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Angela Darby

Leuchtendes Afrika





BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

1. Afrika

1. Afrika

Gregory MacArthur saß auf den Stufen der Veranda, den Kopf in seiner, auf sein Knie gestützten, Hand ruhend. Die weiche Abendsonne Afrikas ließ sein schwarzes, welliges Haar, das an den Schläfen trotz seines Alters von gerade erst 32 Jahren, bereits erste graue Strähnen aufwies, fast rötlich schimmern.Sein angenehmes Gesicht mit den ebenmäßigen Zügen wurde nur von einer etwa fünf Zentimeter langen Narbe gestört, die sich in einem leichten Bogen über seine linke Wange zog. Seine Gestalt war groß und sportlich, aber nicht übertrieben muskulös, eher wie die eines Athleten. Hätte man Gregory nur oberflächlich betrachtet, so wäre man zu dem Schluss gelangt, dort säße ein Mann, der die letzten Sonnenstrahlen des Tages genießt, bevor sich die schwarze Nacht über das Land senkt.

Doch betrachtete man ihn genauer, so musste man erkennen, dass er nicht einfach entspannt in die Ferne schaute, sondern dass sein Blick fest auf einen bestimmten Punkt in einiger Entfernung gerichtet war. Folgte man diesem Blick, so fiele der eigene unweigerlich auf einen etwas vom Haus abseits gelegenen Hügel, dessen Kuppe mit mehreren Büschen bepflanzt ist und auf ein Holzkreuz, welches aufrecht zwischen ihnen errichtet war.Gregorys Gedanken befassten sich, wie so oft seit jenem Tag, an dem das Schicksal ihn auf schlimmste Weise gestraft und seinen Glauben an Gerechtigkeit mehr erschüttert hatte, als er dies jemals für möglich gehalten hatte, mit der Frage seiner Schuld. Nie hätte er Samantha in dieses Land bringen dürfen, nie hätte er sie zu dem Schicksal verdammen dürfen, das sie durch seine Schuld hatte erleiden müssen. Aber hätte er das verhindern können? Hätte er sie abhalten können? Ja, das hätte er, er hätte sie nur niemals bitten dürfen, seine Frau zu werden. Aber dazu war er nicht im Stande gewesen. Vom ersten Moment an, als er sie auf einer Studentenparty, es war sein drittes Jahr als Medizinstudent, gesehen hatte, fühlte er sich der Erfüllung seiner innersten Wünsche und Hoffnungen so nah, wie noch nie zuvor in seinem Leben. Zwar hatte er durchaus auch vorher schon attraktive Kommilitoninnen kennen gelernt und war auch einer Affäre oder Beziehung nicht abgeneigt gewesen, aber nie war sein Herz so schlagartig und vollkommen mit einer Welle unsagbaren Glücks erfüllt worden. Egal wie unrealistisch oder naiv das auch klang, in diesem Moment ohne auch nur ein einziges Wort mit ihr gewechselt zu haben, wusste Gregory, dass dieses wunderbare Mädchen mit dem roten, lockigen Haar und den fast Smaragdfarbenen Augen, seine Frau werden würde. Und so war es dann auch gekommen. Nicht ein Jahr später war Samantha seine Frau geworden. Sie arbeitete als Krankenschwester in der St. Bartholomeuw Klinik und mit dem, was sie verdiente und mit seinen Studentenjobs konnten sie sich eine kleine Wohnung leisten, in deren Küche sie abends saßen und über ihre Zukunft nachdachten. Seit Gregorys Vater ihn einmal auf einen seiner Einsätze für eine Hilfsorganisation mit nach Afrika genommen und Gregory das unbeschreibliche Leiden der Kinder dort gesehen hatte, war für ihn klar gewesen, dass er Medizin studieren und in dieses Land zurückkehren würde, um dort zu helfen. Diesen Plan hatte er immer in seinem Herzen getragen und wie glücklich war er gewesen, als Samantha ihm offenbarte, dass sie mitgehen und gemeinsam mit ihm den Traum leben wolle. Hätte er damals gewusst, wie dieser Traum sein Ende finden würde, so hätte er ihn ihr nie offenbart. Doch so waren sie gemeinsam nach Afrika gegangen, nachdem Gregorys Studium und praktische Ausbildung als einer der jüngsten Ärzte Großbritanniens erfolgreich abgeschlossen hatte. Durch Spenden hatten sie es geschafft, innerhalb der letzten drei Jahre eine Krankenstation mitten im Busch zu errichten und waren in der Lage gewesen, zahlreichen Menschen zu helfen. Leider waren die Vorbehalte gerade hier draußen recht groß, so dass Samantha und er oft in den Busch gingen, um gerade Babys und Kleinkinder zu impfen, deren Mütter noch nicht genug Vertrauen geschöpft hatten, die Kinder in die Krankenstation zu bringen. So war es auch an jenem schwarzen Tag vor 15 Monaten gewesen. Sie waren mit dem Jeep unterwegs, um in einem entlegenen Dorf nach zwei Neugeborenen zu sehen. Mitten auf ihrer Strecke stand plötzlich ein kleiner erst fünfjähriger Junge auf der holprigen Piste und winkte mit seinen dünnen Armen, als galt es, sein Leben zu retten. Gregory hatte sofort angehalten und den Jungen als den kleinen Jamie Abdunan erkannt. „Jamie, was ist los?“, hatte er ihn gefragt. „Was machst du alleine hier draußen? Ist dir etwas passiert?“ Erst jetzt hatten Gregory und Samantha bemerkt, dass Jamies T-Shirt mit Blut beschmiert war. Jamie aber vermochte kaum zu sprechen, er schien so in Panik zu sein, dass er nur immer wieder den Namen seiner Schwester „Nuola, Nuola!“ hervorstoßen und in den Busch zeigen konnte. Samantha und Gregory sprangen vom Jeep, Gregory griff mit der Linken sein Gewehr.

Als sie Jamie etwas tiefer in den Busch folgten, hörten sie nach einigen Metern ein leises Wimmern. Und dann sahen sie auch Nuola, sie lag verkrümmt auf dem Erdboden, ihr rechtes Bein war in einem Schnappeisen, einer Wildererfalle eingeklemmt, sie selbst halb ohnmächtig vor Schmerzen. Samantha und Gregory sahen sich entsetzt an, dann kniete sich Gregory hin und versuchte die Falle zu lösen. „Ich schaffe es nicht!“, stellte er verzweifelt fest. „Ich werde Werkzeug aus dem Jeep holen.“ „Ich bleibe bei ihr.“, erwiderte Samantha, die Nuolas Kopf hielt und dabei den nunmehr in hilflose Tränen aufgelöste Jamie fest an sich drückte. Nein, er hätte sie nicht alleine lassen dürfen, dies war ihm nun klar. Doch das war zu spät, diese Schuld würde er nie sühnen können. Als er den Jeep erreicht und den Werkzeugkasten herausgeholt hatte, hörte er einen gellenden Schrei. Samantha! Er ließ den Kasten fallen und rannte so schnell er konnte zurück zu dem Platz, an dem er Samantha und die Geschwister vor nicht einmal zwei Minuten zurück gelassen hatte. Als er die Stelle erreichte, bot sich ein schreckliches Bild. Ein junger Löwe war offenbar dabei, die drei anzugreifen. Samantha lag auf dem Boden, sie schützte Jamie und Nuola mit ihrem eigenen Körper. Der Löwe hatte sich in Samantha verbissen und versuchte gleichzeitig, mit seinen Pranken der Kinder habhaft zu werden. Gregory legte sein Gewehr an, doch er erkannte sogleich, dass er nicht schießen konnte, ohne die anderen zu gefährden. So holte Gregory mit seinem Gewehr aus und ließ den Kolben wieder und wieder auf den Rücken des Löwen niederschnellen. Dieser brüllte auf, wandte sich mit atemberaubender Geschwindigkeit um und holte mit einer seiner Pranke aus. Gregory fühlte einen brennenden Schmerz auf seiner linken Wange, doch gleichzeitig erkannte er die Chance, die sich aus der Wendung des Löwen ergeben hatte.

Ohne weiter zu überlegen, schoss er und fast im selben Moment sank der Löwe, tödlich getroffen, mit einem markerschütternden Schrei auf ihn nieder. Gregory befreite sich so schnell er konnte von der Last des toten Tieres und eilte zu Samantha. Doch kaum, dass er neben ihr niederkniete und registrierte, dass Jamie und Nuola bis auf ein paar Kratzer unversehrt geblieben waren, wurde er gewahr, dass der Löwe Samanthas Kehle durchbissen hatte. Warmes, rotes Blut pulsierte unablässig aus einer klaffenden Wunde an ihrem Hals und verfärbte ihr olivfarbenes Top in ein seltsames dunkelgrün. Gregory wusste, dass er seine geliebte Frau verloren hatte. In diesem Moment wurde Gregory von einer aufgeregten Stimme aus seinen dunklen Erinnerungen gerissen. 

2. Schottland

 2. Schottland

Sie stand vor dem großen, in Kirschholz eingefassten, Spiegel und betrachtete sich mit einem Gemisch von Gefühlen, das nun schon lange ihr Leben prägte. Abscheu empfand sie vor dieser Frau im Spiegel, die äußerlich so perfekt in das Bild einer schottischen Landärztin passte. Sie bemerkte, dass die frühe Morgensonne, die durch die leicht geöffneten, bodenlangen, cremefarbenen Vorhänge fiel, ihrem dunkelblonden, vom Nachtschlaf noch reichlich ungeordnetem Haar den Anblick eines Heiligenscheins verlieh. Das breite etwas zu flächige Gesicht von den tiefblauen, manchmal so unergründlichen Augen dominiert, der Kopf saß auf einem schlanken Hals, der in einer kräftigen und energischen Schulterpartie endete, die im Moment von einem karierten, etwas abgewetzten Hausmantel bedeckt wurde und einen angenehmen sportlich durchtrainierten Körper erkennen ließ, der als schön, weil ebenmäßig zu bezeichnen war. Vor ihr stand aber auch die Doreen MacFearson, deren Leben seit einiger Zeit ein einziger Betrug war. Von aufkeimender Wut erzitternd starrte sie auf ihr Ebenbild, könnte sie diesen Hass auf all das, was sie war, doch nur aufrechterhalten, um sich gegen die immer wieder in ihr aufsteigende lähmende Verzweiflung aufzulehnen, dachte sie und fixierte ihre blauen Augen, die sie nun in dem alten, stellenweise blinden Spiegel funkeln ließ. Kraft gespeist aus Hass und sei es nur Selbsthass, wäre immer noch besser, als dieses Gefühl von Ohnmacht und des sich Ergebens, wenn er sich ihr heute oder morgen erneut nähern würde, um „das Thema“ anzusprechen, wie er es seit neuestem nannte. Wäre sie doch hässlich und abstoßend, hätte sie als Kind doch einen Unfall mit entstellenden Folgen erlitten, dann befände sie sich sicher nicht in dieser erbärmlichen Lage. Eine hässliche, entstellte Landärztin, dazu noch aus verarmtem Hause, hätte sicher nicht die Aufmerksamkeit des mit Abstand skrupellosestem Clan- Chef der Highlands auf sich gezogen.

So aber kam alles anders und Doreen MacFearson, geborene MacAllister, war nun seit drei Jahren Steven MacFearsons Frau, die Frau des Stammhalters der MacFearsons, die Mutter der sehnlichst erwarteten, nächsten Generation der MacFearsons. Sorgenfalten legten sich auf ihre Stirn. Zunächst erschien ihr alles so, als ginge ein Mädchentraum in Erfüllung. Gerade aus Afrika von ihrem praktischen Jahr als angehende Ärztin zurückgekehrt, erreichte sie die Nachricht. Genau erinnerte sie sich, wie sie das Telegramm öffnete in ihrer provisorischen Londoner Unterkunft, von der aus sie ihr weiteres Leben als Retterin der vom Leben vernachlässigten, gestraften und ausgeschlossenen organisieren wollte. Es war ein nebeliger, regnerischer Tag in London gewesen, die Nebelhörner der Schiffe hatten schon den ganzen Tag ihr dumpfes Brummen über die Themse geschickt, die letzten farbigen und warmen Erinnerungen ihres Afrikaaufenthaltes: Das Brennen der heißen Sonne au f ihrer Haut, der Anblick der farbenfroh gekleideten Frauen, die die schweren Wasserkrüge meilenweit auf ihren stolz gereckten Köpfen trugen und die glücklichen Kinderaugen, der nunmehr genesenen und kräftigen ehemaligen, kleinen Patienten-, sie verblassten gerade endgültig in ihrer Intensität, als es klingelte und ein kleiner, verkniffener Telegrammbote, ihr hochoffiziell einen Umschlag in die Hand drückte, als wäre ihr soeben ein Nobelpreis verliehen worden.

Selbst jetzt, in Erinnerungen gefangen, überkam sie im Ankleidezimmer des Herrenhauses der MacFearsons stehend, heiße Scham, die ihre Wangen mit einer nicht unattraktiven Röte überzog, wenn sie an diese ihre naiven und von Selbstüberschätzung strotzenden Momente zurückdachte. Besonders, wenn sie betrachtete, wohin sie die ganzen weiteren Geschehnisse gebracht hatten. Damals jedoch verwies sie den Gedanken an den Nobelpreis, wie sie fand, äußerst souverän auf die Liste der demnächst zu erreichenden Ziele und machte sich neugierig an die Untersuchung des Telegramms. Ein ganz normaler Umschlag lag vor ihr auf dem alten, zerkratzten Tisch, ein weißes Rechteck auf dunklen Grund. Weiß und unbeschrieben, ging es ihr durch den Kopf, genau wie die Seiten im Buch ihrer weiteren Karriere. Nach zwei weiteren Bechern heißen Tees fühlte sie sich stark genug, den Umschlag zu öffnen und ein Blick auf den Inhalt zu werfen. Mit vor Aufregung steifen Fingern, gelang es ihr, das Telegramm aus dem Umschlag zu befreien. Kaum eine Woche später hatte sie den entscheidenden Schritt gewagt und war in ihre schottische Heimat zurückgekehrt, um die verwaiste Praxis eines Landarztes in den Highlands zu übernehmen. Ihr Vorgänger hatte sich nach über sechzig Jahren weltweiter medizinischer Praxis, die er als Landarzt in diesem eher beschaulichen Teil der Welt fernab von Malaria Erkrankungen, Urwaldimpfungen und Landminen beschlossen hatte, in den endgültigen Ruhestand zurückgezogen. Dies hatte sie als Zeichen gedeutet und entschieden, diese Praxis nicht als Ende, sondern als Anfang einer ähnlich erfolgreichen und wohltätigen Karriere zu betrachten. Anders als ihr Vorgänger wollte sie nach einigen beschaulichen Jahren in der Heimat, reifer und erfahrener, als jemals zuvor in die weite Welt aufbrechen, um wirklich großes zu vollbringen.

Die Tatsache, dass ihr das Stellenangebot oder „Der Ruf“, wie sie es in ihrer damaligen Euphorie großtuerisch zu nennen pflegte, ermöglichte sich ihre ersten eigenständigen beruflichen Sporen in der Geborgenheit der Heimat und in der Nähe des väterlichen Landsitzes zu verdienen, gab eine nicht unerheblichen Ausschlag dafür, sich jenes goldene Schild mit der Prägung anfertigen zu lassen, die sie statt die vermutete sonnige Zukunft in einen Abgrund der Menschlichkeit führte, sie lautete: Doktor Doreen MacFearson Ärztin für Allgemeinmedizin und Heilpraktikerin.

3. Afrika

 3. Afrika

Lana bog hastig und wild gestikulierend mit rußgeschwärztem Gesicht um die Ecke des einfachen Wohnhauses, ihre Kleidung teilweise versengt, schlotterte um ihren schlanken, völlig verschwitzten Körper. Immer wieder sah sie angsterfüllt über ihre Schulter zurück, als sei der Teufel hinter ihr her. Gregory über ihren Anblick zu Tode erschrocken, eilte auf die junge Krankenschwester zu, während er ihr den Arm auf die Schulter legen wollte, um sie zu beruhigen, entwand sie sich ihm, griff seinen Arm und zog ihn mit sich. Noch im selben Moment nahm Gregory, bisher in Erinnerungen versunken, dem ihnen verborgen gebliebenen, in der Lunge ätzenden Brandgeruch wahr. Sofort beschleunigte er seine Schritte, überholte die immer noch verzweifelt zeternde Lana und steuerte auf das Hauptgebäude der kleinen Buschklinik zu. Kaum bog er um die letzte Ecke des verwinkelten Anwesens, hatte er freien Blick auf die lodernden Flammen, die bereits aus dem Dachstuhl des länglichen Holzgebäudes hochschlugen.

Der Hof war erfüllt von dem ohrenbetäubenden Zischen der Flammen, die sich mit ihren Feuerzungen gierig über das Holz hermachten, welches sich mit lautem Knacken und zahlreichen kleineren und größeren Verpuffungen nach kurzem Widerstand in sein Schicksal ergab. Nach einem endlosen Moment der Erstarrung, in dem Gregory unfähig war, auch nur einen einzigen Schritt zu tun oder einen klaren Gedanken zu fassen, erkannte er John und Bob, zwei seiner einheimischen Helfer, inzwischen zu seinen Freunden geworden, die bereit den Kampf mit der zerstörerischen Flammenwand aufgenommen hatten. Während die beiden ein Übergreifen des Feuers auf weitere Gebäude des kleinen aber funktionalen Klinikkomplexes zu verhindern versuchten, erkannte Gregory beim überqueren des Hofes den jungen Songo, der gemeinsam mit Rea die jüngsten Patienten aus dem Schlafsaal evakuierte und sie in sicherer Entfernung in die Obhut der inzwischen zurück gekehrten Lana übergab, die sie zu beruhigen und notdürftig mit feuchten Tüchern zu schützen suchte.

Gregory beschleunigte seine Schritte, er wusste, dass er Songo trotz seiner Jugend vertrauen konnte, so bitter das klang, schoss es Gregory in einem Gedankenblitz durch den Kopf, wer als Kindersoldat im Bürgerkrieg an der Front gestanden hatte, der wusste instinktiv um den Umgang mit Gefahren und die Notwendigkeiten, die das eigene Überleben sicherten. Schon fand Gregory sich an der Seite Bobs und Johns wieder. Er fühlte, wie die Hitze ihm die Haare versengte, ihm die Luft zum Atmen raubte und der Wunsch, einfach um sein Leben zu laufen in ihm übergroß werden ließ. Dennoch bedeutete er nach Luft ringend dem bereits völlig entkräfteten John, dass er ihn bei der Bedienung der Wasserpumpe ablösen wolle. John signalisierte sein Einverständnis, schrie etwas im Flammeninferno Unverständliches und rannte so schnell sein keuchender Atem und sein krampfender Körper es zu ließ über den Hof in Richtung Werkstattschuppen davon. In Panik und Todesangst pumpte Gregory mit schier übermenschlicher Kraft. Schon nach kurzer Zeit brannte seine Lunge, seine Augen tränten, so dass der breite Rücken Bobs, der sich mit dem Schlauch in seinen Händen, gefährlich nahe an die Flammen heranwagte, um diese nieder zu ringen, bald hinter einem undurchdringlichen Schleier von Tränen und Qualm verschwand. Gregorys ganzes Leben verdichtete sich in diesem Moment auf die Tätigkeit des Pumpens „Rauf und runter- rauf und runter“, hallte es in seinem Kopf. Er nahm nicht wahr, wie der zurückgekehrte John, mit einem Feuerlöscher einen letzten verzweifelten Versuch unternahm, die gefräßigen Flammen an ihrem nahezu selbstverständlichen Fortkommen zu hindern.

Irgendwann musste über der Wasserpumpe völlig erschöpft zusammengebrochen sein, denn als Gregory seine Umwelt wieder wahrnahm, lag er zwischen Lembe und Sahra, zweien seiner kleinen Patienten, auf dem sandigen Boden unter einer Abdeckung aus feuchten Bettlaken, beide schenkten ihm ein tapfer zuversichtliches Zahnlückenlächeln. Als er sich mühsam aufsetzte und auf den linken Ellenbogen aufstützte, sah er, dass Lana damit beschäftigt war, die übrigen Kinder abzulenken, während Rea, eine englische Krankenschwester, die bevor sie vor drei Jahren von Samantha überzeugt worden war, doch an diesem Ort sesshaft zu werden, schon an zahlreichen, weniger gastlichen Orten dieser Welt ihrer Arbeit nachgegangen war, mit großer Gelassenheit die Blessuren Songos verarztete. John, dessen Körper bereits von zahlreichen Brandverbänden bedeckt war, starrte abwesend in Richtung des Gebäudetrakts, Bob saß vor Erschöpfung zusammen gesunken am Boden, er hielt die Augen unter den versengten Augenbrauen geschlossen, als würde er sich weigern, wahrzunehmen, was in den letzten Stunden um ihn herum passiert war.Gregory überkam zunächst eine unfassbare Erleichterung, alle Freunde und Patienten gerettet zu sehen, doch als er sich traute, seinen Blick dem Johns folgen zu lassen, verstand er die tiefe Erschütterung, die er in den Augen seines Vertrauten und Freundes gespürt und die er zunächst als Sorge um sein Wohlbefinden interpretiert hatte. Nahezu die gesamte Klinik war dem Flammenmeer zum Opfer gefallen, einzelne, kleine Brandherde züngelten noch vor sich hin, Balken ragten schwarz, verkohlt, brüchig hier und dort aus den verschieden großen Haufen von Asche hervor, die einmal Verwaltungstrakt, Operations- und Schlafsaal gewesen waren. Über der ganzen Verwüstung hing ein beißender Brandgeruch und die graue Asche hatte sich über die ganze Szenerie inklusive der erschöpften Menschen unter der Schutzplane gelegt. Dieser Grauschleier gab dem Ganzen den Anschein des Irrealen. Der Geschmack der Asche in seinem Mund holte Gregory in die Realität zurück. Dies war kein verdammter Alptraum und er fragte sich, welchen Teil seines Lebenstraums, des Traums, der seine Frau bereits das Leben gekostet hatte, er sich da gerade auf der Zunge zergehen ließ. Dies war der Abend, an dem Gregory MacArthur zum Zyniker wurde.  

4. Schottland

 4. Schottland

Doreen schlug die Bettdecke auf der unbenutzten rechten Seite des Bettes zurück, schlüpfte unter die Decke, zerwühlte die Laken sorgfältig und drückte das Kopfkissen geschickt ein, um dem Ganzen den Anschein einer aufregenden und vor allem zweisamen Nacht zu geben. Inzwischen hatte sie darin eine gewisse Geschicklichkeit entwickelt und war mit dem Ergebnis ihres Täuschungsmanövers nach kritischer Betrachtung zufrieden. Sie streifte den Morgenrock ab und ging ins Badezimmer, wo sie eine ausgiebige, heiße Dusche genoss. Diese allmorgendlichen Momente, geborgen in der Wärme des Wassers, das den Körper umfloss und ihr das Gefühl von größter Entspannung und von Unverletzbarkeit gab, bedeuteten zurzeit die einzigen Momente der Zufriedenheit in ihrem Dasein.

Diesen Augenblick galt es, tagtäglich in sich aufzusaugen, um sich für den Kampf, der sich Leben nennt, zu wappnen. Doreen drehte das Wasser aus und lauschte einen Moment dem leichten Gurgeln des Abflusses. Sie betrachtete selbst versunken einzelne Tropfen, wie sie an ihrem Körper bis ins abfließende Wasser herabrollten, bevor sie zu dem riesigen Badehandtuch mit dem Familienwappen der MacFearsons griff und sich langsam trocken rubbelte. Es galt, die Lebensgeister zu wecken und die Sinne für den neuen Tag zu schärfen. Sie erledigte die weitere Morgentoilette sehr bedächtig und genoss jeden Handgriff dieses einzigen Augenblicks größter Privatheit, seit sich ihr Leben vor drei Jahren in eine Art persönlichen, ganz exklusiven Horrorfilm verwandelt hatte, dessen Verwicklungen sie spürte, jedoch weder benennen konnte, geschweige denn durchschaute. Wie eine Zuschauerin würde sie auch heute, sobald sie auf den Flur hinaustrat, sich selbst beim Durchleiden eines neuen Tages beobachten, um möglichst viele Hinweise auf das zu sammeln, was um sie herum und mit ihr in dieser Welt des schottischen Hochlandes vor sich ging. Natürlich hatte sie im Laufe der vielen zurückliegenden Tage auch erfahren, dass es ihr auf diese Weise vergönnt war, emotionalen Verletzungen aus dem Wege zu gehen. In Momenten größter Niedergeschlagenheit jedoch und diese häuften sich, je länger dieser Lebenszustand anhielt, trat ihr klar und deutlich vor Augen, dass sie dabei war, ihre Gefühle und damit sich selbst dauerhaft zu leugnen. Ja, sie war dabei, sich aufzugeben, bloß noch als äußere Hülle zu funktionieren, in dem verzweifelten Versuch, sich zu schützen, wobei sie sich selbst schon fast völlig verloren hatte. Doreen schloss die Knöpfe ihrer Bluse und warf einen letzten prüfenden Blick in den Spiegel. Sie seufzte, straffte die Schultern und lächelte sich selbst aufmunternd zu, danach drehte sie sich entschlossen um und verließ das Zimmer froh über ihr allmorgendliches Ritual, mit dem sie sich selbst versicherte, dass sie wenigstens gut aussah, wenn sie sich auch nicht so fühlte. Zweifel an der Tauglichkeit ihres Vorgehens nagten zwar beharrlich an ihr, wurden aber mit dem entscheidenden Schritt hinaus auf den Flur, der entlang einer beträchtlichen und düsteren Ahnengalerie auf die große Freitreppe zu führte, konsequent verdrängt.

Am Fuße der Treppe wandte Doreen sich nach rechts und begab sich in das Esszimmer, wo von den zahlreichen unsichtbaren Bediensteten des Hauses bereits das allmorgendliche Frühstücksbuffet angerichtet war. Sie fand sich alleine in dem für eine Person viel zu geräumigen Zimmer wieder, nur begrüßt durch die frische Morgensonne, die durch die sechs der Tür gegenüberliegenden Rundbogenfenster schien.Doreen sog den Duft frischen Kaffees ein, ein Getränk, das erst mit ihrer Hochzeit einen dauerhaften auf der traditionellen Speisekarte der MacFearsons erhalten hatte. Dieser Duft erinnerte sie jeden Morgen an ihrem ersten bescheidenen Sieg über die alles bestimmende Tradition im Clan der MacFearsons und gab ihr Hoffnung, auch alle anderen Herausforderungen als verehelichte MacFearson mit Geduld und Demut meistern zu können.So auch ein weiteres einsames Frühstück, sich selbst überlassen an der langen Eichentafel mit der makellos weißen Tischdecke. Die Standuhr gegenüber dem Buffet ließ achtmal ihren dumpfen, sonoren Klang ertönen, der gleich einer Bassstimme Gläser sowie Doreens angespanntes Inneres zum Schwingen brachte. Zuverlässig mahnte dieses, von Doreen im Stillen als „hässliches Monstrum“ bezeichnete Familienerbstück, die Zeit zu nutzen und wurde jeweils nur angehalten, wenn das Familienoberhaupt verstarb.

Eine weitere Tradition, ging es ihr durch den Kopf, die die MacFearsons wohl nur in leichter Selbstüberschätzung aus dem Brauchtum der Monarchien dieser Welt übernommen hatten. Als sie mit ihrem gedankenverloren zusammengestellten Frühstück an der großen, länglichen Tafel Platz nahm, musste sie, ob ihrer Gedanken, kurz schmunzeln. Hatte sie doch- wie immer- also traditionell: Kaffee, Orangensaft, Toast mit Quark und Orangenmarmelade sowie eine Schale Porridge gewählt. Während sie die Milch in ihren Kaffee rührte und über den vor ihr liegenden Tag nachsann, drangen erregte Stimmen durch die Stille des Ostflügels in das Esszimmer vor. Doreen versuchte zunächst das Streitgespräch, dessen ungewollte Zeugin sie soeben wurde, diskret zu überhören, was ihr aber zugegebenermaßen auch aufgrund ihrer Neugierde nicht zu gelingen schien. Als sie sich schließlich entschloss, genauer hinzuhören, drang plötzlich die Stimme ihres Mannes Steven laut durch den Flur. „Du verstehst wirklich gar nichts- Vater! Lass mich das machen und halt dich endlich da raus!“ Dann folgten das krachende Zuschlagen einer Türe und rasche Schritte, die sich dem Esszimmer näherten.

Kaum hatte Doreen realisiert, dass Steven, wo immer er diese Nacht verbracht hatte, unvorsichtigerweise vor Mittag zurückgekehrt und somit prompt seinem Vater in die Arme gelaufen war, hörte sie schweren Atem in ihrem Rücken. Sie drehte sich langsam auf ihrem Stuhl herum und sah ihn im Türrahmen stehen. Er atmete heftig um Fassung ringend, seine grünen Augen funkelten sie böse an, die Muskeln in seinen Wangen zitterten vor Anspannung, sein blondes Haar stand wirr ab, sein Hemd schief geknöpft, war teilweise aus der Hose gerutscht. Mühsam an sich haltend zischte er: „Ich hasse dich- so sehr- ich verfluche den Tag, als du in mein Leben getreten bist. Ich …“, dann verstummte er abrupt, drehte ihr den Rücken zu, stieß sich entschlossen vom Türrahmen ab und entschwand, ohne einen weiteren Blick zurück auf sie, in den Flur. In ihrem Inneren hallte sein unheimlicher Ton nach und sie konnte keine Klarheit darüber erlangen, ob sie dies als eine ihr bisher verborgen gebliebene Stufe seines Wahnsinns betrachten sollte, als ihr Atem stockte und ihr Herz für einen Schlag aussetzte. „Doreen, ich möchte dich sprechen. Jetzt!“ –

5. Afrika

 5. Afrika

Lana stand am Fenster der Waschküche, dem neben dem bescheidenen Wohnhaus einzig von den Flammen verschont gebliebenen Gebäude und sah in die Nachmittagssonne hinaus. Als Rea den Raum betrat, griff Lana schnell zum Zipfel ihrer Schürze und trocknete einige ihrer Tränen bevor sie sich der wesentlich Älteren und Erfahreneren zuwandte. Rea erkannte sofort, dass die junge Einheimische mit weiteren Tränen kämpfte, diese Schwäche jedoch nicht zulassen wollte. Sie trat einen Schritt auf Lana zu und hatte ihre Arme noch nicht ganz ausgebreitet, da hielt sie ein schluchzendes Häuflein Elend in denselben. Beruhigend barg sie Lana ganz einfach nur fest umschlossen an ihrer Brust und wiegte sie sanft hin und her.Nach einer ganzen Weile verstummte Lanas Schluchzen langsam, Rea gab sie frei und beide verharrten einen weiteren Augenblick in nachdenklichem Schweigen. „Das ist alles ein bisschen viel, was?“, durchbrach Rea die Stille, sie bedeutete Lana sich auf eine der wackeligen Wäschekisten zu setzen und ging selber zur Wasserpumpe, um eine alte Glaskaraffe mit Wasser zu füllen. Schließlich nahm sie neben Lana auf dem Rand der Kiste Platz und füllte zwei Gläser mit kühlem, klaren Wasser.

Lana nahm das angebotene Glas dankbar entgegen, als bräuchte sie etwas, das ihr in all dem Chaos Halt geben könnte.Rea betrachtete das junge Mädchen aufmerksam. Ihre ausdrucksvollen braunen Augen, waren vom Weinen verquollen, ihre kakaobraunen Wangen gerötet. Das volle, dunkle Haar, von dem Feuer in Mitleidenschaft gezogen, fiel ihr schon wieder leicht über die schmalen, aber sehr kräftigen und an Arbeit gewöhnten Schultern, die jetzt jedoch gramgebeugt erschienen, wie bei einer ungleich älteren Frau. Wie immer trug Lana eines ihrer bunten, langen Kleider, die ihren Körper unendlich erschienen ließen und den Blick auf zwei nackte, zerbrechlich wirkende Füße freigab. Die Füße wippten, wie bei einem kleinen Mädchen, das seine Unruhe oder Spannung vor einem wichtigen Gespräch zu verbergen sucht.Lanas Blick fiel meditativ auf die von leichtem Schwappen verzerrte Oberfläche des Wasserglases, welches sie immer noch unbeirrt auf ihrem Schoß umklammert hielt. Lana seufzte, Rea spürte, dass dieser Seufzer aus den tiefsten Tiefen aufstieg, sie prostete ihr aufmunternd zu und trank einen großen Schluck aus ihrem Glas.

Zögerlich tat Lana es ihr gleich. Rea, eine hellhäutige Britin Ende vierzig bot in allem einen großen Kontrast zu der neben ihr sitzenden jungen Einheimischen. Ihre Haut verfärbte sich trotz langjähriger Aufenthalte an sonnenverwöhnten Orten dieser Erdkugel, nach wie vor leicht bis stark rötlich, anstatt ein angenehmes oder gar gutaussehendes Braun anzunehmen. Ihr dünnes Haar blich in diesen Breitengraden regelmäßig bis zur Farblosigkeit aus und umschloss ein von Sommersprossen übersätes rundliches Gesicht.Ihr kleiner, gedrungener Körper steckte in einem zweckmäßigen aber wenig vorteilhaften Safarihemd und einer kurzen Hose mit seitlichen Taschen an den Beinen, in denen Rea beträchtliche Mengen an wichtigen und unwichtigen, einige meinten hin und wider auch an völlig überflüssigen Gegenständen transportierte. Die eigenwillige Garderobe wurde durch ausgetretene Trekkingsandalen abgerundet, mit denen sie verwachsen zu sein schien und die sie bereits einen bedeutenden Teil ihrer Reisen um die Welt begleitet hatten. In Reas Worten hieß das „Die haben eine Geschichte“. Und das reichte jedes Mal als Argument aus, wenn Samantha oder später auch Gregory ihr vorschlug, mit auf den Wochenmarkt in die Stadt zu fahren, um sich vielleicht einmal ein weiteres Paar Schuhe zu gönnen. Ein hoffnungsloses Unterfangen. Auch jetzt griff Rea zielsicher in die rechte Seitentasche ihrer Hose und beförderte ein Paket Tabak, sowie einige äußerst klebrige Leckereien ans Tageslicht, die sie nach einem Geheimrezept, das von irgendeinem fernen Ende der Welt stammt, herstellte und als homöopathische Stimmungsaufheller an Patienten und Angestellte oder wie sie es nannte „Familie“ zu verteilen pflegte.Während Rea sich schweigend eine Zigarette drehte, griff Lana sich das größte Stück Gebäck und begann es mit übertriebener Sorgfalt zu betrachten, bevor sie sich langsam und genüsslich einen ersten Bissen davon zutraute. So saßen die beiden nebeneinander auf der Wäschekiste, die eine beobachtete den aufsteigenden blauen Qualm ihrer Zigarette, die andere gab sich versunken dem Geschmacksfeuerwerk ihres Gaumens hin.„Du sorgst dich?“, mehr eine Feststellung als eine Frage begann Rea das Gespräch, ohne die Andere anzusehen, ihren Blick weiter auf den aufsteigenden Qualm gerichtet.

Selbst die Energie, die Songo und John ausstrahlten, befürchtete Rea, würde in den nächsten Tagen an ihre Grenzen stoßen, so wie bei Lana, die immer noch wortlos angesichts all ihrer Trauer neben ihr saß. Und dann, führte Rea ihre Gedanken fort, dann würden die richtig harten Zeiten anbrechen, von denen niemand wusste, ob sie zu überstehen sein würden. Rea konnte diesbezüglich auf einige Erfahrungen zurückgreifen und fühlte sich in diesem Moment daran erinnert, wie sie als junge Krankenschwester miterlebte, wie ihre Krankenstation im Amazonasgebiet im Rahmen unübersichtlicher und bis in die Gegenwart ungeklärter Gebietsstreitigkeiten mit Waffeneinsatz dem Erdboden gleichgemacht worden war.

Der Notwendigkeit der Fürsorge für die ihr Anvertraute entbunden, hatte sie die Zerstörung der Gegenwart mit voller Wucht ergriffen und sie musste erkennen, welche Ausmaße von ihr unbemerkt, diese bereits auf ihr eigenes Leben entfaltet hatte.„Bob sucht ihn, nicht wahr?“, flüsterte Lana, kaum Herrin ihrer eigenen Stimme, sie blickte Rea gequält in die Augen. „Er ist heute Nacht schon wieder ohne ihn zurückgekommen, oder?“. Rea vermied es für einen kurzen Moment Lanas Blick zu erwidern, zu sehr schmerzte auch sie der Gedanken an Gregory. „Rea, bitte“, setzte Lana erneut an, „es ist gefährlich da draußen. Ich weiß, du bist weit rumgekommen, aber glaube mir, ich bin hier groß geworden und selbst ich würde mich nicht nächtelang da draußen rumtreiben. Schon gar nicht -“, sie verstummte. Schweres Schweigen lag mit einem Mal über den beiden Frauen in dem dämmrigen Raum. Bis Rea ihre Kraft zusammen nahm und vollendete, was beide dachten, aber bis hierhin nicht auszusprechen gewagt hatten.„Schon gar nicht, … wenn einem so wenig am eigenen Leben liegt, meinst du?“. Lana fixierte Rea mit großer innerer Kraftanstrengung und nickte heftig mit zu einem schmalen Strich zusammen gekniffenen Lippen. Jetzt glänzten auch Reas Augen vor Tränen.