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WALTRAUT ENGELBERG

Das private Leben
der Bismarcks

Pantheon

Dieses Buch ist in Zusammenarbeit mit Achim Engelberg entstanden.
Es wurden Teile aus älteren Publikationen von Waltraut Engelberg,
Otto und Johanna von Bismarck und Das private Leben der Bismarcks,
verwendet. Beide Bücher sind ursprünglich im Siedler Verlag erschienen.

Der Pantheon Verlag ist ein Unternehmen der

Verlagsgruppe Random House GmbH

Erste Auflage

Oktober 2014

Copyright © 2014 by Pantheon Verlag, München,

in der Verlagsgruppe Random House GmbH

Unschlaggestaltung: Büro Jorge Schmidt, München

Satz: Ditta Ahmadi, Berlin

ISBN 978-3-641-12372-7

www.pantheon-verlag.de

INHALT

KEIN SPEZIELLER ORT,
VERSCHIEDENE LANDSITZE

VOM BLEIBENDEN »STEMPEL DER
JUGENDEINDRÜCKE«

STUDIENFREUNDE FÜRS LEBEN

AUF DER SUCHE NACH EINEM
»HEIM IN DER WELT«

»DREI TAGE TRÄNEN«
UND ACHT GLÜCKLICHE JAHRE

PETERSBURG
UND DIE »FEHLENDE HÄUSLICHKEIT«

DIE »PROVISORISCHE EXISTENZ« –
EIN INTERMEZZO VOR AMTSANTRITT

»NANU GEHT’S LOS«

LEBENSKRISEN 1866 UND 1870

ALLES ÜBERSCHATTET DER KRIEG

VARZIN,
DER »HEIMATLICHSTE AUFENTHALT«

FRIEDRICHSRUH
UND DAS »SACHSENWÄLDCHEN«

WIE STEHT’S MIT REISEN?

FREUNDE SIND VONNÖTEN

DIE BISMARCKFAMILIE –
LEIDEN UM HERBERT

VON KÜCHE UND KELLER

VOM WALD UND VON DEN TIEREN

UND DANN BESUCHTEN IHN DIE MALER

UND DIE GEISTIGE NAHRUNG

PLAUDERND ÜBER GOTT UND DIE WELT

»VON DER BÜHNE INS PARTERRE« –
DIE RÜCKTRITTSKRISE

»MEINE ZEIT IST VORBEI«

VOM ABSCHIEDNEHMEN

KONFLIKTE OHNE ENDE BIS ZUM ENDE

NACHBEMERKUNG

PERSONENREGISTER

KEIN SPEZIELLER ORT,
VERSCHIEDENE LANDSITZE

So ist es nicht, dass einem beim Namen Otto von Bismarck ein Ort einfällt, der zu seinem Leben gehört. Es gab kein Sanssouci für ihn wie für Friedrich den Großen, kein Weimar, bei dem man sogleich an Goethe und Schiller denkt, und noch so manche Stätte, wo allein schon der Name die Erinnerung an bedeutende Bewohner wachruft.

Schönhausen, wo Otto von Bismarck geboren wurde, ist ein Städtchen in der Altmark nahe der Elbe; Kniephof, wo er aufwuchs, im Kreis Naugard gelegen und im Umkreis von Stettin, zeigte ein schlichtes Gutshaus in waldreicher Umgebung. Varzin, zu damaliger Zeit verkehrsmäßig nicht leicht zu erreichen, war zwar als pommerscher Landsitz mit einem Schloss angelegt, das Bismarck mit Anbauten versah, aber was ihn dort hinzog, waren die Wälder, die er stundenlang durchstreifte. Friedrichsruh bei Hamburg, sein Amts- und Alterssitz, war ein nach den Bedürfnissen der Familie umgebautes ehemaliges Gasthaus, ein ländlicher Wohnsitz in Stadtnähe, wo der »freie Blick in den Wald« möglich war, was Bismarck so gefiel.

Keiner dieser Orte war damals bedeutend, kein Gebäudeensemble überstand das 20. Jahrhundert. Das alte Schloss in Friedrichsruh wurde bei einem Bombenangriff im Zweiten Weltkrieg zerstört; Kniephof zerfiel, als die Deutschen nach dem Krieg aus dem nunmehr zu Polen gehörenden Land vertrieben wurden; Varzin, das noch am ehesten bis in unsere Tage reicht, ist stark verändert worden. Das Schloss Schönhausen, in dem Bismarck geboren wurde und das zur selben Zeit wie das große Schloss in Berlin entstand, sprengte ein Kommando der Nationalen Volksarmee, weil es angeblich eine »Zwingburg des Junkertums« war.

Was von Otto von Bismarck blieb, sind seine Taten, allen voran die erste nationalstaatliche Einigung der Deutschen, die gleichzeitig eine Neuordnung Europas bewirkte und ihn zum einzigen deutschen Politiker von Weltrang am Beginn des Industriezeitalters machte.

Zwar gibt es einige Gegenstände aus seinem Leben, die in den Bismarck-Museen in Friedrichsruh, Schönhausen und Varzin ausgestellt sind, aber sie sind nicht sehr aussagekräftig.Und anderes, was an ihn erinnert, etwa die trutzigen Bismarck-Denkmäler, verstellt den Blick auf den Menschen Otto von Bismarck geradezu. Es führt kein Weg vom klobigen Hamburger Denkmal zu dem Mann, der eine Prosa schrieb, die in der Naturdarstellung, der Menschencharakterisierung und der Beobachtung der Politik literarischen Rang erreicht.

Was für ein Mensch war dieser Otto von Bismarck? Woher kamen seine Talente, woher nahm er seine Kräfte, und wer stand ihm zur Seite? Davon soll nun die Rede sein.

VOM BLEIBENDEN »STEMPEL DER
JUGENDEINDRÜCKE«

Otto von Bismarck wurde der »eiserne Kanzler« genannt, doch er selbst verstand sich als »eine poetisch angehauchte Natur«. Diese scheinbaren Widersprüche in seiner Persönlichkeit seien »von einem intensiven Zauber«, meinte die mit der Familie vertraute Baronin Spitzemberg, die nach Gründung des Deutschen Reiches in Berlin einen angesehenen Salon führte und die Berliner Gesellschaft kannte wie kaum eine andere.

Schaut man auf Bismarcks Eltern, so zeigt sich ein Paar von sehr konträrer Wesensart. Die Mutter, eine schöne, gebildete Gesellschaftsfrau, war sprachgewandt und von dem Wunsch beseelt, »einen erwachsenen Sohn zu haben, der unter meinen Augen gebildet mit mir übereinstimmen würde, aber als Mann berufen wäre, viel weiter in das Reich des Geistes einzudringen, wie es mir als Frau vergönnt ist«, so die Hoffnung Wilhelmine Louise von Bismarcks, geb. Mencken, der man nachsagte, es fehle ihr das »von« vor dem Namen und d’argent dans la poche, also Geld in der Tasche. Doch dann verband sich diese gebildete Kabinettsratstochter mit dem biederen Landjunker Ferdinand von Bismarck, dessen Briefe durch Sätze von unfreiwilliger Komik auffallen: »Heute ist Ottos Geburtstag. Die Nacht ist uns ein schöner Bock krepiert. Welch niederträchtiges Wetter.«

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Das Paar:

Johanna von Puttkamer, geb. 1824 auf Gut Reinfeld,
und Otto von Bismarck, geb. 1815 in Schönhausen

© Links: Interfoto München: (Sammlung Rauch); Rechts: Archiv der Autorin

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Bismarcks Vater, Karl Wilhelm Ferdinand von Bismarck (1771 bis 1845) war ein biederer Landjunker, mitunter nicht ohne Witz, aber seiner gebildeten Frau und ihren geistigen Ansprüchen keineswegs gewachsen. Seinen Kindern war er in gutmütiger Zärtlichkeit zugetan, und er verzieh ihnen großzügig ihre Jugendsünden. Otto von Bismarck fühlte sich nur der väterlichen Tradition verbunden, nichtachtend, vielleicht nichtahnend, wie viel geistige Potenz ihm doch von der mütterlichen Seite überkommen war. Die Mutter Wilhelmine Louise von Bismarck, geb. Mencken (1789–1839), hatte ehrgeizige Pläne für ihre Söhne und suchte schon früh die Weichen entsprechend zu stellen. Das trübte Ottos Verhältnis zu ihr. Während der Vater sich am liebsten auf dem Lande aufhielt, fühlte sich die Mutter, die eine »Gesellschaftsfrau« war, eher in der Residenz in ihrem Element.

© Archiv der Autorin

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Ein Jahr nach der Geburt Ottos verlegten die Bismarcks ihren Wohnsitz ins pommersche Kniephof. Ottos älterer Bruder Bernhard hat das bescheidene Landgut gezeichnet, in dem die Brüder aufwuchsen. Hier wurde Bismarcks »landschaftlicher Sinn« geweckt und geprägt. Aber schon mit knapp sieben Jahren wurde er aus dieser Welt herausgerissen und auf die Plamannsche Erziehungsanstalt nach Berlin gegeben.

© Archiv der Autorin

Otto von Bismarck wurde am 1. April 1815 in Schönhausen geboren, verlebte aber seine ihm unvergesslichen Kinderjahre in Kniephof im Kreis Naugard, etwa sechzig Kilometer von Stettin entfernt. Nicht reizüberflutet, sondern erlebnisintensiv nahm er das Leben auf dem Lande wahr. Hier bildete sich sein wacher Sinn für eine Landschaft heraus, die ihm immer die liebste bleiben sollte – die waldige Ebene mit Hügeln, Hainen, Wiesen und Baumgruppen, mit Laubwäldern und Bächen. Warum sollte es dem Jungen nicht gefallen, im Sommer im Garten zu helfen – auch einmal die Radieschen herauszuziehen, um zu sehen, ob sie gut wuchsen –, im Winter auf dem Eise zu schlittern oder gar schon »als ganz kleiner Junge« den Vater auf der Rebhuhnjagd zu begleiten, »weil keiner besser als ich, vermöge meines weitern Gesichtes, zu entdecken vermochte, wo die Hühner eingefallen waren«.

Viel zu früh setzte die ehrgeizige Mutter diesen kindlichen Freuden ein Ende, weil sie so rasch wie möglich berufliche Weichen für den Sohn stellen wollte. Da überlegten sich die Eltern so mancherlei. Der Vater hätte »sehnlichst gewünscht«, Otto möge Geistlicher werden, »um einer Pfründe willen«, die nach Bismarcks Erinnerung fünfzehnhundert Taler betragen hätte und der Familie erhalten bleiben sollte. Als seine Frau Johanna im Jahre 1879 davon erfuhr, versuchte sie sich diese Entwicklung ihres Mannes auszumalen und schlussfolgerte ebenso arg- wie ahnungslos, dass er da viel glücklicher geworden wäre. Die Mutter, die ihn gern als »wohlbestallten Regierungsrat« gesehen hätte, wusste ihren Sohn da schon besser einzuschätzen. Sie setzte sich in Erziehungs- und Bildungsfragen auch immer energisch durch, nie der gutmütige Vater, dessen Stoßseufzer der Sohn gelegentlich zitierte: »Was tut man nicht, um den Hausfrieden zu erhalten.«

Auf Wunsch der Mutter wurde Otto drei Monate vor seinem siebten Geburtstag in die Plamannsche Erziehungsanstalt gegeben, ein seinem Wesen konträres Institut. Diese wohl zu unbedachte Entscheidung trübte sein Leben lang das Verhältnis zur Mutter. Bis zum zwölften Lebensjahr blieb er bei Plamann, und noch im hohen Alter urteilte er harsch über die dort verbrachte Zeit: »Meine Kindheit hat man mir in der Plamannschen Anstalt verdorben, die mir wie ein Zuchthaus vorkam.« Und: »Infolgedessen werden meine Jungen natürlich verzogen …«

Der Wechsel vom ungebundenen Umherstreifen in Wald und Feld oder in den Ställen zu einem streng disziplinierten Tagesablauf war zu abrupt, denn »in der ganzen Anstalt herrschte rücksichtslose Strenge … Die Plamannsche Anstalt lag so, daß man auf einer Seite ins freie Feld hinaussehen konnte. Am Südwestende der Wilhelmstraße hörte damals die Stadt auf. Wenn ich aus dem Fenster ein Gespann Ochsen die Ackerfurche ziehen sah, mußte ich immer weinen vor Sehnsucht nach Kniephof.«

Die Konflikte in seiner kindlichen Seele wurden zumindest von seinen Mitschülern nicht wahrgenommen. Im Gegenteil, später versuchte man sogar, ihm eine Führungsrolle unter den Schülern anzudichten, was er selbst resolut zurückwies. Er sei ein Junge gewesen wie andere auch. Zwölf Stunden fast täglich unter dem Joch eines rigiden Zeitplans aus Unterricht, Arbeitsstunden, gemeinsamem Spaziergang und offizieller Spielzeit – das erschien ihm als unerträglicher Zwang. In der Plamannschen Anstalt habe ein »künstliches Spartanertum« geherrscht, heißt es bei ihm, niemals habe er sich satt gegessen, und er rügte dabei das »elastische Fleisch« und die gekochten Möhren mit den harten Kartoffeln darin. Noch im Februar 1876 erinnerte er sich böse, dass man des Morgens die Kinder mit Rapierstößen weckte, und beschuldigte die von Rousseau beeinflussten Lehrer des Adelshasses.

Für seine Renitenz gegen dieses Erziehungssystem brachte Bismarck viele Gründe vor, wobei hier nicht erörtert sei, inwieweit die Anstalt bei seinem Eintritt ihren selbstgestellten Zielen noch gerecht wurde. Hier ist nur die abträgliche Wirkung auf Bismarck von Belang und vor allem eines: Alles, was ihm dort an Widrigkeiten zustieß, lastete er seiner Mutter an. »Ich bin nicht richtig erzogen. Meine Mutter ging gern in Gesellschaft und kümmerte sich nicht viel um mich.« Später meinte Bismarck zu seiner Frau, die Mutter habe wenig von dem gehabt, was der Berliner »Gemüt« nennt. Oft verdarb sie ihm auch noch die langersehnten Ferien in Kniephof, weil sie just zu der Zeit zur Kur fuhr, wo »man« sich damals traf. Otto wurde dann zum Onkel Fritz nach Templin bei Potsdam abgeschoben.

Friedrich von Bismarck, der früh in die Armee eingetreten war und es darin bis zum Generalleutnant gebracht hatte, sollte und konnte dem heranwachsenden Knaben von seinen militärisch-politischen Erfahrungen manches vermitteln, aber es war wohl doch nicht genug, um den Feriengast für die von den Eltern gewünschte militärische Laufbahn einzunehmen. Später hat er als gelegentlicher Gast in der Berliner Stadtwohnung der Bismarcks in der Behrenstraße bei den Zusammenstößen der nervösen Mutter mit den selbstbewusster werdenden Söhnen familiär besänftigend gewirkt.

Die schmerzlichen Kindheitserlebnisse hatten nachhaltige Folgen für Bismarcks Lebensgestaltung. Er nahm sich vor, dass es so, wie er es erfahren hatte, keineswegs in seiner künftigen Familie zugehen sollte. Er suchte das Gegenbild zu seiner Mutter, keine »Gesellschaftsfrau für andre«, sondern eine warmherzige Gefährtin für sich und eine gütige Mutter für die Kinder. Dabei lässt sich psychologisch Aufschlussreiches erkennen: Otto von Bismarck, dem Traditionelles besonders am Herzen lag, seien es die »Baumahnen« in der Natur oder die Vorfahren in der Familie, verfolgte interessiert nur die väterliche Traditionslinie, die junkerlich-ländliche. Die mütterliche, aus der ihm zweifellos viele geistige Anlagen überkommen waren, nahm er nicht wahr, weil er sie nicht wahrnehmen wollte. Die emotionale Blockade engte – wie oft im Leben – auch bei ihm das unbefangene Urteil ein. Wo das Gefühl sich verweigert, dort reduziert sich auch das geistige Erkenntnisvermögen.

Verglichen mit den Verhältnissen bei Plamann, erschien Bismarck seine Gymnasialzeit wie eine »milde Zucht«. Liebevoll erinnert er sich der Trine Neumann, die sich »redlich um meine Knabenzeit verdient gemacht hat«. Die kam vom väterlichen Gut in Schönhausen und war ihm und dem Bruder Bernhard beigegeben als »Haushof-, Küchen-, Keller- und Sittenmeisterin«. Sie hatte die Jungen gern, tat alles für sie und bereitete ihnen täglich abends ihr Leibgericht: Eierkuchen. Wie ein Rohrspatz konnte sie schimpfen, wenn die beiden wieder einmal zu spät kamen und ihre Eierkuchen aufgebacken werden mussten, weswegen sie ihnen prophezeite, dass aus ihnen im Leben nichts Vernünftiges werden würde. Aber wenn die Jungen sich dann auf die aufgebackenen Eierkuchen stürzten, war sie sogleich wieder versöhnt.

Heiter und wehmütig dachte Bismarck später an die gute alte Trine zurück, und auch den Kuhhirten Brand aus Kniephof vergaß er nie, der so alt gewesen sein muss, dass er noch Teilnehmer der Schlacht bei Fehrbellin kannte: »Wenn er mir ins Gedächtnis kommt, ist mir immer wie Heidekraut und Wiesenblumen.«

Es gibt nicht eine Zeile, in der Bismarck ähnlich liebevoll der Mutter gedachte. Lediglich in einem Brief an Johanna konzedierte er einmal: »Sie wollte, daß ich viel lernen und viel werden sollte, und es schien mir oft, daß sie hart, kalt gegen mich sei. Was eine Mutter dem Kinde wert ist, lernt man erst, wenn es zu spät, wenn sie tot ist; die mittelmäßigste Mutterliebe, mit allen Beimischungen mütterlicher Selbstsucht, ist doch ein Riese gegen alle kindliche Liebe.«

Ganz anders urteilte er über den Vater: »Meinen Vater liebte ich wirklich, und wenn ich nicht bei ihm war, faßte ich Vorsätze, die wenig Stand hielten; denn wie oft habe ich seine wirklich maßlos uninteressierte gutmütige Zärtlichkeit für mich mit Kälte und Verdrossenheit gelohnt. Und doch kann ich die Behauptung nicht zurücknehmen, daß ich ihm gut war im Grunde meiner Seele.« Das lässt sich vielfach erkennen; nicht nur, weil Bismarck die Schwester anwies, welche Briefe den Vater am meisten erfreuen würden, sondern auch, weil er selbst gutherzig jene inszenierten Fuchsjagden des Vaters mitmachte, bei denen man von vornherein wusste, dass kein Fuchs zu erlegen war.

Als Bismarck schließlich der Pensionszeit in Berlin entwachsen war, die er zuletzt bei einem Oberlehrer Bonnell am Grauen Kloster verbracht hatte – einem braven Mann, der ihn pflichtschuldigst »immer am Bändel« hielt –, und mit noch nicht ganz siebzehn Jahren auf die Universität nach Göttingen kam, da brachen alle Dämme; jetzt fühlte er sich »endlich mal in Freiheit«. Er hätte, so charakterisiert er es selbst, »wie ein junges Füllen nach hinten und vorn ausgeschlagen«.

Das krasse Gegenteil eines Fehlers ist oft wieder ein Fehler. Allzu starken Zwängen folgt als Reaktion nicht selten Zügellosigkeit. Bismarck kostete seine neu gewonnene »Freiheit« voll aus; die Studienjahre waren eine Zeit des unmäßigen Trinkens, Fechtens und Schuldenmachens.

STUDIENFREUNDE FÜRS LEBEN

Sein ganzes Leben lang bedurfte Otto von Bismarck vertrauter Menschen, denen er sich öffnen konnte, sei es im Gespräch oder in Briefen. In seinen wilden Studentenjahren in Göttingen schloss er einige Freundschaften, die lebenslang hielten.

Gleich zu Beginn seines Studiums, im Jahr 1832, schloss er sich dem Korpsbruder Gustav Scharlach an, der ihm später als preußischer Verwaltungsrat verbunden war. Zunächst aber ging es hoch her bei den Mitgliedern des Korps »Hannovera«. Bei Trinkgelagen und Ausschweifungen aller Art fand man Bismarck immer mittendrin, extravagant gekleidet, etwa in schreiend gelben Anzügen, und eifrig im Duell; 28 Mensuren will er in drei Semestern bestanden haben. Noch im Alter erzählte er voller Stolz und mit sichtlichem Wohlgefallen, seine Klinge sei gefürchtet gewesen. Hin und wieder erwachte in ihm, wie der Schriftsteller Adolf von Wilbrandt beobachtete, der »alte Mensurenpaukant«. Er glaubte, eine äußerst kunstgerechte und stilvolle Fechtweise praktiziert zu haben, eine, bei der man sich bei aller Schneidigkeit des Angriffs die Klinge nicht ins Gesicht kommen ließ, »er rückte näher«, wenn er davon erzählte, »sein Körper beugte sich vor, seine Augen schienen noch mehr hervorzutreten und zu leuchten«.

Aber in Göttingen war er noch kein gestandener Mann, sondern ein entfaltungssüchtiger Student. Dem Kumpan Gustav Scharlach gegenüber brach es einmal renommierend aus ihm heraus: »Ich werde entweder der größte Lump oder der erste Mann Preußens.« Scharlach zeichnete ihn damals in körperlich abgezehrtem Zustand, was Bismarck dem Vater gegenüber, der wegen Ottos wachsenden Schuldenberges ungehalten war, sofort nutzte, indem er das Jämmerliche seiner Erscheinung auf einen Mangel an Subsistenzmitteln schob.

Irgendwann scheint Bismarck von dem zügellosen Treiben genug gehabt zu haben. Er verlegte seinen Studienort im Winter 1833/34 nach Berlin, trat aus der Korpsgemeinschaft der »Hannovera« aus, brach aber nicht mit Gustav Scharlach. Ganz im Gegenteil, der Göttinger Gefährte wurde in den Jahren 1839 bis 1844 sein Vertrauter, als er von Kniephof aus die väterlichenen Güter bewirtschaftete und unter der Öde und Einsamkeit des Landlebens litt, das beschränkt war »auf den Umgang mit einer mehr zahlreichen als interessanten clique von pommerschen Krautjunkern, Philistern und Ulanenoffizieren«, wie er klagte. Als er sich für kurze Zeit bei der Regierung anstellen ließ, habe er dort die »Leute und Geschäfte grade so schaal und unersprießlich« gefunden. Das langweilige Landjunkerdasein und der unbefriedigende Dienst in der Verwaltung schienen ihm kaum erträglich, und da tat es ihm gut, dem Freund sein Herz auszuschütten.

Was hier bei Bismarck an kritischer Sicht auf die Verhältnisse zum Vorschein kommt, ist sicherlich auch durch die beiden Freunde angeregt, mit denen er von Göttingen nach Berlin wechselte. Beide waren keine Korpsstudenten, weder der aus dem amerikanischen Großbürgertum stammende Kommilitone John Lothrop Motley noch der baltische Graf Alexander von Keyserling. Aus Göttingen hatte Motley kritisch nach Hause geschrieben: »Die Universitätsstädte sind das Heim aller Übertreibungen … Man begegnet auf der Straße kaum einem Studenten, dessen Anzug nicht wo anders einen Pöbelauflauf verursachen würde … Jedermann folgt seinem eigenen Geschmack und modelt sich nach seinem Schönheitssinn.«

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Nach der Schulzeit, die ihm stets in schlechter Erinnerung blieb, genoss der junge Bismarck das Studentenleben in Göttingen in vollen Zügen. »Ich habe in Göttingen im Corps immer den Ton angeben müssen«, erklärte er später. Selbst wenn er im Rückblick kritisch anmerkte, an den Universitäten lerne man ein liederliches Leben zu führen, war er zeitlebens stolz darauf, dass er sich auf dem Fechtboden wacker geschlagen hatte. In Göttingen lernte er den Amerikaner John Lothrop Motley und den baltischen Grafen Alexander von Keyserling kennen, Freunde, die später in Berlin im Umkreis der Friedrichstraße wohnten.

© Archiv der Autorin

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Bernhard von Bismarck (1810–1893) half seinem jüngeren Bruder Otto mehr als einmal aus der Klemme, so als dieser sich durch seinen gefährlichen Hang, mehr auszugeben als er einnahm, arg verschuldet hatte. Bernhard unterschrieb seine Briefe an Otto manchmal mit »Freund und Bruder«.

© Archiv der Autorin

Die drei Göttinger Studienfreunde wohnten schließlich in Berlin nahe beieinander im Umkreis der Friedrichstraße. Bismarck hat ihre Beziehungen selbst beschrieben: »Wir, Motley, Keyserling und ich, lebten daselbst in innigstem Verkehr miteinander, indem wir unsere Mahlzeiten und Übungen gemeinschaftlich hielten.« Bei gemeinsamer Lektüre von Shakespeare und Byron erweiterten sie ihren geistigen Horizont und bildeten sich zu Persönlichkeiten heran. Bismarck bekannte damals seinen »radikalen Unglauben« und dass er »skeptisch bis zum Extrem« sei. Während sich Motley und Keyserling früh systematisch und beflissen auf ihr Studium konzentrierten, zog Bismarck es vor, sich rasch und mit Hilfe von Repetitoren auf die Prüfungen vorzubereiten. Viel lieber kümmerte er sich um Literatur und Geschichte, Erdkunde und Sprache, und er hörte gern Keyserlings Klavierspiel zu.

Motley wie Keyserling hatten einen distanzierten Blick aufs Preußentum, und sie dürften Bismarck zum Nachdenken über die Zustände in seiner Heimat angeregt und ihm auf jeden Fall neue Aspekte nahegebracht haben. Ganz offensichtlich ist Bismarck von Motleys Kritik an der »adelsstolzen Klasse« der »Vons« beeinflusst, wenn er über einen adligen Bekannten spottet, »dem am Menschen alles, am Kammerherrn nichts fehlt als ein Schloß vor’s Maul. Er lebt hier in ruhiger Gemeinschaft mit 30 Vettern, denen er alles nichts vorzuwerfen hat, und von deren Beisammensein eine polizeiwidrige Anhäufung von Dummheit die einzige Folge ist, sie essen nicht, sie trinken nicht, was thun sie denn? Sie zählen ihre Ahnen.« Motley schreibt in seinem Roman »Morton’s Hope« von einem Otto von Rabenmark, der es wild treibt im Leben, aber dennoch nicht abgestumpft ist gegen vernünftige Argumente. Dieser Otto, in dem unschwer Bismarck zu erkennen ist, vertraut auf die Zeit. Dies ist umso bemerkenswerter, als der Roman 1839 erschien, also Jahrzehnte vor Bismarcks Auftritt auf der großen Weltbühne, somit kann der Autor gar nicht mit dem Wissen von Bismarcks geschichtlicher Wirkung das Göttinger Studentenleben überhöht und damit Späteres in Früheres hineingedeutet haben. Neben dem Amerikaner dürfte Graf Alexander von Keyserling, in dessen Elternhaus eine Geistigkeit von weitaus höherem Rang herrschte als bei den Bismarcks, Ottos Horizont erweitert haben. Die Keyserlings unterhielten Beziehungen zur Petersburger Akademie und standen in kritischer Distanz zum Preußentum.

Weil Bismarck seine »wilde Jugendzeit« in einsichtig-kritischer Erinnerung behielt, hatten es die Abgesandten der Universität Göttingen schwer, die bei dem prominenten Politiker anlässlich seines siebzigsten Geburtstages vorsprachen, um ihm die Ehrendoktorwürde anzutragen. Als der Rechtslehrer Professor Ihering höflich den zu Ehrenden nach seinen Lehrern fragte, antwortete Bismarck recht freimütig, »von letzteren habe er wenig gehabt, sie hätten ihm kein Interesse für die Jurisprudenz abzugewinnen vermocht, nur der Historiker Heeren hätte ihn angeregt«. Auch mit der Arbeit sei es in Göttingen nicht viel geworden, insbesondere die Ferien, die er an der Universität zuzubringen pflegte, seien mit Kartenspiel und Trinken ausgefüllt gewesen, insgesamt schon ein »arges Leben«. »Mit den Pedellen scheint er in nähere Berührung gekommen zu sein als mit seinen Lehrern«, berichtete der Jurist leicht konsterniert, denn Bismarck hatte auch von der Karzerstrafe erzählt, die er noch in Berlin abbüßen musste.

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Zwei schöne Engländerinnen brachten Otto von Bismarck in seiner Referendarzeit in Aachen in arge Verwirrung. Zuerst verliebte er sich in Laura Russel, die angebliche Nichte des Herzogs von Cleveland, dann in die hier abgebildete, allseits bewunderte Isabella Loraine-Smith, mit der man schon über den Hochzeitstermin verhandelte. Doch auch diese Liebesbeziehung wurde aufgelöst, und Bismark kehrte »arm am Beutel, krank am Herzen« nach Pommern zurück.

© Archiv der Autorin

Der Kanzler wurde dennoch geehrt, und zwar am 28. März 1885, wenige Tage vor dem runden Geburtstag, den er dann im heiteren Kreis unter anderem in Gesellschaft seines einstigen Fuchsmajors von der Göttinger »Hannovera«, Baron Firks-Samiten, zubrachte. Als Firks ihn unverblümt nach einem passenden Nachfolger fragte, konterte Bismarck: »Ich brauchte ja dann nur schon zu Lebzeiten tot zu sein«, worauf Firks tiefsinnig bemerkte: »… eine echt Bismarcksche Antwort, die ich mir wie gewöhnlich erst ins Dumme übersetzen muß, um sie ganz zu verstehen.« Er habe, als Fuchsmajor und Freund, Bismarck die liberale innere Politik zu verbieten versucht, doch dieser habe ihn auf die gute Schnapsbrennerei in Kurland verwiesen und ihm bedeutet, »er solle sich nicht um Politik kümmern«, und dazu noch weiteres, was er »nicht verstanden habe«. In Göttingen jedenfalls – und davon verstand der alte Fuchsmajor etwas – war Bismarck »stets sehr forsch und konnte ausgezeichnet kneipen und pauken«.

Die Stadt Göttingen verlieh dem großen Staatsmann am 1. April 1890 auch noch das Ehrenbürgerrecht. Das änderte nichts daran, dass Bismarck Abiturienten, die ihn in Friedrichsruh besuchten, warnte, wie er seine Söhne gewarnt hatte, dass man an den Universitäten ein liederliches Leben lerne. Die Universitäten seien nur für die Professoren da, die bei einem »ziemlich kleinen, lächerlichen Familienleben eine wissenschaftliche Gemeinschaft bilden und einen Lebensunterhalt jetzt haben, um ihre Bücher zu schreiben«, äußerte er beim Besuch seines alten Studienfreundes Alexander von Keyserling im Oktober 1868 in Varzin. »Die Vorträge sind pure Form, man lernt in acht Tagen aus den Heften, was zum Examen nötig ist. Für die Jungen ist es die heilloseste Anstalt; sie lernen nichts als ihre Gesundheit verwüsten und ein nichtsnutziges Leben führen.« Darauf mischte sich Johanna ins Gespräch: »Ach ja, als ich in Berlin die Universität wiedersah, so war ich ganz gerührt bei dem Gedanken, daß hier mein lieber Bismarck als Studentchen ein- und ausgegangen war, und ich sagte ihm ganz ergriffen: ›Ach, da bist du wohl täglich gewesen!‹ – ›Niemals‹, antwortete er mir ganz wild«, und das bestätigte Keyserling, der es wissen musste. »So ist’s; er war nie da, und zu seinem Examen präparierte er sich in einer Woche und bestand es; und als er davon zurückkam, war er noch ganz wütend, daß er so viel gelernt.«

Die »wilde Jugendzeit« brachte Bismarck den Ruf des »tollen Junkers« ein, was im Grunde nur verdeckte, dass er noch keinen inneren Schwerpunkt gefunden hatte, noch kein Lebensziel und kein seelisches Zuhause. Ein vages Gefühl ungenutzter Kräfte war in ihm, er befand sich noch auf der Suche nach dem ihm Gemäßen, nach seinem Platz. Aachen jedenfalls, wohin er sich nach der ersten juristischen Prüfung im Jahre 1836 als Referendar beworben hatte, war es nicht, obwohl ihm der dortige Regierungspräsident Graf Adolf von Arnim-Boitzenburg durchaus gewogen war.

In Aachen kreuzten nacheinander zwei bildschöne Engländerinnen seinen Weg, die ihm die ohnehin nicht sehr geliebte Arbeit verleideten und ihm den Kopf verdrehten. Zunächst entwickelte sich die Liebesaffäre mit Lady Laura Russel, der angeblichen Nichte des Herzogs von Cleveland, fast so rasant wie das Finanzdefizit, das ihm die Gesellschaft mit den reichen Engländern einbrachte. Doch die reizende Laura war, wie er zufällig erfuhr, nur eine illegitime Tochter des Herzogs. Zerknirscht und verletzt fürchtete er, als »that tall monster« angesehen zu werden, »the silly German baron, whom they have caught in the woods, with his pipe and his seal-ring«.

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Mit der früh verstorbenen Marie von Thadden (1822–1846) begegnete Bismarck einer Frau, die ihn geradezu unwiderstehlich anzog und die nach Wesen und Herkunft zu ihm passte. Sie war »das pommersche Landfräulein mit gerade genug Anflug der großen Welt«, das Bismarck sich so sehr wünschte. Doch sie war gebunden an Moritz von Blanckenburg. Nach ihrem Tod schloss Bismarck sich Johanna von Puttkamer an, auf die Marie ihn hingelenkt hatte. Aber immer, wenn ihm später eine Frau gefiel, sah er ein »Stückchen Marie Thadden« in ihr.

© Archiv der Autorin

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Johanna von Puttkamer, die Vertraute Marie von Thaddens, war ein pommersches Landfräulein, das nie etwas anderes werden wollte als eine pommersche Gutsherrin mit einer großen Familie. Sie galt nicht als schön, und es fehlte ihr ganz offensichtlich an charmanter Leichtigkeit und Eleganz, aber sie war warmherzig, treu und fürsorglich. Otto fand bei ihr einen Ort in der Welt, den »all ihre dürren Winde nicht erkälten«.

© AKG Images, Berlin

Auch die folgende, für ihn ebenfalls kostspielige Liaison mit der ob ihrer Schönheit bewunderten Isabella Loraine-Smith endete mit einem Fiasko. Man sprach bereits über den Hochzeitstermin, doch dann ging die Verbindung nach den Honigmonaten in die Brüche. Wahrscheinlich hatten sich die Engländer für die pekuniäre Lage des Freiers interessiert und sie keineswegs verheißungsvoll gefunden. Schließlich kehrte Bismarck »arm am Beutel, krank am Herzen« ins pommersche Kniephof zurück und versuchte, sein künftiges Erbe durch agrarische Modernisierungen aufzuwerten. Eine dritte Werbung um ein Fräulein Ottilie von Puttkamer schlug ebenfalls fehl, allerdings ohne weitere Spuren zu hinterlassen.

AUF DER SUCHE NACH EINEM
»HEIM IN DER WELT«

Spuren fürs Leben hinterließ bei Bismarck nur eine, die Tochter des Patriarchen der pommerschen Pietisten, Marie von Thadden. Sie berührte Tiefenschichten seiner Seele. Reizvoll war sie, diese Marie, voll sinnlicher Ausstrahlung und dennoch frommen Sinnes. Mit Erschrecken gewahrte sie seinen Pantheismus und wollte ihn aus seelischer Unbehaustheit retten. Liebevoll tat sie es und schalkhaft zugleich, man sprach und scherzte miteinander und kam sich in gefährlicher Weise nahe. Gefährlich, weil eben die Frau, die Bismarcks Ideal so sehr verkörperte, verlobt war mit Moritz von Blanckenburg, dem Bismarck zu jener Zeit freundschaftlich verbunden war. Welche Verwirrung der Gefühle auf beiden Seiten! Nur allzu deutlich spürte Marie den Unterschied zwischen Bismarck und ihrem bieder-frommen »guten Moritz«. Unverhohlen schrieb sie sogar an den Verlobten von Bismarcks »einnehmender Persönlichkeit«. Noch deutlicher erfuhr es ihre Freundin Johanna von Puttkamer aus Reinfeld. Da ist von Goethes »Wahlverwandtschaften« die Rede, eine Lektüre, die sie vor Erregung fortgelegt habe, »weil sie doch leicht über mich Gewalt bekommen könnte«, die finstere dämonische Welt, die Marie darin erkennen will. Als kaum verdecktes Bekenntnis ist auch ihr aufregendes Gespräch mit Karl Ludwig Zitelmann zu verstehen, einem Freund ihres Verlobten, der von Menschen gesprochen habe, »die lange dahinlebten, ohne eine tiefe Liebe zu empfinden, die zu lieben glaubten, ja heirateten, ohne sie zu kennen. Aber wehe, wenn noch nach geschlossener Ehe die wahre Wesenserfüllung ihnen entgegentrete, dann fingen sie erst an zu leben, dann rühre sich der höhere Pulsschlag ihres Wesens – aber um für ewig unglücklich in der Ehe zu werden.«