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Aria Sees

Unter den Augen Amgas

In der Seele eine Wenetra





BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

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Unter den Augen Amgas

Aria Sees

 

 

 

 

 

Unter den Augen

Amgas

 

 

 

In der Seele eine Wenetra

 

 

Widmung

 

 

 

 

 

Danke Mama

Für Deinen Glauben, Deine Stärke

und Deine Kraft, wodurch wir Kinder gelernt haben,

immer wieder aufzustehen und die Krone zu richten.

Ich hab Dich lieb ♥

 

 

Prolog

 

Prolog

 

 

Schreie gellten aus der unterirdischen Höhle, bahnten sich einen Weg durch die von Fackeln erhellten Tunnelgänge und kamen als süßer Schmerz bei Nag Mahvan an. Seine Augen entspannt geschlossen, strich er mit der rauen Zunge über die Schärfe seiner Zähne und als ob er den Schmerz inhalieren könnte, sog er die Süße durch seine Nase ein. Eine pulsierende Erregung durchzog seinen Körper, als er das ihn umschmeichelnde Leiden in vollen Zügen genoss.

Wimmern folgte einem letzten Aufschrei und ein Weinen, welches jeder Mutter das Herz zerrissen hätte, überdeckte den erstickenden Laut des Schmerzes. Zufrieden musterte Nag Mahvan die Vergessene, die sich in der heißen Quelle rekelte. Er trat in das dampfende Wasser ein und ignorierte das Geschrei des eben geborenen Lebens, das auf die Kammer zukam. Nah vor der Gefangenen kam er zum Stehen, packte ihre üppige Taille und zog die nackte Weiblichkeit heroisch zu sich heran.

Seine prankenhafte Hand stützte ihren Rücken und zwang sie hautnah an sich, während er nicht einen Moment auf ihre Flügel Rücksicht nahm. Ihre Nervosität blieb ihm nicht verborgen, doch er zögerte nicht, presste seine schwarzen Lippen auf die ihren und drang mit seiner Zunge tief in ihren Mund ein.

Sie seufzte zittrig, während sein Fordern ihr den Atem raubte. Bestimmend schob er seine Hände über ihren Bauch und tauchte in die Feuchtigkeit ihrer Scham ein. Grob vergrub er die Finger im wollüstigen Fleisch der Schenkel und spreizte ihre Beine weit.

„Sir“, erklang eine leise Stimme hinter ihm und mit dieser das Weinen des Kindes. Ein blauer Schimmer schmückte die dunkelgrauen Wangen der Frau, die das blutverschmierte Neugeborene in ihren Händen hielt.

Ohne von dem Akt abzulassen, antwortete er, „Sprich, aber halte dich kurz.“

Nag Mahvan umgriff fest das Becken seiner Gespielin, bevor er ohne Vorwarnung in sie eindrang.

Sie keuchte auf.

„Sir, es ist ein Mädchen und sie ist gesund. Wollt Ihr sie sehen?“, hauchte die Frau, sichtlich nervös.

„Wozu sollte das gut sein? Sie dient ohnehin nur als Mittel zum Zweck. Schafft sie mir aus den Augen. Es wird sich bestimmt eine willige Amme finden.“

Dieses Geschöpf ekelte ihn an. - Von ihm erschaffen und doch nicht rein.

„Aber Sir, wer sollte sich ihrer annehmen?“ Die Frau runzelte die Stirn und schaute verwirrt auf das Kind hinab.

„Servil!“ Eine hagere von Demut gezeichnete Gestalt trat aus dem schattenhaften Dunkel der Wände hervor.

„Begleite sie zu Ardere und sorge dafür, dass sie weiß, dass ich diese Misere lebendig und unversehrt brauche.“

Servil nickte bestätigend, „Was soll mit der Waldfrau geschehen?“

„Benutzt die Wenetra“, antwortete er, während er mit einem todbringenden Lächeln seinem Spielzeug in die Augen sah.

„Frönt euren Gelüsten, doch werft sie ins Feuer, sobald ihr mit ihr fertig seid.“

Servil verbeugte sich vor seinem Herrn und wies die Frau an ihm zu folgen.

Den Blick gesenkt wandte sie sich wortlos um und schritt aus der Höhle hinter dem Getreuen her, während der Schauder ihr den Rücken hochkroch.

 

 

***

 

Vertieft in die Erinnerung an den grünen, flügellosen Körper, den er in jener Nacht beschmutzt und systematisch zerstört hatte, ließ ihn das Hier und Jetzt in seiner Lust vollends aufgehen. Amüsiert von dem entsetzten Gesichtsausdruck ihm gegenüber, packte er grob die Bögen ihrer Schwingen, drängte abermals seine pulsierende Männlichkeit hart und heftig zwischen ihre geschwollenen Lippen, während knackend die Gliedmaßen ihrer Flügel brachen. Gepeinigt kreischte sie schrill, weshalb ein dunkles Grollen seine Kehle verließ.

In seinen Ohren klang der gebrochene Schrei der Wenetra nach, in dem er sich vor geraumer Zeit ergoss. Genauso, wie er es derzeit in ihrem Winseln und Flehen tat.

Seither war die dritte Vereinigung der zwei Monde vergangen und er hatte in sein Opfer verdorbenes Leben eingepflanzt. Leben, das er brauchte, um Leben zu nehmen. Leben, das ihm ermöglichte sich an den Qualen der Mischwesen und derer Verbündeten zu laben und sie alle unter seiner Herrschaft zu begraben.

Er konnte die Empfänglichkeit aus jeder Pore ihrer Haut riechen, ebenso wie er ihre Angst und Scham riechen konnte, die sie hinter ihrem Stolz zu verbergen versuchte.

Der damalige Akt war reines, pures Vergnügen, einmaliges Vergnügen. Und doch hatte er sich nie mächtiger gefühlt, als in jenem Moment, da er die Wenetra schändete. Seitdem empfand er nicht annähernd so viel Freude bei einem Weib seinesgleichen. Auch dieses Fleisch war für ihn nur eine leere Hülle, dessen Kopf bereits ohnmächtig an seiner Schulter lehnte und langsam an seiner nackten Brust hinab in das heiße Wasser glitt.

Noch bevor sie im welligen Dunkel verschwand, umfasste er ihren Hals und schlang seinen Arm um ihre Taille. Mit festem Griff presste er den erschlafften Körper abermals an sich, betrachtete das vom Schmerz verzerrte Gesicht und gab ihr einen letzten, ausladenden Kuss auf ihre noch warmen, bewegungslosen Lippen.

Ein Lufthauch entwich dem leicht geöffneten Mund, kurz bevor die Lider aufflatterten. Doch ehe sie wieder zu Bewusstsein kommen konnte, schob er ihren Leib tief in das Nass der Quelle. Es wäre ein Leichtes gewesen zuzudrücken und ihr somit die Luftzufuhr abzuschneiden, jedoch erhielt er durch den Automatismus ihres Körpers nicht dasselbe Hochgefühl.

Nein.

Er wollte ihr Sterben fühlen. Er wollte den Nachhall des Todes durch all seine Nerven strömen lassen. Also hielt er ihren Hals unter Wasser einfach nur fest, drückte seinen Handballen auf ihr Schlüsselbein und wartete.

Nag Mahvan wartete darauf, dass ihr Organismus erkannte, dass sie ertrank.

Er schloss die Augen und nur einen Wimpernschlag später spürte er, wie ihre Lunge auf das Befüllen reagierte. Genugtuung breitete sich aus, als sich der feine Knorpel ihres Kehlkopfes hektisch auf und ab bewegte, sie hart schluckte und ihm klar wurde, dass sie bewusst wahrnahm, was passierte. Sie trat mit ihren Beinen um sich und versuchte mit letzter Kraft, die Hand von ihrem Hals zu lösen.

Vergebens.

Ihre Lungenflügel gierten verzweifelt nach den Gasen, die das unterirdische Reich durchfluteten und wurden stattdessen weiterhin mit dem Wasser der Quelle gefüllt. Er konnte die Verzweiflung förmlich greifen und ein schier endloser Genuss durchströmte ihn, kurz bevor der Tod das Leben in Form von Luftblasen aus ihren Atemwegen riss.

Die Luftblasen stiegen nach und nach auf und sammelten sich auf der trüben, unruhigen Wasseroberfläche. Sie gab den Kampf ums Überleben auf und verlor den Faden des Lebens mit dem Erschlaffen ihres Körpers.

Er sackte ab.

Wertlos entließ Nag Mahvan die Vergessene und nahm Abstand von der reglosen Hülle, die hinauf zur Oberfläche trieb. Zufrieden lehnte er sich an das Mineralgestein der Quelle zurück, stützte sich mit den Ellenbogen auf und legte seinen Kopf in den Nacken.

Lautlos betrat Servil den Raum und räusperte sich, „Das Kind ist bei Ardere weniger gut aufgenommen worden. Sie ist außer sich vor Wut“.

Ein überhebliches Grinsen breitete sich auf Nag Mahvans Gesicht aus.

„Nun ja, ich habe nichts anderes von meiner Gemahlin erwartet.“

„Sir?“, fragend sah Servil ihn an, „Was erhofft ihr euch durch dieses Geschöpf?“

Nag Mahvan erhob sich aus der Quelle, dabei öffnete er seine flammendroten Flügel, von denen das Wasser über die schwarze Umrandung bis hin zu den Spitzen abperlte.

Mit einer bedrohlichen Dominanz schritt er auf Servil zu, während er ihn aus seinen teersandschwarzen Augen anfunkelte.

„Wir werden das Ungleichgewicht auf Amga wiederherstellen. Wir werden uns die Reinheit durch ihre Unreinheit zurückholen.“

Skepsis und Verwirrung zeichneten sich auf Servils Miene ab und viele Fragen lagen ihm auf der Zunge. Doch Nag Mahvan ermahnte ihn mit einer Geste zu schweigen und fuhr fort. „Sie ist genau das, was wir brauchen. Ein Mischwesen, ein Mischwesen aus Nafga und Wenetra.“

Den Kopf leicht gesenkt schritt er nachdenklich auf und ab, die poröse Beschaffenheit des Untergrundes knackte unter seinen Füssen.

„Sie wird zu einer Kämpferin in unseren Reihen ausgebildet. Sie wird sich für eine Nafga halten und wir werden sie in dem Glauben lassen.“

Stirnrunzelnd musterte Servil seinen Herrn. „Wollt ihr die Hybride zu unseresgleichen machen?“

Wut zeichnete sich auf Nag Mahvans Gesicht ab, er biss die Zähne aufeinander, bis sie knirschten. Von dessen Zorn getragen, loderten die Feuerzungen der Fackeln unruhig auf und warfen tanzende Schatten an die sandverkrusteten Wände. Sie erstickten zischend, dem Herrscher der Vulkanlanden ergeben, während nur eine einzige Lohe beugend verblieb, um den Raum schemenhaft zu erhellen. Feine Rauchfäden durchzogen schleichend die Luft und folgten wispernd der Aufforderung ihres Meisters. Als ob Nag Mahvan die rußigen Partikel einatmen würde, drang der graue Schleier in seine Augäpfel ein, während er sich ohne ersichtliche Regung zu Servil umwandte. Servil zuckte, angesichts der lodernden Feuersbrunst in den Pupillen seines Herrn, zusammen.

Abrupt packte Nag Mahvan Servils Hals und zischte erzürnt, „Ich werde sie lehren Respekt vor mir zu haben, wie du ihn haben solltest.“

Er drückte kurz und kräftig zu und entließ Servil anschließend in einer wegwerfenden Bewegung. Dieser schluckte hart, rieb sich seinen Hals bis hin zum Kiefer.

„Wir werden durch sie Einlass erhalten, Einlass in die Zufluchtsstätten. Zerstörerisch werden wir in ihren Reihen wüten und alles Leben auslöschen!“, schmetterte Nag Mahvan ihm entgegen.

„Sir,“, Servil schritt nervös zurück, „aber vielleicht solltet Ihr mit den übrigen Völkern ein Bündnis wagen, um die Wenetra auszugrenzen. Das Kind ist nicht von reiner Natur. Sie würde dafür sorgen, dass… .“

Wütend unterbrach Nag Mahvan seinen Untertänigen. „Ein Bündnis? Wo waren die Kargon, als die Wenetra ihre Schuld begleichen sollten? Wo waren die Warkrow, die Eskim und die Lewedes, als wir gegen die Wenetra ins Feld zogen?“

Servil runzelte ratlos die Stirn. „Sir, ich verstehe euren Zorn, jedoch bedenkt,… für drei Leben habt ihr ein Blutbad hinterlassen, ein Blutbad für euren eigenen Rachefeldzug.“ Servil hatte sich schleichend an der Wand entlang von Nag Mahvan entfernt und wartete auf eine Reaktion seines Herrn. Doch die Gelassenheit die jener ausstrahlte, ließ ihn nicht hinter dessen Fassade spähen.

„Das Volk der Nafga hat keine Verpflichtungen gegenüber Verrätern. Jeder der sich für die Wenetra einsetzt und sich uns in den Weg stellt, ist des Todes. Auch diese Kreatur wird einmal sterben.

Wir werden sie alle auslöschen, Servil!

Alle!“

 

 

***

 

Nag Mahvan war sehr wohl klar, dass es Geduld bedarf, Geduld und Zeit. Aber dafür würde er sich Zeit lassen und es, wenn es soweit war, in vollen Zügen genießen.

In jedem Todesschrei würde er schwelgen, ihn in sich einsaugen und die köstliche Furcht verzehren. Viele Monde würden vergehen, bis er die wüste Zerstörung und das brennende Leiden genießen könnte, welches die verdorbene Brut ihm bescheren würde.

 

 

Kapitel 1

 

Kapitel 1

 

 

Zweihunderteinundvierzig verschmolzene Monde später…

 

Keuchend saß sie am Abhang.

Der kalte Wind blies ihr um die Ohren, die sich mittlerweile taub anfühlten. Ihre Flügel hatten ihr den Dienst versagt und hingen nur noch schlaff herunter. Einen langen Weg hatte sie hinter sich gelassen und sie überflog problemlos die Hälfte der Gebirgszüge, die sich ehrfurchtgebietend inmitten Amgas erhoben. Doch allmählich schwanden die Kräfte ihrer Schwingen und sie musste den Weg ohne die Hilfe ihrer beiden tragenden Freunde bestreiten. Dicht drängte sie sich an die zerklüftete Wand des Berges, dabei lösten sich vereinzelnde Kiesel vom Rand des Felsvorsprunges und rieselten klackend den Abgrund hinab.

Die Aussicht auf dieser Anhöhe eröffnete ihr den Blick auf die Gebirgskämme, die in der nivalen Höhe mit einer dünnen Schicht Schnee bedeckt waren. Auch den breiten Fluss Innes konnte sie von hier aus sehen, der sich an den Gebirgswänden und dem Wurzelwerk der Nadelbäume rieb, sich durch das Inyan-Gebirge schlängelte und in mehreren Ausläufern einen Weg durch die Arbaro-Wälder suchte.

Die Kraftlosigkeit hatte sich in Erschöpfung gewandelt, weshalb die Muskeln und Sehnen ihrer Flügel erzitterten, als sie vorsichtig versuchte ihre Schwingen anzuheben. Ergeben sanken sie, dabei hinterließen sie ein durchgehendes Ziehen von ihren Schulterpartien bis ins Mark. Sie atmete schwer und zittrig in ihre Brust hinein, als die Schmerzen sie verließen.

Doch es gab kein Zurück mehr und Aufgeben kam für sie nicht infrage. Sie wusste, sie musste weiter hinauf. Also schluckte sie die kalte, trockene Bergluft hinunter, drückte ihren Rücken die felsige Wand hoch, wobei sie jeden Knochen in ihrem aufgezehrten Körper spürte. Zaghaft drehte sie sich auf der schmalen Fläche um und wandte sich der Gebirgswand zu. Ein gequälter Laut entwich ihrer Kehle, als sich die scharfen Krallen aus ihren Fingerspitzen schoben und in das zerklüftete Gestein hineingruben. Gemartert sanken ihre Lider. Sie setzte ihre zweite Hand etwas höher auf und noch bevor sie ihre pfeilscharfen Nägel ausfuhr, hoffte sie, dass sie bald jemand fand, denn eines wusste sie. - So wollte sie nicht sterben.

 

 

***

 

Koa hielt sich vor Lachen den Bauch. „Und dann hat Briem dich einfach geküsst?“

„Haha, sehr witzig“, knurrte Sahira, während sie einen langen, kaum zu umfassenden Ast vom erdigen Waldboden aufhob, um mit diesem nach Koa auszuholen. Koa ging einen Schritt zurück, duckte sich und wich dem ihm entgegenkommenden Stock aus.

„Nein, natürlich nicht. Ich bin vorher zurückgewichen und musste beobachten, wie Briem mir schmatzend seine grünen Lippen entgegenstreckte.“ Angewidert verzogen sich ihre Mundwinkel.

„Wie jetzt?“, kam ein Räuspern hinter ihr hervor. Sahira wandte ihren Kopf in die Richtung der Stimme und schenkte ihm ein Lächeln.

„Sorry, Féin. Ausnahmen bestätigen die Regel, aber ich steh nun mal nicht auf grüne schmatzende Typen.“

Koa ergriff die Gelegenheit, lief geduckt los und warf sich Sahira über seine Schulter.

„Yeaaah, gewonnen, gewonnen“, tanzte er mit ihr, während ihr langes, blondes Haar durch das Gestrüpp des Waldrandes fuhr.

Ihm den Triumph nicht gönnend nutzte sie seine Leichtsinnigkeit aus. Sie umfasste das Gehölz mit beiden Händen und traf ihn mit einem kräftigen Schlag auf die Wade. Der Schmerz zwang ihn stöhnend in die Knie. Sahira rutschte von seiner Schulter und drückte ihn rücklings zu Boden. Drehend vergrub sie ihre Knie in seinen Armbeugen, was ihm ein Stöhnen entlockte und setzte sich aufrecht auf seinen Bauch. Sogleich schwang sie den Stock hinter sich, direkt zwischen seine Beine. Klopfend traf er auf dem Waldboden auf.

„Puh, das war knapp.“ Koa stieß erleichtert Luft aus, konnte sich jedoch ein Grinsen nicht verkneifen.

„Und nun, da du gewonnen hast, hätte ich gerne einen Kuss von dir.“

„Moment mal, … eigentlich sollte ich doch den Preis erhalten.“

Koas Grinsen wurde breiter. „Ja, klar … sag ich doch.“

Féin hatte sich mittlerweile mit verschränkten Armen vor der Brust an einen Baum gelehnt, begutachtete das Spektakel und wunderte sich kopfschüttelnd darüber, dass die beiden noch immer kein Paar waren.

„Blöder arroganter Idiot, hast wohl nicht zugehört …. Grün steht mir nicht.“ Sie boxte ihn auf die Brust und bemerkte sein auf und ab wippendes Muskelspiel.

„Schließ einfach deine Augen und stell dir vor ich bin blau, grau oder wie es dir beliebt, dann passt das schon.“ Verwegen zuckten Koas Brauen. Mit einem Ruck kam er hoch, umklammerte Sahira und rollte mit ihr sandaufwirbelnd aus dem Wald auf die Blumenwiese.

Ausgelassenes Gelächter hallte aus ihren Mündern. Auch Féin konnte nicht verhindern, dass sich seine Lippen zu einem Lächeln kräuselten.

Beschwingt von der Leichtigkeit und dem Lachen um ihn herum, ging er aus dem Wald auf die beiden zu. Sein Blick schweifte über das Wildblumenfeld, das sich über das gesamte Tal erstreckte und am Fuße des Inyan-Gebirges endete.

 

 

***

 

Ihre rechte Hand umfasste den Rand des Bergplateaus, während ihr Atem Wolken aus Sauerstoff freigab. In kräftigen Zügen inhalierte sie die dünne Bergluft, aus der ihre Lunge das lebensnotwendige Kohlendioxid filterte. Mit angespannten Sehnen zog sie sich über das kantige Gestein. Schweratmend setzte sie sich auf, legte ihre nachtschwarzen Flügel um sich und rieb sich die bibbernde Haut.

Wenn sie schon nicht an dem geringen Kohlenstoffdioxidgehalt sterben würde, würde sie sicherlich bald erfrieren. Kälte lag ihrem Wesen nicht, tötete sie auf Dauer sogar. Sie ließ die Lider sinken und atmete einmal tief durch. Langsam entspannte sich ihr Geist, während sich ihre Gedanken in die wärmenden Wogen der Vulkanlanden schlichen.

Sehnsuchtsvoll gierte ihr Körper nach den heißen Strömen des flüssigen Magmas und der zähflüssigen Lava, die am Rücken des Sumendis hinabglitt und sich in dicken, dampfenden Rauchschwaden zischend in die Kühle des Samudras ergoss.

Sie gedachte dem Geysir Yuval, dessen machtvolle Fontäne schwallartig das hitzige Wasser dem Himmel emporhob, um anschließend in tausenden Tränen auf den verkrusteten Boden zu fallen. Noch immer konnte sie die schwefelhaltige Luft riechen und zugleich das Salz des Meeres auf ihrer Zunge schmecken, während sie die Lebendigkeit des Ursprungs vermisste. Sie vermisste ihr Zuhause, ihr Leben und das herzhafte Lachen der Kinder, deren Klang in ihrem Kopf nachhallte.

Kurz schmunzelte sie, ehe sie ihre Gedanken abzuschütteln versuchte. Sie konnte sich dem Drang an die wärmenden Erinnerungen nicht hingeben, denn sie hatte eine Aufgabe. - Eine Aufgabe, die von ihr alles abverlangen würde.

Seufzend hob sie ihre Lider und öffnete ihre Flügel. Sie versuchte die Kälte auf ihrer Haut zu ignorieren, biss die Zähne zusammen und bedachte ihres Vaters Worte.

»Kein Zögern! Kein Erbarmen!«

Sie erhob sich und merkte sogleich, dass ihre Beine nachgaben.

Stützend hielt sie sich am Geröll und Schutt des Berges fest.

„Nein!“, fuhr es entschlossen aus ihr heraus.

Konzentriert und unter dem Zittern ihrer Muskeln richtete sie sich auf. Stolz und ehrfürchtig stand sie auf dem Plateau des Berggipfels.

„Ich bin eine Nafga, Tochter des Nag Mahvan, Kriegerin des Feuers!“

 

 

***

 

Der Wind hatte zugenommen und trieb die weichen Wolkenbilder entlang des blauen Himmels. Die Sonne verabschiedete sich mit einem orangeroten Farbenspiel am Rande der Gebirgskette, dessen Zunge Nadelbäume und Geröll einfasste. Die Sonnenstrahlen, die sich durch die Wolken stahlen, blendeten Féins Augen. Er blinzelte, hob eine Hand zum Schutz über die Brauen und konnte vage in der Ferne einen schemenhaften Schatten zwischen den Bergen und dem trügerischen Licht erfassen.

Mit seinem nackten Fuß stieß er Koa an. „Was ist das?“

Kichernd sahen beide auf und wandten sich dem Gebirge zu, auf das Féin deutete.

„Ein Vogel,“, meinte Koa, „weiter nichts.“ Doch Féin schien nicht überzeugt.

„Schwarz,“, äußerte er sich, „schwarz, wie die Nacht.“ Etwas Unheimliches, Bekanntes kroch seinen Rücken hoch.

Der Vogel kam näher, wurde größer und die Umrisse ließen erahnen, dass es sich um etwas Anderes handeln musste.

„Nafga“, er schluckte die Furcht hinunter.

Koa und Sahira verstummten, während Féin, die Stirn in Falten gelegt, nach Konzentration suchte. Jedoch herrschte in seiner Gedankenwelt nur Chaos, weshalb er es nicht schaffte, einen einzigen Ausruf in die Lichtung des Zufluchtsortes zu übertragen, um seine Verbündeten zu warnen. In seinem Kopf manifestierten sich die Bilder des Jungen, der bitterlich um seine Mutter weinte, während Angst in dem Kleinen bebte. Angst davor entdeckt zu werden, dem Albtraum, ebenso wie seine Mutter, nicht entrinnen zu können.

„Ruhig, ganz ruhig“, sprach er zu sich selbst.

„Lauft! Holt Hami, vermeidet Aufruhr und redet mit niemanden darüber!“

Sahira stand auf und zerrte Koa auf die Beine, der nicht im Stande war sich von allein zu rühren und stattdessen wie gebannt auf die näherkommende Erscheinung starrte.

„Was ist mit dir?“, fragte Sahira Féin.

„Einer muss hierbleiben und herausfinden was die hier wollen“, erklärte er.

Sie nickte zustimmend, zog Koa hinter sich her, der ungläubig seinen Kopf schüttelte und rannte mit ihm in den Wald hinein.

 

 

***

 

Sie ließ die Gebirgskette hinter sich und konnte das Tal von hier oben gut überschauen. Ihre Flügel waren geschwächt, aber um vor dem Wald zu landen, würde ein Hinabgleiten reichen. Sie kniete sich auf das steinige Plateau und stützte sich mit ihren Händen an der scharfen Kante des Berges ab, während sie in die endlos erscheinende Tiefe hinabspähte. Zu ihrer Zufriedenheit stellte sie fest, dass nur vereinzelte Tannen und minderwertige Felsen ihr Hinabsegeln behindern würden. Zu schnell richtete sie sich auf, wodurch das Blut schlagartig aus ihrem Kopf wich. Schwindel erfasste sie, Schwärze verschleierte ihre Sicht und brachte sie ins Wanken.

Mit tänzelnden Armen versuchte sie ihr Ungleichgewicht auszubalancieren.

»Zu nah am Rand«, merkte sie, da ihr Fuß unter dem bröselnden Gestein absackte.

„Verflucht noch eins!“, entglitt es ihr, als sie haltlos fiel.

Adrenalin durchströmte ihre Adern und sorgte dafür, dass sie wieder klar sehen und denken konnte. Ihr Instinkt handelte direkt und sie öffnete ihre Flügel, dabei durchschoss die Geißel des Schmerzes ihren Rücken, kroch ihre Wirbelsäule hoch und durchzog die Flügelmuskulatur, bis hin zu den Spitzen. Qualvoll warf sie ihren Kopf zurück, als sich ihre Muskeln durch das schmerzhafte Pochen versteiften. Sogar in ihren Fingerknöcheln breitete sich die Pein aus und beließ die Finger in einer krampfhaften, gespreizten Haltung. Ein leidvolles Ausatmen entwich ihrem geöffneten Mund, während das herausragende Gestein der Gebirgswand an ihr vorüber rauschte.

Gepresst durch die Geschwindigkeit des Windes, rannen heiße Tränen aus den Winkeln ihrer Augen und drückten sich an ihren Schläfen entlang. Trotz der Heftigkeit öffnete sie ihre Flügel erneut, die unter der Spannung zu zerbersten drohten. Sie ächzte auf, ehe die Luftströmungen unter den gespannten Flügelhäuten drangen und sie ruckartig aufstieg.

Ihre Atmung entwich stockend, als die Schmerzwellen abflauten.

Die Wölbungen ihrer Schwingen ließen sie über die letzten Gebirgszungen und Wipfel der vereinzelnden Tannen gleiten. Sie sank nun wieder stetig, genau wie ihre Lider, die sie kaum noch offenzuhalten vermochte.

Verschwommen nahm sie das Blumenmeer wahr, auf das sie zuraste und verlor mit flatternden Lidern ihr Bewusstsein.

 

 

***

 

Féin sah, dass er sich nicht irrte. Er trat zurück und berührte die massive Eiche, die jetzt in seiner unmittelbaren Nähe stand.

Sein Körper verschmolz mit den Farben des im Hintergrund gelegenen Mischwaldes, nur die eisseeblauen Augen, versetzt mit aufgeregt umherwirbelnden Eiskristallsplittern, stachen aus der naturbelassenen Umgebung hervor. Vorbeisehend an dem Schatten, der immer näher zu kommen drohte, suchte er den Horizont der Gebirgsgipfel ab. Jedoch folgten keinerlei Nachzügler dem Nafga, zumindest soweit die Sicht es ihm erlaubte. Er wendete seine Aufmerksamkeit wieder dem herannahenden Geschöpf zu, dessen Flug anmutlos, beinahe taumelnd, mit hoher Geschwindigkeit auf das Tal und die Wiese zurauschte. Verschreckt trat er zurück und bemerkte, dass es abstürzen würde.

Das Feuerwesen tauchte in das kniehohe Gras ein und schlitterte mit einem dumpfen Aufschlag über die Ebene, wobei es einen langen Landungsweg hinterließ. Staub, gepaart mit glasigen Splittern, stob in alle Richtungen aus. Ruckartig bückte Féin sich, hielt schützend den Arm vor sein Gesicht, während die Geschosse aus dem sandigen Nebel auf ihn zurasten und sich auf ihm und dem weiten Feld verteilten. Nachdem der Hagel versiegte, erhob er sich, wobei die glasigen Bruchstücke von seinem Körper hinabrieselten. Er fuhr sich mit der Hand durch sein staubiges Haar und kämmte einige Splitter heraus. Eingehend betrachtete er ein schwarz glänzendes Stück, das sich weich und biegsam durch die Reibung seiner Finger schob und über welches ein regenbogenfarbener Schimmer huschte.

Er schaute auf, weil die Staubwolke sich lichtete und ihm die Sicht freigab. Neugierig reckte er den Hals und versuchte zu erkennen, was sich hinter der dünnen Wand verbarg. Fassungslos starrte er auf das gebündelte Etwas das sich ihm offenbarte und nur wenige Schritte entfernt vor ihm lag. Verharrend überlegte er, was er tun sollte. Sicher, es war sinnvoll es sofort zu töten, bevor es die Möglichkeit bekam sie anzugreifen. Außerdem wäre es ein verdammt gutes Gefühl gewesen, wenigstens einen von ihnen in die Abgründe Amgas zu stoßen.

Entschlossen ging er auf die Kreatur zu, während er die Muskeln kampfbereit anspannte, bedacht darauf nicht in die Scherben zu treten, die sich auf dem Boden verteilt hatten.

»Von Angesicht zu Angesicht«, entschied er. Satte moosgrüne Fäden durchwanderten seine gesamte, unsichtbare Gestalt, bis sich seine Erscheinung wieder sichtbar von der Umgebung abhob.

Er legte den Kopf schief und betrachtete das Geschöpf unmittelbar vor ihm. Ihre Landung hatte eine Mulde in den Erdboden geschoben, in der sie, ihm den Rücken zugewandt, lag. Ihm fiel sofort die zerfetzte Flügelhaut auf, die es unmöglich machte zu entkommen. Ein sehr kurvenreicher, spärlich bekleideter, jedoch muskulöser, in schwarzen Obsidian eingehüllter Körper, dessen glatte Haut im Licht der untergehenden Sonne glänzte und in verschiedenen farblichen Facetten schimmerte. Irritiert fuhr er sich über sein wirres, braunes Haar, dessen Spitzen in einer klaren Eisschicht endeten.

»Eine Frau!«, grübelte er und biss sich auf die Unterlippe.

»Aber dennoch tödlich!« Und trotz der Erkenntnis schritt er näher an sie heran.

Er beugte sich hinab und wollte sie gerade zu sich herumdrehen, als ein klägliches Fauchen ihre Kehle verließ. Erschrocken wich Féin zurück, während das Schlagen seines Herzens rapide zunahm.

Die Geräusche der Umwelt ausgeblendet, fühlte er, wie die Gräser vom Wind verweht seine Beine streiften. Dumpf kamen Stimmen hinter ihm hervor und riefen ihm Worte zu, die er nicht verstand. Leicht rührte sie sich, stöhnte und ächzte gequält. Das Adrenalin überreizte ihn und von der Anspannung getragen, ließ er die hölzernen Ranken aus der Seitenlinie seiner Hüfte sprießen.

Hami hastete an ihm vorbei dicht gefolgt von Brave, der seinen gespannten Bogen auf das Feuerwesen richtete. Eine dünnfarbige Stimme durchbrach in mehrfachen Echos den Wall, der ihn versuchte zu schützen.

»Hilf mir!“«, überrannte ihn die Aufforderung seiner Gedanken. Irritiert stolperte er rückwärts, wobei sich die Zweige und Äste in sein Inneres zurückzogen. Sein Blick glitt zu Hami, die sich kniend vor dem Geschöpf niedergelassen hatte. Kopfschüttelnd verschwand das dumpfe Gefühl, das ihn vom klar denken und klug handeln abhielt.

„Féin hörst du mich?“, schrie Hami ihn an.

„Hast du ihr etwas angetan?“

„Äh nein, ich“, stammelte Féin.

Erleichtert atmete Hami auf.

„Das arme Ding, was sie wohl alles durchmachen musste.“ Vorsichtig bettete sie den Kopf des Feuerwesens auf ihren Schoss. Sie holte einmal tief Luft, umfasste mit ihren zierlichen Händen das Kinn der verletzten Kreatur und presste ihre Lippen fest auf die ihren. Warm floß das lebensnotwendige Kohlenstoffdioxid in die Lunge der Nafga. Röchelnd atmete diese aus, während sich ihr Brustkorb hob und senkte. Beruhigend streichelte Hami über die glatte Haut des Oberarmes und befühlte den erkalteten Körper.

Abermals luftholend richtete sie sich an Brave. „Lauf zum Fluss und mach ein Feuer in der überwucherten Höhle.“

Brave zog eine Augenbraue hoch, hinterfragte ihre Anweisungen jedoch nicht und nickte ihr stattdessen zu. Seine bernsteinfarbenen Augen schweiften zu Féin, den er mit einer kurzen Kopfbewegung anwies Hami zu helfen. Brave wandte sich von ihnen ab, schob eilig Pfeil und Bogen in zwei Hautöffnungen seines Oberschenkels und löste sich währenddem in feine Sandpartikel auf. Schemenhaft ahmten die Körner seine Gestalt in der Luft nach, ehe sie prasselnd zu Boden fielen und in die Poren des Erdreiches eindrangen.

Féin hatte mittlerweile die Arme vor der Brust verschränkt, hob den Kopf und rümpfte verächtlich die Nase. „Bitte? Wollen wir vielleicht noch ihre ganze Nafgasippe einladen?“

Entschlossen sah Hami ihn an. „Ob es dir gefällt oder nicht, ich lasse niemals einen Hybriden zurück.

„Hybrid?“, wiederholte er ungläubig.

»Sie ist eine Hybride!«

„Das ist nicht möglich. Das kann nicht sein.“

Er schüttelte sich verneinend.

„Kein Nafga würde sich mit einer anderen Rasse paaren.“

„Und kein reiner Nafga würde mental um Hilfe bitten“, entgegnete Hami.

Er erinnerte sich an die leisen Worte, die sich in seine Gedanken hineingeschlichen hatten.

»„Hilf mir“«, hallte es nach.

Er schnaubte, senkte die Arme und ging widerstrebend auf das Geschöpf zu.

„Ach verdammt!“, fluchte er und warf Hami noch einen vielsagenden Blick zu, ehe er das Wesen vorsichtig aufsammelte. Das Gras und die Blumen umschmeichelten seine Beine, während Féin sich von Hami entfernte und mit der Feuerfrau Richtung Mischwald schritt.

Verwundert darüber wie wenig sie trotz ihrer großen Flügel wog, betrachtete er ihre Erscheinung eingehend. Er bemerkte, dass sie, entgegen ihren Anstrengungen, kühl in seinen Armen lag und kein Tropfen Schweiß sie benässte.

Die Wiese wich dem Wald, als er über die knolligen Wurzeln einer Vogelbeere trat. Die letzten Sonnenstrahlen des vergehenden Tages schlichen sich zwischen die erhabenen Laubbäume und den ausladenden Zweigen der Nadelbäume. Sie tauchten den Forst in ein goldoranges Leuchten, das lind ihre ausgekühlte Haut streichelte. Sogleich erschauderte sie. Seufzend vergrub sie ihre Stirn in Féins Brust und schmiegte sich, nach Wärme gierend, näher an ihn heran. Ein Kribbeln durchfloss seinen Körper, bis hin zu den Fingerspitzen.

„Eigin“, erklang ein kehliges Flüstern.

Er senkte den Kopf und schaute in das Gesicht des Geschöpfes. Sie öffnete für einen kurzen Moment ihre Lider. Das Farbspektrum am Himmelszelt seiner Vergangenheit prasselte auf ihn ein, als er in ihre polarlichtgrünen Iriden sah. Es fühlte sich an, als ob man nach Hause kommen würde. Doch jenes Zuhause gab es dort für ihn nicht mehr. Die mahnende Grenze zwischen Feuer und Eis erhob sich drohend, als schwarzes Basaltrelief in der Aurora ihrer Augen. Durchzog als Pupille ihre kompletten Iriden und ließ das leuchtende Grün in der unteren Iris heller scheinen.

„Ich heiße….“, ihre Worte erstarben und ihre Lider sanken.

„Eigin“, setzte er ihre Worte fort, runzelte die Stirn und war erstaunt über die Verwirrung, die sich in ihm ausbreitete. Denn eigentlich schrie alles in seinem Inneren danach sie zu verachten und dennoch flüsterte ihm eine kleine Stimme zu:

»Beschütze sie. - Beschütze Eigin!«