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Die zwölfjährige Caitlin lebt allein mit ihrer Mutter in einem Vorort von Seattle. Jeden Tag geht sie nach der Schule ins öffentliche Großaquarium und wartet dort, bis ihre Mutter sie abends nach der Arbeit abholt. Sie ist fasziniert von den stummen, bunten Wesen hinter dem Glas und geht ganz in der rätselhaften Unterwasserwelt auf. Eines Tages trifft sie dort einen älteren Mann, der die Fische ebenso zu lieben scheint wie sie selbst. Sie freundet sich mit ihm an – und öffnet damit nichtsahnend die Tür zur Vergangenheit ihrer Mutter. Eine Tür, die diese verzweifelt wieder zu schließen versucht, und sei es mit drastischen Mitteln.

 David Vanns neuer Roman trifft. Und ist zugleich ein zutiefst versöhnliches Buch – über ein Mädchen, dessen Bedürfnis danach, geliebt zu werden, alles verändert, und ein Buch darüber, dass in der Familie so etwas wie Vergebung möglich ist. Und ein Neuanfang. Ein ganz und gar außergewöhnlicher Roman.

 

 

David Vann wurde 1966 auf Adak Island/Alaska geboren. Seine Romane sind vielfach preisgekrönt und erscheinen in 22 Ländern. David Vann ist derzeit Professor an der University of Warwick in England. Zuletzt erschien 2014 sein Roman Goat Mountain.

www.davidvann.com

 

Miriam Mandelkow, 1963 in Amsterdam geboren, lebt als Übersetzerin in Hamburg. Zuletzt erschienen in ihrer Übersetzung Werke von NoViolet Bulawayo, Eimear McBride und Richard Price.

 

 

David Vann
Aquarium

Roman

Aus dem amerikanischen Englisch
von Miriam Mandelkow

Suhrkamp Verlag

 

 

Die Originalausgabe erschien 2015 unter dem Titel Aquarium bei Grove Press, an imprint of Grove Atlantic, New York.

 

Illustrationen: Chris Russell

 

 

 

 

eBook Suhrkamp Verlag Berlin 2016

Der vorliegende Text folgt der Erstausgabe, 2016.

© der deutschen Ausgabe Suhrkamp Verlag Berlin 2016.

© David Vann 2015

Alle Rechte vorbehalten, insbesondere das der Übersetzung, des öffentlichen Vortrags sowie der Übertragung durch Rundfunk und Fernsehen, auch einzelner Teile.

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Satz: Satz-Offizin Hümmer GmbH, Waldbüttelbrunn

Umschlaggestaltung: Rothfos & Gabler, Hamburg

Umschlagabbildung: Tom Chance/plainpicture/Westend61

 

eISBN 978-3-518-74532-8

www.suhrkamp.de

Aquarium

 





Meiner guten und großzügigen Mutter
Lorraine Ida Vann

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Dieser Fisch war so hässlich, dass er überhaupt nicht wie ein Fisch wirkte. Ein Stein aus moosig überwuchertem kaltem Fleisch, grün und weiß gesprenkelt. Ich hatte ihn erst gar nicht wahrgenommen, aber dann drückte ich mein Gesicht an die Scheibe und versuchte, näher ranzukommen. In diesem unglaublichen Gestrüpp vergraben, dicke, abwärts geschwungene Lippen, Grimasse statt Mund. Kleines schwarzes Knopfauge. Dicke Flosse, mit dunklen Tupfen gebändert. Sonst nichts, was auf einen Fisch schließen ließ.

Der ist aber hässlich.

Ein alter Mann plötzlich neben mir, seine Stimme eine unwillkommene Überraschung. Hier hatte mich noch nie jemand angesprochen. Dunkle Räume, feucht und warm, eine Zuflucht vor dem Schnee draußen.

Kann sein, sagte ich.

Die Eier. Die beschützt er alle.

Und da sah ich die Eier. Ich hatte gedacht, der Fisch wäre teilweise hinter einer weißen Seeanemone versteckt, einem Klumpen weicher, rundlicher weißer Kugeln, aber jetzt sah ich, dass es gar keine Stängel gab, jede Kugel für sich, Eier, die irgendwie seitlich an diesem Fisch zusammenhingen.

Dreifleck-Anglerfisch, sagte der Mann. Man weiß nicht, wieso das Männchen die Eier hütet. Vielleicht, um sie zu beschützen. Vielleicht, um andere Fische anzulocken.

Wo sind denn die drei Flecken?

Der alte Mann gluckste. Recht hast du. Mehr Flecken auf dem da als auf der Hand eines alten Mannes.

Ich guckte nicht hin. Ich wollte seine Hand nicht sehen. Er war sehr alt, praktisch scheintot. Mindestens siebzig oder so, aber noch ganz aufrecht. Sein Atem Altmänneratem. Ich legte meine Hände ums Gesicht an die Scheibe und rückte ein bisschen ab, als würde ich bloß einen besseren Winkel suchen.

Wie alt bist du?, fragte er.

Zwölf.

Du bist ein hübsches Mädchen. Wieso bist du nicht bei deinen Freunden oder deiner Mutter?

Meine Mutter arbeitet. Ich warte hier auf sie. Sie holt mich um halb fünf, fünf ab, je nachdem, wie viel Verkehr ist.

In dem Moment hob der Fisch eine Flosse etwas an, genau wie Zehen, die sich vom Felsen schälen, weiß und bleich an der Unterseite.

Unsere Arme und Beine sind Flossen, sagte ich. Da. Fast wie Zehen, die sich an den Felsen klammern.

Wow, sagte der alte Mann. Wir haben uns so verändert, dass wir uns selbst nicht mehr wiedererkennen.

Da sah ich ihn mir an, den alten Mann. Scheckige Haut wie der Fisch und Haare, die an einer Stelle so überhingen wie beim Fisch die obere Flosse über den Eiern. Der Mund eine Grimasse, Lippen abwärts geschwungen. Kleine, in aufgedunsener Furchenhaut vergrabene Augen, Tarnung, abgewandter Blick. Er hatte Angst.

Wieso sind Sie hier?, fragte ich.

Ich will nur gucken. Ich habe nicht viel Zeit.

Na, Sie können sich ja die Fische mit mir angucken.

Danke.

Der Anglerfisch schwebte nicht über den Steinen. Er klammerte sich an sie. Er sah aus, als würde er jederzeit die Flucht ergreifen, aber er hatte sich bisher nur bewegt, um seine Zehen zu sortieren.

Ist bestimmt warm da drin, sagte der Mann. Tropisches Gewässer. Indonesien. Ein ganzes Leben lang von warmem Wasser umgeben.

Als wenn man nie aus der Badewanne steigt.

Genau.

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Noch ein seltsamer Fisch schwebte weiter oben vorbei, wie leopardengemusterte Spitze mit langgezogenen Punkten. Durchsichtige Flossen und keine Fischform, bloß ein Klecks mit Umrissen.

Gestreifter Anglerfisch, sagte der Mann. Ein Verwandter. In seinem lateinischen Namen steckt die Antenne drin.

Wo ist sein Mund, das Auge, irgendwas?

Keine Ahnung.

Wie kann man denn so was überhaupt einen Fisch nennen?

Das ist eine gute Frage.

Wie alt sind Sie?

Der Mann grinste. Das klingt, als würdest du in Frage stellen, wie man so was wie mich überhaupt einen Menschen nennen kann.

Entschuldigung.

Schon gut. Ich muss zugeben, das frage ich mich manchmal selbst. Wenn ich kaum gehen kann und alleine bin und nicht mehr zu erkennen, mein Gesicht überhaupt nicht mehr ist wie früher, alle Einzelteile sich verstecken, sodass selbst ich erstaunt bin, kann man es dann genauso nennen wie vorher? Ist es dann nicht etwas Neues? Und wenn es sonst keiner sieht, ist es überhaupt irgendetwas?

Entschuldigung.

Nein. Das ist eine interessante Frage, über die wir gemeinsam nachdenken sollten. Das wäre mir eine Freude. Wir könnten darüber nachdenken, ob der da ein Fisch ist und ich ein Mensch bin.

Also, ich muss los. Es ist fast halb fünf, meine Mutter kommt vielleicht schon.

Wann bist du denn morgen hier?

Schule geht bis zwanzig vor drei. Also ungefähr Viertel nach drei.

Wo gehst du denn zur Schule?

Gatzert.

Ist das nicht weit zu laufen?

Schon. Bis dann. Ich lief eilig durch die dunklen, von Licht gesäumten Gänge. Das ganze Aquarium wirkte, als wäre es unter Wasser, ein U-Boot in ungeheurer Tiefe. Und dann kam ich in die Eingangshalle, auf einmal eine andere Welt, die hellen Wolken eines Sonnenuntergangs in Seattle, ein paar gelbe Flecken in grauen, nassen Straßen. Schnee, der sich in schwarzen und braunen Schlamm verwandelt hatte, darauf wartete, dass er zu Eis wurde. Meine Mutter noch nicht am Straßenrand.

Ich zog meinen Mantel an und machte den Reisverschluss zu. Ich mochte das Gefühl, doppelt so groß zu werden. Ich setzte die Kapuze auf, Kunstfell. Ich war beinahe unsichtbar.

Meine Mutter war selten um halb fünf da. Ab da wartete ich immer auf sie, aber ich hatte viel Zeit, mir die Eisenbahngleise auf der anderen Straßenseite anzusehen und die Autobahnüberführungen dahinter. Große dunkle Betonplatten im Himmel, die Welt gebändert. Von hier kam man nach Norden und nach Süden, und wir fuhren immer nach Süden. Die Straße hieß Alaskan Way, aber dahin fuhren wir nie.

Laster und endlose Autos, Beton und Lärm und Kälte, ganz anders als die Welt der Fische. Sie hatten noch nie Wind gespürt. Sie hatten noch nie Kälte gespürt oder Schnee gesehen. Aber warten mussten sie auch. Sie warteten nur. Und was sahen sie in der Scheibe? Sahen sie uns oder sich selbst, ein Haus aus Spiegeln?

Ich würde später mal Ichthyologin werden. Ich würde in Australien leben oder Indonesien oder Belize oder am Roten Meer und fast den ganzen Tag in diesem warmen Wasser tauchen. Ein Fischbecken, das sich Tausende von Meilen weit erstreckte. Im Aquarium kamen wir ja nicht zu ihnen.





Meine Mutter hatte einen alten Thunderbird. Offenbar hatte sie sich ein freieres Leben vorgestellt, bevor ich kam. Das halbe Auto bestand aus Motorhaube. Ein riesiger Motor, der am Straßenrand auf und ab gallopierte. Er konnte jeden Moment krepieren, würde aber vorher allen Sprit der Welt wegsaufen.

Zweierlei Brauntöne, heller an den Seiten, auf dem Dach und der Motorhaube abblätternd wie sich öffnende Galaxien, Silbersonnen in Haufen, die zu weit weg waren, um benannt zu werden.

Die Tür schwang auf wie das Gegengewicht an einem Kran, Tausende Kilo schwer. Ich musste immer mit beiden Händen ziehen, um sie wieder zuzumachen.

Wie waren die Fische?

Okay.

Neue Freunde gefunden? Den Witz machte meine Mutter fast jeden Tag, von wegen Freundschaft mit den Fischen. Ich hatte nicht vor, ihr zu erzählen, dass ich mich heute tatsächlich mit jemandem angefreundet hatte.

Endlich ging die Tür zu, und wir stotterten los. Ohne uns anzuschnallen.

Meine Mutter war Arbeiterin im Containerhafen. Sie trug schwere Schuhe, einen braunen Carhartt-Overall, Flanellhemd, die Haare zum Pferdeschwanz gebunden. Ab und zu schlug sie jetzt aber Kranlasten an und hoffte, eines Tages Kranführerin zu werden. Die verdienten viel Geld, manchmal über hunderttausend. Dann wären wir reich.

Wie war die Schule?

Okay. Mr. Gustafson hat gesagt, ab nächstem Jahr zählen unsere Noten.

Und jetzt nicht?

Nein. Er sagt, in der Sechsten zählen sie nicht. Aber in der Siebten schon ein bisschen. Er meinte, eigentlich zählt bis zur Achten nichts so richtig, aber in der Siebten ein bisschen.

Gott, wo gabeln die solche Leute auf? Und das soll eine bessere Schule sein. Ich musste unsere Adresse fälschen, damit du da reinkommst.

Ich mag Mr. Gustafson.

Ach ja?

Er ist lustig. Er verlegt immer alles. Heute mussten wir ein Buch von ihm suchen.

Na, das ist ja mal eine Empfehlung. Ich nehme alles zurück.

Ha, sagte ich, um zu zeigen, dass ich es kapiert hatte. Ich betrachtete wie üblich die vielen Graffiti. Auf den Eisenbahnwaggons und Mauern, den Zäunen und alten Gebäuden. Die Künstler malten Serien, wie beim Daumenkino. MOE in Knallgrün und Blau, schlauchförmig, aufsteigend, als Nächstes in Orange und Gelb gipfelnd, in Gold und Rot hinabsinkend, wieder ansteigend in Blauschwarz, endloser Weg der Sonne. Die Stadt etwas, das eigentlich in vollem Tempo an einem vorbeirauschen müsste, doch meist standen wir im Stau. Fünfeinhalb Meilen vom Aquarium bis zu unserer Wohnung, aber das konnte eine halbe Stunde dauern.

Der Alaskan Way ging in den East Marginal Way South über, was nicht so romantisch war. Davon träumte man nicht gerade. Wäre unser Heimweg eine Kreuzfahrt, dann wäre ein Halt Northwest Glacier, ohne Eis, das in großen Schollen herabfällt, stattdessen Fertigbeton und Sand und Kies in großen Gestellen und weiß getünchte Speicher.

Wir wohnten neben Boeing Field, einem Flughafen, aber nicht zum Irgendwohinfliegen. Wir wohnten in der Flugschneise all der Testflugzeuge, die sich bewährten oder eben nicht. Die Unternehmen in unserer Gegend waren Sawdust Supply, Reifencenter, Army Navy Surplus, Taco Time, Traktoren und Windeln, Gummi und Burger und Beleuchtungssysteme. Fast überall um uns herum Beton, über mehrere Meilen, keine Bäume, riesige Parkplätze, benutzt und unbenutzt, aber wenn man zu unserer Wohnung kam, merkte man davon nichts. Unsere Fenster gingen auf die Parkplätze des Verkehrsministeriums, endlose schwankende Stapel oranger Leitkegel und Highway-Hütchen, gelbe Leitplanken, bewegliche Betonwälle, Laster jeglicher Art, aber die acht Häuser unseres Wohnblocks waren von Bäumen umstanden und sahen so nett aus wie alles, was man in einer reichen Gegend der Stadt vorfindet. Sozialer Wohnungsbau mit Erkerfenstern, Pastellfarben, hübschen Holzzäunen mit Gitterwerk. Und die Polizei fuhr hier rund um die Uhr Streife.

Sobald wir zu Hause waren, ließ sich meine Mutter immer mit einem großen Seufzer auf ihr Bett fallen, und ich durfte auf sie drauffallen. Zigarettengeruch in ihren Haaren, obwohl sie nicht rauchte. Geruch von Hydraulikflüssigkeit. Der weiche, starke Berg unter mir.

Bett, sagte sie. Ich würde am liebsten nie mehr das Bett verlassen. Ich liebe das Bett.

Wie bei Charlie und die Schokoladenfabrik.

Genau. Wir legen uns mit dem Kopf an entgegengesetzte Enden und leben einfach hier.

Ich hatte meine Hände in ihre Achselhöhlen geschoben und die Füße unter ihre Schenkel, eine eiserne Klammer. Kein Anglerfisch hat je einen Felsen derart fest im Griff gehabt. Diese Wohnung unser eigenes Aquarium.

Deine alte Mutter hat heute Abend eine Verabredung.

Nein.

Ja, sorry, Salamander.

Wann?

Sieben. Und du musst in deinem Zimmer schlafen, für den Fall, dass deine Mutter zum Zuge kommt.

Du magst die nicht mal.

Ich weiß. Meistens nicht. Aber wer weiß. Hin und wieder gibt es da draußen einen netten Mann.

Wie heißt er?

Steve. Er spielt Mundharmonika.

Als Beruf?

Meine Mutter lachte. Du überschätzt die Welt, Spatz.

Wie hast du ihn kennengelernt?

Er arbeitet im IT-Bereich, wartet Computersysteme und hat bei uns was repariert. Zur Mittagszeit war er immer noch da und spielte auf seiner Mundharmonika Summertime, also habe ich mit ihm zu Mittag gegessen.

Lerne ich ihn kennen?

Klar. Aber erstmal essen wir was. Was möchtest du denn?

Cold dogs?

Meine Mutter lachte wieder. Mit geschlossenen Augen ritt ich auf ihrem Rücken, der sich hob und senkte.

Doch irgendwann rollte meine Mutter wie immer herum und erdrückte mich, damit ich losließ. Nie ließ ich los, bevor mir die Luft ausging, dann klopfte ich an ihre Schulter wie ein Profi-Wrestler.

Ab in die Dusche, sagte sie.

 

Steve sah nicht aus wie ein Computertyp. Er war stark, wie meine Mutter. Breite Schultern. Beide trugen Flanellhemden und Jeans.

Na du, sagte er zu mir, so munter, dass ich lächeln musste, obwohl ich mir vorgenommen hatte, fies zu ihm zu sein. Du bist bestimmt Caitlin. Ich bin Steve.

Du spielst Mundharmonika?

Steve lächelte, als wäre er bei einem Geheimnis erwischt worden. Er hatte einen dunklen Schnurrbart, dadurch sah er aus wie ein Zauberer. Er zog eine silberne Mundharmonika aus seiner Hemdtasche und zeigte sie mir.

Spiel was.

Was hättest du denn gern?

Was Lustiges.

Also ein Shanty, sagte er mit Piratenstimme. Und dann lassen wir die Schwarte krachen. Er spielte was von einem Schiff, fröhlich, aber langsam am Anfang, ein Kick und zwei, dann drehte er sich und wurde schneller, meine Mutter und ich machten mit, hakten uns ein, und dann hüpfte er und schlackerte o-beinig durchs ganze Wohnzimmer, und ich flippte aus vor Freude und schrie, und meine Mutter mahnte mich zur Ruhe, aber lächelnd. Meine unbefangene Kinderfreude konnte explodieren wie die Sonne, und ich wollte, dass Steve für immer bei uns blieb.

Aber dann gingen sie essen und ließen mich verschwitzt und aufgekratzt zurück, und ich wusste nicht, was ich mit mir anfangen sollte, und tigerte durch die Wohnung.

Ich mochte es gar nicht, wenn meine Mutter mich alleine ließ. Manchmal las ich ein Buch oder sah fern. Ich wollte ein Aquarium, aber die waren zu teuer und auch nicht erlaubt, weil sie kaputtgehen und die Wohnung unter uns fluten und Tausende Dollar Schaden verursachen konnten. In unserer Wohnung war nichts lebendig. Kahle weiße Wände, niedrige Decken, nackte Glühbirnen, so einsam, wenn meine Mutter weg war. Zeit nahe am Stillstand. Ich setzte mich auf den Fußboden, an eine Wand, wo der graue Teppich hinreichte, und lauschte den Leuchtdrähten über mir. Ich hatte ihn nicht mal nach seinem Lieblingsfisch gefragt. Dabei fragte ich jeden danach.



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Als ich kam, stand der alte Mann so dicht an der Scheibe, dass ich dachte, er würde ins Becken gesogen. Offener Mund, ungläubige Augen.

Handfisch, sagte er. Roter Handfisch. Noch weniger Flossen als der Anglerfisch gestern.

Es war ein schmales hohes Becken für Seepferdchen mit schlanken Algensäulen, auf denen sie reiten konnten. Doch am Boden, in dunklem Fels, gab es eine kleine Höhle, gesäumt von etwas, das mineralisch glänzte, golden, und von zwei rosigen gepunkteten Fischen bewacht, die so rot um den Mund waren wie Kinder, die zum ersten Mal Lippenstift ausprobieren, genau wie ich bei meinem ersten Versuch, wo das Rot jede Linie überschmierte.

Sieh dir den an, sagte der alte Mann. Als würde er sich aus dem Fenster lehnen.

Das stimmte. Hände knallrot angemalt wie die Lippen, und einer der Fische hatte eine Hand auf den Sims gestützt, die andere seitlich weggestreckt, als wäre die Höhle ein Fenster, an dem er sich festhielt, um sich hinauszulehnen und uns genauer in Augenschein zu nehmen. Knallrotes kleines Auge, argwöhnisch, und eine rote Nase oben an einem Stängel. Einige herabhängende rote Backenhaare und eine rot geränderte Rückenflosse, der Grat, aber nur diese paar Tupfen wie ein Clown in einem rosa Nachthemd. Seine Frau vor der Höhle, entspannt auf ihrem lila Rasen, dem seltsamen Seegras.

Was sind das für goldene Perlen?, fragte ich. Sind das Eier?

Ich weiß, was du meinst. Ich glaube, ja. Ich glaube, sie hüten ihre Eier, und wir sehen aus, als wenn wir ein paar klauen wollen.

Ich hab schon gegessen.

Der alte Mann lachte. Na, das werde ich ihnen dann mal klarmachen.

Der Handfisch öffnete das Maul, als wollte er etwas sagen, und schloss es wieder. Ellbogen gebeugt auf dem Fenstersims.

Sieht gar nicht aus, als wenn die Schuppen hätten, sagte ich. Sie sehen verschwitzt aus.

Die ganze Nacht auf, sagte der alte Mann. Eier hüten. Diesen Seepferdchen ist ja nicht zu trauen.

Wir sahen zu den blassgrünen Farnwedeln hinauf, wo die Seepferdchen ungemütlich schief herumhingen. Gepanzerte, in Lagen geschichtete Leiber, aus etwas wie Knochen gemacht. Zum Schwimmen ungeeignet.

Was ist eigentlich der Sinn von Seepferdchen?, fragte ich.

Der alte Mann stand mit weit geöffnetem Mund vor ihnen wie vor einem Gott. Ich weiß noch, wie er da aussah. So anders als alle Erwachsenen, die ich kannte. Er war gedanklich nicht so festgefahren. Er war bereit, sich jederzeit überraschen und unterbrechen zu lassen, bereit, sich anzusehen, was als Nächstes passieren würde, und das konnte alles sein.

Ich glaube, darauf gibt es keine Antwort, sagte er schließlich. Das sind die besten Fragen, die, auf die es keine Antwort gibt. Ich kann mir nicht vorstellen, wie das Seepferdchen entstanden sein könnte und warum es einen Kopf hat wie die Pferde an Land, warum es diese unbekannte Übereinstimmung gibt. Kein Pferd wird jemals ein Seepferdchen zu Gesicht bekommen und kein Seepferdchen ein Pferd, und vielleicht hätte nichts sonst jemals beide erkannt, und obwohl wir diese Übereinstimmung jetzt erkennen, was hat sie für einen Sinn? Das ist genau die richtige Frage.

Und bestehen die aus Knochen, all diese Höcker?

Der alte Mann las die Beschreibung neben dem Becken. Wollen mal sehen. Oh, hier steht, wir sollen nach den Zwerg-Seepferdchen Ausschau halten, auf den Hornkorallen. Sollen rot und weiß sein.

Wir gingen beide näher ran. Über der Handfisch-Höhle hingen mattweiß bestäubte Korallenzweige mit rosa Warzen, aber keine Seepferdchen.

Ich sehe nichts, sagte ich. Nur Korallen.

Sie sind bloß zwei Zentimeter groß, sagte er.

Das ist winzig.

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Und dann sah ich sie. Die Warzen zu rosa, zu kräftig und klar, nicht matt bestäubt. Winzig kleiner Schwanz doppelt um einen Ast gewickelt wie eine Miniaturschlange aus Glas. Der runde Bauch und der Pferdekopf und ein winziger schwarzer Punkt als Auge, von denselben rosa Hubbeln bedeckt wie die Korallen.

Ich hab eins gefunden, sagte ich. Dann bemerkte ich den Schatten dahinter, ein zweites Seepferdchen in genau der gleichen Haltung, als könne alles nur in der Dopplung existieren.

Wo?, fragte er, aber ich konnte nicht sprechen.

Ah, sagte er. Jetzt sehe ich es.

Ein Schattenwesen, nicht aus Fleisch, spröde wie die Korallen. Mitten im Nichts. Bereits jetzt war eins der Seepferdchen meins, mir vertraut, und das andere ein anderes.

Das zweite mag ich nicht, sagte ich. Das zweite finde ich unheimlich.

Warum? Der sieht doch fast genauso aus. Oder sie oder was auch immer. Wie hält man Männchen und Weibchen auseinander?

Ich kann hier nicht bleiben.

Lebewesen aus Stein. Keine Regung. Und ein beängstigender Verlust aller Maßstäbe, eine Welt mit der Fähigkeit, sich auszudehnen und zusammenzuziehen. Dieser winzige schwarze Nadelstich von einem Auge der einzige Zugang, die einzige Öffnung zu einem größeren Universum.

Ich ging schnell weg, vorbei an einem Becken nach dem anderen, in denen Druck vergrößert und Farbe gedämmt wurden, Form verzerrt. Sie hatten Lautsprecher für die Becken, und es war gerade alles zu viel, Papageifische, die an den Korallen zerrten, klickende Krabben, schnatternde Pinguine. Ins Unermessliche verstärkte Laute, rutschende Sandkörner, die klangen wie Felsblöcke.

Ich blieb vor dem größten Becken stehen, einer ganzen blassblauen Wand, beruhigend, lautlos. Langsame Bewegung der Haie, dieselbe Bewegung wie vor hundert Millionen Jahren. Die Haie wie Mönche, gleichförmige Tage, endloses Kreisen, keine Sehnsucht nach mehr, nur diese Bewegung. Augen, die sich verschleierten, kein Bedarf mehr, zu sehen. Kein schickes Gewand, sondern Grau mit Weiß darunter. Von oben betrachtet konnten sie aussehen wie der Meeresgrund. Von unten wie der Himmel.

Was ist los?, fragte der alte Mann. Er kniete neben mir. Er war freundlich.

Ich weiß nicht, sagte ich. Und das stimmte. Ich hatte keine Ahnung. Bloß irgendeine Kinderpanik, und ich glaube heute, es lag daran, dass ich nur meine Mutter hatte. Ich hatte einen einzigen Menschen auf der Welt, sie war alles, und irgendwie hatte mir diese Schattengestalt, diese Verdopplung im Korallenbecken, nahegebracht, wie leicht ich sie verlieren konnte. Ich hatte dauernd Albträume, in denen sie im Hafen unter einem Kran stand und einer dieser riesigen Container über ihr durch die Luft flog. Wir wissen, dass Fische immer auf der Hut sind, sich an der Mündung einer Höhle verstecken oder in Algen oder an Korallen klammern im Bemühen, sich unsichtbar zu machen. Ihr Ende konnte von überallher kommen, jederzeit, ein größeres Maul aus dem Dunkel und im Nu alles weg. Aber sind wir nicht genauso? Jederzeit ein Autounfall, ein Herzinfarkt, eine Krankheit, ein Container, der sich löst und durch die Luft fliegt, meine Mutter, die nicht mal hochblickt, nichts sieht, nichts hört, einfach das Ende.

Der alte Mann legte die Hand auf meine Schulter. Alles gut, sagte er. Du bist in Sicherheit.

Ich weiß noch, wie er das sagte. Er sagte, ich sei in Sicherheit. Er sagte immer genau das Richtige. Da umarmte ich ihn, schlang die Arme um seinen Hals. Ich musste jemanden festhalten. Haare grastrocken, Schultern knochig, nichts Weiches, so gepanzert wie ein Seepferdchen und genauso hässlich, aber ich klammerte mich an ihn wie an meinen eigenen Korallenast.





Meine Mutter war müde an dem Abend. Sie lag auf der Couch, ich kuschelte mich an sie, und wir sahen fern, hauptsächlich Werbung. Wieder in unserem Aquarium, so reviertreu und leicht zu finden wie jeder Fisch. Wir hatten nur vier Verstecke in diesem Becken: die Couch, das Bett, den Tisch und das Bad. An einem dieser Orte konnte man uns immer finden. Die kahlen weißen Wände jetzt blau vom Fernsehschimmer, nicht anders als Glas. Eine fest gespannte Zimmerdecke, damit wir nicht raushüpfen und entkommen konnten. Das Brummen eines Filters und einer laufenden Pumpe, die Heizung, die uns die richtige Temperatur bescherte. Die Frage war nur, wer sah von außen zu uns herein.

Heiratest du Steve?

Halt mal, ganz langsam, ja, Cowgirl.

Magst du ihn?

Ja. Ja, doch.

Also, warum dann nicht heiraten?

Ich drehte mich zu meiner Mutter um, und auch sie betrachtete mich.

Du wünschst dir einen Vater?

Ich antwortete nicht. Wir sprachen nicht das erste Mal darüber, und irgendwie wurde es immer heikel.

Hör zu, sagte sie. Es gibt etwas, das Erwachsene Erwartungen nennen, soll heißen, wir kriegen nie das, was wir wollen, und genau genommen kriegen wir es nicht, eben weil wir es wollen. Also läuft es so: Wenn ich Steve wirklich will, wenn ich ihn heiraten will, läuft er weg. Wenn ich ihn nicht will, kommt er immer wieder an, und wir werden ihn nicht los. Und das gilt für dich sogar noch mehr, weil Vater sein viel heftiger ist als Ehemann sein. Wenn du also Steve als Vater haben willst, ergreift er die Flucht. Wenn du Steve aber einfach gern hast, weil er nett ist, bleibt er uns vielleicht eine Weile erhalten.

Das ist doch völlig unlogisch.

Das stimmt. Es ist unlogisch. Willkommen in der Welt der Erwachsenen, bald hat sie dich auch. Ich arbeite, damit ich mehr arbeiten kann. Ich versuche, nichts zu wollen, damit ich vielleicht etwas bekomme. Ich hungere, damit ich weniger sein kann und mehr. Ich versuche, frei zu sein, damit ich allein sein kann. Und das ergibt alles keinen Sinn. Den Punkt haben sie übersprungen.

Wer sie?

Die bösen kleinen Kobolde, die die Welt beherrschen. Wer weiß. Lass mich nicht davon anfangen. Guck einfach fern. Ich bin müde.

Tut mir leid.

Schon gut. Ist nicht deine Schuld. Ich möchte dir nie das Gefühl geben, dass du schuld bist an irgendeinem Problem in meinem Leben. Das bist du nämlich nicht.

Okay.

Meine Mutter sagte ganz selten so was. Ich wollte die Welt für sie heil machen, damit alles einen Sinn ergab. Sie war gut und stark und hätte alles kriegen sollen. Sie küsste mich auf die Stirn, zog mich zu sich heran, und ich grub mich ein.

Ich sah nicht auf den Bildschirm. Ich sah auf die Wände, das flackernde Licht. Irgendwie nahmen alle Farben Blauschattierungen an, als wäre die Luft tatsächlich Wasser. Und warum waren nicht alle Fische blau, von weißblau bis schwarzblau je nach Wassertiefe? Warum gab es überhaupt knallgelbe Fische oder rote? Sie versteckten sich alle, wozu also die schillernden Farben und Muster?

Wo bist du aufgewachsen?

Caitlin. Du weißt, dass ich daran nicht denken mag.

Aber du erzählst nie was.

Eben.

Aber war es hier in Seattle?

Ja.

Und in so einem Zimmer?

Nein. Also, vielleicht war es auch so ein Zimmer, aber entscheidend ist, wer sich in dem Zimmer befindet oder wer sich nicht dort befindet, nicht das Zimmer selbst. Wobei das Zimmer auch ganz anders war.

Wie denn, sag doch mal.

Nein.

Warum denn nicht?

Weil es reicht, dass sie mein Leben versaut haben. An deins lass ich sie nicht ran.

Aber was ist denn passiert?

Caitlin.

Schon gut.

Wir hatten keine Familie. Überhaupt keine. Alle in der Schule hatten eine Familie. Viele von ihnen hatten keine Väter, aber dafür Tanten und Onkel und Großeltern und Cousins. Und die wenigsten Fische traten nur paarweise auf. Wobei, viele Fische im Aquarium traten tatsächlich paarweise oder allein auf, wie konnte das sein? So war es doch im Meer bestimmt nicht.

Der ganze Planet ein Meer. Der Gedanke gefiel mir. Jede Nacht beim Einschlafen war ich in meiner Vorstellung am Meeresgrund, Tausende Meter tief mit dem schweren Wasser auf mir, doch ich schwebte knapp über dem Boden, in etwa wie ein Mantarochen, flog lautlos und schwerelos über endlose Weiten, die zu tiefen Canyons von tieferem Schwarz abfielen und dann zu Spitzen und neuen Plateaus anstiegen, und ich konnte sonst wo sein auf dieser Welt, vor Mexiko oder Guam oder unter der Arktis oder drüben in Afrika, ganz in dem einen Element, ganz zu Hause, auf allen Seiten ebenso schwebende Schatten, große Flügel ohne Laut oder Sicht, doch spürbar und gewiss.

 

Bei Mr. Gustafson mussten wir uns alle auf Weihnachten vorbereiten. Es herrschte große Verwirrung, weil wir uns auch auf Chanukka vorbereiteten und das chinesische Neujahrsfest und Diwali und irgendwas in Korea, aber die waren an unterschiedlichen Terminen, und wir wussten alle, dass wir uns eigentlich auf Weihnachten vorbereiteten, ohne es aussprechen zu dürfen. Alles war rot und grün, und es stand Frohes Fest drauf. Dies war das letzte Jahr, in dem unsere Zensuren nicht zählten, also konnten wir noch in Ruhe an Kunstprojekten arbeiten.

Ich bastelte mit Shalini ein Pappmaché-Rentier, das aus Neu-Delhi stammte, also machten wir ein Diwali-Rentier daraus, obwohl Diwali schon vor einem Monat am 3. November gewesen war. Es war jedes Jahr an einem anderen Datum, je nach Mond.

Der Kleister braucht mehr Wasser, sagte Shalini. Sie führte das Kommando.

Unser Rentier war eine Göttin namens Lakshmi Rudolph und trug einen Hut, den wir golden anmalen wollten. Sie würde alle reich und schön machen, ob die anderen Rentiere das zuließen oder nicht. Sie würde schon noch eine rote Nase kriegen, aber vielleicht kein Geweih, das war mit Pappmaché sowieso schwer hinzukriegen.

Shalini hatte einen goldenen Schal, auf den ich rasend neidisch war. Sie brachte von zu Hause leckeres Mittagessen in Tupperdosen mit, und ich musste in die Schulkantine. Fast jeden Tag Kroketten, gedämpftes Gemüse und irgendein Fleisch mit Soße, obwohl ich gar kein Fleisch mochte. Wenn ich groß war, wollte ich Vegetarierin werden wie Shalini, und nie aß ich Fisch.

Shalini durfte auch Parfüm tragen, was meine Mutter für eine Zwölfjährige lächerlich fand.

Lass mich mal an deinen Handgelenken riechen, sagte ich.

Das willst du immer.

Ich mag das.

Sie hob ein Handgelenk an. Ihren schönen glatten braunen Arm, und ich legte die Nase daran und atmete mit geschlossenen Augen eine andere Welt ein. Etwas, das ich nicht benennen konnte, würzig und süß.

Deine Mutter sollte dir Parfüm erlauben.

Macht sie nicht.

Kommt in die Puschen, Caitlin und Shalini, sagte Mr. Gustafson. Rudolph hat keine Beine.

Lakshmi Rudolph, sagte ich, aber Mr. Gustafson musterte bereits den Schlitten.

Shalini rümpfte die Nase wie ein schnüffelndes Schwein. Sie sagte immer, Mr. Gustafson sehe aus wie ein Schwein, und tatsächlich wirkte seine Nasenspitze ein bisschen kurz, sodass man die schwarzen Löcher sehen konnte. Allerdings trugen alle Lehrer Tiernamen. Mr. Callahan war der Dachs, Miss Martinez die Schildkröte. Keiner war nach einem Fisch benannt.

Lakshmi Rudolph hatte noch immer einen schmalen Brustkorb und nackte Drahtbeine, aber Kopf und Scheitel sahen gut aus, Hinterteil und kleiner Schwanz, den wir an der Spitze weiß anmalen würden. Shalini modellierte gerade die Rippen.

Erzähl mir von deiner Familie, sagte ich.

Du fragst immer nach meiner Familie.

Erzähl mir von der Hochzeit mit den beiden Elefanten, den vielen Tagen und den Hunderten von Gästen.

Das war in Indien. Du solltest mal bei mir übernachten.

O ja!

Gut. Ich frage meine Mutter.