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EDITORIAL

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Damit Ihnen alle Job-Türen
offen stehen

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Bei Bewerbungsverfahren hat sich in den vergangenen Jahren einiges geändert: Die digitale Bewerbung ist bei vielen großen Unternehmen mittlerweile Pflicht – entweder über Textfelder auf der Firmen-Homepage oder ganz einfach per E-Mail.

Die Homepage von FOCUS Online bietet im Bereich Karriere tagtäglich umfassende Informationen zu solchen Themen rund um den Job. Um Ihnen die Suche zu erleichtern und zu beschleunigen, haben wir die wichtigsten Ratgeberartikel auf den folgenden 33 Seiten zusammengefasst. Darin erfahren Sie:

Nutzen Sie die geballte Experten-Kompetenz von FOCUS Online - dann steht Ihrem Weg zum Traumjob hoffentlich nichts mehr entgegen.

Ich drücke Ihnen die Daumen.

Ihr Markus Voss, Ressortleiter Finanzen und Karriere

INHALTSVERZEICHNIS

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Lebenslauf: Karrierelücken richtig verkaufen

Leerlaufphasen im Lebenslauf werden schnell zum Karrierekiller. Viele Bewerber schönen deshalb ihre Vita. Experten warnen: Die Folgen können verheerend sein.

Anschreiben: Poesie unerwünscht

Bitte recht deutlich: Im Anschreiben sollten Bewerber knapp und präzise die eigene Leistung anpreisen – und sich vor verbreiteten Formfehlern hüten.

Bewerbungsunterlagen: Die perfekte Mappe

Selbstbewusst, aber nicht arrogant: Wie Sie auf sich aufmerksam machen, ohne dabei unangenehm zu wirken.

So kommen Sie per E-Mail zum Traumjob

Viele Unternehmen erwarten heute Bewerbungen per E-Mail. Auf diese Dinge sollten Bewerber unbedingt achten.

Arbeitszeugnis: Geheimcode der Chefs

Negative Formulierungen sind im Arbeitszeugnis unzulässig. Doch Personaler haben ihre Tricks, um diese Regelung durch raffinierte Formulierungen zu umgehen.

Selbstmarketing: Mit Xing und Twitter Karriere machen

Immer mehr Menschen nutzen das Internet zur persönlichen Markenbildung. Sinnvoll – vorausgesetzt, man kennt die Spielregeln.

Verdeckter Stellenmarkt: Mit Vitamin B zum Traumjob

Viele Unternehmen vergeben Jobs unter der Hand. Kandidaten sollten sich bei der Jobsuche daher nicht nur auf Stellenanzeigen verlassen: „Netzwerken“ lautet die Devise.

LEBENSLAUF

Karrierelücken richtig verkaufen

von FOCUS-Online-Autor Florian Flaig

Leerlaufphasen im Lebenslauf werden schnell zum Karrierekiller. Kein Wunder, dass viele Bewerber ihre Vita mit Phantasie auf Vordermann bringen. Experten warnen: Die Folgen können verheerend sein.

Wo waren Sie zwischen Juli 2006 und Oktober 2007? Diese Frage bekam Alexander Ernst* in fast jedem Bewerbungsgespräch der vergangenen Wochen zu hören. Und das obwohl sein Lebenslauf sich sehen lassen kann: Abgeschlossenes Bachelor-Studium in VWL, zahlreiche Praktika. Und im Altenheim gejobbt hat der 24-Jährige neben dem Studium auch noch.

Dennoch interessierte der Werdegang die Personaler nicht so sehr wie die vermeintliche Lücke im Lebenslauf des Bewerbers. „Oft kam der Verdacht auf, ich wollte ein zuvor abgebrochenes Studium kaschieren“, beschreibt Ernst die Vermutungen der Chefs. Dabei hatte er sich nach dem Abitur eine Auszeit gegönnt, um durch die Welt zu reisen und unter anderem in Südamerika sein Spanisch zu verfeinern.

Egal ob Auslandsreisen, Arbeitslosigkeit oder Erkrankungen die Gründe sind: enthält ein Lebenslauf weiße Stellen, kommen Bewerber wie Alexander Ernst schnell in Erklärungsnot. Dennoch müssen kleine Durchhänger oder Rückschläge in der Karriere nicht immer das Aus bedeuten, wenn sie richtig verkauft werden. Bei Personalberatern und Karrierecoaches gilt die Faustregel: Schönen erlaubt, Lügen verboten.

Lügen sind meist schnell entlarvt

Das Problem ist nur: Es ist verführerisch, einfach die passende Lüge zur Lücke zu erfinden. Wie sollen Personalchefs schon nachvollziehen können, dass ein Bewerber faul in der Sonne gelegen hat, anstatt wie angegeben zum Beispiel an einem Internetprojekt seines besten Freundes zu arbeiten. doch weit gefehlt: Echte Personalchefs durchschauen solche Tricks schnell.

Personalberaterin Claudia Wacker von Heimeier und Partner kann darüber nur schmunzeln: „Lügen haben kurze Beine. Ich hake bei Lücken immer besonders genau nach.“ Gerade psychologisch geschulte Personaler entlarven Flunkereien schnell.

Zudem müssen Bewerber auch damit rechnen, dass der künftige Chef den Lebenslauf telefonisch überprüft und ehemalige Arbeitgeber kontaktiert. Fliegt der Schwindel auf, hat das Folgen. Müßig zu erwähnen, dass der Traumjob mit einer Lücke im Lebenslauf und einer enttarnten Lüge in unerreichbare Ferne rückt. „In einem solchen Fall ist der Vertrauensverlust einfach zu groß“, stellt Claudia Wacker klar.

Ziel beim Schönen: das persönliche Gespräch

Doch beim Schönen sollten Bewerber nicht zu kreativ werden. Statt Dinge auszuschmücken, rät der Karrierecoach und Buchautor Hans-Rainer Vogel zu einer anderen Strategie: „Im ersten Anschreiben sollten Lücken im Lebenslauf in keinem Fall hervorgehoben werden. Die bessere Variante ist, sie bis zu einem persönlichen Gespräch erst einmal unkommentiert stehen zu lassen.“ Wer nämlich schon in der schriftlichen Bewerbung zu viele potentielle Probleme erwähnt, droht schnell durch das enge Raster von Personalern zu fallen.

„Ist diese Hürde erst einmal genommen, lassen sich Leerlaufphasen im persönlichen Gespräch wesentlich besser erklären“, sagt Karrierecoach Vogel. Doch auch im Gespräch mit dem potentiellen Chef will der richtige Umgang mit den Lücken gelernt sein. Eine gute Vorbereitung und stimmige Argumente sind Pflicht. Die folgenden drei Beispielfällen zeigen, welche Lücken sich schönen lassen und welche mit hoher Wahrscheinlichkeit das Karriereaus bedeuten.

Fall 1: Viel reisen, wenig pauken

Jeder, der Michael Kress* als strebsamen Studenten bezeichnen würde, hätte die Lacher auf seiner Seite. Denn von diesem Ideal ist der 28-Jährige schon längst weit entfernt. 13 Semester hat er mittlerweile hinter sich. „Die Vorbereitungen für die Diplomarbeit sind in vollem Gange“, sagt er mit einem nicht zu übersehenden ironischen Grinsen auf dem Gesicht. Wichtiger ist für ihn momentan, wo die Reise im Sommer hingeht, denn Kress lernt seit Jahren lieber die Welt kennen, als sich mit dem Stoff seines BWL-Studiums auseinander zu setzen. Statt sich bei den zukünftigen Chefs über Praktika zu empfehlen, ist Kress lieber auf Du und Du mit den bekannteren Partyveranstaltern Deutschlands. Trotz der harten Konkurrenz unter BWL-Studenten für den Schwaben noch lange kein Grund, seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt schwinden zu sehen: „Ich war schon fast überall auf der Welt – da kann wohl kaum ein Kommilitone mithalten“, sagt er.

Doch ganz so simpel, wie Michael Kress es sich vorstellt, lassen sich seine Lücken im Lebenslauf nicht ausbügeln. Gerade für Studenten wirtschaftswissenschaftlicher Fachrichtungen hat die Studiendauer neben der Note eine zentrale Bedeutung in der Bewerbung. Braucht ein Student länger als die Regelzeit, so bedarf das nach Meinung von Karriereexperten immer einer guten Erklärung. Eine davon kann ein Auslandsaufenthalt sein. Denn in Zeiten der Globalisierung kann ein halbes Jahr in China oder in den USA zum Pluspunkt werden. Nicht umsonst hat mehr als jeder Dritte Student wegen seiner Ausbildung bereits mehrere Monate im Ausland verbracht. Das geht aus einer Umfrage von Forsa im Auftrag der Allianz aus dem Jahr 2010 hervor. Auch schon im Berufsleben angekommene Arbeitnehmer gönnen sich immer öfter eine Neuorientierung im Ausland.

Sprachdiplom stopft Urlaubslücke