegeln umrahmt.
Orientiert in Paris
Sightseeing-Klassiker
Eiffelturm, Louvre und Centre Pompidou - das sind die Klassiker an der Seine. Je nach persönlichen Vorlieben kann man Paris von Highlight zu Highlight erkunden. Selbstverständlich gilt: Man muss sich nicht für jeden touristischen Hotspot interessieren.
UNESCO-Weltkulturerbe
Mit dem Seine-Ufer zwischen Pont de Sully und Pont d’Iéna samt Eiffelturm sowie den Schlössern und Parks von Fontainebleau und Versailles besitzt Paris drei Kulturdenkmäler, die von der UNESCO zum Weltkulturerbe der Menschheit erklärt wurden.
Im Museumsrausch
Louvre: Der Louvre ist mehr als ein Museum. Er ist eine ganze Kunststadt, in der man bequem ganze Tage verbringen kann. Alleine ist man nicht: Rund zehn Millionen Besucher schieben sich alljährlich durch die endlosen Gänge und zahllosen Säle, um einen Blick auf die Mona Lisa sowie die Venus von Milo und Nike von Samothrake zu erhaschen. → Tour 2
Musée d’Orsay: Es war eine geniale Idee, einen ehemaligen Bahnhof in ein Museum für die Kunst des 19. Jahrhunderts zu verwandeln. Das Spektrum des großen Museumsfundus reicht von Renoir über Cézanne und Gaugin bis hin zu Vincent van Gogh! → Tour 8
Centre Pompidou: Das Centre Pompidou ist eines der faszinierendsten Museen der modernen Kunst. Sein Bau hat das gesamte umliegende Beaubourg-Viertel verändert. Zwar ist allein die Fahrt mit der futuristischen Rolltreppe auf die Dachterrasse ein Erlebnis, doch sollte man sich auch an der Kunst berauschen (Klee, Max Ernst, Pollock, Warhol etc.). → Tour 2
Musée National Picasso: Die französische Erbschaftssteuer als Glücksfall: Nach dem Tod von Picasso, erbte der Staat 1973 mehrere Hundert Werke des großen Künstlers, die im Hôtel Salé, einem Adelspalast im Marais-Viertel, in sehr ansprechender Weise präsentiert werden. → Tour 3
Kirchen, Türme und Friedhöfe
Eiffelturm: Was wäre Paris ohne seinen Eiffelturm? Es gibt kaum einen Platz in der Stadt, von dem man den 318 Meter hohen Turm nicht sieht. Und irgendwann muss man ihn auch besucht haben: Wer will, kann auf der Treppe bis zur 2. Etage hinaufsteigen, leichter geht es aber sicher mit dem Aufzug. Wie auch immer - die Aussicht ist grandios! → Tour 8
Notre-Dame: Die Pariser Kathedrale ist die meist besuchte Sehenswürdigkeit Frankreichs. Der imposante Sakralbau mit seiner faszinierenden gotischen Formensprache dominiert die Ile de la Cité. Besonders eindrucksvoll ist die Hauptfassade mit ihren drei großen Portalen. → Tour 1
Sacré-Cœur: Die „Zuckerbäckerstil“-Basilika auf dem Montmartre ist ein Magnet, zu dem zahlreiche Besucher hinaufpilgern. Allerdings weniger aus religiösen Gründen, sondern um die tolle Aussicht zu genießen: Ganz Paris liegt einem zu Füßen! → Tour 12
Père Lachaise: Der wohl berühmteste Friedhof der Welt! Eine ganze Totenstadt mit einem dichten Netz aus Straßen und gepflasterten Wegen. Hier fanden nicht nur Jim Morrison und Oscar Wilde ihre letzte Ruhestätte, sondern auch Balzac, Proust, Edith Piaf, Colette und zahlreiche andere bedeutende Persönlichkeiten. → Tour 13
Monumente
Arc de Triomphe: Der von Napoléon in Auftrag gegebene Triumphbogen sollte nach antikem Vorbild seinen Machtanspruch eindrucksvoll zum Ausdruck bringen. Reliefs verherrlichen die Leistungen der Grande Armée, und einen Panoramablick gibt es auch noch von der Aussichtsplattform. → Tour 10
Dôme des Invalides: Mit seiner vergoldeten Kuppel gehört der Invalidendom, der dem Petersdom in Rom nachempfunden ist, zu den markantesten Gebäuden am linken Ufer der Seine. In einem roten Porphyrsarkophag ruhen die Gebeine Napoléons. → Tour 8
Panthéon: Der Ruhmestempel der französischen Nation ist die Grablege der berühmtesten Männer und Frauen des Landes, so beispielsweise von Rousseau, Voltaire, Victor Hugo, Zola und Marie Curie. Zudem kann man sich durch das unter der Kuppel aufgehängte Foucault’sche Pendel von der Erdrotation überzeugen. → Tour 5
Plätze und Straßen
Place des Vosges: Paris besitzt unzählige schöne Plätze, doch der im Marais gelegene Place des Vosges besticht durch seine uniforme Wirkung. Der rechteckige Platz wird von 36 identischen dreistöckigen Gebäuden mit roten Ziegelsteinfassaden und hoch aufragenden Schieferdächern eingerahmt. → Tour 3
Rue Mouffetard: Die Straße, die von den Einheimischen liebevoll „Mouffe“ genannt wird, gilt als eine der letzten authentischen Pariser Marktstraßen. → Tour 5
Axe historique: Die historische Sichtachse erstreckt sich vom Louvre über den Place du Carrousel, die Champs-Elysées und den Arc de Triomphe bis nach La Défense, wo sie mit dem Grande Arche einen krönenden Abschluss findet. → Tour 10 und Ausflüge
Orientiert in Paris
Sightseeing-Alternativen
Glücklicherweise hat Paris viel mehr zu bieten als den Eiffelturm und den Louvre. In der Seinemetropole locken viele unbekannte Ecken und Sehenswürdigkeiten, die abseits der Haupttourismuspfade liegen, so das Institut du Monde Arabe oder das Musée de la Vie Romantique.
Für EU-Bürger unter 26 ist der Eintritt in den meisten Museen frei!
Unbekannte Museen
Musée de la Vie Romantique: Versteckt unterhalb des Montmartre gelegen, widmet sich das Museum der Romantik als bürgerlicher Lebensform. Neben der Literatur, der Musik und der Malerei werden auch die Mode und der gesellschaftliche Habitus thematisiert. → Tour 12
Fondation Le Corbusier: Die Pariser Stiftung ist in zwei von Le Corbusier zwischen 1923 und 1925 entworfenen Privathäusern untergebracht. Eines der beiden, die Villa La Roche, kann besichtigt werden und gefällt mit der für Le Corbusier typischen Farbgestaltung, seinen Dachterrassen und den Fensterbändern. → Tour 9
Maison Européenne de la Photographie: Ein schmucker Adelspalast dient als Bühne für anspruchvolle wechselnde Ausstellungen meist ganz berühmter Fotografen. Egal, ob Mapplethorpe, Helmut Newton, Irving Penn oder Nan Goldin - ihre Fotos waren alle schon hier zu sehen. → Tour 3
Musée Marmottan: Der Name des Museums führt selbst bei Kunstfreunden zu einem Stirnrunzeln. Musée d’Orsay oder Musée de l’Orangerie sind bekannt, aber von dem im Pariser Westen gelegenen Museum haben nur die wenigsten etwas gehört. Ein Fehler, denn das Musée Marmottan besitzt eine hochkarätige Impressionistensammlung mit Werken von Boudin, Morisot, Sisley, Pissarro, Renoir, Gauguin und vor allem Monet. → Tour 9
Maison de Balzac: Das einstige Wohnhaus von Honoré de Balzac liegt versteckt in Passy. Balzac, der Autor der „Menschlichen Komödie“, gehörte zu den meistgelesenen Romanciers des 19. Jahrhunderts. Zu sehen sind persönliche Erinnerungsgegenstände, Manuskripte und Originalausgaben. Ein kleiner Garten lädt zum Verweilen ein. → Tour 9
Versteckte Perlen
Le mur des je t’aime: Am Montmartre wird der Liebe in vielerlei Formen gehuldigt. Die 40 Quadratmeter große, blau gekachelte Mauer, auf der in mehr als 300 Sprachen und Dialekten „Ich liebe dich“ steht: eine poetische Hommage an Paris, die Stadt der Liebe. → Tour 12
Promenade Plantée: Parallel zur Avenue Daumesnil verläuft im Pariser Osten eine hochgelegene Bahntrasse. Der einstige Gleisbereich wurde bepflanzt und zur Promenade plantée umgestaltet. Der knapp fünf Kilometer lange lineare Garten, der mit Treppen und Aufzügen erreicht werden kann, begeistert mit seinen Wasserbecken und Blumenrabatten - eine kleine Oase inmitten der Stadt. → Tour 4
Passage du Chantier: Hinter der Bastille-Oper gibt es zahlreiche Passagen und Hinterhöfe, die zu Entdeckungstouren einladen. Die die Rue du Fauborg-Saint-Antoine mit der Rue de Charenton verbindende Passage du Chantier hat sich ihr altertümliches Flair mit den traditionellen Möbelhändlern noch bewahren können. → Tour 4
Jardin Atlantique: Der auf dem Dach über den Gleisen des Bahnhofs Montparnasse angelegte Garten mit seiner breiten Allee erscheint wie eine surreale Oase in der Großstadtwüste. → Tour 7
Aussichtsplätze
Institut du Monde Arabe: Selbstverständlich kann man auch das Museum für arabisch-islamische Kunst und Kultur besuchen, aber das eigentliche Highlight ist das von Jean Nouvel entworfene Gebäude, dessen klar strukturierte Fassade mit den orientalischen Bautraditionen spielt. Unbedingt sollte man mit dem Aufzug hinauffahren und die phantastische Aussicht von der Dachterrasse auf Notre-Dame und die Stadt genießen. → Tour 5
Galeries Lafayette: Das Kaufhaus am Boulevard Haussmann ist ideal für ausgedehnte Shoppingtouren. Nur wenige wissen, dass es ganz oben eine herrliche Panoramaterrasse gibt, wo der Blick vom Montmartre bis zum Eiffelturm reicht. → Tour 11
Szeneviertel
Bastille: Statt Revolutionären stürmen heute die Feierwütigen das Bastille-Viertel am Wochenende. Die Gegend ist seit zwei Jahrzehnten angesagt, das einstige Arbeiterviertel mutierte zum modernen Montparnasse. Der Puls schlägt vor allem in der Rue du Lappe sowie in der Rue de Charonne. Bis spät in die Nacht steppt hier sprichwörtlich der Bär. → Tour 4
Rue Oberkampf: Die Gegend um die im Pariser Osten gelegene Rue Oberkampf gilt derzeit als das trendigste Viertel der Stadt. Statt Hinterhofmanufakturen gibt es immer mehr Werbeagenturen und schicke Bars und Kneipen. Ave Maria oder Udo heißen die derzeit angesagten Szenetreffs. Und im versteckten Le Perchoir kann man auf der Terrasse einen Cocktail mit Blick über die Dächer von Belleville schlürfen. → Tour 13
Orientiert in Paris
Essen gehen
Paris ist die kulinarische Metropole der Welt. Mehr als 8000 Restaurants gibt es in Paris, darunter mehr als 1000 mit asiatischer Küche. Neben erlesenen Gourmettempeln, deren Starköche einen regelrechten Kultstatus besitzen, findet man einfache Bistros, die sich auf eine der französischen Regionalküchen spezialisiert haben.
Frankreichliebhaber haben es schon immer gewusst: Die französische Küche ist etwas ganz Besonderes! Im November 2010 wurde die stilbildende Folge von Apéritif, Vorspeise, Hauptgericht, Nachtisch, Käse und Kaffee von der UNESCO als „immaterielles Weltkulturerbe“ geadelt.
Ausführliche Restaurantbeschreibungen finden Sie am Ende jeder Tour.
Eine Liste aller Restaurants finden Sie ab hier.
Frankreich und die Welt
Eine Pariser Küche im eigentlichen Sinn existiert nicht, vielmehr ist jede französische Region mit ihren Spezialitäten vertreten: Deftige Hausmannskost aus dem Burgund wird genauso angeboten wie Sauerkraut aus dem Elsass und leichte mediterrane Fischküche aus der Provence. Wer die Abwechslung liebt, kann in einem der zahllosen Restaurants mit internationaler Küche schlemmen, wobei die nordafrikanischen, vietnamesischen und thailändischen Lokale und Schnellimbisse auf kulinarische Weise an die koloniale Vergangenheit Frankreichs erinnern. Darüber hinaus steht von armenischer bis tibetanischer Küche so ziemlich alles auf dem Programm, was die kulinarische Weltkarte zu bieten hat.
Ein Paradies für Gourmets
In der Stadt, in der das Restaurant erfunden wurde, hängt erwartungsgemäß der Himmel der Gourmets voller (Michelin-)Sterne. Köche wie Alain Ducasse, Pierre Gagnaire oder Joël Robuchon genießen Kultstatus. Der Besuch eines Sternerestaurants ist lohnend und kann durchaus der Höhepunkt einer Parisreise sein.
Ein Tipp für alle, die mit einer eher knapp bemessenen Reisekasse unterwegs sind, aber anspruchsvolle Gaumenfreuden nicht missen möchten: Statt 25 € für ein langweiliges 08/15-Menü ohne Wein zu zahlen, empfiehlt es sich, zur Mittagszeit in einem kulinarisch anspruchsvollen Restaurant zu tafeln - die Rechnung für ein Mittagsmenü oder Tagesgericht (plat du jour) fällt dann nur unwesentlich höher aus, die Qualitätsunterschiede können jedoch beachtlich sein.
Bezahlbare Gaumenfreuden
Erfreulicherweise gibt es auch viele Bistros und einfache Restaurants, die Gaumenfreuden zu erschwinglichen Preisen bieten. Und so manch eines davon glänzt darüber hinaus noch mit einem außergewöhnlichen Ambiente. So etwa das Polidor in Saint-Germain, das mit einem wahrhaft historischen Interieur zu glänzen weiß: Seit über hundert Jahren hat sich hier nichts mehr verändert, weswegen Woody Allen hier Szenen für „Midnight in Paris“ drehte.
À la carte zu bestellen, lohnt sich nur in den seltensten Fällen, meist ist eine selbst zusammengestellte, dreigängige Mahlzeit mindestens eineinhalbmal so teuer wie ein vergleichbares Menü - deutlich günstiger sind Mittagsmenüs.
Meeting the French
Oft ist es schwer, mit Einheimischen in Kontakt zu kommen. Die Initiative „Meeting the French“ arrangiert private Abendessen bei Franzosen (ab 45 €), Kochkurse (ab 100 €) oder Gourmetspaziergänge mit Degustationen (ab 30 €) durch die Stadt, wobei man natürlich über gewisse Französischkenntnisse verfügen sollte (58, rue Custine, 75018 Paris, Tel. 0033/0142511980. www.meetingthefrench.com, www.voulezvousdiner.com).
Andere Länder, andere Sitten
Das Frühstück (petit déjeuner) fällt eher karg aus, eine Schale Milchkaffee (café crème) und ein Croissant genügen den meisten Franzosen bis zum Mittagessen (déjeuner). Mittags füllen sich die Restaurants erst ab 12.30 Uhr, mit dem Abendessen (dîner) wird kaum vor 19.30 Uhr begonnen. Zum Essen sollte man viel Zeit mitbringen; wer mittags nur schnell eine Kleinigkeit zu sich nehmen will, ist in Café, Bistro oder Brasserie besser aufgehoben.
Am Wochenende und in beliebten Restaurants empfiehlt es sich, einen Tisch vorzubestellen, und sei es nur eine Stunde vorher. Auch ohne Reservierung gebietet die französische Höflichkeit, dass der Gast sich am Eingang geduldet, bis ihm ein Platz angeboten wird. Die Bedienung wird mit Madame bzw. Monsieur angesprochen.
Die Rechnung wird nach Aufforderung gebracht (L’addition, s’il vous plaît!). Es ist nicht üblich, getrennt zu bezahlen. Die Bedienung ist im Restaurant zwar ausnahmslos im Preis inbegriffen (service compris), zwischen 5 und 10 Prozent Trinkgeld (pourboire) sind je nach Zufriedenheit dennoch angemessen; das man üblicherweise nach der Bezahlung auf dem Tisch zurücklässt.
5 Tipps für 5 Abende
Le Train Bleu: Das Restaurant im Gare de Lyon besticht durch sein üppiges Dekor. → Tour 4
Ze Kitchen Galerie: Innovative westöstliche Fusionsküche. → Tour 6
Buddha-Bar: Restaurant-Bar mit Kultstatus. → Tour 10
La Coupole: Meeresfrüchte im Art-déco-Ambiente. → Tour 7
Bistro Paul Bert: Ein typisches Pariser Bistro mit sehr guter Küche. → Tour 4
Orientiert in Paris
Ausgehen
Das Pariser Nachtleben genießt einen ausgezeichneten Ruf, der sich glücklicherweise nicht auf das Moulin-Rouge und das Lido beschränkt. Die Möglichkeiten, sich in Paris die Nächte um die Ohren zu schlagen, sind äußerst vielfältig - wer will, kann sich bis zum Morgengrauen in den Clubs amüsieren.
Bars, Kneipen, Clubs, Livemusik-Locations und Cabarets finden Sie ab hier.
Infos zu Oper, Theater, Tanz und Kinos gibt es ab hier.
Paris für Nachtschwärmer
Es gibt kaum einen Trend, der seine Spuren nicht an der Seine hinterlassen hat. Alles ist etwas stylisher und exklusiver. Underground-Feeling in abgewrackten Fabrikhallen sucht man vergebens. Wer „branché“, also „in“ sein will, nimmt auch gerne die für deutsche Verhältnisse horrenden Eintrittspreise in Kauf. Zudem ist eine gute Kondition vonnöten, da sich die meisten Szenekneipen und Diskotheken vor Mitternacht noch gähnend leer präsentieren.
Wer will, kann es aber auch geruhsamer angehen lassen und eine Opernaufführung besuchen oder ins Kino gehen, so beispielsweise ins Max Linder, wo man in einem traumhaften Ambiente Filme in Originalfassung sehen kann. Den Vorwurf, langweilig zu sein, kann man mit einem Verweis auf den Schriftsteller August Strindberg entkräften: Der antwortete auf die Frage, warum er so wenig ausgehe, ihm genüge schon das Gefühl, in Paris zu sein.
Szene-Viertel
Im Laufe der Jahrzehnte haben sich ein paar Viertel herauskristallisiert, in denen sich die Nachtschwärmer treffen. So findet man rund um das Centre Pompidou zahlreiche Bars, Cafés und Clubs, aber angesagter ist das benachbarte Marais. Hier finden sich Kneipen und Cafés mit viel Gay-Publikum. Etwas steifer geht es hingegen in Saint-Germain zu: Die klassische Adresse für Cafés mit literarischer Vergangenheit und lebendige Jazz-Clubs. Und im Sélect kann man noch auf den Spuren von Hemingway und der Lost Generation wandeln.
Zu den schon fast traditionellen In-Vierteln gehört auch die Bastille, rund um die Rue de Lappe ist von der Designerbar bis zur Absturzkneipe alles zu finden. Als Klassiker gelten das Balajo und das Pause Café. In den letzten Jahren wurde auch das 11. Arrondissement rund um die Rue Oberkampf neu entdeckt, wo bis in die frühen Morgenstunden coole Cafés und Bars wie das Café Charbon geöffnet sind, in denen vorwiegend ein junges Szenepublikum bis in die Morgenstunden feiert. Ein weiterer Hotspot ist die Gegend rund um den Boulevard de Clichy unterhalb des Montmartre: Dort findet sich Frivoles à la Moulin Rouge neben trendigen Diskotheken und Bars.
Cabarets
Paris ist nicht nur für seinen Eiffelturm berühmt, sondern auch für seine Cabarets, schließlich ist der French Cancan die heimliche Hymne der Stadt. Einen Hauch von tanzender Extravaganz erlebt man nicht nur im avantgardistischen Crazy Horse, dem legendären Moulin Rouge oder dem extravaganten Lido de Paris, wo eine ganze Armee von Tänzerinnen auf der Bühne steht, sondern auch in den kleineren Cabarets wie dem Paradis Latin oder dem Lapin Agile.
Clubs und Diskotheken
Spätestens ab Mitternacht verlagert sich dann das Nachtleben in die Clubs und Diskotheken. Ein Klassiker ist das 1936 (!) eröffnete Balajo in der Rue de Lappe, das ein ganz spezielles Flair besitzt. Freunde lateinamerikanischer Musik treffen sich im Barrio Latino, Discoliebhaber feiern im Le Queen auf den Champs-Elysées, cool für heiße Nächte in das auf einem Seineschiff eingerichtete Le Batofar. In der Rue Oberkampf lockt das Nouveau Casino mit Konzerten und angesagten DJs. Und wer hinterher noch Lust auf ein deutsches Bier hat, zieht ins Udo. Dort stehen nicht nur Kölsch, Paulaner Hefe-Weizen oder Jägermeister auf der Karte, sondern auch eine echte Currywurst für sehr bezahlbare 4,50 €.
5 Tipps für 5 Abende
Le Perchoir: Auf einer Dachterrasse in Belleville kann man bei einem Cocktail die Sonne über Paris untergehen sehen.
Buddha-Bar: Der Klassiker unter den Restaurant-Bars. Noch immer wird hier coole Chillout- und Lounge-Musik gespielt.
Café Charbon: Seit Jahren ein Klassiker und eine fester Anlaufpunkt in der Rue Oberkampf.
Le Batofar: Die ganze Nacht hindurch kann man auf einem Seine-Schiff tanzen.
Caveau de la Huchette: Schon in den 1960er-Jahren wurde in dem Keller im Quartier Latin gejazzt.
Orientiert in Paris
Shopping
Paris ist nicht nur die Hauptstadt der Mode, in der französischen Metropole bleibt kein Einkaufswunsch unerfüllt, sei es Schmuck, Parfüm, Dessous oder leckere Delikatessen. Alle klangvollen Namen sind an der Seine vertreten. Hinzu kommen Märkte jeglicher Couleur und Dutzende schrille Boutiquen sowie skurrile Läden.
Ausführliche Beschreibungen einzelner Shoppingmöglichkeiten in den Vierteln finden Sie am Ende jeder Tour.
Viertel für Viertel
Paris lebt zu einem großen Teil auch von seinem Flair als Einkaufsparadies. Das Angebot ist riesig, das Preisniveau hoch, auch wenn sich durchaus das eine oder andere Schnäppchen machen lässt. Mit unterschiedlichen Schwerpunkten verteilen sich die Geschäfte über die ganze Stadt. Noblere Boutiquen finden sich in Saint-Germain, die großen Kaufhäuser am Boulevard Haussmann bieten ein Komplettsortiment und das Marais-Viertel ist dafür bekannt, dass die Geschäfte sogar sonntags geöffnet haben.
Haute Couture
Egal, ob Paul Poiret, Coco Chanel, Karl Lagerfeld, Jean-Paul Gaultier oder John Galliano - die Pariser Modedesigner waren und sind noch immer tonangebend. „Mode gibt es nur aus Paris“, wusste schon die Schriftstellerin Colette zu berichten. Es soll ja Leute geben, die nur nach Paris fahren, um in der Stadt der Mode eine Tasche von Louis Vuitton oder ein Kostüm von Dior zu erstehen.
Die meisten Boutiquen liegen in den angestammten Quartieren der Aristokratie und Bourgeoisie, beispielsweise im „goldenen Dreieck“ zwischen Rue du Faubourg-Saint-Honoré, Rue Royale und der Place Vendôme. Hier und in der benachbarten Avenue Montaigne ist der gute Geschmack „zu Hause“; aber auch in Saint-Germain gibt es zahlreiche Nobelboutiquen. Die meisten können nur vor den Schaufensterauslagen träumen, denn die neuesten Entwürfe von Chanel, Yves Saint Laurent, Christian Lacroix, Dior, Valentino oder Sonia Rykiel würden die Reisekasse zu sehr strapazieren.
Immer wieder kann man das Phänomen beobachten, dass die Kunden vor den Geschäften von Louis Vuitton oder Christian Louboutin geduldig eine halbe Stunde in der Schlange stehen. Erst wenn ein Kunde den Laden verlässt, wird der nächste eingelassen, um z. B. ein sündhaft teures Paar Schuhe mit roter Sohle zu erstehen. → Tour 10
Gläserne Passagen
Schon der Bummel durch die Ladenpassagen des 19. Jahrhunderts lässt die Shopping-Herzen höherschlagen. Selbst die Flaneure Walter Benjamin und Ludwig Börne priesen dieselben. Zwischen der Opéra Garnier und dem Palais Royal gibt es ein knappes Dutzend dieser glasbedachten Einkaufspassagen, darunter prachtvolle wie die Galerie Colbert oder die Passage Jouffroy, in der sich vor allem kleinere Läden befinden. → Tour 11
Märkte
Jedes Viertel hat seinen eigenen Wochenmarkt - Paris ist eben eine Stadt der Märkte. Das Spektrum reicht vom sonntäglichen Vogelmarkt auf der Ile de la Cité über den Biomarkt auf dem Boulevard Raspail und den exotischen Marché de Belleville bis zum Marché aux Puces, dem wohl berühmtesten und farbenprächtigsten Flohmarkt Frankreichs, der in Saint-Ouen am nördlichen Stadtrand abgehalten wird. Mehr zum Thema Märkte finden Sie im Kapitel „Savoir-vivre“, eine Liste aller Märkte gibt es im Register unter dem Stichwort „Märkte“.
Konsumtempel
Wer lieber traditionell einkauft, findet in den drei großen Kaufhäusern der Metropole - Au Bon Marché, Printemps und Galeries Lafayette - fast alles, was das Konsumentenherz begehrt. Unter der imposanten Jugendstil-Glaskuppel der Galeries Lafayette bieten alle bekannten Kosmetikhersteller ihre Produkte wie auf einem „Altar“ an. Selbstverständlich sind in Paris auch alle großen Modeketten mit einer eigenen Filiale vertreten, sei es auf den Champs-Elysées oder in den 250 Geschäften, die im unterirdischen Forum des Halles zu finden sind. Weniger nobel, dafür sogar in Afrika bekannt, ist das Tati, ein Discountkaufhaus mit Exotikflair im Stadtviertel Barbès.
Klein, fein und skurril
Jenseits der großen Kaufhäuser gibt es natürlich zahlreiche Geschäfte sowie kleinere Boutiquen und Läden, die mit einem besonderen Angebot locken. Am berühmtesten sind wohl die Pariser Bouquinisten, die Bücher, Postkarten und Grafiken in Metallkisten entlang der Seine-Kais anbieten.
Antiquitäten kauft man im Village Saint-Paul im Marais-Viertel oder im Louvre des Antiquaires. Berühmt ist auch die Buchhandlung Shakespeare & Company, ein wahrer Büchertempel für Bibliophile. Doch gibt es auch skurrile Geschäfte wie Deyrolle, ein Tierpräparator, der sogar ausgestopfte Giraffen oder Tiger verkauft.
Wege durch Paris
Im Herzen von Paris
Tour 1
Die Ile de la Cité ist nicht nur die Keimzelle der französischen Hauptstadt, eine vor dem Westportal von Notre-Dame in den Boden eingelassene Messingplatte weist die Ile de la Cité als das symbolische Zentrum von Frankreich aus, da alle Entfernungen von diesem Nullkilometer aus gemessen werden.
Conciergerie, ehedem königlicher Palast und Gefängnis
Sainte-Chapelle, eines der schönsten Denkmäler der Gotik
Cathédrale Notre-Dame, Frühgotik pur
Herzkammern in der Seine
Ile de la Cité und Ile Saint-Louis
Auf der leicht zu verteidigenden Ile de la Cité errichteten bereits die Parisii, ein gallisches Fischer- und Jägervolk, ihre Holzhütten. Nach ihrem Sieg über die Gallier nahmen dann die Römer von der Insel Besitz, auch wenn sie sich hauptsächlich am linken Ufer der Seine ausbreiteten. Auf der Altstadtinsel, die Victor Hugo zufolge aussieht „wie ein großes Schiff, das sich der Stromrichtung nach im Schlamm festgefahren hat und nun gescheitert beinahe mitten in der Seine liegt“, stehen mit dem als Conciergerie bezeichneten mittelalterlichen Königspalast und der Kathedrale Notre-Dame zwei besonders geschichtsträchtige Bauwerke. Victor Hugo hat mit seinem 1831 erschienenen Roman über den buckligen Glöckner Quasimodo und die schöne Zigeunerin Esmeralda eine regelrechte Begeisterung für die „französische Mutterkirche“ ausgelöst, durch die die Kathedrale vor dem weiteren Verfall bewahrt werden konnte. In mancherlei Hinsicht ist Notre-Dame auch das Werk von Eugène Viollet-le-Duc (1814-1879). Frankreichs „Oberrestaurator“ gebührt der Verdienst, die vom Verfall bedrohte Kathedrale gerettet zu haben, wenngleich bei diesen Renovierungsarbeiten so manches Detail „erfunden“ wurde, da Viollet-le-Duc seine eigenen Vorstellungen von der gotischen Formensprache hatte.
Das Interesse für das Mittelalter währte nur kurz, bereits zwei Jahrzehnte später erhielt die Ile de la Cité durch die städteplanerischen Maßnahmen des Baron Haussmann ein vollkommen neues Gesicht. Die alte Bausubstanz wurde bis auf wenige Ausnahmen abgerissen, um Platz für ein zeitgenössisches Verwaltungsviertel mit Justizpalast und Gefängnis zu schaffen. Hierzu mussten 25.000 Menschen zwangsweise umgesiedelt werden! Das Viertel mit seinen Kneipen und Bordellen, das von Eugène Sue in „Die Geheimnisse von Paris“ (1843) so schauderhaft beschrieben worden war, verschwand unter der Spitzhacke. Seit Haussmanns Radikalschlag ist die Ile de la Cité so gut wie „tot“. Es gibt kaum mehr Geschäfte und Wohnhäuser, der Vorplatz der Kathedrale wirkt trotz Touristenmassen öde und leer. Einzig der Marché aux Fleurs setzt mit seinen Orchideen und Geranien bunte Akzente.
Das eigentliche Herz von Paris ist die Ile Saint-Louis. Sie bestand ursprünglich aus zwei getrennten Inseln, die bis in das frühe 17. Jahrhundert hinein noch unbewohnt waren. Die direkte Nachbarinsel der Ile de la Cité hieß damals noch Ile Notre-Dame, die andere wegen der auf ihr weidenden Kühe Ile aux Vaches. Erst unter Louis XIII. wurde der Seinearm, der beide Inseln trennte, zugeschüttet; die neugeschaffene Insel erhielt später den Namen Ile Saint-Louis, da Louis IX., genannt der Heilige, auf den Seineinseln häufig gebetet haben soll. Nachdem knapp zehn Meter hohe Quais zum Schutz vor Hochwasser errichtet worden waren, begann eine planmäßige Bebauung im klassizistischen Stil.
Die Atmosphäre auf der Insel ist faszinierend: Wer auf der Ile Saint-Louis aufgewachsen ist, hält ihr in der Regel ein Leben lang die Treue; doch gibt es mittlerweile auch zahlreiche Neubürger, da die Mieten für die alteingesessenen Inselbewohner kaum mehr zu bezahlen sind. Seit den 1960er-Jahren, als die Ile Saint-Louis in Mode kam, vollzog sich ein umgreifender Strukturwandel. Die traditionellen Malergeschäfte und Metzgereien wurden von Galerien und Restaurants verdrängt und die Wäschereien, für die die Insel einst berühmt war, sind mittlerweile gänzlich verschwunden. Doch welches Pariser Viertel wurde nicht irgendwann im Laufe der Zeit entdeckt? Zu den prominentesten Insulanern gehörte auch Georges Moustaki, den die von der Seine umspülte Ile Saint-Louis an das heimatliche Mittelmeer erinnerte.
Spaziergang
Der Pont-Neuf, der das rechte Seineufer mit der Ile de la Cité verbindet, gehört seit jeher zu den schönsten Pariser Brücken, doch besonders eindrucksvoll erstrahlte die Brücke im September 1985, als der Verpackungskünstler Christo sie mit Falten werfenden Planen drapierte. Christo verpackte damals allerdings auch die insgesamt 384 grotesk wirkenden Masken, welche die Brücke säumen. In zahlreichen Filmen verewigt und millionenfach fotografiert, ist sie ein idealer Ausgangspunkt zur Erkundung der Ile de la Cité und der Ile Saint-Louis. Einen Eindruck von der Ile de la Cité vor der Ära Haussmann bieten nur noch ein paar Häuser nördlich der Kathedrale und zwei Häuserzeilen an der Westspitze der Insel, die 1601 infolge einer Anordnung Henri IV. gebaut wurden. Diese die dreieckige Place Dauphine einrahmenden Häuser gelten als die ersten planmäßig errichteten Wohnquartiere von Paris. Der Platz selbst besitzt viel Atmosphäre, wenngleich von der ursprünglichen Bebauung nur noch die Eckhäuser am Pont-Neuf zeugen, die anderen wurden abgerissen und erneuert. Yves Montand und Simone Signoret wohnten übrigens einst in einem der zur Seine blickenden Häuser. Direkt an die Place Dauphine grenzt die Conciergerie, der mittelalterliche Königspalast und spätere Wohnsitz des königlichen Verwalters (daher rührt auch der Name). Im benachbarten Justizpalast wird noch immer Recht gesprochen, in schwarze Roben gehüllte Anwälte durchschreiten die weiten Hallen mit würdevoller Haltung. Inmitten des Palais de Justice liegt etwas versteckt die Sainte Chapelle, eine faszinierende Doppelkapelle mit den wohl schönsten Kirchenfenstern von Paris.
Brücken über den Fluss
Was wäre Paris ohne seine 37 Seinebrücken? Erst diese architektonischen Meisterwerke machen den Reiz des Flusses aus. In fotogenes Flutlicht getaucht, setzen die Brücken auch nachts dekorative Akzente. Ursprünglich waren die Brücken bis auf den 1578 errichteten Pont-Neuf - der trotz seines Namens heute die älteste noch erhaltene Brücke der Stadt ist - mit bis zu vierstöckigen Häusern bebaut. Erst 1786 versetzte ein königliches Edikt den malerischen Brückenensembles den Todesstoß: Wegen Einsturzgefahr wurden sämtliche Gebäude abgerissen.
Auf einer Rangliste der schönsten Brücken steht der Pont-Neuf immer auf einem der vordersten Plätze, beliebt sind aber auch der verschnörkelte, zur Weltausstellung im Jahr 1900 konstruierte Pont Alexandre III, der kleine, zum Louvre führende Pont des Arts, der nur für Fußgänger zugänglich ist, sowie der Pont Royal, der Ende des 17. Jahrhunderts errichtet wurde. Als jüngste unter den Pariser Brücken übergab man die kunstvoll geschwungene Passerelle Simone de Beauvoir in der Nähe der Nationalbibliothek im Juni 2006 ihrer Bestimmung.
Am Marché aux Fleurs vorbei ist es nur noch ein kurzes Stück bis zum Vorplatz von Notre-Dame; eine Kupferplatte markiert den ideellen Mittelpunkt der Grande Nation, von dem aus alle Entfernungen nach Paris gemessen werden. Die Hauptfassade von Notre-Dame wirkt auf ihre Besucher, die alljährlich in großer Zahl herbeiströmen, wie ein steinerner Vorhang. Mit rund 15 Millionen Touristen jährlich ist die Kathedrale das am meisten besuchte Denkmal Frankreichs. Vor ein paar Jahren wurde am Eingang noch in sechs Sprachen erklärt, wie Weihwasser zu verwenden sei ... Religiöse Devotionalien sind im Musée de Notre-Dame ausgestellt. Lohnenswert ist auch ein Besuch der Crypte Archéologique, einer unterirdischen Ausgrabungsstätte. Nordöstlich der Kathedrale befinden sich noch Gassen mit einigen altertümlichen Häusern, in dem Anwesen Nr. 9-11 am Quai aux Fleurs lernte Abélard einst seine Héloïse kennen. Eine Liebe mit unglücklichem Ausgang, da der Onkel des Mädchens, der Domherr Fulbert, den berühmten Theologen entmannen ließ, worauf die Liebenden ins Kloster gingen. An der östlichsten Spitze der Ile de la Cité steht das 1962 von Henri Pingusson angelegte Mémorial de la Déportation, das an die rund 200.000 Franzosen erinnert, die von den Nazis in die Konzentrationslager deportiert wurden: „Pardonne - n’oublie jamais“ („Verzeih, aber vergiss niemals“).
Essen & Trinken
2Brasserie de l’Ile Saint-Louis
3Saint-Régis
4Sorza
5La Taverne du Nil
7Berthillon
Einkaufen
1Marché aux Fleurs
6Ulysse
Über den Pont Saint-Louis geht es hinüber zur Ile Saint-Louis, die der Dichter Louis Aragon wegen ihrer dichten Bebauung einst treffend als „Steinschiff“ bezeichnete. Genau besehen handelt es sich aber um ein brüchiges Gestein, das inzwischen mit Betonstützen fester „verankert“ werden musste. Mit ihren stillen Gassen und den vielen Cafés und Bistros strahlt die Insel ein fast dörfliches Flair aus; sie ist eine Oase inmitten der Millionenstadt, zentral und doch zugleich isoliert. Diese architektonische Geschlossenheit spiegelt sich auch beim harmonischen Ineinandergleiten der Fassaden wider. Trotz des einheitlichen Erscheinungsbildes sind soziale Unterschiede nicht zu übersehen: Die vornehme Bourgeoisie wohnt seit jeher entlang der Seinequais, vorzugsweise im Ostteil der Insel. Sehenswert sind die stattlichen Adelspaläste, allen voran das Hôtel Lambert (Nr. 1), in dem kein Geringerer als Voltaire gewohnt hat. Es gehört heute der Familie Rothschild und kann nicht von Innen besichtigt werden. Eindrucksvoll ist auch das 1657 errichtete Hôtel de Lauzun am Quai d’Anjou (Nr. 17), das durch den von Charles Baudelaire und Théophile Gautier im 19. Jahrhundert gründeten Club der Haschischraucher berühmt wurde. Gegenwärtig werden in dem reich dekorierten Stadtpalais wichtige Gäste der französischen Regierung beherbergt. Einen Besuch lohnt die inmitten der Insel gelegene barocke Kirche Saint-Louis-en-l’Ile.