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Inhaltsverzeichnis
 
DIE AUTORINNEN
DER FOTOGRAF
Titel
Vorwort
 
Kapitel 1
Christkinds Geheimnis
Erster Dezember
 
Kapitel 2
Rauschgold
Zweiter Dezember
 
Kapitel 3
Santa Claus is coming to town
Dritter Dezember
 
Kapitel 4
Böses Mädchen
Vierter Dezember
 
Kapitel 5
Die Adventsfeier
Fünfter Dezember
 
Kapitel 6
Das besondere Geschenk
Sechster Dezember
 
Kapitel 7
Engel
Siebter Dezember
 
Kapitel 8
Weihnachtsfrau in Not
Achter Dezember
 
Kapitel 9
Bescherung
Neunter Dezember
 
Kapitel 10
Bällchen süß sauer
Zehnter Dezember
 
Kapitel 11
Sitz, Freund, Platz
Elfter Dezember
 
Kapitel 12
Glockenläuten interruptus
Zwölfter Dezember
 
Kapitel 13
Ein sehr nasses Weihnachtsmärchen
Dreizehnter Dezember
 
Kapitel 14
Julklapp
Vierzehnter Dezember
 
Kapitel 15
Betthupferl
Fünfzehnter Dezember
 
Kapitel 16
Himmlisches Vergnügen
Sechzehnter Dezember
 
Kapitel 17
Weihnachtsgeld
Siebzehnter Dezember
 
Kapitel 18
Überschrift: Happy Holiday
Achtzehnter Dezember
 
Kapitel 19
Naschkatzen
Neunzehnter Dezember
 
Kapitel 20
Fest der Liebe
Zwanzigster Dezember
 
Kapitel 21
Adventskalender
Einundzwanzigster Dezember
 
Kapitel 22
Sex on the Beach
Zweiundzwanzigster Dezember
 
Kapitel 23
Weihnachtsschmuck
Dreiundzwanzigster Dezember
 
Kapitel 24
Weihnachtskarpfen
Vierundzwanzigster Dezember
 
69 Tipps für den heißesten Weihnachtssex aller Zeiten
Copyright

DIE AUTORINNEN
Sophie Andresky, geboren 1973, wurde mit ihren Kurzgeschichtenbänden und dem Roman Vögelfrei zur erfolgreichsten Porno-Autorin Deutschlands. Ihre Artikel erschienen in zahlreichen Magazinen, derzeit ist sie Kolumnistin beim Penthouse-Magazin und bei www.joyclub.de. Besuchen Sie Sophie Andresky im Internet: www.sophie-andresky.de.
 
Maria Fangerau wurde 1965 in München geboren. Als freischaffende Autorin lebt sie in der Gegend von Frankfurt und hat bereits mehrere Sachbücher und Ratgeber veröffentlicht. Besuchen Sie Maria Fangerau im Internet: www.maria-fangerau.de.

DER FOTOGRAF
Norbert Guthier lebt und arbeitet wahlweise in Deutschland und Spanien. Mit dem Thema Aktfotografie setzt sich Norbert Guthier schon seit vielen Jahren auseinander. Seit 1991 sind seine Aufnahmen in zahlreichen Galerien und Museen im In- und Ausland zu sehen. Regelmäßig erscheinen Portfolios mit Arbeiten von ihm in allen wichtigen internationalen Fotopublikationen.

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Vorwort
Wir lieben Weihnachten!
Wir finden, dass das eine ganz besonders sinnliche Zeit ist.
Überall duftet es nach Zimt, gerösteten Maronen und Glühwein, man hüllt sich in kuschelige Mäntel, hochhackige Stiefel und flauschige Pullis. Und es gibt so viele schöne Möglichkeiten, um sich wieder aufzuwärmen: Kaminfeuer, eine gemütliche Teatime in einem richtig schönen Hotel oder ein Abend in der Sauna. Die beste ist natürlich Körperkontakt: ein bisschen drängeln am Skilift, Engtanz auf der Weihnachtsfeier, der Kuss unterm Mistelzweig.
Schließlich geht es um »das Fest der Liebe«, bei dem dicke Männer nachts durch enge Kamine rutschen, Engel in durchsichtigen Hemdchen herumhuschen, Rentieren das eine oder andere Körperteil rot anschwillt und auch große Mädchen beim Weihnachtsmann auf dem Schoß sitzen dürfen. Dieser emotional-erotische Ausnahmezustand muss gefeiert werden, zu zweit, zu dritt, mit bunten Accessoires oder unter karibischen Palmen. Und ganz egal, ob man als Single in den Wintersport fährt, sich mit dem Angetrauten ein Liebeslager im heimischen Heuschober einrichtet oder die Nächte auf dem Gästebett bei Verwandten verbringt, Zeit und Gelegenheit für ein bisschen Halleluja und Glockenläuten ist doch immer.
Vielleicht liegt es am ausufernden Kitsch, der Geschenke-Orgie oder dem Zuckerschock nach diversen Marzipanpralinen, diese Zeit euphorisiert uns irgendwie alle. Der erste Schneeregen treibt uns auf engstem Raum zusammen, die Fensterscheiben der Bars beschlagen in schwitziger Hitze, die Glühweingläser klirren. Das Jahr ist beinahe vorbei, jetzt lässt man’s noch mal richtig krachen. Und wo könnte man das besser als im Bett? Endlich, einmal im Jahr, ist das Leben gerecht:
Gute Mädchen bekommen ein Geschenk und böse die Rute. Kein ganz schlechter Deal, oder?
Da die einen (Frauen) auf Geschichten, die anderen (Männer) eher auf Sachbücher stehen, haben wir uns um aufregende Ausgewogenheit bemüht:
In diesem Buch gibt es jeden Tag einen kleinen erotischen Kick – bestehend aus einer Schweinigelei fürs weihnachtliche Kopfkino und harte, doch nicht minder heiße Fakten für all diejenigen, die es ganz genau wissen wollen.
Damit sollte es nicht schwerfallen, die Körpertemperatur konstant auf hohem Niveau zu halten.
 
Eine heiße Weihnachtszeit wünschen herzlich
Sophie Andresky und Maria Fangerau

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Christkinds Geheimnis

Moni singt und trällert schon den ganzen Tag. Ihr Mann, seine Eltern und die beiden Kinder sitzen noch am Frühstückstisch, die Erwachsenen essen Stollen und besprechen, wer heute Abend für das Tranchieren der Gans und die Weinauswahl zuständig sein soll; die Kinder quengeln, wann endlich der Weihnachtsmann kommt. Moni formt Pasteten aus Blätterteig, rührt nebenher in der Suppe, verteilt Schokolade und Plätzchen auf Etageren, scherzt mit dem Postboten und arrangiert Blumen und Zweige in großen Vasen.
»Deine Frau hat ja echt die Ruhe weg«, bemerkt die Schwiegermutter, und man kann nicht genau sagen, ob sie es anerkennend meint oder spitz. Die Kinder jagen um den Esstisch herum und versuchen immer wieder, durch die Wohnzimmertür ins Weihnachtszimmer zu lugen, aber Moni hat die Glastüren mit Geschenkpapier abgeklebt und scheucht die Kinder in ihre Zimmer. Dann zieht sie sich ebenfalls für einige Minuten zurück.
Als sie wiederkommt, streiten sich gerade ihr Mann und der Schwiegervater darüber, wie der große Baum von der Terrasse ins Wohnzimmer transportiert werden soll, und die Schwiegermutter regt sich auf, weil die beiden Männer mit dreckigen Stiefeln durch die frisch gewischte Küche stiefeln. Moni schwingt den Mopp, singt noch ein Halleluja und packt die letzten Päckchen ein, immer wieder unterbrochen vom Küchenwecker, dem Ping der Mikrowelle oder dem Telefon. Sie summt, lächelt und hat anscheinend sechs Hände, die alle etwas Unterschiedliches tun.
Als ein bisschen Ruhe eingekehrt ist, macht sich die Schwiegermutter auf die Suche nach Moni und findet die Tür des Schlafzimmers geschlossen. Sie geht durch das Badezimmer, und die zweite Tür steht einen Spaltbreit offen. Die Schwiegermutter späht hinein und sieht Moni auf dem Bett liegen, die Augen geschlossen, den Rock bis zum Bauch hochgeschoben, zwischen ihren Beinen die Hände, die einen surrenden violetten Vibrator halten. Moni wirkt ganz konzentriert, sie ist weit weg, nimmt nichts anderes mehr wahr, nur die Spitze, die sie langsam zwischen ihren Schamlippen auf- und abgleiten lässt, immer tiefer, bis sie den Vibrator schließlich ganz in ihrer Möse versenkt. Dann wird ihr Atem schneller, sie schiebt das Gerät mit regelmäßigen Bewegungen in sich hinein und wieder heraus, immer wieder, während die Finger ihrer anderen Hand über ihre Klitoris flattern. Plötzlich bäumt Moni sich auf, spannt das Becken, stöhnt leise und kichert, die Augen immer noch geschlossen. Sie streichelt sich über die Brüste und die Oberschenkel, zieht den Vibrator aus ihrer Möse und streckt sich. Sie ist völlig entspannt. Dann öffnet sie die Augen und sieht direkt auf den Schlafzimmertürspalt und in das erstaunte Gesicht ihrer Schwiegermutter.
Die schlägt schnell die Tür zu.
Als Moni herauskommt, mit ordentlicher Kleidung, auf dem Gesicht wieder das friedliche Lächeln, das sie schon den ganzen Tag zeigt, drückt ihre Schwiegermutter ihr mit verstohlener Geste einen Geldschein in die Hand. »Besorg mir auch so ein Dings«, sagt sie leise, »ich bin manchmal sehr gestresst.« Moni gibt ihr das Geld zurück und legt den Arm um ihre Schwiegermutter. »Das«, sagt sie, »schenk ich dir in ein paar Tagen nachträglich zu Weihnachten.«
 
 
AUS SOPHIES NÄHKÄSTCHEN
Sex mit Vibratoren finde ich fast noch schöner, wenn man dabei zu zweit ist, zum Beispiel bei einem französischen Vorspiel. Lecken und dabei vorsichtig gefickt werden: Nichts macht meine Muschi nasser und entspannter. Ich finde die meisten Spielzeuge allerdings viel zu groß, deshalb sehe ich mich immer gern in der Anal-Abteilung um. Und bitte keine Raupen, Delfine oder Maulwürfe!

Erster Dezember

Der erste Adventssonntag liegt bereits hinter Ihnen, die erste Kerze brennt, und Sie fragen sich, was um Himmels willen soll ich der oder dem Liebsten nur schenken zum Fest? Gehen wir davon aus, dass Sie nach einem intimen Geschenk suchen, das Freude macht und wahre Jubelschreie auslöst, das Sie gemeinsam, aber auch allein genießen können, dann bleibt eigentlich nur der gute alte Dildo. Über zweitausend Jahre ist er schon alt, dieser Lustbringer. Man kannte ihn im antiken Ägypten ebenso wie im alten China. Er war aus Jade, Porzellan oder Keramik, aus Glas und mit warmem Wasser befüllbar, kommt heute im modernen Latex- oder Naturkautschukgewand daher und spendet sowohl männlichen wie weiblichen Nutzern Entzücken. Für die Damenwelt ist der Vibrator die ideale Variante. Mit ruckelnden oder kreisenden Bewegungen massiert er ihre Lusthöhle an G- und A-Punkt, und manch eine Ausführung stimuliert auch gleichzeitig den vorderen Lustzipfel. Die trendigen Japaner haben mit dem Musik-Vibrator eine der kreativsten Entwicklungen auf den Markt gebracht: ein Silikon-Dildo, der Musiksignale empfangen kann und sich im Rhythmus Ihrer Lieblingsmusik aus MP3-Player oder Handy bewegt. Passenderweise hat man ihn gPod getauft. Ein Mann, der seiner Frau dieses Teil zum Geschenk macht, überbrückt damit die kargen Zeiten seiner Abwesenheit, in der sie »ihr Lied« nicht nur hören, sondern gleichzeitig auch fühlen kann.
Wer Interesse an Analverkehr hat, dem kommt der Dildo in seiner Plug-Variante entgegen. Denn was penetriert werden kann, ist nicht nur des Weibes Schoß, sondern auch ihr oder sein Hintern. Für anale Neueinsteiger eignen sich schmalere, biegsame Jelly-Vibratoren. Fortgeschrittene in Sachen Poposex und auch Männer benutzen gern längere und größere Analdildos, um auch die dem Orgasmus zuträgliche Prostata zu erregen. Manche der genialen Multifunktionsgeräte kann Frau sich gar umschnallen, um damit den Herrn Gemahl ihrerseits zu begatten. Sie sehen, die Auswahl ist groß, greifen Sie zu. Doch auch wenn Ihr Haushalt zur dildofreien Zone gehört, verzweifeln Sie nicht, sollte doch einmal ein sexueller Notstand eintreten: Ein Griff ins Gemüsefach schafft womöglich Abhilfe, denn eine junge Aubergine ist dank ihrer glatten, gummiartigen Oberfläche und ihrer elastischen Konsistenz der ideale Dildo-Ersatz.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
TAGESTIPP
Packen Sie Ihrem Partner oder der Partnerin einen Sextoy-Katalog unter die Bettdecke. Das gemeinsame Schmökern macht gewiss Lust auf mehr.
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Rauschgold

Nie hätte sie geglaubt, dass Haut so weich sein kann und dass Haar so herrlich duftet. Goldenes Haar, »wie ein Engel«, denkt sie und findet es nicht einmal kitschig. Sie hatte sich eingebildet, sie wüsste alles über Brüste: wie sie in der Hand liegen, wie sie sich bewegen, wenn man sich vornüberbeugt, wie sich die Nippel zusammenziehen und hart werden. Dass sie so vanillig schmecken, hat sie überrascht. Und dass sie so schwer sind und gleichzeitig zu schweben scheinen, daran konnte sie sich gar nicht sattsehen. Der Engel lacht. »Es ist was anderes, als es sich selbst zu machen, was? Ihr denkt immer, ihr müsstet es damit vergleichen. Aber nein.« Sie spürt wieder diese samtweiche Haut auf ihrer, federleicht tanzende Hände. Wenn sie die Augen schließt, fühlen sie sich fast wie Flügel an, die sie streifen. Sie will mehr. Sie hat die Biegung des Halses kennengelernt, die leicht feuchte Spalte vorn zwischen den Brüsten, den kleinen festen Nabel, sie hat die Beckenknochen bewundert, die sich unter der Haut abzeichnen, hat den weichen Hintern gestreichelt und ist mit den Fingern in die Furche dazwischen eingedrungen, sodass der Atem an ihrem Ohr schneller wurde. Eine Gänsehaut überzieht sie wie ein Muster. Malen nach Zahlen, von einem Lustpunkt zum nächsten, und es gibt so viele davon. Sie schmiegt sich an die Wölbung des Bauches, tastet sich vorwärts, drängt sich diesem neuen, nie gekannten Körper entgegen. Ans Fliegen zu denken, wäre zu einfach, das hier ist ein Tanz, ein Emporschrauben wie auf einem alten Gemälde voller Pastelltöne. Dass der Körper einer anderen Frau sie so scheu machen würde! Ihren eigenen kennt sie gut, sie hat ihn mit zahlreichen Liebhabern geteilt und verschafft sich auch gern allein, was sie braucht, aber das hier ist ihr völlig unbekannt, da hängt sie kopfüber und weiß gar nicht, wo sie anfangen soll. Eine weiche weiße Hand legt sich um ihr Gesicht, sie fühlt einen Kuss – so weiche Lippen und wieder reine Vanille! Die blonden Haare fallen über ihren Hals, sie lehnt sich zurück, überlässt sich dem Engel. Lernt. Das Geheimnis ist goldblond, gekräuselt und feucht. Ihre Hände rutschen tiefer, bewegen sich. Der Mund über ihrem lächelt und stöhnt leise. In den grauen Augen findet sie helle Punkte. Wie Eiskristalle.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
AUS SOPHIES NÄHKÄSTCHEN
Die ersten sexuellen Kontakte hatte ich ausschließlich mit Frauen. Mit Männern habe ich erst viel später angefangen. Und ich glaube, dass das genau richtig für mich war. Man kennt sich selbst hinterher einfach wesentlich besser. Man erfährt so viel über sich beim Sex mit einer anderen Frau. Außerdem gibt es keine Diskussionen, wer das benutzte Kondom in den Mülleimer trägt.

Zweiter Dezember

Lesbensex ist genau das, was Frauen brauchen. Denn das eifrige Lecken der Klitorisspitze ist die Behandlung, nach der dieses kleine Nervenbündel sich sehnt. Immerhin kommen dort zwei- bis dreimal mehr Nervenenden zusammen als auf der männlichen Eichel. Also will sie vorsichtig behandelt sein. Wenn man dann bedenkt, dass sie nur das obere Ende eines weit verzweigten Lustorgans ist, wird auch klar, warum die lesbische Hand dem Schwanz um einiges überlegen ist: Durch sanftes Umkreisen oder leidenschaftliches Reiben können neben dem Lustzipfel auch die Schwellkörper der inneren Schamlippen stimuliert werden. Nicht von ungefähr hießen die Frauenliebenden früher auch Tribaden, was von dem griechischen Wort für »reiben« abgeleitet ist. Außerdem werden beim einfachen heterosexuellen Rein-Raus-Spiel in der Missionarsstellung die Klitoris und ihre Schenkel, die beiderseits der Scheide liegen, nur marginal gereizt.
Da haben flinke Finger ganz andere Möglichkeiten. Sie können kitzeln und dehnen, den inneren G-Punkt massieren oder den Muttermund kraulen, drücken, stechen und streicheln – und bringen damit mehr Frauen zum Orgasmus als das männliche Gemächt. Aber welcher Macho gibt gerne auch mal den Gynäkologen und befriedigt Sie mit dem Finger, während sein bestes Stück tatenlos zusieht? Wenige, könnte man sagen. Dabei macht Lesbensex sogar die Männer an. Eine große Mehrheit von ihnen träumt davon, zwei Frauen beim Liebesspiel zu beobachten. Und haben nicht auch Sie schon von weichen weiblichen Formen fantasiert? Also suchen Sie sich am besten eine kleine Freundin.
Dafür müssen Sie nicht mehr die weite Reise nach Griechenland auf die Insel Lesbos auf sich nehmen. Dort besang im sechsten Jahrhundert vor Christus die berühmteste antike Dichterin Sappho die Liebe zwischen Frauen und lebte und liebte im Kreis ihrer Freundinnen und Schülerinnen. Heutzutage dürfte es gar nicht so schwer sein, eine Gleichgesinnte zu treffen, denn sexuelles Ausprobieren ist angesagt. Wahrscheinlich rennen Sie offene Türen ein, wenn Sie der Mutti des Kindergartenfreundes Ihres Sohnemanns, der Rudernachbarin im Fitnessstudio oder Ihrer Bäckereiverkäuferin ein eindeutiges Angebot unterbreiten.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
TAGESTIPP
Legen Sie heimlich eine DVD mit heißem Damensex ein und drücken Sie bei der gemeinsamen Tagesschau aus Versehen die Starttaste.
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Santa Claus is coming to town

Ich geb’s zu, ich hab eine Schwäche für ältere Herrn. Bärte mag ich auch. Und ein Mann muss einfach einen Bauch haben, einen Kuschelbauch, neben dem man zart und elfenhaft aussieht. Dieser hier ist jedenfalls genau richtig. Geradezu professionell ist er in mein Haus eingebrochen, ich hätte beinahe nichts gehört und ihn verpasst. Ebenso professionell macht er sich jetzt an meinem Schlafanzug zu schaffen. Hosenbund mit Tunnelzugkordel? Kein Problem für ihn.
Das wundert mich nicht. Schließlich war er jahrelang Verkäufer in einem Wäschegeschäft, der Herr Nicklas von nebenan. Und er hat Fantasie, das haben die jungen Kerle ja alle nicht, die wollen nur rein in die Möse, rammeln und raus. Der Herr Nicklas von nebenan war sehr begeistert, als ich ihm vorschlug, er könnte sich ja als Weihnachtsmann beim Geschenkebringen von den Kindern ertappen lassen. Und wenn er etwas früher käme, sagen wir im Morgengrauen, dann würde halt ich ihn ertappen – was zwischen Nacht und Tag passiert zwischen zwei Nachbarn, die nie wieder darüber sprechen werden, das muss ja keiner wissen. Da hat er gelächelt und gezwinkert und gemeint, dann wolle er mal sehen, ob ich seine Rute verdient hätte.
Und ich habe sie verdient. Das Leben als alleinstehende Mutter ist manchmal so trocken wie ein zu lang gebackener Spekulatius. Keine Zeit, keine Gelegenheit, sich auch mal selbst zu beschenken. Aber dies hier, diese Minuten, bevor oben das Geflüster anfängt und sich das Getrappel von nackten Füße nähert, die gehören mir.
Der Herr Nicklas von nebenan sieht sagenhaft aus in seinem roten Samtanzug, es ist wirklich ein Fest. Seine rosigen Wangen leuchten prall über dem angeklebten Bart, und der fühlt sich unglaublich echt an.