Inhaltsverzeichnis
Unterwegs mit Matthias Kröner
Präambel
Impressum
Was haben Sie entdeckt?
Vielen Dank!
Orientiert in Hamburg
Stadt und Stadtviertel
Sightseeing-Klassiker
Sightseeing-Alternativen
Essen gehen
Ausgehen
Shopping
Wege durch Hamburg
Tour 1
Der Hafen
Tour 2
St. Pauli
Tour 3
Die Neustadt
Tour 4
Die Altstadt
Tour 5
St. Georg und die Außenalster
Tour 6
Ottensen und Altona-Altstadt
Tour 7
Das Elbufer
Tour 8
Schanzen- und Karolinenviertel
Tour 9
Grindelviertel
Tour 10
Harvestehude und Eppendorf
Ausflüge
Tierpark Hagenbeck
Ohlsdorfer Friedhof
Willkomm Höft
BallinStadt - Auswandererwelt Hamburg
Konzentrationslager Neuengamme
Nachlesen & Nachschlagen
Stadtgeschichte
Kulturleben
Veranstaltungen
Nachtleben
Hamburg mit Kindern
Hamburg (fast) umsonst
Unterwegs in Hamburg
Übernachten
Hamburg von A bis Z
Hamburg kompakt
Museen
Restaurants
Übersichtskarten und Pläne
Index
Alles im Kasten
Investigativ und penibel. Der Weg eines Artikels in den SPIEGEL
Die amphibische „Stadtkreuzfahrt“
Der gute Kaufmann von Nanjing
Willi Bartels, der König von St. Pauli
Die Beatles in Hamburg
Wer hat(te) auf dem Kiez das Sagen?
Der „Weltpokalsiegerbesieger“ FC St. Pauli
Der Nachtmichel
Das Komponistenquartier in der Peterstraße
Indoor-Shopping an der Binnenalster
Alsterschippern - damals und heute
Der perfekte Hamburgblick an der Binnenalster
Denkmal für die Opfer von Krieg und Faschismus
Der Paternoster - eine Hamburger Beförderungsgeschichte
Der Bremer Schlüssel im Herzen Hamburgs
Keine Hammaburg, nirgends. Eine Stadt sucht ihren Ursprung
Beruf Fleetenkieker
Einmal um die Außenalster
Gustaf Gründgens - Abgründe und Sternstunden
Spitzname „Mottenburg“
Ringelnatz und Rühmkorf - zwei Poeten in Hamburg
Finkenwerder - von der Fischerei zum Flugzeugbau
Rote Flora
Heikedine Körting, die (Hamburger) Hörspielkönigin
Hagenbecks Völkerschauen. Oder: Der Menschenzoo
Das unsterbliche Leben der Toten
Auswanderung aus Hamburg - der Umsatz mit den (unerfüllten) Träumen
Mensch und Mythos Störtebeker
Ein Duell mit Händel
„Führerstadt“ Hamburg. Oder: Eine Stadt wird vergrößert
Kartenverzeichnis
Tour 1: Hafen
Tour 2: St. Pauli
Tour 3: Neustadt
Tour 4: Altstadt
Tour 5: St. Georg/Außenalster
Tour 6: Ottensen/Altona
Tour 7: Elbufer (1. Etappe)
Tour 7: Elbufer (2. Etappe)
Tour 8: Schanzenviertel
Tour 9: Grindelviertel
Übernachten Hamburg
Legende
Übersicht Hamburg
Metrobusse
Schnellbahn - Regionalverkehr
Unterwegs mit Matthias Kröner
1977 in Nürnberg geboren. Seit 2007 lebt unser Autor in der Nähe von Lübeck. In seiner fränkischen Heimat studierte er u. a. Literaturwissenschaft und Geschichte, nahm mehrere Literaturpreise entgegen und schreibt für den Bayerischen Rundfunk. 2014 erschien sein Erzählband »Junger Hund. Ausbrüche und Revolten«, 2016 sein erster Mundartband »Dahamm und Anderswo«.
Nähere Infos unter www.fair-gefischt.de
Mein erster Recherchetag bleibt mir unvergessen. Ich spazierte durch eine Altstadt, die mir nicht sonderlich gut gefiel, kam nicht ins Rathaus, da dort gerade getagt wurde, fand ein wenig überzeugendes Fischrestaurant - und verzweifelte vorsichtig. Als ich wieder zu Hause ankam, wusste ich, dass ich dieses Buch nicht schreiben würde. Wenige Tage später packte es mich erneut. Ich kann nicht sagen, was genau passiert war. Doch plötzlich wollte ich wieder nach Hamburg, wo man beim Beladen der riesigen Pötte am Elbstrand zusehen kann, in den gespenstischen Alten Elbtunnel, ins Kontorhausviertel mit seinen expressionistischen Klinkerbauten, in die »Science-Fiction-Stadt« HafenCity und ins St. Pauli der Einheimischen. Ich freute mich auf die Tage und Nächte, die ich hier verbringen durfte. Längst gefielen mir die großen Gebäude, von denen jedes seine eigene Geschichte hat. Ich begriff, was es mit der Speicherstadt und dem Hafengelände auf sich hat, wieso sich Hamburg immer wieder neu erfindet, ja neu erfinden muss, und weshalb es so überragend spannend ist, genau dorthin zu reisen - in diese wilde und schöne Stadt. Mein letzter Recherchetag bleibt mir unvergessen. Ich spazierte durch eine Metropole, die mich faszinierte.
Präambel
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Die in diesem Reisebuch enthaltenen Informationen wurden von den Autoren nach bestem Wissen erstellt und von ihm und dem Verlag mit größtmöglicher Sorgfalt überprüft. Dennoch sind, wie wir im Sinne des Produkthaftungsrechts betonen müssen, inhaltliche Fehler nicht mit letzter Gewissheit auszuschließen. Daher erfolgen die Angaben ohne jegliche Verpflichtung oder Garantie der Autoren bzw. des Verlags. Autoren und Verlag übernehmen keinerlei Verantwortung bzw. Haftung für mögliche Unstimmigkeiten. Wir bitten um Verständnis und sind jederzeit für Anregungen und Verbesserungsvorschläge dankbar.
Grünes Blatt: Mit dem grünen Blatt haben unsere Autoren Betriebe hervorgehoben, die sich bemühen, regionalen und nachhaltig erzeugten Produkten den Vorzug zu geben
Impressum
Fotoverzeichnis
Alle Fotos Matthias Kröner, außer: Berit Koepke: S. 18, 22, 32, 42, 46, 65, 76, 164, 169, 170, 220, 221, 240 | Kirsten Koepke: 124, 125, 268 | Gabriele Kröner: 2, 14, 16, 20, 22, 78, 81 (oben), 84, 86, 90, 93, 94, 97, 102, 106, 107, 109, 110, 112, 113, 117, 119, 121 (alle drei), 204, 206, 213, 223, 224, 248, 252, 276 | Miroslav Menschenkind: 3, 231 | Andreas Neumeier: 235 Thomas Rabe: 52 (www.johnrabe.de) | Mirja Schellbach: 75, 244, 253, 266, 278 | Falk Simon: 234
(Hinweis: Die Seitenzahlen beziehen sich auf das gedruckte Buch).
Text und Recherche: Matthias Kröner | Lektorat: Ute Fuchs, Peter Ritter, Dirk Thomsen; Überarbeitung: Christine Beil, Anja Elser | Redaktion: Ute Fuchs | Layout: Christiane Bauer | Karten: Hans-Joachim Bode, Judit Ladik, Gábor Sztrecska, Copyright: iPublish GmbH und Michael Müller Verlag GmbH | Covergestaltung: Karl Serwotka | Covermotive: vorne: Blick von der Speicherstadt auf die Elbphilharmonie © powell83/Fotolia.com, hinten: Landungsbrücken © Andreas Neumeier
ISBN Print: 978-3-95654-509-2
ISBN ePub: 978-3-95654-528-3
© Copyright Michael Müller Verlag GmbH, Erlangen 2014-2017. Alle Rechte vorbehalten.
Alle Angaben ohne Gewähr. Druck: Westermann Druck Zwickau GmbH.
3. komplett überarbeitete und aktualisierte Auflage 2017
Was haben Sie entdeckt?
Haben Sie ein besonderes Restaurant, ein neues Museum oder ein nettes Hotel entdeckt? Wenn Sie Ergänzungen, Verbesserungen oder Tipps zum Buch haben, lassen Sie es uns gerne wissen!Schreiben Sie an: Matthias Kröner, Stichwort „Hamburg“ | c/o Michael Müller Verlag GmbH | Gerberei 19, D - 91054 Erlangen | matthias.kroener@michael-mueller-verlag.de
Vielen Dank!
Ich danke Berit, Emil und Lennard, die den ganzen Wahnsinn, einen Reiseführer über eine Weltstadt zu schreiben, mitgemacht haben. Ich danke Berit Koepke, Gabriele Kröner, Mirja Schellbach und Kirsten Koepke für geniale Fotos, die ich so nie zustande gebracht hätte. Und ich danke meinen Lektoren Ute Fuchs, Peter Ritter, Dirk Thomsen und Christine Beil, die mir den letzten Nerv geraubt haben und ohne die dieses Buch nicht so gut geworden wäre.
Für Tipps in Leserbriefen und kluge Anmerkungen bedanke ich mich bei: „Reisebuchaltmeister“ Eberhard Fohrer, den Reisebuchkollegen Gabriele Tröger und Michael Bussmann sowie den Lesern und Reisenden Harald Dehner, Christof Herrmann, Peter Nabholz, Nadine Kraft, Britta Koth, Wolfgang Scharfenberger, Martina Hagemann, Angelika Hackenberg, Andreas Weber, Michael Loskill, Peggy Orth, Doreen Kraft und Anneliese Fleischmann-Stroh.
Außerdem danke ich Diethard Brohl - genauer kann man ein Reisebuch nicht Korrektur lesen.
Pressestimmen
„Es sind die immer gleichen Superlative in Hamburg-Reiseführern, deren inflationärer Gebrauch einem die Lektüre vergällt. Dass es auch ohne Klischees geht, beweist dieses Buch.“
FAZ
„Den besten Reiseführer über die Hansestadt hat der 1977 in Nürnberg geborene Literaturwissenschaftler und Journalist Matthias Kröner geschrieben. Sein Buch, erschienen im Michael Müller Verlag, handelt nicht nur von Sehenswürdigkeiten, von schicken Herbergen und Lokalen, sondern ist eine richtige Kulturgeschichte Hamburgs, die von vielem erzählt, was uns in Europa heutigentags beschäftigt.“
Die Presse, Barbara Petsch
„Noch ein Reiseführer über Hamburg? Ja! Und was für einer! Dem Autor ist mit diesem Werk ein so hervorragender - nämlich informativer und vor allem auch unterhaltsamer - Hamburg-Begleiter gelungen, dass ich ihn einfach vorstellen muss. [...] Dabei weicht dieser Reiseführer wohltuend von dem üblichen, d. h. meist trocken-sachlich gehaltenen Angebot ab: Er ist nicht nur ausgesprochen informativ, sondern auch sehr unterhaltsam - manchmal sogar richtig spannend - und enthält zahlreiche persönliche Ratschläge: z. B. im Sinne eines ,Lieber-Nicht’, ,Vorsicht Abzocke’, zu Umgangston und -form von Angestellten, Behandlung Einzelreisender, Bekleidungstipps.“
The Huffington Post, Annette Traks
„Dem gebürtigen Franken (und Wahl-Lübecker) Matthias Kröner gelingt es, die Metropole in ihrer ganzen Vielfalt (und Widersprüchlichkeit) derart fachkundig, historisch packend und detailverliebt vorzustellen, dass die Leser - wenn sie (der Statistik entsprechend) die üblichen zwei Tage für ihren Hamburg-Törn einplanen - in schwere Zeitnöte kommen dürften.“
HNA - Hessische/Niedersächsische Allgemeine, Gisela Busch
„[E]in perfekter handlicher Gästekompass.“
DIE ZEIT
Orientiert in Hamburg
Stadt und Stadtviertel
Hamburg ist groß. Was allerdings nicht heißt, dass man sich in der Hafenmetropole verloren fühlt. Im Gegenteil: Wer Lust und Energie hat, kann die schönsten Ecken der Elbstadt locker in zwei, drei Tagen erkunden. Warum das so ist? Touristisch im Rampenlicht steht nur ein kleiner Teil der 755 km² Hamburg.
Hamburg außer Haus
Hamburg ist nicht nur Stadt, sondern gleichzeitig Stadtstaat - neben Berlin und Bremen der dritte in der föderativen Ordnung der Bundesrepublik Deutschland. Zum „Staatsgebiet“ zählt auch eine außerhäusige Besitzung: der Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer mit seinen drei im Mündungsgebiet der Elbe liegenden Inseln Neuwerk, Scharhörn und Nigehörn. Zur Einwohnerzahl trägt die Exklave kaum bei: Nur Neuwerk ist bewohnt und bringt es auf 44 „Staatsbürger“.
755 km² Hamburg
Seit dem „Groß-Hamburg-Gesetz“, das von 1937 und damit aus düsterer Nazizeit stammt, gehört die Hamburger Peripherie zum Stadtgebiet. Damals wuchs das Territorium der Hansestadt von einem Tag auf den anderen um gut 80 Prozent, und die Einwohnerzahl nahm um eine halbe Million zu. Heute leben in der zweitgrößten Stadt Deutschlands mehr als 1,8 Mio. Menschen auf einer Fläche von exakt 755,26 km². Das wiederum heißt: Die dritt- und die viertgrößten Städte der Republik, München und Köln, würden zusammen in den Stadtstaat hineinpassen.
Elbe und Hafen
Die Elbe teilt Hamburg ziemlich genau in einen nördlichen und einen südlichen Teil. Während südlich des Flusses die 74 km² großen Hafenanlagen mit ihren vier umschlagkräftigen Containerterminals liegen, wird an den Kaikanten der gegenüberliegenden Seite kräftig gebaut (HafenCity), kräftig gefeiert (St. Pauli) oder nach Kräften flaniert (Speicherstadt). Ein enormer Reiz der Hansestadt besteht darin, dass das „ursprüngliche“ Hamburg genau hier stattfindet. Dort, wo der gezeitenabhängige Fluss fließt, erfindet sich Norddeutschlands spannendste Stadt stets neu und ereignen sich die schönsten Skandale (nicht nur die Elbphilharmonie lässt grüßen ...). Und dort halte ich mich am liebsten auf, denn dort gibt es immer etwas zu sehen.
Alster und Außenalster
Geradezu beschaulich ist dagegen das zweite Gewässer des Stadtstaates, die Alster. Sie entspringt ein paar Kilometer nördlich der Hamburger Stadtgrenze und fließt gemächlich weiter Richtung Stadtmitte. Kurz davor ist sie seit grauer Vorzeit zum großen Alstersee aufgestaut. Dessen verhältnismäßig kleiner, südlicher Teil heißt Binnenalster; sein größerer, nördlicher Teil ist die Außenalster, die auch „Hamburger Meer“ genannt wird. Anders als die Wirtschaftsfaktoren Elbe und Hafen sind Alster und Außenalster reine Freizeitreviere. Dort schippern die Ausflugsdampfer, und dort drehen die Jogger und Spaziergänger ihre Runden.
Bezirke und Stadtteile
Kennen Sie Duvenstedt, Sinstorf oder Lohbrügge? Ich auch nicht. Warum das so ist? Diese Stadtteile spielen touristisch eine untergeordnete Rolle, auch wenn die Duvenstedter, Sinstorfer und Lohbrügger das möglicherweise anders sehen ... Aber von vorne: Hamburg ist in 7 Bezirke unterteilt (Altona, Eimsbüttel, Nord, Wandsbek, Mitte, Harburg, Bergedorf), die wiederum in insgesamt 104 Stadtteile gegliedert sind. Die touristisch wichtigsten Stadtteile verteilen sich praktischerweise auf nur zwei Bezirke: Hamburg-Mitte und Hamburg-Altona.
Die Schwerpunkte: Mitte und Altona
In Mitte - und dort nördlich der Elbe - liegen „von links nach rechts“: St. Pauli mit Kiez & Co; die Neustadt mit Michel und Jungfernstieg; die Altstadt; die HafenCity mit Elbphilharmonie und angrenzender Speicherstadt; St. Georg mit seinem Spektrum von Bahnhofsviertelcharme bis Außenalster-Gediegenheit. Damit man sich keine falschen Vorstellungen macht: Die Altstadt hat ihr vorangestelltes Attribut nur auf dem Papier, Stadtsanierungen und 213 Luftangriffe während des Zweiten Weltkriegs haben die historische Bausubstanz nahezu komplett zerstört. Mit zwei architektonischen Hochkarätern kann sie aber immer noch angeben: dem Rathaus und den „Handelskathedralen“ des Kontorhausviertels, die die UNESCO (mitsamt der Speicherstadt) 2015 als Weltkulturerbe geadelt hat.
Anders als Mitte steht Altona nicht so sehr für die klassischen Sehenswürdigkeiten, den Reiz macht dort die besondere Atmosphäre aus: im verwinkelten Ottensen, beim Elbstrand in Othmarschen, im multikulturellen Schanzenviertel und im vornehmen Blankenese.
Touristische Exklaven
Jenseits von Mitte und Altona wird die touristische Luft dünner. Wer sich mehr als zwei Tage in Hamburg aufhält, sollte sich aber mit ein paar „Exklaven“ vertraut machen: Ich empfehle das Grindelviertel ein paar Kilometer nördlich der Altstadt mit seinem einst jüdischen und jetzt studentischen Flair, den hoch in Hamburgs Norden gelegenen Ohlsdorfer Friedhof, der als größter Parkfriedhof des Planeten gilt, und tatsächlich auch die südöstlich der Stadt gelegene Gedenkstätte beim ehemaligen Konzentrationslager Neuengamme, mit dem sich Hamburg so lange Zeit so schwer getan hat.
Orientiert in Hamburg
Sightseeing-Klassiker
Hafen, Michel und Speicherstadt stehen wie Felsen in der Brandung - und darüber hinaus? Top-Ten-Highlight-Listen sind variabel und vor allem notorisch ungerecht, die folgende selbstverständlich auch. Außerdem gilt: Nicht alles, was als Klassiker daherkommt, muss man zwingend mögen ...
UNESCO-Weltkulturerbe
Eine Stadt wie Hamburg ohne Weltkulturerbe? Bis zum Juli 2015 war das so. Dann entschied das ehrwürdige UNESCO-Welterbekomitee, dem unwürdigen Zustand ein Ende zu bereiten, und setzte flugs gleich zwei Hamburger Ikonen auf seine Liste: die Speicherstadt und das angrenzende Kontorhausviertel. Zeit war’s.
Am Wasser, unter Wasser
Hafenrundfahrt: Auch wenn ich damit nicht mehrheitsfähig sein sollte: Die klassischen Hafenrundfahrten sind meine Sache nicht. Zwar treibt man ziemlich nah an die Elbphilharmonie heran und schippert auch durch die Backsteinpracht der Speicherstadt - dafür schämt man sich für manche Kalauer der „Kapitäne“ fremd und ist wahrscheinlich enttäuscht, wie wenig man vom eigentlichen Hafengelände sieht. → Tour 1
Speicherstadt und HafenCity: Kein Besuch der Elbmetropole ohne einen Besuch der altehrwürdigen Speicherstadt und der futuristischen HafenCity. Punkt. Die Speicherstadt ist ein bisschen wie Venedig in Backsteinoptik: riesige Lagerhauspalazzi in Kanallandschaft. Die noch nicht fertige „Hafenstadt“ ist ihr neuzeitliches Pendant, ganz wie die skandalträchtige Elbphilharmonie, die schon jetzt das Konzerthaus Hamburgs darstellt und deren Plaza man unbedingt ansteuern sollte. → Tour 1
Alter Elbtunnel: Die Elbe geht auch unterirdisch, und wie! Durch den Alten Elbtunnel hindurchzulaufen, ist wie eine Reise zurück in die 1910er-Jahre. Man folgt dem einstigen Weg der Hafenarbeiter, die von den Landungsbrücken zu den Werftanlagen der gegenüberliegenden Elbinsel Steinwerder mussten. Dort angekommen, hat man einen prächtigen Blick auf Hamburgs Skyline. Auch schön: Das 426,5 m lange Erlebnis ist komplett kostenlos. → Tour 1
Abends Kiez, morgens Fisch
Reeperbahn: Kann man machen und wird man auch, wenn man schon mal in Hamburg ist. Dem allzu Enthusiastischen sei gesagt: An Wochenenden ist der Kiez rund um die Reeperbahn eine Feiermeile mit einem Großaufgebot an Junggesell(innen)abschieden, das an „Malle“ erinnert. Das nervt nicht zwingend, doch vom authentischen Kiez, den es in den 80ern und 90ern gegeben hat, ist nicht mehr allzu viel übrig. → Tour 2
Fischmarkt: Das Gedränge und das Geschiebe sollte man abkönnen. Partybeginn auf dem Gelände westlich der Landungsbrücken ist um 5 Uhr früh, offiziell abgepfiffen wird um 9.30 Uhr, inoffiziell geht’s häufig bis 11 Uhr weiter. Aale-Dieter und seine Kumpane wollen schließlich ihr „Zeuch“ auch loswerden. → Tour 2
Aussichten und Einsichten
Der Michel: In die Krypta muss man nicht! Doch auf den Turm sollte man, denn von dort hat man die schönste Aussicht auf Hamburg (nur die Plaza der Elbphilharmonie kann da mithalten), sogar spätabends kann man noch hoch. Davon abgesehen ist St. Michaelis ein barockes Schmuckstück der Extraklasse ‒ und eines der Wahrzeichen dieser Stadt. → Tour 3
Rathaus: Die Führung kostet 4 € und lohnt sich! Allerdings findet sie an vielen Tagen nicht statt. Warum? Weil das Rathaus nach wie vor „im Dienst“ ist. Dafür wird man in jeweils unterschiedliche der 647 Räume geführt. Deshalb kann man die Führung sogar mehrmals mitmachen - wechselnde Einsichten garantiert. → Tour 4
Konsum und Kunst
Jungfernstieg: Hier, im Herzen der Stadt, zeigt sich Hamburg weltmännisch ‒ und erinnert im Nachtschein an Metropolen wie London oder Paris. Kein Wunder, dass dem Konsum in dieser Ecke der Stadt kaum Grenzen gesetzt sind. Apropos setzen: Am Tag sitzt man gut auf den Freitreppen des Jungfernstiegs. Bei einem Snack kann man die Alsterfontäne bestaunen und sich fragen, wie viele Meter sie in den Hamburger Himmel schießt. → Tour 3
Hamburger Kunsthalle: Wer in ein Kunstmeer der Extraklasse eintauchen möchte, geht vom Jungfernstieg einen knappen Kilometer um die Ecke, immer die Binnenalster im Blick. In drei Gebäuden wird der Bogen von der mittelalterlichen bis zur zeitgenössischen Kunst gespannt, von (Alt-)Meister Bertram bis zum aktuellen deutschen Kunstmeister Gerhard Richter ist alles vertreten. → Tour 5
Grünes Hamburg
Planten un Blomen: Im Herbst oder Winter kann man sich den Weg sparen, in der anderen Jahreshälfte ist der Park ein Genuss - wegen der unglaublichen Pflanzenpracht und der wunderbaren Wasserlichtkonzerte. Und wer einfach nur inmitten einer Weltstadt im Grünen flanieren will, macht ebenfalls alles richtig. → Tour 3
Außenalster: Zugegeben, das ist schon die Nummer 11. Deshalb nur ganz kurz: Das „Hamburger Meer“ ist Kult und hat herrlich grüne Uferwege. Am besten, man baut in seinen Spaziergang einen Besuch des grandiosen Literaturhauses mit ein. → Tour 5
Orientiert in Hamburg
Sightseeing-Alternativen
Sicher, einige der Sightseeing-Alternativen hätten es auch in die Klassiker-Auswahl schaffen können - das Kontorhausviertel etwa. Aber wussten Sie, dass die Neue Börse sehr schöne Audioführungen zur Hamburger Geschichte anbietet? Oder dass das Zollmuseum trotz seines drögen Namens ein echtes Erlebnis ist?
Affordable Art Fair
Die bekanntesten Adressen für zeitgenössische Kunst in Hamburg sind die Kunsthalle und Galerie der Gegenwart (→ Tour 5), die Deichtorhallen (→ Tour 3) und das kleine, feine Bucerius Kunst Forum (→ Tour 4). Eine (allerdings nur temporäre) Alternative ist die Affordable Art Fair. Dort kann man Gegenwartskunst bestaunen, die man sich sogar leisten und direkt kaufen kann. Sie findet einmal im Jahr auf dem Hamburger Messegelände statt (→ Veranstaltungen).
Hamburger und andere Geschichte(n)
Neue Börse und Handelskammer: Ein echter Geheimtipp im von Geheimtipps nicht gerade übervollen Stadtzentrum. Warum? Weil man sich mit einem Audioguide kompetent durch das prunkvolle Gebäude und die hanseatisch-hamburgische Geschichte leiten lassen kann - und das auch noch kostenlos. → Tour 4
Deutsches Zollmuseum: Wer Reiseführer schreibt, geht in jedes Museum. In manche aus reiner Routine, ein Zollmuseum ist so ein Beispiel - zumal, wenn das Bundesministerium für Finanzen sein Träger ist. Und plötzlich: ein hübsches Gebäude direkt in der Speicherstadt, eine bunte Ausstellung mit anschaulichen Präsentationen und einer Menge Kuriositäten. So erfährt man, dass im Preußen des 18. Jh. zeitweise eine Perückensteuer erhoben wurde. Wer sein gutes Stück öffentlich tragen wollte, musste drei Taler pro Jahr an den Fiskus überweisen; zu Hause Tragen war aber umsonst. → Tour 1
BallinStadt - Auswandererwelt Hamburg: Das multimedial gut ausgestattete Museum erzählt die Geschichte der gut fünf Millionen Menschen, die zwischen 1850 und 1938 von Hamburg aus aufbrachen, um ihr Glück in der Neuen Welt zu suchen - wegen politischer Verfolgung, religiöser Diskriminierung oder schlicht, um einem Leben in Armut zu entgehen. Ihre letzte Station vor der Überfahrt waren Massenunterkünfte auf der Elbinsel Veddel, von denen drei originalgetreu wiederaufgebaut wurden. Wer das Museum besucht, wird ebenso gut informiert wie unterhalten - und sieht sicher auch die aktuelle europäische Flüchtlingskrise nachher mit etwas anderen Augen. → Ausflüge
KZ-Gedenkstätte Neuengamme: Auch Neuengamme ist Hamburger Geschichte. In dem KZ etwa 30 Autominuten südöstlich der Hamburger Innenstadt waren zwischen 1938 und 1945 etwa 106.000 Menschen inhaftiert, 55.000 wurden umgebracht oder starben an den Folgen ihrer Haft. Das Gelände des ehemaligen KZs ist durch ein Wegenetz mit verschiedenen Rundgangmöglichkeiten erschlossen. Die außerordentlich gut aufbereitete Hauptausstellung ist in einem der einstigen Häftlingsblöcke untergebracht. → Ausflüge
Drei Viertel
Kontorhausviertel: Seit 2015 sind sie Weltkulturerbe, die kantigen, ornamentierten Bürohauskathedralen, die in den 1920er-Jahren im südöstlichen Teil der Altstadt errichtet wurden. Flaggschiff der im Stil des Backsteinexpressionismus gebauten Kontorhäuser ist das Chilehaus, das abends aussieht wie die illuminierte Titanic. Beeindruckend sind auch die Treppenhäuser in den Eingangsbereichen der Gebäude (etwa im Sprinken- oder im Meßberghof), weiter rein kann man nicht, hier wird immer noch gearbeitet. → Tour 4
Schanzenviertel: Was für ein Kontrast! Im Kontorhausviertel präsentiert sich Hamburg hanseatisch, kühl und ein wenig ausgestorben, in „der Schanze“ alternativ, multikulturell und szenig - mit allem, was dazugehört: kleine Läden, Cafés, Kneipen, jede Menge Menschen und Fahrräder auf den Straßen ... Diese Eindrücke werden nur getrübt, wenn wieder einmal ein origineller Laden aufgrund der Stadtteilaufwertung schließen muss. Und am 1. Mai sollte man vielleicht nicht herkommen ... → Tour 8
Die Lange Reihe in St. Georg: St. Georg gilt an einigen Stellen als Schmuddelecke des Zentrums. Gleichzeitig schreitet auch dort die Stadtteilaufwertung voran. Ob man das nun schlecht oder gut findet: Die Lange Reihe, nicht weit von Bahnhof und Außenalster entfernt, ist mittlerweile eine der Hauptschlagadern der Stadt: schick, biolastig, kulinarisch reizvoll und regenbogenbunt. → Tour 5
Urwald und Stadtstrand
Ohlsdorfer Friedhof: Man kann sich verlieren in ihm, auf verschlungenen Wegen unterwegs sein, mit dem Rad oder dem Bus (!) durchfahren ‒ oder einfach nach den Grabstätten der vielen Prominenten suchen, die auf diesem „vögeldurchjubelten gepflegtesten Urwald der Welt“ (Wolfgang Borchert) bestattet sind. Kostenlose Broschüren für mehrere Spaziergänge gibt’s im Beratungszentrum. → Ausflüge
Der Elbstrand: In die Elbe springen muss man nicht unbedingt. Doch ein Sonnenuntergang am Elbstrand ist etwas ganz Besonderes, dazu ein Bier, dazu die Hafenkulisse. Außerdem kann man von hier bis nach Blankenese laufen. Dabei trifft man aufs minimalistische Ernst-Barlach-Haus: eine der schönsten Sammlungen, die ich während meiner Hamburg-Streifzüge gesehen habe. → Tour 7
Orientiert in Hamburg
Essen gehen
Hamburg ist eine europäische Metropole und versorgt seine Gäste mit entsprechender kulinarischer Bandbreite: vom Sternelokal bis zur Günstigbude, von Hamburger Hausmannskost bis zu veganer Küche, von Fischspeisen bis Internationaler Kochkunst, deren frankophile Tendenzen in der Elbstadt besonders munden.
Ausführliche Restaurantbeschreibungen befinden sich am Ende jeder Tour
Eine Liste aller Restaurants finden Sie hier
Hamburger Küche
Aalsuppe mit Backobst, die viel zitierten Birnen, Bohnen und Speck (Grööner Hein) oder die vom Namen her Angst machende Erbsensuppe mit Snuten un Poten (= Schnauzen und Pfoten) ‒ hinterher dann einen Köm, einen Klaren mit Kümmelgeschmack. Alles schön und gut, alles Hamburger (oder zumindest norddeutsche) Spezialitäten. Doch ganz ehrlich: Ein Lokal, in dem diese drei traditionellen Speisen (plus der spezielle Schnaps) angeboten werden, ist mir während meiner Recherchen nicht untergekommen. Dafür gibt es Lokale, auf deren Karte einzelne dieser Speisen stehen, so z. B. die schräge Oberhafen-Kantine, wo man sogar ein „Rundstück, warm“ bekommt, eine Urform des inzwischen in Hamburg so beliebten Burgers, oder der Old Commercial Room, wo es m. E. den besten Labskaus gibt.
Apropos Labskaus: Dieses Fleischgericht erlebt ebenfalls eine Renaissance und wird wieder in vielen Lokalen angeboten, bisweilen lediglich als Probierportion. Warum das so ist? Hier die Zutaten: gestampftes Pökelfleisch mit Spiegelei, Rollmops, Gewürzgurke und Rote Bete. Das kann schon schmecken, doch bisweilen brauchen Ungeübte einen stabilen Magen ...
Einfacher hat man es da mit zwei anderen Klassikern: dem Pannfisch und der Scholle Finkenwerder Art, die im Fischmarkt im Portugiesenviertel und im Süßwasser in Övelgönne oberhalb des Elbstrands sehr gut sind.
Ist man an Gourmetküche interessiert, kommt man in Hamburg ebenfalls ziemlich weit. Derzeit verdingen sich neun Sterneköche im Stadtstaat, seit 2015 gibt es endlich auch einen Meister mit drei Sternen: Kevin Fehling mit seinem Table in der HafenCity. Doch auch Christoph Rüffer, seines Zeichens Chefkoch im Vier Jahreszeiten, braucht sich mit seinen 19 Gault-Millau-Punkten nicht verstecken. Die so überaus bekannten Fernsehköche (z. B. Henssler & Henssler) schneiden dahingegen nie so gut ab. „Mainstreamküche ohne sonderliche Ambitionen“ hieß es 2016, und der Michelin verlieh keine Sterne ...
Hamburger Fastfood
Wer es bescheidener mag, findet seit eh und je in der Hansestadt ein exquisites Fischbrötchen. Dabei sollte man sich von den handelsüblichen Angeboten rund um die Landungsbrücken eher fernhalten und lieber gleich zum Fischereihafen an der Großen Elbstraße ziehen. Doch halt, an der Brücke 10 gibt es sie doch: eine ebenfalls sehr gute Fischbude, wo die Brötchen knusprig sind und das Grünzeug frisch.
Von der Wiederentdeckung des Hamburgers war schon die Rede, deshalb nur kurz: Den besten aß ich ausgerechnet im Überseequartier in der HafenCity, und zwar in der Heimat, den zweitbesten im Brooklyn Burger schräg gegenüber dem Pressehaus in der Altstadt.
Der Hype um die Currywurst ist andererseits ein wenig gewöhnungsbedürftig. Sicher, es gibt sie, bisweilen mit viel Tamtam, im Curry Queen (Altstadt), im Edelcurry (Neustadt), im Kiez Curry (St. Pauli) und im Curry Grindel (Grindelviertel). Sorry, liebe Einheimische, das können die Berliner tatsächlich besser!
5 Tipps für 5 Abende
„Nil“ - Slow Food: Nein, keine Sterneküche ist hier angesagt, doch eine exquisite, bezahlbare nach Slow-Food-Kriterien. Eine Besonderheit ist das sonntägliche „Abendbrot“, bei dem gegessen wird, „was auf den Tisch kommt“. → Tour 8
„Petit Bonheur“ - französische Küche: Wenn eine ordinäre Blutwurst „Boudin noir“ genannt wird, sollte man eigentlich auf der Hut sein. Muss man hier aber nicht. Denn ordinär ist im „Kleinen Glück“ überhaupt nichts. Das Ambiente macht glücklich, die Speisen sowieso. → Tour 3
„Das Mehl“ - die beste Pizzeria: Selbst die Margherita gibt es nicht mit To(t)maten aus den Niederlanden und Billigkäse von Kühen, die Depressionen haben. Und das war nur die langweiligste aller möglichen Varianten. → Tour 6
„Backbord“ - biologisch korrekt: Das etwas rauere Kiez-Lokal bedient die Wünsche von Veganern, Vegetariern und der Bio-Fleischfraktion in gleichem Maße. Dabei stehen auf der Karte fast ausnahmslos Klassiker bis hin zum Schnitzel mit Pommes und Salat - und das alles zu anständigen Preisen. → Tour 2
„Neni“ - sympathisches Chaos: So ein Haus hat in Hamburg bislang gefehlt. Die eklektische Küche dieser orientalischen Neueröffnung im Alten Hafenamt erinnert an die Tapas-Kultur des Mittelmeerraums, vereint arabische und afrikanische Einflüsse - und schmeckt richtig, richtig gut. → Tour 1
Orientiert in Hamburg
Ausgehen
Reeperbahn, wohin sonst? Weit gefehlt. In Hamburg gibt es sehr viele Möglichkeiten, um die Nacht zum Tag zu machen. Dabei liegen Mainstream und Subkultur gar nicht so weit auseinander. Man muss nur wissen, wohin man will.
Alle Clubs, Bars und Kneipen finden Sie nach Stadtvierteln sortiert im Kapitel Nachtleben
Theater-, Musical- und andere Bühnen werden im Kapitel Kulturleben ausführlich beschrieben.
Schanze und St. Pauli
Hamburger Ausgehprofis gehen zunächst in die Schanze und später nach St. Pauli, praktischerweise grenzt das eine Viertel ans andere. In beiden ist die Dichte an Bars, Kneipen und Clubs sehr hoch. St. Pauli hat dann noch die Nightlife-Sightseeing-Meile rund um die Reeperbahn - gemütlich einen trinken kann man dort aber nicht.
Das kann man dafür in der Schanze, z. B. im Haus 73 rechts neben der Roten Flora, wo man erste Erfahrungen mit der neuen Hamburger Craft-Beer-Szene macht. Wer dieses Erlebnis ausbauen möchte, geht auf eine gepflegte internationale Bierreise ins Alte Mädchen. In einer ähnlichen Liga, allerdings nicht mit Bier, sondern mit White Russian, spielt das Dschungel, das direkt neben einem der besten Konzertschuppen Hamburgs liegt, dem Knust. Musikalisch ebenfalls gut unterhalten wird man im Le Fonque, seit zwei Jahrzehnten eine Institution in der Schanze.
Kommen wir zu St. Pauli und zum Tanzen. Auf dem Weg dorthin streift man eine große Freifläche, das Heiligengeistfeld. Dort steht ein ehemaliger Flakturm, in dessen 4. Stock das Uebel & Gefährlich untergebracht ist: Konzerte und Partys über der Stadt, inklusive Dachterrasse. Übel können hier höchstens die immensen Menschenmassen sein ... Im Epizentrum auf der Reeperbahn hat sich der Mojo Club zum zweiten Mal einen Namen gemacht: mit Jazz in all seinen Spielarten. Direkt auf der Großen Freiheit tönt das Gruenspan, in den 70ern die erste Disco mit Lasertechnik, heute Club und Konzerthaus in einem. Falls es eher ein Cocktail in wesentlich gediegener Atmosphäre mit einem fantastischen Nachtblick auf das erleuchtete Hafengelände sein soll: Im 20up wird man glücklich, ganz bestimmt.
Portugiesisches Viertel
Alles andere als ein Geheimtipp, aber für Hamburg-Novizen auf jeden Fall eine Erwähnung wert - zumindest für die, die Essen und Ausgehen soft ineinanderfließen lassen wollen. Das Mini-Viertel liegt im Rücken der Landungsbrücken und hat seinen Namen von den vielen Einwanderern, die sich hier in den 70er-Jahren angesiedelt und ihre Restaurant- und Kneipenkultur mitgebracht haben. Deswegen kann man vorzüglich plaudern und picheln und essen, vorzugsweise Rotwein zu einem Fischgericht. Im Sommer ist das besonders schön, wenn man alles zusammen draußen auf den Straßenterrassen tun kann - vorausgesetzt, das Hamburger Wetter macht mal auf Portugiesisch.
Ottensen
Das Gassengewirr Ottensens ist nicht nur tagsüber wunderbar. Schrille Nightlife-Brüller gibt’s hier zwar nicht - aber das kann ja auch ganz angenehm sein. Schön ist’s z. B. in der heimeligen Reh Bar direkt auf der Ottensener Hauptstraße. Gut gefallen hat es mir auch in der Gazoline Bar mit ihrem Rundtresen und der lässigen Musik nur einen Katzensprung entfernt. Eine Berühmtheit über Hamburgs Grenzen hinaus hat Ottensen sogar auch: die Fabrik, ein Kulturzentrum mit prallem Konzertprogramm und 1971 das erste seiner Art im Zuge der 68er-Bewegung.
5 Tipps für 5 Abende
„Le Lion“: Meine Lieblingsbar, wenn ich in Hamburg bin und es ein bisschen gediegener, exklusiver und mondäner haben möchte. Man geht nicht hinein, man wird hereingebeten. Man hängt seine Jacke nicht auf, man gibt sie ab. Man bestellt nicht einfach, man wird beraten. Klar, das alles hat seinen Preis. Doch wann ist man schon einmal in einer der fünf besten Bars der Welt?
„Frau Hedis Tanzcafé“: Hierbei handelt es sich um einen „ächt originaal“ Hamburgtipp, genauer gesagt um ein Ausflugsboot, das über die Elbe schippert, während Laune machende Bands und DJs aufspielen. Hafenrundfahrt mal ganz anders.
„Hansa-Varieté-Theater“: Die legendäre Bühne am Steindamm, auf der schon die Comedian Harmonists und Josephine Baker standen, unterhält Besucher auch heute noch ganz ausgezeichnet mit Zauberern, Jongleuren, Artisten und Puppenkünstlern. Sicher, ein wenig Zirkus, ein wenig Show muss man mögen ...
„Abaton“: Noch eine Traditions-Location, die absolut besuchenswert ist: Das Programmkino im Grindelviertel war 1970 eines der ersten Programmkinos der Republik. Seitdem erhält es immer wieder Auszeichnungen für sein mainstreamfernes Programm.
Elbstrand: Bliebe zum Schluss noch eine absolute Low-Budget-Unternehmung: der Elbstrand in Övelgönne. Nette Leute, Rotwein oder ein, zwei Biere mitnehmen, sich die vorbeifahrenden Schiffe anschauen und „Hamburger Nightlife native“ ohne jeden Geschmacksverstärker genießen.
Orientiert in Hamburg
Shopping
In Hamburg gibt es alles: von Secondhand bis Louis Vuitton, von Aal bis Orientteppich. Man kann mühelos seine Kreditkarte leerkaufen, z. B. beim Passagenhopping in der Neustadt, der Shoppinggegend schlechthin. Aber auch an kleinen, individuellen Läden herrscht kein Mangel in der großen Hansestadt.
Ausführliche Beschreibungen einzelner Einkaufsmöglichkeiten in den Vierteln befinden sich am Ende jeder Tour.
Shoppen in der City
Hamburgs Shopping-City beginnt direkt vor dem Hauptbahnhof. Von hier starten die beiden großen, parallel verlaufenden Einkaufsstraßen der Stadt, die Mönckebergstraße (kurz „Mö“) und die Spitalerstraße, die am Mönckebergbrunnen zusammenlaufen.
Mönckeberg- und Spitalerstraße: Beide Straßen bieten das übliche Programm mit den Kaufhäusern der bekannten Marken (Karstadt, Galeria Kaufhof, Saturn ...) und sind in dieser Hinsicht ganz durchschnittliche großstädtische Shoppingmeilen. Weniger durchschnittlich ist ihr Outfit, insbesondere das der Mönckebergstraße. Sie wurde Anfang des 20. Jh. als Hamburgs Vorzeigemeile errichtet und mit repräsentativen Gebäuden für die großen Hamburger Firmen und Warenhäuser bestückt. Eines der bekanntesten ist das Levantehaus, das einst Firmensitz großer Hamburger Reedereien war und Mitte der 1990er-Jahre in eine Einkaufspassage umgewandelt worden ist. → Tour 4
Passagen: Die Hamburger City ist in Sachen Passagen hervorragend aufgestellt, richtig ernst macht sie damit allerdings erst ein paar Hundert Meter nördlich der Mönckebergstraße: in der Neustadt zwischen Neuem Wall, Hoher Bleichen und dem Gänsemarkt. Hier gibt’s sieben Passagen, wer will, kann sich also bei noch so Hamburger Schmuddelwetter ohne Regenschirm einen ganzen Tag von einer überdachten Ladenzeile zur nächsten shoppen. Guter Startpunkt für die Rennstrecke ist der Jungfernstieg: Von dort einfach in die Große Bleichen einbiegen. Wer dann noch Kraft hat, könnte in der Altstadt weitermachen: in der Europa Passage am Ballindamm und im schon genannten Levantehaus. → Tour 3
Neuer Wall: Wer schauen will, wo man noch mehr Geld loswerden könnte, lässt die Passagen links liegen und geht vom Jungfernstieg gleich in den Neuen Wall. Der verläuft parallel zur Großen Bleichen und gehört zu den zehn luxuriösesten Einkaufsstraßen Europas. Dominiert wird er von den Geschäften der internationalen Modelabels, hinzu kommen exklusive Hamburger Traditionsunternehmen und ausgesuchte Anbieter edlen Geschmeides. Eins haben die im Neuen Wall angebotenen Artikel aber gemeinsam: Sie bewegen sich allesamt im Preissegment Mond. → Tour 3
Shoppen in den Vierteln
Wer’s kleiner, individueller, nicht so markenlastig und weniger mondpreisig haben mag, schaut sich in den Stadtvierteln abseits der City um. Vier davon eignen sich ganz besonders:
St. Pauli: Im bekanntesten Hamburger Viertel kann man vor allem in der Gegend um die Paul-Roosen- und die Clemens-Schultz-Straße schön einkaufsbummeln. Dort gibt’s z. B. den sympathischen Comicladen Strips & Stories, den kunst kiosk mit selbst gemachten Accessoires von Hamburger Künstlern oder das kantasou, wo lässige, in der eigenen Manufaktur gefertigte Streetwear angeboten wird. Dass man sich in St. Pauli auch mit allerlei Merkwürdigkeiten fürs körperliche Wohlbefinden (und dessen striktes Gegenteil) eindecken kann, muss nicht weiter ausgeführt werden. → Tour 2
Karolinenviertel: Die Schanze leidet unter dem Virus Gentrifizierung, weswegen man inzwischen in der Marktstraße im sich östlich anschließenden „Karoviertel“ die spannenderen Entdeckungen macht. Im Gegensatz zur Susannenstraße und zum Schulterblatt in der Schanze (wo es natürlich auch Secondhandsachen und hippe Mode gibt), sind im Hot Dogs noch originalverpackte Vintage-Klamotten zu haben, von den Inhabern ergattert nach einer Ladenauflösung. Das Gegenkonzept ist der Herr von Eden mit höchst edlen Stoffen, falls Sie gerade eine neue und gut bezahlte Stelle anfangen. Wieder konträr, wie generell in dieser Mini-Hauptschlagader dieses Mini-Quartiers, ist das Lockengelöt: Dort wird gekonnt recycelt, was noch niet- und nagelfest ist. → Tour 8
St. Georg: Hier haben vor allem die Lange Reihe und ihre Seitenstraßen etwas zu bieten. Besonders schön ist die Koppel 66, ehemals Sitz einer Maschinenfabrik und heute ein „Haus für Kunst & Handwerk“. Dort wird in allerlei Ateliers Kreatives gebastelt und direkt zum Kauf angeboten: handgefertigte Schuhe, Schmuck, Hüte und so fort. → Tour 5
Ottensen: In Ottensen sind im Prinzip überall nette, kleine Läden zu finden, darunter z. B. Retube, wo handgefertigte Taschen aus dem „Rohmaterial“ Schlauch hergestellt und verkauft werden. Hübsch ist Hamburgs kleinstes Kaufhaus: gerade mal 80 m2 Fläche, komplett vollgestopft mit Sachen, die man von ganz, ganz früher aus Omas Wohnzimmer kennt. → Tour 6
Wege durch Hamburg
Hamburg am Wasser
Tour 1
Das authentische Hamburg ist das Hamburg der Häfen. Keine andere Stadt der Republik hat ihre Kaikanten so selbstverständlich ins Stadtbild eingebunden. Nirgendwo sonst ist der Ausblick spannender: vorausgesetzt, man mag diese Armada aus Stahltieren, die sich einprägsam am Horizont abzeichnet.
Alter Elbtunnel, einmal die Elbe unterqueren
Speicherstadt, Hamburgs „Venedig“ mit viel Backsteinromantik
HafenCity, hypermodern, fast spacig, eines der größten Neubauprojekte Europas
Plaza der Elbphilharmonie, Hamburgs neuer Ausguck
Internationales Maritimes Museum, auf neun Stockwerken, umstritten, aber unbedingt sehenswert
Von den Landungsbrücken zur HafenCity
Der Hafen
Die Tour beginnt an den St.-Pauli-Landungsbrücken, die man am besten mit der U 3 ansteuert. Denn - verkehrte Welt - im Gegensatz zur S-Bahn ist die U-Bahn in diesem Abschnitt oberirdisch. Wenn man aus dem dunklen Tunnel der Station Rödingsmarkt herausfährt, haut einen der Panoramablick auf die Speicherstadt und die HafenCity und natürlich den Hafen mit seinen Kränen und Docks fast um. Wer will, kann schließlich noch auf den Stintfang bei den Landungsbrücken „hinaufklettern“ (Treppe rechts, wenn man aus der Station kommt) und das Komplettpanorama erhöht genießen - die wichtigsten Spotlights auf einen Blick sozusagen. Dort befindet sich auch Deutschlands nördlichster und sicherlich kleinster Weinberg, dessen in Flaschen gekelterter Ertrag an besonders honorige Gäste des Stadtstaates verschenkt wird.
Die Landungsbrücken selbst sind Verkehrsknotenpunkt und Touristenmeile in einem. Man kann hier allen möglichen maritimen und nichtmaritimen Schnickschnack kaufen und man kann in eine der Barkassen steigen, die zur Rundfahrt durch den Hafen starten. Der verfügt über knapp 300 Liegeplätze allein für Seeschiffe, verzeichnet alljährlich knapp 10.000 Schiffsankünfte und nimmt alles in allem etwa ein Zehntel der Gesamtfläche Hamburgs ein. Kernstück sind die vier Containerterminals, mit denen der Hafen sein Hauptgeschäft macht. 2007, zu Beginn der Weltwirtschaftskrise, wurden hier unglaubliche 9,8 Mio. Standardcontainer verfrachtet. Bislang konnte dieses hohe Niveau - nach einem zwischenzeitlichen Rückgang um knapp 30 % im Jahr 2009 - nicht mehr erreicht werden, was auch mit einem fundamentalen „Geburtsfehler“ des Hamburger Hafens zu tun hat: Hamburg liegt nicht an der Nordseeküste, sein Seehafen ist auf den Zubringer Elbe angewiesen und die ist leider nicht breit und tief genug für die immer größeren Containerschiffe, die sich die Wirtschaftswelt leistet. Ob das nicht neue Problem mit den (zu) großen Schiffen (aus China) bis 2018 durch die dann neunte Elbvertiefung gelöst werden kann, ist derzeit nicht sicher. Das umstrittene Vorhaben, das die Artenvielfalt gefährdet und die Verschlickung der Elbe fördert, hat bereits Umweltverbände auf den Plan gerufen, die den Beginn der Baggerarbeiten durch eine einstweilige Anordnung stoppten. Selbst die Kosten scheinen wieder einmal zu wuchern: Man rechnet mit dreistelligen Millionensummen, geplant war wesentlich weniger - die Elbphilharmonie lässt grüßen. Und noch etwas soll nicht verschwiegen werden: Unlängst bezeichnete ZEIT ONLINE den Hamburger Hafen als „Oase der Freizügigkeit“. Warum? Weil dort - im Gegensatz zu Bremen - auch Uranerz-Konzentrate und Brennstäbe für Atomkraftwerke transportiert werden dürfen.
Von den Landungsbrücken geht es mit kleinen Umwegen (die Hafenpromenade wird bis 2018 modernisiert) elbaufwärts zu einer der größten Attraktionen des Hafengeländes oder sogar Hamburgs schlechthin, der Speicherstadt. Dieser größte, auf Eichenpfählen gebaute Lagerhauskom-plex der Welt entstand ab 1885 auf den Elbinseln Kehrwieder und Wandrahm - nicht ohne städtebauliche Gewaltakte mit üblen Folgen für die dort lebenden Menschen, deren Wohnviertel dem Abrissbagger zum Opfer fiel.
Der Grund für die gigantische Baumaßnahme Speicherstadt war zollrechtlicher Natur: Bei der Reichsgründung von 1871 war Hamburg noch außerhalb des einheitlichen Zollgebietes geblieben, sodass Importware im gesamten Stadtgebiet zunächst zollfrei gelagert und weiterverarbeitet werden konnte. Politisch war dieser Sonderstatus selbst auf mittlere Sicht nicht haltbar und so einigte sich die Hamburger Bürgerschaft mit Vertretern des Reiches schon bald auf einen Kompromiss: prinzipieller Beitritt zum Zollgebiet des Deutschen Reiches bei gleichzeitiger Einrichtung einer fest umgrenzten Freihandelszone, eben der Speicherstadt. Eingeweiht wurde das Freihafenareal 1888 standesgemäß von Kaiser Wilhelm II. In vollem Umfang fertig war es aber erst 1927, als sich des Kaisers berufliche Karriere bereits so entwickelt hatte, dass ihn niemand mehr fragte, wenn irgendwo irgendetwas einzuweihen war.
Gebaut wurden die Lagerhäuser in neugotischer Backsteinarchitektur. Jedes von ihnen hat auf einer Seite direkten Zugang zu einem der sechs Wasserläufe, den sog. Fleeten, von denen das Areal durchzogen ist. Die Waren - darunter Hochwertiges wie Kaffee, Tee, Kakao, Gewürze und Tabak - konnten so mit kleinen Barkassen bequem angeliefert und abtransportiert werden.
Heute hat die Speicherstadt ihre ursprüngliche Funktion weitgehend eingebüßt, außer Teppichen wird hier kaum mehr Ware gelagert. Die jedoch in rauen Mengen: Rund ein Drittel aller Orientteppiche des Planeten soll hier versammelt sein, wobei diese Einschätzung kritisch zu sehen ist. Von den etwa 200 Teppichfirmen sind 2017 nur noch ungefähr 50 Händler übrig. Der Gesamtwert der Auslegware beläuft sich dennoch auf etwa 200 Mio. Euro. In den offenen Speichern (z. B. in denen Am Sandtorkai oder Am Brook) kann man schauen, ob etwas Passendes fürs Wohnzimmer dabei ist.
Aber auch wer gerade keinen Teppich braucht, sollte die seit 1991 unter Denkmalschutz stehende und sogar als UNESCO-Welterbe ausgezeichnete Speicherstadt mit ins Programm nehmen. Zum einen ist die Backsteinarchitektur schlicht hübsch anzuschauen, zum anderen hat die Speicherstadt mittlerweile eine zweite Karriere als Museums- und Ausstellungsmeile hingelegt: Sieben Häuser sind hier zu besichtigen, darunter das unbedingt sehenswerte Deutsche Zollmuseum, der betörende „Dialog im Dunkeln“ und das faszinierende Internationale Maritime Museum, das im ehemaligen Kaispeicher B untergebracht ist.
Die dritte Etappe des Spaziergangs führt in ein städtebauliches Megaprojekt der Moderne: in die HafenCity, die unmittelbar südlich an die Speicherstadt anschließt. Auf dem 157 ha großen Gelände mit einer Nutzfläche von 2,3 Mio. m² entsteht in insgesamt zehn Quartieren eine kombinierte Wohn-, Gewerbe- und Kulturlandschaft, in der bis 2030 an die 7000 Wohnungen und Raum für 45.000 Arbeitsplätze zur Verfügung stehen sollen. Weite Teile der weltraummäßig anmutenden Architektur, die so manch einen Hamburger auf eine harte Probe stellt, sind bereits fertig, anderes befindet sich im Bau oder noch in der Planung. Darunter auch das Vorzeigeprojekt schlechthin: die Elbphilharmonie, deren Baukosten etwa ebenso oft explodiert sind, wie man ihre Eröffnung verschieben musste. Schlussendlich konnte man sich auf eine Pauschale von 789 Mio. Euro einigen; die lang ersehnte Eröffnung ist für den 11. Januar 2017 angesetzt.