Inhaltsverzeichnis
Unterwegs mit Ralf Nestmeyer
Präambel
Impressum
Was haben Sie entdeckt?
Vielen Dank!
Vorschau
Hintergründe & Infos
Landschaft und Geographie
Klima und Reisezeit
Flora, Fauna und Naturschutz
Wirtschaft und Politik
Geschichte
Mystische Steinkreise und römische Kastelle
Vom römischen Britannia zum anglosächsischen Königreich
1066 und die Folgen
Schwarzer Tod und Rosenkriege
Die Häuser Tudor und Stuart
Die ersten Touristen und der Niedergang des Bergbaus
Das 20. Jahrhundert
Literatur
Anreise
Mit dem Auto oder Motorrad
Mit dem Flugzeug
Mit dem Zug
Mit dem Bus
Unterwegs in Cornwall und Devon
Mit dem eigenen Fahrzeug
Mit der Bahn
Mit dem Bus
Mit dem Fahrrad
Übernachten
Hotels
Bed & Breakfast (B & B)
Ferienhäuser und -wohnungen
Wohnungstausch
Jugendherbergen
Camping
Essen und Trinken
Freizeit, Sport und Strände
Angeln und Fischen
Birdwatching
Cricket
Golf
Heißluftballonfahrten
Reiten
Sauna
Segeln und Surfen
Strände und Baden
Tennis
Wandern und Bergsteigen
Wissenswertes von A bis Z
Diplomatische Vertretungen
Dokumente
Feiertage
Geld
Gesundheit
Gezeiten
Handicap
Haustiere
Information
Internet
Landkarten
Maße und Gewichte
Museen und Sehenswürdigkeiten
Notruf
Öffnungszeiten
Post
Radio und Fernsehen
Rauchen
Sprachkurse
Strom
Telefonieren
Trinkgeld
Uhrzeit
Zeitungen/Zeitschriften
Zollbestimmungen
Devon - Reiseziele
Nordküste und Exmoor
Lynmouth/Lynton
Combe Martin
Ilfracombe
Woolacombe
Braunton Burrows
Barnstaple
Arlington Court
Bideford
Appledore
Great Torrington
Westward Ho!
Clovelly
Hartland Point
Morwenstow
Lundy
Exmoor National Park
Minehead
Exford
Tarr Steps
Porlock
Exeter und Umgebung
Exeter
Östlich von Exeter
Topsham
Ottery Shaint Mary
Honiton
Seaton
Beer
Sidmouth
Budleigh Salterton
Exmouth
Nördlich von Exeter
Crediton
Tiverton
Südlich von Exeter
Powderham Castle
Dawlish
Süddevon
Teignmouth
Newton Abbot
Torquay
Paignton
Brixham
Greenway
Totnes
Dartington Hall
Dartmouth
East Portlemouth
Kingsbridge
Slapton Sands
Salcombe
Hope Cove
Burgh Island
Plymouth und Umgebung
Plymouth
Cotehele House
Buckland Abbey
The Garden House
Saltram House
Antony House
Mount Edgcumbe
Rame Head
Kingsand/Cawsand
Whitsand Bay
St Germans
Dartmoor
Moretonhampstead
Chagford
Castle Drogo
Okehampton
Lydford
Tavistock
Princetown
Postbridge
Widecombe-in-the-Moor
Buckland-in-the-Moor
Buckfast Abbey
Cornwall - Reiseziele
Cornwalls Südküste
Looe
Polperro
Fowey
Lostwithiel
St Austell
Eden Project
Tregrehan Garden
Lost Gardens of Heligan
Mevagissey
Portloe
Truro
Falmouth
Roseland Peninsula
St Just-in-Roseland
Portscatho
St Mawes
Lamorran House Gardens
Trelissick Gardens
Glendurgan Garden
Trebah Garden
Poldark Mine
Lizard Peninsula
Helston
Porthleven
Mullion
Kynance Cove
Lizard Point
Cadgwith
Coverack
Von St Keverne nach Helford
National Seal Sanctuary
Penwith Peninsula
Penzance
St Michael’s Mount
Trengwainton Garden
Newlyn
Mousehole
Merry Maidens
Lamorna
Porthcurno
Land’s End
Von Land’s End nach St Ives
St Just-in-Penwith
Geevor Tin Mine
Zennor
Chysauster
St Ives
Isles of Scilly
St Mary’s
Tresco
St Martin’s
St Agnes
Bryher
Cornwalls Nordküste
Von St Ives nach Newquay
Hayle
Camborne
Stithians Reservoir
Gwithian
Porthtowan
St Agnes
Perranporth
Holywell Bay
Newquay
Trerice Manor
St Columb Minor
Watergate Bay
Mawgan Porth
Padstow
Polzeath
Port Isaac
Tintagel
Boscastle
Bude
Bodmin Moor
Bodmin
Pencarrow House
Lanhydrock House
Bolventor
Dozmary Pool
Altarnun
Liskeard
Launceston
Camelford
Kleiner Wanderführer
Wanderung 1: Zu den Hangmans
Wanderung 2: Auf dem South West Coast Path bei Sidmouth
Wanderung 3: Zum Bolt Head
Wanderung 4: Am Plymouth Sound
Wanderung 5: Von Polperro nach Looe
Wanderung 6: Rund um Polruan
Wanderung 7: Von Maenporth Beach nach Falmouth
Wanderung 8: St Anthony Head
Wanderung 9: Lizard Point
Wanderung 10: Rund um Helford
Wanderung 11: Porthcurno und Cornwalls schönste Strände
Wanderung 12: Rund um St Ives
Wanderung 13: Von Trevone nach Padstow
Wanderung 14: Von Tintagel nach Boscastle
Wanderung 15: Bodmin Moor
Übersichtskarten und Pläne
Zeichenerklärung
Umgebung Cornwall und Devon
Übersicht Cornwall und Devon
Übersicht Devon
Übersicht Cornwall
Index
Alles im Kasten
Der englische Landschaftsgarten
Luke Howard, der „Erfinder der Wolken“
Der Ärmelkanal als atomare Müllkippe
Ein Prinz als Trendsetter
Ein Brite ist blau und hat einen Schnurrbart
Kathedrale von Exeter
1588 - die gescheiterte Invasion
Aus einem Reisebericht von 1710
Von den Beschwerden des Reisens
Spektakuläre Wege über den Kanal
Englisches Duschvergnügen
Modern British
Die schwangere Wahrheit
Auf dem Tarka Trail
Die Insel der Papageientaucher
Lorna Doone - die schöne Räubertochter
Exmoor-Ponys - prähistorische Relikte?
The Tar Barrels of Ottery
Protest gegen die Popkultur
Transition Town Totnes
Francis Drake: Piratengold für England
Die Asche des Dichters
Letterboxing - Auf der Suche nach dem Briefkasten
Wanderungen im Dartmoor
Ein florierender Gewerbezweig mit hoher Gewinnspanne
Britische Geschwindigkeitsrekorde
Surrealistische Ferien
Die Warmwasserheizung Europas
Wandern auf dem Cornwall Coast Path
Walhai-Tauchen
Wanderung von Land’s End nach Lamorna
Künstler in St Ives
An den Felsen der Isles of Scilly zerschellt
Auf der Suche nach dem Längengrad
Cornisch - eine vergessene Sprache?
Wie Padstow zu Padstein wurde
Mit dem Fahrrad auf dem Camel Trail
Kurzwanderung zum Stepper Point
Mystischer Artus
Kartenverzeichnis
Devons Nordküste und Exmoor
Ilfracombe
Exeter und Umgebung
Exeter
Süddevon
Torquay
Plymouth und Umgebung
Plymouth
Dartmoor National Park
Cornwalls Südküste
Truro
Falmouth
Lizard Peninsula
Penwith Peninsula
Penzance
St. Ives
Isles of Scilly
Cornwalls Nordküste
Newquay
Wanderung 1: Zu den Hangmans
Wanderung 2: Auf dem South West Coast Path bei Sidmouth
Wanderung 3: Zum Bolt Head
Wanderung 4: Am Plymouth Sound
Wanderung 5: Von Polperro nach Looe
Wanderung 6: Rund um Polruan
Wanderung 7: Von Maenporth Beach nach Falmouth
Wanderung 8: St Anthonys Head
Wanderung 9: Lizard Point
Wanderung 10: Rund um Helford
Wanderung 11: Porthcurno und Cornwalls schönste Strände
Wanderung 12: Rund um St Ives
Wanderung 13: Von Trevone nach Padstow
Wanderung 14: Von Tintagel nach Boscastle
Wanderung 15: Bodmin Moor
Zeichenerklärung
Ümgebung Cornwall und Devon
Übersicht Cornwall und Devon
Übersicht Devon
Übersicht Cornwall
Unterwegs mit Ralf Nestmeyer
Schlechte Schulnoten können das weitere Leben beeinflussen - dies kann ich aus eigener Erfahrung durchaus bestätigen. Denn ich gehörte zu jenen Jugendlichen, die von ihren Eltern wegen mangelnder Englischkenntnisse zu einer Sprachreise „verpflichtet“ wurden. Vier Wochen Südengland waren der Lohn dafür, dass mir nicht nur die erfüllbaren und nicht erfüllbaren Bedingungen von if-Sätzen ein Mysterium geblieben waren. Auch wenn ich rückblickend befürchte, dass sich mir die Feinheiten der englischen Grammatik in jenem August 1978 immer noch nicht erschlossen haben, so hat diese Englandreise, die mich nach Weymouth führte, doch meine Begeisterung für die englische Lebensart geweckt. Eine Leidenschaft, die ihren Niederschlag nicht nur in zahlreichen Reisen nach England fand, sondern die mich schließlich auch diesen Cornwall-Reiseführer schreiben ließ.
Seither habe ich das Vergnügen, auf der Suche nach netten Hotels sowie hippen Restaurants und Shops regelmäßig durch Südengland zu streifen. Und jedes Mal begeistert mich die englische Lebensart samt Pub-Kultur und Cream Tea wieder aufs Neue. Als ich zuletzt in St Ives am Strand saß, habe ich mich gefragt, was wohl aus mir geworden wäre, wenn ich im Englisch-Unterricht besser aufgepasst hätte ...
Viel Spaß in Cornwall & Devon!
Präambel
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Impressum
Text und Recherche: Ralf Nestmeyer Lektorat: Sabine Senftleben Redaktion: Annette Melber Layout: Anja Krapat / Bintang Buchservice GmbH Karten: Hans-Joachim Bode, Theresa Flenger, Judit Ladik, Benedikt Neuwirth Klimadatenauswertung: Steffen Fietze Fotos: alle Ralf Nestmeyer außer S. 36, 77, 101 Grafik S.12/13: Johannes Blendinger Covergestaltung: Karl Serwotka Covermotive: oben: Surfer bei Newquay unten: Kynance Cove gegenüberliegende Seite: Lizard Point (alle Ralf Nestmeyer)
(Hinweis: Die Seitenzahlen beziehen sich auf das gedruckte Buch).
5. Komplett überarbeitete und aktualisierte Auflage 2017
ISBN Print: 978-3-95654-467-5
ISBN ePub: 978-3-95654-516-0
© Copyright Michael Müller Verlag GmbH, Erlangen 2005-2017. Alle Rechte vorbehalten. Alle Angaben ohne Gewähr. Druck: Livonia Print, Riga.
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Ralf Nestmeyer, Stichwort „Cornwall & Devon“
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Vielen Dank!
Für Tipps, Mails und Briefe von Christian Allgöwer, Johannes Beck, Renate Berger, Jutta Birkigt, Stephan Bormann, Karin Braumiller, Jürgen Bruchertseifer, Axel Bublitz, Christoph Busch, Inge Croé, Ingeborg Denner, Martina Dernehl, Dr. Eva Diebel-Braune, Bettina Dönnebrink, Sandra Dotari, Dr. Claudia Eberhard, Theresa Eder, Thomas Egloff, Urs Ellenberger, Veronika Erlenbach, Claudia Feickert, Klaus und Renate Friedchen, Christoph Frieling, Kerstin Fuchs, Elle Gawlich, Karin und Jan-Arne Gewert, Stefan Goedsche, Silke Gottschlich, Claudia Gress, Susan Griffiths, Kurt Heidenreich, Dr. Werner Heffungs, Dirk Jahnke, Cornelia Janni-Schmid, Karine Hafner-Zöllner, Isabel Hast, Jörg Heinsohn, Susanne Hüttenhölscher, Sigrid Jeske-Würfel, Herbert Junk, Martina Kehmstedt, Familie Kellermann, Dagmar Kirsch, Reinhard Klose, Adolf Klumps, Christine Körting, Detlef Kohrs, Peter Kraus, Wilfried Krauth, Frederike Laaser, Mathias Landwehr, Prof. Dr. Georg Langenhorst, Barbara Liebold, Octaria Masur, Erich Meier, Ralf Meyer, Birgit Miller, Thorsten Mohr, Alexandra und Klaus-Peter Müller, Daniela und Guido Müller, Ulrike Münker, Erika Mußmann, Sonja Nest, Daniela Neumann, Dietmar Persian, Cornelia Prauß, Jörg Reising, Harald Rieß, Jan Ripper, Burkhard Rohrsen, Ute und Jürgen Ruff, Birgit und Olaf Schachtschneider, Margot Schaffert, Dr. Gisela Schäfers, Robert Schmidbauer, R. Schnöde, Anne Schönwälder, Ludowika und Eckhard Schulenkorf, Jörg Schwarzkopf, Katharina Slodczyk, Valeria Sperling, Conny Spiess, Susanne Stoelk, Cornelia Stoll, Diter Steinau, Olaf Storbeck, Gudrun und Rudi Straub, Rüdiger P. Strey, Bernadette Stricker, Ingeborg Stuckmann, Stefan Tepper, Albert H. Thoma, Dr. Barbara Timmer, Klaus Tronsberg, Uta Uffmann, Gerold Voith, Nicole Vornberger, Stefanie Vowinkel, Stefanie Wagner, Hans-Georg Walther, Dr. Peter und Elisabeth Weidisch, Wolfgang Wiora, Wilfried Wißmann, Gert W. Wolf und den Lesern des Reiseführers Südengland.
Vorschau
Englands „wilder Westen"
Cornwall und Devon gelten nicht nur vielen Engländern als Synonym für ungezwungene Ferien in einer weitgehend natürlichen Landschaft. Die sanft gewellten Hügel, windumtosten Klippen und goldgelben Sandstrände locken alljährlich Millionen von Touristen in den „wilden Westen“ der Insel. Wer will, kann die gesamte Küste auf dem South West Coast Path umwandern oder durchs Dartmoor streifen und erhält so einen besonderen Eindruck von der Region. Südwestenglands Countryside bietet einen fast unüberschaubaren Reichtum an landschaftlicher Schönheit und kulturellen Sehenswürdigkeiten, gepaart mit einem Hauch von Exzentrik. Besonders für Individualreisende sind Cornwall und Devon ein lohnendes Reiseziel, begegnet man ihnen doch zwischen Exeter und Land’s End mit der typisch englischen Höflichkeit.
Verträumte Küstendörfer
Jeder Englandreisende hat seine Lieblingsstadt und sein Lieblingsfischerdorf. Der eine schwärmt für St Ives mit seiner Künstlervergangenheit, der andere ist begeistert von Exeters kathedralem Charme. Wieder andere sind von Kleinstädten wie Truro und Totnes fasziniert. An der Küste reihen sich die Städtchen wie Perlen auf einer Schnur. Und jedes besitzt ein besonderes Flair. Während sich in Padstow vorzugsweise Feinschmecker tummeln, hat sich Torquay zu einem beliebten Altersrefugium entwickelt.
Wer ein Faible für kleine, verträumte Dörfer hegt, wird in Südwestengland ebenfalls nicht enttäuscht: St Just-in-Roseland und das ruhige Widecombe-in-the-Moor wetteifern um die Touristengunst. Clovelly gar ist ein Museumsfischerdorf, für dessen Besuch Eintritt erhoben wird. Im gleichfalls touristischen Mevagissey muss man aber nur für das Parken bezahlen. Stille, verträumte Küstendörfer wie Port Isaac und Helford existieren allerdings nur noch wenige.
Countryside: Hecken und Moore
Im Gegensatz zu anderen englischen Grafschaften sind Cornwall und Devon nicht für ihre grüne, kultivierte Countryside mit arrangierten Blumenbeeten und Hecken bekannt, sondern für die raue, „wilde“ Stimmung, die die Besucher suchen und finden.


Trotz der bekannten Küstenstädte ist Südwestengland ein dünn besiedeltes Land, die unwirtlichen Hochmoore sind von menschlicher Besiedelung weitgehend verschont geblieben. Dürres Heidekraut und mächtige Granitfelsen, dazwischen ein paar Ponys und Schafe - viel mehr Attraktionen wird man neben einigen Pflanzen in den zwei südenglischen Nationalparks nicht ausmachen können. Der Dartmoor National Park in der Grafschaft Devon sowie der Exmoor National Park, der zu Devon und Somerset gehört, bieten dafür ein eindrucksvolles Landschaftserlebnis.
Doch auch die raue Küste von Cornwall mit ihrem glasklaren Wasser und goldgelben Sandstränden bietet Natur pur. Über steile Felsen hinweg lässt sich nicht nur Cornwalls, sondern die gesamte südenglische Küste auf Schusters Rappen erkunden.
Übrigens ist das Meer von keinem Ort Südwestenglands mehr als 30 Kilometer entfernt. Ein Umstand, den auch die Briten zu schätzen wissen, wenn sie auf Klappstühlen sitzend ihre Meeressehnsucht stillen oder an der viel gerühmten „Englischen Riviera“ ihren Lebensabend unter Palmen verbringen.
Ein Gartenparadies
Cornwall und Devon sind ein Paradies für Gartenliebhaber: Rhododendren, Kamelien und Magnolien wachsen in den Himmel. Viele Engländer verbringen jede freie Minute in ihrem Garten, hegen und pflegen bunte Stauden und Rabatten. Kein Wunder also, dass Südengland einige der weltweit schönsten Gärten hervorgebracht hat, deren größte Kunst darin besteht, so auszusehen, als wären sie aus einer Laune der Natur heraus entstanden.
Aufgrund des milden Golfstromklimas gedeihen selbst Palmen und andere subtropische Pflanzen. In den Lost Gardens of Heligan kann man sogar durch ein „Dschungeltal“ spazieren. Der jüngste neu angelegte Garten ist das Eden Project bei St Austell mit seinen riesigen subtropischen Gewächshäusern.
Goldgelbe Strände
Die große Attraktion von Cornwall und Devon ist die einzigartige Küstenlandschaft. Für einen reinen Badeurlaub ist Südwestengland angesichts der Wassertemperaturen allerdings nur bedingt geeignet. Man sollte daher durchaus ernsthaft über den Kauf eines Neoprenanzugs nachdenken, vor allem wenn man mit Kindern reist. Zu den schönsten Stränden Südwestenglands gehören die von Felsen eingerahmten Bedruthan Steps sowie Kynance Cove und Porthcurno. Mit ihrem herrlichen goldgelben Sandstrand begeistert die St Ives Bay.
Mehr als Fish & Chips
Die englische Küche ist ungenießbar. Nicht nur wegen Jamie Olivers nimmermüden Bemühungen gilt dieses Vorurteil als längst widerlegt. Dass sich die Zeiten geändert haben, erkennt man auch daran, dass inzwischen nicht etwa Fish & Chips, sondern Chicken Tikka Massala als Lieblingsgericht der Engländer gilt. Auch die traditionelle Küche hat erhebliche Fortschritte gemacht. Jenseits von Steak and Kidney Pie gibt es auch innovative Kochkunst, die unter dem Namen „Modern British“ so manchen Gaumenkitzel bietet. In puristischem Ambiente werden traditionelle Gerichte mit mediterraner Leichtigkeit und internationaler Nouvelle Cuisine kombiniert. Gerne greifen ambitionierte Köche auf fernöstliche Gewürze zurück und servieren ein „Täubchen in rotem Curry auf Koriander-Bohnensalat“.
Aquarien und Seehunde
Sandburgen bauen und im Meer planschen gehört für Kinder in Südengland trotz der frostigen Wassertemperaturen zu den Lieblingsbeschäftigungen.

Doch Kinder sind bekanntlich sehr kritische Urlauber: Nachdem sie ein paar Tage im Sand gebuddelt haben, verlangen sie nach Abwechslung. Ein Abstecher zum Kinderspielplatz ist zwar ganz nett, die Begeisterung hält sich aber meist in Grenzen. Besser auf den kindlichen Aktionsdrang zugeschnitten ist eine Strandwanderung über Cornwalls Klippen.
Das Interessante am Meer sind neben den Badefreuden natürlich die Meeresbewohner. Da man weder vom Boot, noch vom Strand aus viele Fische zu Gesicht bekommt, darf ein Aquariumsbesuch nicht fehlen. Attraktive Aquarien gibt es beispielsweise in Newquay und Plymouth, beeindruckend ist auch ein Besuch des National Seal Sanctuary, wo verletzte oder kranke Seehunde wieder aufgepäppelt werden. Interessiert sich der Nachwuchs mehr für exotische Tiere, bietet sich ein Abstecher zum Paignton Zoo an.
Hintergründe & Infos
Landschaft und Geographie
Friedliche Weide: Bodmin Moor
England liegt bekanntlich auf einer Insel, doch das war nicht immer so: Noch während der Elster-Eiszeit - 400.000 bis 160.000 Jahre vor unserer Zeitrechnung - waren die Britischen Inseln durch eine Landbrücke mit dem europäischen Kontinent verbunden, dann schufen gigantische Schmelzwasserfluten die Straße von Dover.
Der größte Teil von Südengland besteht wie das gesamte Lowland Britain aus geologisch jüngeren Gesteinsformationen. Die im äußersten Südwesten gelegenen Grafschaften Cornwall, Devon sowie Teile von Somerset sind geprägt von einer zum Plateau abgeflachten Felsformation, aus der einzelne Granitmassive wie die Quantock Hills, das Dartmoor oder das Bodmin Moor emporragen. Ganz im Südwesten ragen die Isles of Scilly als letzte Ausläufer dieser Granitformation aus dem Meer. Einzig das Exmoor unterscheidet sich unter geologischen Gesichtspunkten, Sandstein und Schiefer bilden hier den Sockel. Die höchste Erhebung Südenglands findet sich im Dartmoor: High Willhays weist eine Höhe von 622 Metern auf. Die südenglischen Moore sind eine unwirtliche Landschaft, in der sich nur Ponys und Schafe dauerhaft wohl zu fühlen scheinen. Wegen ihrer Einsamkeit und dem ungestörten Naturerlebnis zählen die Moore zu den beliebten englischen Wandergebieten. Cornwall besitzt viele Bodenschätze und ist seit grauen Vorzeiten als Bergbaugebiet für Zinn und Kupfer bekannt. Erst vor wenigen Jahren sind die letzten cornischen Zinnminen wegen mangelnder Rentabilität geschlossen worden. Die den Atlantikstürmen ausgesetzte Nordküste Cornwalls ist wesentlich rauer als der Süden, der mit seinen tief eingeschnittenen fjordartigen Flussmündungen ein fast mediterranes Flair ausstrahlt. Je weiter man nach Westen in Richtung Land’s End fährt, desto mehr dominieren Grüntöne die Landschaft, kaum ein Felsen, der nicht von einer Moosschicht überzogen wäre. Bäume werden rar, so dass gespottet wird, im westlichen Cornwall gebe es nicht einmal genügend Holz, um einen Sarg daraus zu zimmern.
Rastplatz mit Aussicht auf der Lizard Peninsula
Der englische Landschaftsgarten
Der englische Landschaftsgarten entstand als eine Abgrenzung vom französischen Barockgarten, den André Le Nôtre in Versailles zu seiner höchsten Blüte führte. Im Gegensatz zu den gestutzten, geometrischen Barockgärten mit ihren zentralen, ins Unendliche weisenden Achsen als Sinnbild des kontinentalen Absolutismus galt der naturbelassene Landschaftsgarten als Symbol für die englische Demokratie. Trotz der konsequenten Abwendung vom geometrischen, axialen Entwurf mussten auch die englischen Gartenarchitekten in die Natur eingreifen; Hügel wurden abgetragen, Niederungen aufgefüllt, Seen mit geschwungenen Uferlinien aufgestaut, Bäume gefällt, nur damit das Ergebnis „natürlich“ aussah. In dieser Hinsicht hatte die sich ankündigende Romantik einen großen Einfluss auf die Entfaltung der englischen Gartenkultur. Eine weitere bedeutende Neuerung war die Auflösung einer Hierarchie der Fluchtpunkte, so dass der Garten nun beliebige Rundgänge ohne einen festgelegten Ausgangspunkt oder ein bestimmtes Ziel erlaubte. Durch Einfriedungen entstand ein parkähnliches, manchmal auch als Weide genutztes Gelände, das vom eigentlichen Garten durch in Gräben versenkte Zäune getrennt wurde, so dass der Blick des Hausherren ungehindert in die Ferne schweifen konnte. Für eine räumliche Trennung sorgten Mauern, Hecken und Wege.
Klima und Reisezeit
„Die ersten vier Tage regnete es. Ich konnte kaum erkennen, wo ich war.“ Diese ernüchternde Erfahrung musste der in Trinidad geborene Schriftsteller und spätere Nobelpreisträger V. S. Naipaul bei seiner Ankunft in England machen. Er blieb dennoch. Und auch das englische Wetter ist besser als sein Ruf, aber immer für eine Überraschung gut.
Auf dem Weg zum Godrevy Beach
Es ist ein weit verbreitetes Klischee, dass es in England entweder ständig regnet oder man die eigene Hand vor lauter Nebel kaum sehen kann. Durch den Golfstrom besitzt Südengland ein vergleichsweise mildes Klima, Minusgrade haben Seltenheitswert. Feucht und neblig ist es in den Wintermonaten, bis sich der Frühling zeitig zu Wort meldet. Bereits im März blühen die ersten Narzissen und Hasenglöckchen in den Tälern. Die Küstenlandstriche von Cornwall und Devon verdanken dem Golfstrom ein einzigartiges Mikroklima, in dem sich auch mediterrane Bäume und exotische Pflanzen wohl fühlen. Klimatisch besonders verwöhnt sind die Isles of Scilly, die vergleichsweise geringe Niederschläge zu verzeichnen haben. Der Sommer ist relativ trocken und warm, wenngleich das Thermometer nur sehr selten über 30 Grad Celsius anzeigt. Im Herbst wird es regnerischer, und trotzdem kann man selbst noch im Oktober kurzärmelig im Park sitzen. Allerdings sollte man sich nicht an den Kleidungsgewohnheiten der Engländer orientieren, denn für den Durchschnittsengländer ist Sommer, wenn das Thermometer mehr als zehn Grad anzeigt und es nicht gleichzeitig regnet.
Bei einem Ausflug oder einer Wanderung sollte man stets für alle Fälle gewappnet sein, denn das südenglische Wetter ist unberechenbar. „Täglich einen Schauer, und sonntags zwei“, weiß ein cornisches Sprichwort zu berichten, und im Radio wird ein Regentag mit ein paar Sonnenstrahlen als „liquid sunshine“ (flüssiger Sonnenschein) angekündigt. Eine wind- und regenfeste Kleidung ist daher unverzichtbar. Der Winter ist mild, Schneefall extrem selten. So waren Cornwalls Küsten letztmals im Winter 1978/79 schneebedeckt.
Als Reisezeit empfehlen sich vor allem die Sommermonate. Allerdings scheinen im Juli und August alle Engländer auf den Beinen zu sein. Hotels und B & Bs sowie Ferienwohnungen sind oft über Wochen hinweg ausgebucht oder vermieten die letzten freien Betten mit einem Preiszuschlag. Frühling und Herbst eignen sich hervorragend für einen Entdeckungsurlaub, aber auch für Besichtigungen der bekannten Sehenswürdigkeiten sowie für Streifzüge durch die in der Saison überlaufenen Tourismuszentren. Die viel gerühmten englischen Gärten zeigen sich im April und Mai von ihrer blühendsten Seite. Mit viel Glück lässt sich am Strand ein ausgedehntes Sonnenbad nehmen. Die niedrigen Wassertemperaturen werden allerdings selbst abgehärtete Zeitgenossen von einem Sprung in die Wellen abhalten. Selbst im August sind die Temperaturen nicht gerade verlockend. Gemeinhin kann man Familien mit Kindern empfehlen, einen Neoprenanzug zu kaufen oder vor Ort auszuleihen.
Exeter
Cardinham (Bodmin Moor)
Ø Lufttemperatur (Min./Max. in °C)
Ø Niederschlag (in mm),
Ø Tage mit Niederschlag
≧ 1 mm
Ø Lufttemperatur (Min./Max. in °C)
Ø Niederschlag (in mm),
Ø Tage mit Niederschlag ≧ 1 mm
Jan.
2,7
8,8
82
12
3,0
7,9
148
18
Febr.
2,4
8,8
61
10
2,6
8,0
110
14
März
3,7
11,1
57
10
4,0
9,8
104
15
April
4,5
13,3
62
10
4,7
11,8
90
13
Mai
7,6
16,8
57
10
7,6
15,0
87
12
Juni
10,5
19,8
48
7
9,8
17,3
81
11
Juli
12,4
21,7
46
8
12,1
19,1
97
13
Aug.
12,3
21,5
53
8
12,0
19,1
96
13
Sept.
10,3
19,2
59
9
10,5
17,1
100
13
Okt.
8,0
15,2
89
12
8,3
13,7
156
17
Nov.
4,8
11,7
83
13
5,5
10,6
161
18
Dez.
2,4
9,1
87
12
3,6
8,4
155
17
Jahr
6,8
14,8
785
121
7,0
13,2
1385
173
Daten: UK Met Office, Periode 1981 bis 2010
Wer sich im Urlaub am liebsten am Strand in der Sonne räkelt, sollte seine Ferien in Torquay verbringen. Das bekannte Seebad an der Küste von Devon bietet die größte Sonnengarantie von allen Städten im Südwesten Englands: Pro Jahr scheint in Torquay durchschnittlich 1889 Stunden die Sonne - das sind umgerechnet mehr als fünf Stunden pro Tag!
Klimadaten
Hinweis: Die Temperaturen werden nur noch selten in Fahrenheit angegeben. Falls doch, so sollte man wissen, dass null Grad Celsius 32 Grad Fahrenheit entsprechen. Mit einer kleinen Formel lassen sich die Temperaturen relativ schnell umrechnen: Man zieht von der Gradzahl Fahrenheit 32 ab, multipliziert das Ergebnis mit 5 und dividiert das Produkt anschließend durch 9. Alles klar?
Luke Howard, der „Erfinder der Wolken“
Das Wetter ist in England seit je her das bestimmende Thema. Da verwundert es auch nicht, dass es ein Engländer war, der die Wettervorhersage revolutionierte. Die Rede ist von dem in London geborenen Apotheker Luke Howard (1772-1864), ein überzeugter Quäker und Sonderling, der sich bereits in seiner Jugend mit meteorologischen Fragen befasst hatte, beeindruckt - wie viele seiner Zeitgenossen - durch das sogenannte Vulkanjahr 1783 mit seinem plötzlichen Klimawechsel, mit Hurrikans und Erdbeben, mit Ereignissen, die halb Europa in Panik versetzten. Hier offenbarte sich auch ein Defizit der Wettervorhersage, dem man mit Messungen und mit Ballonflügen zu begegnen versuchte.
Einsames Dartmoor
Der Wunsch, das Wetter vorherzusagen und hierzu die Wolken zu studieren, war nicht neu - seit der Antike haben sich die Menschen mit bescheidenem Erfolg darin versucht. Vor allem die christlichen Autoritäten bremsten den Forscherdrang entschieden und führten die Aktivitäten in der Atmosphäre auf göttliche Interventionen zurück. Erst im Zeitalter der Aufklärung entwickelte sich die „Wolkenlehre“ in mehreren Phasen, jeweils im Gefolge der Entdeckung der wichtigsten physikalischen Gesetze. Die Meteorologie ist keine exakte Wissenschaft. Sie sucht vielmehr nach einer ordnenden Sprache für Ereignisse, die von einer Fülle schwer durchschaubarer und erklärbarer Gesetzmäßigkeiten bestimmt werden, dazu von stochastischen und chaotischen Prozessen in der Atmosphäre. Und genau dieser Aufgabe hatte sich Luke Howard verschrieben. Mit seinen dem Lateinischen entnommenen Bezeichnungen Cirrus (Faser, Franse, Haar), Stratus (Decke oder Schicht) und Cumulus (Haufen bzw. aufgetürmte Masse) vermittelte Howard auf anschauliche Weise das Wesen seiner Einteilung der Wolkenformationen, so dass auch der Laie dieses Beobachtungsschema leicht anwenden und Mischformen benennen konnte. Die Grundformen der Wolken lassen auf die ihnen zugrunde liegenden physikalischen Prozesse und die in der Atmosphäre befindliche Feuchtigkeit schließen. Wenn etwa in sehr kalter Luft und großer Höhe Wassermoleküle zu Eis gefrieren, können nur hohe, faserartige Gebilde entstehen, die Howard als Cirrus klassifizierte.
Die Zeitgenossen erkannten schnell den bahnbrechenden Charakter von Howards Studien. Schon Goethe schrieb einen Hymnus auf den englischen Forscher: „Durch Howards glückliche Gedanken, die Wolkenbildungen zu sondern, zu charakterisieren und zu benennen, sind wir mehr als man glauben könnte, gefördert worden.“ Howards Wolkensystem veränderte unsere Wahrnehmung der Welt nachhaltig und hatte nicht nur einen großen Einfluss auf Wissenschaft, Kultur und Kunst; es ist bis heute ein elementarer Bestandteil der Meteorologie geblieben. Bis an sein Lebensende blieb Luke Howard vom Studium der Wolken fasziniert: „Der Ozean von Luft, in dem wir leben und uns bewegen, mit seinen Kontinenten und Inseln aus Wolken, kann für den denkenden Geist nie Objekt empfindungsloser Beobachtung sein.“
Flora, Fauna und Naturschutz
Ein Meer blühender Schlüsselblumen
Cornwall und Devon können zwar nicht als letztes Refugium für bedrohte Tier- und Pflanzenarten bezeichnet werden, Naturfreunde kommen aber dennoch auf ihre Kosten.
Einst war Südengland von einem dichten Wald überzogen. Über die Jahrhunderte hinweg holzten die Engländer ihre Wälder rigoros ab. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als die Hochphasen des Schiffbaus und der Industrialisierung vorbei waren, wurden Maßnahmen zur Wiederaufforstung in Angriff genommen, doch pflanzte man damals unglücklicherweise hauptsächlich Nadelbäume. Nur wenige Waldgebiete blieben in ihrer ursprünglichen Form erhalten. Ein ungetrübtes Naturerlebnis bieten die beiden Nationalparks Dartmoor und Exmoor. In den beiden Hochmooren leben ebenfalls noch halbwilde Ponys sowie kleine Herden von Rotwild. Charakteristisch für Devon und Cornwall sind die säurehaltigen Böden, auf denen das dunkle Moorgras und die lilafarbene cornische Heide sowie Klee und Ginster besonders gut gedeihen. Auf der Lizard Peninsula gibt es eine besonders vielfältige Heideflora, manche Gewächse sind endemisch, das heißt, sie sind in ganz England nur hier zu finden.
Sieht man einmal von Kaninchen, Dachsen, Ottern, Füchsen und Eichhörnchen - das graue Eichhörnchen ist aus Nordamerika eingewandert - ab, so gibt es keine weiteren erwähnenswerten Säugetiere zu verzeichnen. Besser bestellt ist es um die Vögel. Mehr als 120 Vogelarten sind in Südengland heimisch, darunter Bussarde, Kormorane, Turmfalken, Birkhühner und Wattvögel. Das im Bristol Channel gelegene Lundy gilt als Vogelparadies und ist vor allem als Brutplatz für die putzig anzusehenden Papageientaucher bekannt. Auf den Isles of Scilly tummeln sich Sturmtaucher sowie Eissturmvögel und mit ihnen zahllose Engländer, die dem Nationalsport Birdwatching nachgehen. Vor den Küsten lassen sich Seehunde sehen, mit ganz viel Glück auch Delphine und Wale sowie der kleine, für den Menschen vollkommen ungefährliche Nordseehai.
Der Ärmelkanal als atomare Müllkippe
Viele Reisende, die ein paar erholsame Tage an der Südküste Englands verbringen, wissen nicht, welch schaurige Zustände sich unter der Wasseroberfläche verbergen. Rund zehn Kilometer nordwestlich der englischen Kanalinsel Alderny erstreckt sich das atomare Verklappungsgebiet „Hurd Deep“. Auf einer Fläche von rund 40 Quadratkilometern versenkte die britische Atomindustrie in den 1950er- und 1960er-Jahren rund 28.500 Fässer mit radioaktiven Abfällen; darunter kleine Mengen des hochgiftigen Plutoniums. Mit einer ferngesteuerten Unterwasserkamera gelang es Greenpeace im Juni 2000 erstmals, Bilder von den in einer Tiefe von 90 Metern liegenden Fässern aufzunehmen. Das Ergebnis ist erschreckend: Viele der Fässer waren zerbrochen, so dass die radioaktiven Substanzen nach und nach ins Meer und damit in die Nahrungskette gelangen. Seit den 1990er-Jahren ist es zwar verboten, radioaktive Abfälle im Meer endzulagern, doch dürfen die gleichen Substanzen immer noch ins Meer geleitet werden. So pumpen die beiden Wiederaufarbeitungsanlagen in La Hague (Frankreich) und Sellafield (Großbritannien) jährlich 3,5 Milliarden Liter radioaktiv belastete Abwässer in den Ärmelkanal sowie die Irische See. Von den Abwasserpipelines verteilen sich die strahlenden Partikel entlang der gesamten Küste. Der Meeresboden rund um die Abwasserrohre enthält so viel Plutonium, dass er nach deutschem Recht als Kernbrennstoff eingestuft werden müsste. Die einzige Alternative wäre es, das Einleiten radioaktiver Substanzen sofort zu untersagen, allerdings würde dies das sofortige Aus für die beiden Wiederaufarbeitungsanlagen von La Hague und Sellafield bedeuten. Da dies wiederum die Atomkraftwerke in vielen europäischen Ländern - allein aus Deutschland gingen bisher rund 4600 Tonnen radioaktiver Abfälle nach La Hague - vor ein riesiges Entsorgungsproblem stellen würde, ist mit einem Ende der derzeitigen Praxis leider nicht zu rechnen.
Die Engländer lieben zwar ihre gepflegten Parks über alle Maßen, doch zum Naturschutz haben sie ein sehr zwiespältiges Verhältnis. Zwar richtete die Regierung bereits 1970 ein Umweltministerium ein, dem 1973 die Gründung von Europas erster nationaler grüner Partei folgte - sie ist gegenwärtig nahezu bedeutungslos -, doch die konservative Revolution von Margaret Thatcher machte diese Anfänge zunichte: Umweltschutzmaßnahmen wurden als Einschränkung des freien Marktes angesehen und strikt abgelehnt. Die Umweltorganisation Greenpeace verpasste Großbritannien daher nicht grundlos den wenig schmeichelhaften Beinamen „The Dirty Man of Europe“ und spielte darauf an, dass die Briten „dem Kontinent in Ökologiefragen immer hintergehinkt sind“. Kein anderes Land in Europa hat stärker verschmutzte Küstengewässer als Großbritannien. Zu den diesbezüglichen EU-Vorschriften haben die Engländer schon aus Tradition eine reservierte Haltung; britische Abgeordnete im Europäischen Parlament unternahmen sogar den Versuch, das Königreich von der Badegewässerregelung befreien zu lassen. Auch neue Mehrheitsverhältnisse haben diesen Missstand nicht bewältigen können. Das Thema Umwelt spielte auch für die bis 2010 regierende Labour-Regierung nur eine untergeordnete Rolle. Vorbildlich für den Umweltschutz engagieren sich hingegen die mehr als eine Million Mitglieder der im Vogelschutz aktiven Royal Society for the Protection of Birds (www.rspb.org.uk) sowie der 1895 gegründete National Trust (www.nationaltrust.org.uk). Letzterer ist mit einer Fläche von mehr als 2400 Quadratkilometern - darunter Berge, Moore und Inseln - längst einer der größten Grundbesitzer des Landes.
Weitere Informationen: www.cornwallwildlifetrust.org.uk; www.devonwildlifetrust.org.uk.
Wirtschaft und Politik
Cornwall und Devon gehören zu den strukturschwachen Regionen des Landes. Längst hat der Tourismus die traditionellen Erwerbszweige Schiffbau und Fischerei in ihrer wirtschaftlichen Bedeutung überholt.
Die westlichste der englischen Grafschaften unterscheidet sich in vieler Hinsicht von den anderen Regionen der Britischen Insel. Zum einen ist Cornwall - im Gegensatz zu Devon - kein County (Grafschaft), sondern ein Duchy (Herzogtum), und zwar das älteste Englands. Der Herzog von Cornwall ist seit dem Spätmittelalter traditionell der älteste Sohn des Regenten beziehungsweise der Regentin, und seit ein paar Jahrzehnten kann daher Prince Charles, der britische Thronfolger, weite Teile des Landes, darunter die Isles of Scilly, zu seinem Besitz zählen. Als Anhänger der ökologischen Landwirtschaft hat er seine Pächter dazu verpflichtet, Äcker und Felder streng nach ökologischen Prinzipien zu bewirtschaften.
Erst im Jahre 1998 wurde Cornwall eine eigene regionale Identität zugestanden. Allerdings wollte man dadurch keine separatistischen Neigungen befriedigen, sondern die strukturschwache Region - sie steht auf dem unrühmlichen letzten Platz der englischen Rangliste - in den Genuss von Fördergeldern der Europäischen Union kommen lassen. Obwohl die Arbeitslosigkeit hoch ist, liegen die Lebenshaltungskosten über dem englischen Durchschnitt, von den Immobilienpreisen ganz zu schweigen - diese haben in den beliebten Küstenorten wie Padstow längst Londoner Verhältnisse erreicht.
Cornwall und Devon gehören zu den englischen Regionen mit der geringsten Bevölkerungsdichte. Besonders spärlich besiedelt ist Cornwall, wo statistisch gesehen nur 134 Menschen auf einem Quadratkilometer leben. Die größte Stadt ist St Austell mit rund 22.000 Einwohnern. Auch Devon besitzt, bedingt durch das unwirtliche Dartmoor und das Exmoor, ebenfalls eine vergleichsweise geringe Bevölkerungsdichte. Jeder vierte Einwohner der Grafschaft wohnt in der Hafen- und Industriestadt Plymouth. Weitere größere Städte sind Exeter mit seiner in kultureller Hinsicht herausragenden Kathedrale und die vom Klima verwöhnten Badeorte Torquay und Paignton.
Das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland ist eine parlamentarisch-demokratische Erbmonarchie, an deren Spitze das durch Königin Elizabeth II. vertretene Haus Windsor steht. Seit einem 2011 getroffenen Beschluss der Commonwealth-Staaten ist das jeweils erstgeborene Kind unabhängig von seinem Geschlecht der unmittelbare Thronfolger. Außerdem muss der Monarch Mitglied der Anglikanischen Kirche sein, da er gleichzeitig als deren Oberhaupt fungiert; er darf daher auch keine Katholikin ehelichen. Das im fünfjährigen Turnus gewählte Parlament besteht aus dem im Mehrheitswahlrecht gewählten Unterhaus (House of Commons) und dem politisch unbedeutenden Oberhaus (House of Lords). Das wichtigste politische Amt hat der vom König ernannte Premierminister inne; er besitzt eine größere Machtfülle als der deutsche Bundeskanzler. So kann der Prime Minister eigenständig Minister berufen oder den Monarchen zur Auflösung des Parlamentes veranlassen. Die bedeutendsten Parteien sind die Labour Party und die Konservativen, Tories genannt. Durch das Brexit-Votum vom Sommer 2016 hat sich Großbritannien von der Europäischen Union distanziert und favorisiert neben der Währungsfrage verstärkt eine Politik der Splendid Isolation. In politischer Hinsicht haben die Grafschaften keine Entscheidungskompetenzen, die mit den deutschen Bundesländern auch nur annähernd vergleichbar wären. Auch die übergeordneten Regionen (in diesem Fall: South West) werden nicht durch parlamentarische Vertreter repräsentiert.
Alter Kran am Hafenkai von Dartmouth
Sieht man von einigen Problembereichen wie beispielsweise der Autoindustrie ab, floriert die britische Wirtschaft seit Ende der 1990er-Jahre in ungeheurem Ausmaß. Während allerdings die Zahl der Einkommensmillionäre innerhalb von zehn Jahren von 6600 auf 48.000 gestiegen ist, klafft die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander. Gleichwohl bedeutet ein hohes Einkommen nicht zwangsläufig ein Leben in überschwänglichem Luxus. Die südenglischen Lebenshaltungskosten liegen erheblich über dem westeuropäischen Durchschnitt. Unter einer überdurchschnittlichen Arbeitslosigkeit leiden manche abgelegenen Regionen von Cornwall, in denen jeder zehnte Einwohner ohne Arbeit und ohne Perspektive ist. Im landesweiten Vergleich liegen die Arbeitslosenzahlen von Devon und Cornwall knapp unter denen für Gesamtengland.
Die internationale Schiffbaukrise hat auch die britischen Werften erschüttert, ähnlich schlecht ist es um die Fischereiindustrie bestellt. Die Erträge sind wegen Überfischung seit Jahren rückläufig, so dass mittlerweile nur noch zwei Drittel der verspeisten Fische aus heimischen Gewässern stammen. In vergleichbarer Weise hat auch die Bedeutung der Landwirtschaft abgenommen: Nur noch zwei Prozent der Menschen in Südengland verdienen damit ihr Geld. Die in Tweedjacken und Stiefel gekleideten Gutsbesitzer sind ein Stück lebendige Fassade.
„Fish, tin and copper!“ heißt ein bekannter cornischer Trinkspruch, und genau genommen müsste man noch die Schmugglerei hinzufügen, um die traditionellen Haupterwerbszweige zu vervollständigen. Im letzten Jahrhundert ist dann noch der Tourismus hinzugekommen. Gegenwärtig sind Cornwall und Devon die beliebtesten englischen Reiseziele. Im West County, das jährlich mehr als acht Millionen Menschen besuchen, ist inzwischen jeder zehnte Arbeitsplatz von der Tourismusindustrie abhängig. Dies sichert Einnahmen, aber andererseits sind viele Dörfer inzwischen in der Hand von Ferienhausbesitzern, da die Einheimischen die hohen Immobilienpreise nicht mehr bezahlen können. An den Küsten im Norden und Süden von Cornwall und Devon liegen zahlreiche jedem Engländer bekannte Ferienorte, die schon eine Menge touristisches Eigenleben entwickelt haben - Campingplätze vollgepfropft mit Wohnwagen, in den Sommermonaten total ausgebuchte Hotels und auf den Hauptstraßen endlose Schlangen sonnenhungriger Urlauber aus den Midlands oder anderen Gegenden der Insel. Günstige Reisezeiten sind daher auf alle Fälle Frühling und Frühsommer oder Herbst. Natürlich lohnt sich die 450 Kilometer lange Anfahrt von London auch in den Sommermonaten, gerade zwischen den großen Urlaubszentren findet man noch viel ursprüngliches Cornwall.
Ein Prinz als Trendsetter
Prince Edward VII. war das Topmodell des 19. Jahrhunderts. Als der fünfjährige Prinz 1846 seine Sommerferien auf der königlichen Yacht „Victoria and Albert“ verbrachte, nähte ihm der Bordschneider einen Matrosenanzug im Stil der Royal Navy, der seine Eltern über alle Maßen entzückte. Sie gaben bei dem Maler Franz Xaver Winterhalter ein Porträt in Auftrag, das Edward in seinem neuen Outfit zeigte: weite weiße Hosen, dazu ein lockeres weißes Hemd, am Rücken rechteckig geschnitten, vorne mit spitz zulaufendem dunkelblauen Kragen, und ein zum Knoten gebundenes schwarzes Halstuch; auf dem Kopf ein breitkrempiger, lässig in den Nacken geschobener Strohhut mit langen, schwarzen Bändern. Doch nicht nur Edwards Eltern, die gesamte englische High Society war von dem feschen Anzug begeistert. In den nächsten Jahren gab es kaum einen Jungen adeliger Abstammung, der sonntags nicht im Matrosenanzug umherspazierte. Ab 1860 kleideten auch die bürgerlichen Familien ihre Söhne im Matrosenoutfit. Der Triumphzug fand so bald kein Ende und schwappte auf den Kontinent über: Bis Mitte des 20. Jahrhunderts gab es in fast jedem Fotoalbum ein Bild, das den Nachwuchs im Marinelook zeigte. Auch Willy Brandt, Karl Carstens, Willy Millowitsch und Henri Nannen haben sich noch in ihrem Matrosenanzug fotografieren lassen ...
Die keltische Vergangenheit ist noch allgegenwärtig