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Über dieses Buch:

Manchmal wollen wir alle doch nur das eine, oder? Kai liebt schnellen Sex an ungewöhnlichen Orten. Der heiße Türke Cem führt ein ebenso gefährliches wie geiles Doppelleben, denn er steht auf junge Kerle. Und Max will jenseitig von Grindr, Gayromeo und der Oberflächlichkeit der schwulen Szene einen neuen Freund finden – und landet ausgerechnet in Provincetown, wo die Nächte lang, die Partys wild und die Männer zu allem bereit sind …

Sechs Romane und Geschichten rund um maskuline Typen und freche Twinks, heiße Bären und prickelnde Sex-Abenteuer – mal romantisch, mal erotisch: denn bis man den richtigen Prinzen gefunden hat, wollen jede Menge Frösche geküsst werden …

Über die Autoren:

Paul Klein, geboren 1971 in Hessen, lebt in Berlin und München. Er arbeitet als freier Autor und Redakteur und veröffentlichte unter anderen Namen bereits sechs Sachbücher zum Thema Leben und Liebe, Kurzgeschichten und zahlreiche Artikel in Magazinen.

Kai Lindberg, Jahrgang 1970, studierte nach einer kurzen Karriere als Go-go-Tänzer Germanistik, Anglistik und Medienwissenschaften. Heute lebt er als Autor und Herausgeber in München.

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Sammelband-Lizenzausgabe Februar 2019

Copyright © der Originalausgabe 2019 dotbooks GmbH, München; einen Rechtenachweis für die einzelnen Beiträge finden Sie am Ende dieses eBooks.

Copyright © der Lizenzausgabe 2019 venusbooks GmbH, München

Alle Rechte vorbehalten. Das Werk darf – auch teilweise – nur mit Genehmigung des Verlages wiedergegeben werden.

Titelbildgestaltung: dotbooks GmbH, München, unter Verwendung eines Bildmotivs von Adobe Stock / Leonard Imagery

eBook-Herstellung: Open Publishing GmbH (ts)

ISBN 978-3-95885-651-6

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Paul Klein & Kai Lindberg

Hot Gay Romance

Sechs Romane und Stories in einem eBook

venusbooks

Inhalt

Kai Lindberg Eins, zwei, drei

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Paul Klein Wilde Spiele

Sandokan

Von Türken und Werwölfen

Das Experiment

Das Geschenk

Kai Lindberg Unterwegs mit den Jungs

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Epilog

Paul Klein Männerparadies

Prolog

Kapitel 1: Schlotti, der Engel

Kapitel 2: Welcome to Logan Airport

Kapitel 3: Dick Dock

Kapitel 4: Steve

Kapitel 5: Herring Cove

Kapitel 6: Zach

Kapitel 7: Pizza nach Mitternacht

Kapitel 8: Sommersturm

Kapitel 9: Crossroads

Kapitel 10: Keine Gnade

Kai Lindberg Der Fremde im Bus

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Paul Klein Der Weihnachtsmann kommt

Prolog

13. Dezember

14. Dezember

15. Dezember

17. Dezember

22. Dezember

Rechtenachweis

Kai Lindberg
Eins, zwei, drei

Uwe hat zwar einen ungewöhnlichen Job, aber er ist alles andere als ein Abenteurer. Und noch dazu hat er sich in seinem Single-Leben sehr gut eingerichtet. Zugegeben, seinen Kollegen Jens findet er ausgesprochen attraktiv … aber auch so unerreichbar, dass er ihn meidet, so gut es geht. Aber dann steht Uwe auf einmal vor ihm – und alles kommt anders, als er für möglich gehalten hätte!

Kapitel 1

»Vergiss es einfach!«

»Nun hab dich doch nicht so.«

»Du spinnst!«

»Du würdest mich damit aber sehr glücklich machen.«

»Du willst mir also erstens sagen, dass es dich glücklich machen würde, wenn ich mich vor Schmerzen winde …«

»Dass du immer so übertreiben musst.«

»… und bist zweitens nicht in der Lage, eine einfache Antwort von mir zu akzeptieren …«

»Aber …«

»… und drittens hast du immer noch nicht verstanden, dass es dieses Mal kein Aber gibt. Nur ein Vergiss es! Ich lasse mich nicht von einem Kugelhagel durchsieben, nur weil du meinst, damit ein Geschäft machen zu können.«

Caradonna sieht mich an. Sie hat diesen ganz besonderen Blick aufgesetzt, den man für Hunde reserviert, die noch nicht ganz stubenrein sind. Für störrische Kinder. Und eben manchmal auch für einen renitenten Angestellten. In diesem Fall also für mich. »Weißt du, Uwe«, beginnt sie nach einer kleinen Pause und schafft es erstaunlicherweise, den Ausdruck ihres Blickes eins zu eins in ihre Stimme zu übertragen, »du neigst dazu, alles zu überdramatisieren. Niemand redet von einem Kugelhagel. Es ist doch nur ein einziger Schuss.«

»Der mich töten kann!«, empöre ich mich.

»Ganz sicher nicht, wenn er richtig plaziert wird. Wir sind schließlich Profis. Das weißt du doch.«

Ja, ja. Das weiß ich. Aber Professionalität hin oder her – diesmal verlangt meine Chefin wirklich zu viel. Trotzdem muss ich mich fast schon darauf konzentrieren, meine Entrüstung aufrechtzuerhalten und wütend auf mein Gegenüber zu sein. Erstens kann man einer Frau wie Caradonna nicht wirklich böse sein. Sie ist einfach herrlich abgedreht, eine Mischung aus Cher und Mutter Beimer. Zweitens weiß ich, dass sie den Vorschlag nach meinem klaren Nein mehr aus sportlichem Ehrgeiz weiterverfolgt denn aus dem wirklichen Wunsch, mich zu überreden. Und drittens ist die Situation einfach zu absurd, um ernst zu bleiben: Immerhin hat meine Chefin gerade von mir verlangt, einen Streifschuss ins Bein zu bekommen, um einer ihrer berühmten Jeans einen besonders authentischen Touch zu geben.

Natürlich ist das Phänomen der customized jeans nicht neu. Jene Hosen also, die aussehen, als hätten sie schon mindestens fünf Vorbesitzer gehabt, die angeschrabbt sind, zerrissen, bizarre Farbkleckse aufweisen. Die alt und aufgetragen wirken, aber neu sind und ziemlich viel kosten. Nein, Caradonna hat dieses Phänomen ganz sicher nicht erfunden. Aber sie hat es zu einer eigenen Kunstform erhoben.

Statt ein paar hundert Hosen gleichzeitig in gigantischen Trommeln mit Steinen waschen oder sie von Minderjährigen in Billiglohnländern mit Stahlbürsten und anderen Instrumenten im Akkord nachbearbeiten zu lassen, hat sie eine kleine, exklusive Geschäftsidee verwirklicht: Y-Jeans – An Experience for Real Men. Die Hosen, die sie verkauft, sind Unikate und haben schon einiges erlebt. Oder, wie sie zu sagen pflegt: »In ihnen wurde gelebt.« Das sieht man ihnen auch an. Und für so eine gefühlsechte Hose, die einen Hauch von Abenteuer, Exotik und Dekadenz verspricht, greifen erstaunlich viele schmerzfreie Konsumenten tief in die Taschen ihrer ansonsten wohl eher braven und lebenstechnisch nur eingeschränkt erfolgreichen Alltagshosen.

Damit die Jeans ihren Look bekommen, müssen sie eingetragen werden. Und dafür hat Caradonna – die eigentlich Claudia heißt, was aber weder zu ihrem Auftreten noch zum Image von Y-Jeans passt – mich und einige andere Männer unter Vertrag. Was uns eint, sind durchschnittliche Konfektionsgrößen, durchschnittliche Körper … und eine ganz und gar nicht durchschnittliche Macke. Denn trotz der guten Bezahlung ist es schon ziemlich dämlich, Freeclimbing zu machen, um eine nagelneue Hose – wie ich sie auch jetzt gerade gewohnheitsmäßig trage – am Fels möglichst stark abzureiben. Ein paar Tage lang auf dem Bau mitzuarbeiten und jeden Abend die staubige Hose mit einem Spezial-Textillack zu bearbeiten, um die Gebrauchsspuren zu konservieren. Und an die Woche intensiven Bullenreitens in einer fragwürdigen Wildwestbar möchte ich lieber gar nicht mehr denken. Die Hose litt verkaufsfördernd. Der Inhalt derselben, nämlich ich, konnte tagelang nicht mehr vernünftig gehen. Außer natürlich zu Caradonna, um das geschundene Beinkleid abzugeben. Und zwar an Jens, der mich mit einem spöttischen »Na, Cowboy, wie ist das Leben in Dodge-City denn so?« auf seinen sinnlich geschwungenen Lippen empfing.

Zu einem erfolgreichen Team gehören immer zwei, die sich ergänzen: The Body and the Brain. Der erwachsene Batman und der knabenhafte Robin. Der cholerische Dick und der schusselige Doof. Gemeinsam sind sie unschlagbar. Und das könnte man auch von Jens und mir behaupten … wenn wir uns auch nur im Ansatz mögen würden. Tun wir aber nicht. Denn während ich die Hosen eintrage, zieht er sie danach an und posiert vor der Kamera. Das ist eins der Erfolgsgeheimnisse von Y-Jeans: Meine Kollegen und ich tragen die Dinger im Schweiße unserer Angesichter ein, Jens wird darin perfekt ausgeleuchtet fotografiert. Jeder Kunde bekommt zu seiner Edeljeans ein Hochglanzfoto, das zum Beweis der Authentizität dienen soll: So sieht Ihre Y-Jeans aus, nachdem sie bei einer Gletscherwanderung mehrfach durchgefroren wurde. Oder: So sieht Ihre Y-Jeans aus, weil ein wilder Stier sie beim berühmten Rennen in Pamplona auf die Hörner genommen hat. Die Leute glauben das. Natürlich. Wer würde nicht einem Mann glauben, der aussieht wie der feuchte Traum von Bruce Weber und vom Besetzungschef der Falcon Studios?

Jens ist das Y-Model. Er sieht ziemlich gut aus. Und er ist mit Abstand der eingebildetste, arroganteste und dämlichste Arsch, den ich kenne. Dummerweise ist sein Arsch auch ziemlich sensationell – und für mich unerreichbar. Aber natürlich beruht meine Ablehnung nicht darauf, dass Jens einer der Kerle ist, die ich mir seit meinem zwölften Lebensjahr heimlich angesehen habe und von denen ich trotz des jugendlichen Höhenflugs der Hormone und meines damals unerschütterlichen Selbstbewusstseins – das mehr mit Naivität als mit Lebenserfahrung zu tun hatte – genau wusste, dass ich ihnen niemals nahekommen würde. Es ist vielmehr die Ungerechtigkeit der Geschäftspraxis von Caradonna, die mich wütend macht: Erstens haben meine Kollegen und ich die ganze Arbeit; zweitens sind wir auch nicht gerade unansehnlich; drittens sollten wir deswegen auch diejenigen sein, die für unsere erlesene Kundschaft abgelichtet werden. Das scheint nur gerecht.

Wobei, zugegeben: Jens ist schon der Hammer mit seinem kantigen Kopf, den dunklen, kurzgeschorenen Haaren, der geraden, maskulinen Nase, den vollen, sinnlichen Lippen, die eigentlich gar nicht zu seinem markanten Kinn passen und doch so aussehen, als müsste man sie ununterbrochen küssen. Was ich natürlich nie tun würde. Denn, wie gesagt, ich mag Jens nicht. Er ist ein eitler Fatzke, der sich etwas darauf einbildet, von Mutter Natur eine zu große Portion Anziehungskraft mitbekommen zu haben. Dabei ist er auch nur so groß wie ich, hat ungefähr dieselbe Figur, schließlich teilen wir uns die Konfektionsgröße. Aber Jens ist eben … trainierter. Härter. Sexier. Natürlich ist auch mein Arsch ganz okay. Aber seiner ist eben das, was man knackig nennt.

»Nun gut, Uwe«, seufzt Caradonna ergeben. »Ich werde dich zu nichts zwingen. Auch wenn mir dadurch ein Vermögen entgeht.«

»Sollte mich interessieren, was irgendwer für eine Jeans zahlt, auf deren Träger geschossen worden ist?«, gebe ich mich zickig.

»Natürlich interessiert dich das.«

Verdammt, sie kennt mich gut. In einem der nicht ganz so reflektierenden Teile meines Charakters regt sich schließlich immer ein Gedanke, wenn ich eine besonders absurde Sache mache, um eine Jeans zum hochpreisigen Einzelstück zu veredeln: dass nicht nur der Preis der Hose steigt, sondern auch mein Wert. Verrückt, ich weiß. Aber, he: Kein schwuler Mann, der die magische Dreißig bereits überschritten hat, kann von sich behaupten, dass er nicht glücklich wäre, seinen Marktwert erstens zu kennen, zweitens diesen steigern zu können und drittens … na ja. Was auch immer.

Ärgerlich runzle ich die Stirn. Ich bin ein sehr systematischer Mensch. Ich glaube daran, dass alles einer streng logischen Reihenfolge entspricht: Wir werden geboren, wir leben, wir sterben. Wir kochen, wir essen, wir scheißen. Eine Erkältung braucht drei Tage, bis sie kommt, bleibt drei Tage und braucht dann drei Tage, um wieder ganz zu verschwinden. Alles immer schön der Reihe nach. Alles sicher und kontrolliert. Nur auf den dritten Schritt meiner Marktwert-Theorie bin ich noch nicht gekommen. Und das macht mich etwas unsicher. Okay, streichen wir das etwas. Ich mag es eben nicht, wenn ich nicht die Kontrolle habe.

Claudia – pardon, Caradonna – weiß, wie ich strukturiert bin. Immerhin hat sie mich deswegen vor drei Jahren eingestellt, um ihr Büro zu organisieren und die Buchhaltung auf Vordermann zu bringen. Die Sache mit dem Jeanseintragen kam später, vor anderthalb Jahren. »Erstens«, sagte Caradonna damals zu mir, »kannst du den Bürokram aus dem Effeff. Irgendwann wird er dich langweilen, und davor gilt es dich zu schützen. Zweitens hast du genau die Figur, die man für den Job braucht. Und drittens kann ein bisschen Feuer unter dem Arsch dafür sorgen, dass du diesen endlich mal in Schwung bekommst.«

Einer solchen logischen Dreierkette konnte ich mich natürlich nicht verschließen. Und tatsächlich, mit Feuer habe ich in den letzten Monaten mehr als genug Erfahrung gemacht … viel Schwung ist trotzdem nicht aufgekommen. Zumindest keiner, der meinen Arsch außerhalb einer eng sitzenden Jeans in Bewegung gebracht hätte. Ja, ich bin Single. Ja, ich bin frustriert. Und, ja, ich möchte sowohl gefickt als auch geliebt werden. Wieder so eine logische Abfolge von drei Schritten.

»Honighäschen«, reißt mich Caradonna aus meinen Gedanken, »mach nicht so ein Gesicht. Ich kann dir doch nie lange böse sein … ganz sicher nicht, wenn du mir einen Gefallen tust.« Sie wirft mir einen anderen der für sie typischen Blicke zu. Einen, der mich immer an die Schlange Kaa aus dem Dschungelbuch erinnert.

»Was denn jetzt noch?«, frage ich seufzend. »Eine Woche Dschungelcamp, drei Wochen Motorcrossfahren, ein Monat über den Jakobsweg pilgern, um irgendeine Jeans einzutragen?«

»Zwei Stunden im Aquazoo mit Haien kuscheln.«

»Wie bitte?«

»Die Tiere sind gefüttert, macht dir keine Sorgen. Aber ihre Haut ist rauh wie Schmirgelpapier.«

»Du spinnst«

»Das sagtest du schon. Wir sprechen noch mal, wenn ich das Okay von der Zoodirektion bekomme. Heute habe ich eine ganz harmlose Bitte.« Sie schenkt mir ein Lächeln. »Nur diesen kleinen Scheck, der heute noch zugestellt werden muss …«

»Kein Problem, ich bin eh mit dem Auto unterwegs«, sage ich schnell, bevor ihr noch etwas anderes einfällt. Kleinere Botengänge sind wirklich kein Problem. Es sei denn, Caradonna bittet mich wieder, ein offensichtlich getragenes Dior-Kleid für sie umzutauschen.

»… zu Jens.«

»Kann ich nicht vielleicht doch schon mal zu den Haien?«

»Nun stell dich nicht an. Ich habe Jens versprochen, dass er den Scheck heute bekommt. Du bringst ihn hin – basta.« Mit herausforderndem Lächeln setzt sie nach: »Wer weiß, vielleicht kommt ihr euch endlich etwas näher, wenn ihr euch in privatem Rahmen trefft?«

»Eher friert die Hölle zu.«

»Er ist doch süß.«

»Er ist ein arroganter Arsch.«

»Und was bist du?«

»Ich … also, ich bin einfach …«

»Nicht gut genug für ihn?« Diese Frau weiß genau, welche Knöpfe sie drücken muss, um mich aus der Reserve zu locken.

»…«, ist alles, was ich auf diese provozierende Frage hervorbringe. Nämlich nichts. Ich puste nur ein bisschen Luft aus. Keine befriedigende Antwort. Also probiere ich es noch einmal, atme tief ein und sage: »…«

Das übe ich wohl besser noch einmal.

Caradonna zieht einen Scheck hervor, drückt ihn mir in die Hand und tätschelt meine Wange. »Ach, Uwe«, sagt sie. »Irgendwann musst du anfangen, etwas zu tun, was nicht deinem vorgefertigten Weltbild entspricht.«

Kapitel 2

Mit sich stetig verschlechternder Laune lenke ich meinen Wagen durch den abendlichen Verkehr. Es ist bereits kurz nach acht. Über der Stadt liegt diese ganz besondere Stimmung, wenn ein heißer Tag sich langsam verabschiedet und einer Nacht weicht, die warm ist und nach Sommer und Abenteuer riecht. Die wie geschaffen ist dafür, in einem Straßencafé zu sitzen, den Blick schweifen zu lassen und jemanden zu suchen, mit dem man …

Von wegen: Mit dem man. Tse! Erstens muss ich diesen blöden Botengang erledigen, zweitens kann ich problemlos Stunden irgendwo sitzen, ohne dass mich irgendjemand bemerkt, und drittens scheine ich ja sowieso nicht der Typ zu sein, der so entspannt aus sich rausgehen kann. Denkt zumindest meine Chefin. »Weltbild!«, zische ich wütend. Was bildete sich diese Schnepfe eigentlich ein?

Jens wohnt, wie könnte es anders sein, im Glockenbachviertel, Münchens trendigem, schwulem Stadtteil. Hier finden sich die besten Bars und Clubs. Was man hingegen selten sieht, ist ein freier Parkplatz. Also kurve ich dreimal um den Block, bis ich endlich eine Lücke finde, in die ich meinen Wagen quetschen kann. Dass ich dabei ziemlich ins Schwitzen komme, steigert meine Laune genauso wenig wie der Grund, warum ich überhaupt hier bin, statt in meiner netten kleinen Wohnung in Neuhausen zu sitzen und den Tag bei einem gemütlichen Feierabendbier ausklingen zu lassen.

Feierabendbier … hmm … Ich hätte wohl noch einkaufen gehen sollen. Wahrscheinlich ist mein Kühlschrank leer. Na super.

Die Haustür ist offen. Ich steige die vier Stockwerke hoch – einen Aufzug hat das Haus natürlich nicht – und stehe angeschwitzt, schwer atmend und ausgesprochen unausgeglichen vor Jens’ Wohnungstür. Noch einmal tief einatmen … ausatmen … okay. Jetzt einfach schnell den Scheck übergeben. Und dann werde ich schon noch eine Tankstelle finden, wo ich etwas zu trinken kaufen kann. Ich klingle.

Nichts tut sich. Ich klingle erneut. Immer noch nichts. Wohnt Monsieur in einem Dreihundert-Quadratmeter-Loft und braucht etwas länger? Ärgerlich klopfe ich gegen die Tür und lege mein Ohr dagegen. Ob drinnen vielleicht Musik läuft? Wenn unser Supermodel nicht da ist, kann ich den Scheck einfach unten in den Briefkasten werfen …

In diesem Moment wird die Tür aufgerissen. Perplex mache ich einen Ausfallschritt, um nicht hinzufallen, und stolpere so in die Wohnung. »Scheiße!«, stoße ich hervor – und setze in Gedanken ein schnelles Au weia hinterher. Denn vor mir steht Jens. Was zu erwarten war. Aber nur mit einem Handtuch bekleidet und mit noch nasser Haut.

Es ist merkwürdig, diesen Körper, den ich schon so oft auf Fotos bewund… – nein, ermahne ich mich, schnell, nur gesehen! – habe, so unmittelbar vor mir zu haben. Er wirkt weniger hart und auftrainiert, sondern irgendwie echter, sanfter, anziehender … Moment, habe ich das jetzt wirklich gerade gedacht?

»Uwe«, sagt Jens und grinst mich an. »Da bist du ja.«

»Hattest du den Weihnachtsmann erwartet?«, zicke ich und versuche dabei, meinen Blick von seinem mit kleinen Wasserperlen überzogenen Körper loszureißen.

»Caradonna hat Bescheid gesagt, dass du kommst. Und für den Weihnachtsmann wäre dein Sack wahrscheinlich auch etwas klein?«

»Man muss schon ganz schön dämlich sein, um unter die Dusche zu gehen, wenn man noch Besuch erwartet.«

»Besuch?« Jens grinst mich an. »Das heißt, du möchtest länger bleiben?«

»Nicht, wenn es sich irgendwie verhindern lässt«, zische ich und halte ihm den Scheck entgegen.

»Moment«, sagt er und hebt entschuldigend die Hände. »Ich trockne mich nur schnell ab. Geh doch kurz in die Küche, ja? Nimm dir ein Bier.« Er dreht sich um und verschwindet durch eine Tür, hinter der ich Badezimmerkacheln sehe.

Schöne Scheiße. So viel zum Thema: Schnell rein, schnell raus, schnell nach Haus. Soll ich den Scheck einfach irgendwo hinlegen und mich dann vom Acker machen? Nein, das wäre albern. Und … und es würde sich dann so anfühlen, als wäre ich diesem Oberarsch schon wieder unterlegen. Als würde ich vor ihm weglaufen. Vor ihm und seinem tollen Körper. Herrje! Ich könnte jetzt wirklich ein Bier gebrauchen. Oder ein paar Wodkas.

Die Küche ist erstaunlich gemütlich, eine Mischung aus modernen Geräten und alten Möbeln. Außer der Kochzeile und dem tollen Esstisch gibt es hier sogar – Wie cool ist das denn? – ein Küchensofa mit einem weichen Teppich davor. Gefällt mir sehr gut. Hätte ich Jens nicht zugetraut. Ebenso wenig wie die angenehmen leisen brasilianischen Easy-Listening-Klänge.

Ich hole mir nach kurzem Zögern ein Bier aus dem Kühlschrank, nehme einen großen Schluck und setze mich an den alten, schweren Holztisch. Es ist ziemlich warm hier, riecht aber angenehm frisch nach Kräutern, die ich auf einem kleinen Bord vor dem Fenster entdecke. Der leichte Schweißfilm auf meinem Rücken klebt ein bisschen. Nach einem weiteren Schluck aus der Flasche greife ich nach einer Zeitung, die auf dem Tisch liegt, und fächele mir Luft zu. Der angenehme Hauch kühlt mein Gesicht ein wenig ab. So lässt es sich aushalten. Ich spüre, wie meine Nippel unter dem T-Shirt hart werden.

»Du fühlst dich schon ganz wie zu Hause?« Jens ist unbemerkt zurückgekommen. Zu meiner Überraschung hat er sich immer noch nicht angezogen, sondern kommt nur mit dem Handtuch bekleidet auf mich zu.

»Du ja offensichtlich auch«, nuschele ich etwas irritiert und will einen Schluck aus der kalten Flasche nehmen. Doch bevor ich sie an die Lippen setzen kann, greift Jens zu, nimmt sie mir ab und trinkt einen großen Schluck. Ich sehe, wie sein Adamsapfel auf und ab wandert. Noch ein Schluck. Und noch einer.

Jens lässt die Flasche sinken. Unwillkürlich folge ich ihr mit dem Blick – und sehe deswegen einen Moment später auf den Saum des Handtuchs, das er sich ziemlich tief sitzend um den Leib gewunden hat. Von seinem Bauchnabel schlängelt sich eine schmale Ameisenstraße abwärts. Und daneben …

»Was ist das denn?«, frage ich erstaunt. Ein Tattoo? Das hat der Maskenbildner für die Fotos bisher wohl abgedeckt.

Obwohl ich immer noch gebannt auf seinen Unterkörper starre, weiß ich, dass Jens nun ebenfalls hinuntersieht. »Mein Koi«, sagt er mit weicher Stimme. »Mein Prachtstück.«

»Worauf ich wetten möchte.« Herrje! Habe ich das jetzt wirklich laut gesagt? Uwe, reiß dich zusammen! »Also, der Fisch, meine ich. Cool.« Ich zwinge mich, zu Jens’ Gesicht hinaufzusehen. Warum muss der Mann eigentlich so nah vor mir stehen?

»Willst du mehr sehen?«, fragt er.

Ich mustere sein Gesicht und finde dort, zu meiner Überraschung, nichts von der Überlegenheit, die Jens sonst aus jeder Pore verströmt wie andere Leute Parfüm. Sein Blick ist freundlich. Neugierig. Und irgendwie … ein bisschen unsicher? Jens, der Supermann, weiß nicht so recht, ob er mit diesem Angebot zu weit gegangen ist? Ha!

Meine Nippel, die sich sicher bereits wie Kirschkerne unter meinem T-Shirt abzeichnen, beginnen zu prickeln. Oh-oh. Das ist jetzt vielleicht nicht so gut. Wenn sie sich so aufführen, dann wollen sie gekrault werden. Und zwar möglichst nicht von mir selbst.

Mein Mund wird trocken. Wieso ist es hier drin eigentlich so warm? Ich sollte dringend gehen! Genau, das werde ich Jens mal ganz schnell sagen. Scheck abgeben und weg. Besser ist das.

Vorgefertigtes Weltbild, meldet sich plötzlich Caradonnas Stimme in meinem Kurzzeitgedächtnis. Frechheit, denke ich. Und höre dann eine Stimme, die sich erstaunlicherweise haargenau wie meine eigene anhört, sagen: »Ja. Zeig her. Ich bin gespannt.«

Jens grinst mich an, beugt sich zu mir vor und drückt mich, der ich die ganze Zeit in Habtachtstellung auf dem Stuhl sitze, nach hinten. Dann tritt er einen Schritt zurück. Greift nach unten, öffnet das Handtuch so, dass es nun wie ein überdimensioniertes Feigenblatt zwischen seinen Beinen hinunterhängt und den Blick auf den Rest seines Körpers freigibt. Ich sehe trotzdem, dass er sich den Busch nicht ganz rasiert, sondern nur gestutzt hat. Der tätowierte Karpfen beschreibt eine Ellipse, beginnt zwischen Bauchnabel und Schamhaaren, verjüngt sich dann in einem eleganten Bogen und mündet in einer Schwanzflosse, die auf Jens’ Oberschenkel zu liegen scheint – und meinen Blick automatisch wieder zwischen seine Beine lenkt.

»Das ist … also … der ist wirklich gut gemacht«, sage ich.

»Gefällt’s dir?«

»Ja.«

»Und … er?« Mit diesen Worten lässt Jens das Handtuch los. Obwohl es sicher sehr schnell geht, habe ich das Gefühl, als würde ich es in Zeitlupe beobachten. Wie das weiße Frottee hinunterfällt. Den Schwanz freilegt, den ich schon in unzähligen nächtlichen Phantasien vor mir gesehen habe. Und der doch ganz anders ist. So, wie auch Jens’ Fotos perfekt sind und sein Körper tatsächlich ganz anders wirkt, weniger statuenhaft, sondern echter, wärmer, anziehender, ist auch sein Schwanz kein Tom-of-Finland-Prügel, nicht so wahnsinnig lang. Aber dick, fleischig, mit einer perfekt geformten, einladenden Eichel und zwei schweren Eiern.

Die Zeitlupe geht weiter. Oder ist der Film stehengeblieben? Ich weiß es nicht. Und will auch gar nicht drüber nachdenken. Stattdessen starre ich wie hypnotisiert auf diesen perfekten Schwanz.

Nach einer gefühlten Ewigkeit reiße ich endlich meinen Blick los und schaue nach oben. »Ich sollte jetzt ganz schnell irgendetwas Schlaues von mir geben«, sage ich.

»Warum?«, fragt Jens und grinst. »Damit ich darauf reagiere und wir uns sofort wieder die Zickigkeiten um die Ohren schlagen?«

»Ich sollte etwas sagen, damit du etwas sagen kannst, damit ich …«, nicke ich und will gerade fortfahren, als Jens mir das Wort abschneidet, indem er einen Schritt nach vorne macht.

»Du musst jetzt nichts sagen. Du musst nur ein braver Junge sein und den Mund aufmachen.« Seine Stimme wirkt wie ein tiefer Zug aus einem Poppersfläschchen. Mein Magen zieht sich zusammen, mein Blutdruck schaltet ohne Vorwarnung in den fünften Gang, aus irgendeinem Grund habe ich plötzlich ein federleichtes Gefühl im Kopf … und nach einem weiteren Schritt von Jens erhebt sich vor mir plötzlich sein Schwanz, der fester wird, mit leichtem Druck mein Kinn streift …

… und wie von selbst seinen Weg zwischen meine Lippen findet.

Es gibt kaum etwas, was ich geiler finde, als einen halbsteifen Schwanz im Mund zu haben und zu spüren, wie meine Zunge ihn härter macht. Wie er sich ausdehnt, größer, fester, wärmer wird. Wie es mich erleichtert, ihn aus meinem zu engen Mund gleiten zu lassen – um ihn eine Sekunde später schon gierig zurückzusaugen.

Für einen Sekundenbruchteil blitzt in mir der Gedanke auf: Was mache ich hier eigentlich? Doch darauf kann es nur eine Antwort geben: Noch! Immer! Nicht! Genug!

Während ich seinen Prügel schmatzend lutsche und lecke und nicht genug von ihm bekommen kann, packe ich seinen Arsch mit beiden Händen und knete die knackigen Backen genießerisch. Jens drängt sich aufstöhnend gegen mich. Seine kurzen Schamhaare kitzeln mir die Nase, als ich mich in seinen Körper drücke und das pulsierende Fleisch in meinem Mund dafür sorgt, dass mir der Schweiß den Rücken hinunterläuft.

Jens fickt mein Gesicht mit vorsichtigen Stößen. Ich habe die Augen geschlossen und lasse mich auf das Spiel ein. Mal gestatte ich ihm, nur seine fette Eichel zwischen meinen Lippen zu reiben, dann wieder lasse ich die ganze heiße Pracht in meinen Mund fahren und empfange sie mit meiner nassen, reibenden Zunge.

»Komm«, höre ich Jens’ Stimme und spüre, wie ich hochgezogen werde. Meine Knie wollen den Dienst quittieren, aber Jens hält mich fest an sich gedrückt. Irgendwie schafft er es auch noch, mir das T-Shirt auszuziehen. Die warme Haut über seinen festen Titten fühlt sich himmlisch auf meiner Brust an. In meiner Jeans beginnt mein Schwanz energisch nach Freiheit zu verlangen.

Jens beginnt mich zu küssen, neckend, kurze, schnelle Berührungen seiner Lippen, die erst allmählich intensiver werden, bis er schließlich meinen Mund mit seiner Zunge öffnet und ich das Gefühl habe, ganz und gar in ihm zu versinken, obwohl er es ist, der von meinem Körper Besitz ergreift. Seine Arme umschließen mich, fest und sicher, und obwohl meine Beine inzwischen wieder dabei helfen, dass ich aufrecht stehen kann, drücke ich mich hilfesuchend gegen seinen festen Körper.

Wir knutschen hungrig, erwartungsvoll, herausfordernd. »Komm«, sage ich, als ich für einen Moment Atem holen kann, »lass uns ins Schlafzimmer gehen.«

Jens dreht mich in seinem Arm um, drückt sich von hinten an mich. »Knutschen, Schlafzimmer, Bett, richtig?«, fragt er und beginnt, spielerisch in meinen Nacken und meine Schultern zu beißen.

»Ja«, antworte ich heiser. »Ja!«

»Da habe ich eine bessere Idee.« Er schubst mich unerwartet heftig nach vorne, aber nicht zur Tür, sondern zu dem Teppich vor dem Küchensofa.

Ich falle auf die Knie. Sofort ist Jens bei mir, drückt meinen Oberkörper nach unten. Ich lasse mich in Position bringen, liege mit den Ellbogen auf dem weichen Teppich, den Rücken durchgedrückt. Mein jeansumspannter Arsch ragt in die Luft, und die Vorstellung, wie herausfordernd dieser Anblick sein muss, schießt mir wie ein warmes Prickeln durch den Körper. Jens’ Hand streichelt meinen Rücken, sanft und doch fordernd, ich entspanne mich, merke, wie sich ein Schnurren tief in meiner Kehle sammelt, nach oben drängt, meinen Mund gerade verlassen will …

… als seine Hand klatschend zwischen meinen Pobacken landet. Es tut nicht weh, fühlt sich aber an, als hätte er direkt meine zuckende Kirsche getroffen. Statt des Schnurrens höre ich ein Keuchen, das ich nicht unterdrücken kann und in dem sich Überraschung und Erregung mischen. Noch ein Schlag. Aus der Erregung wird pure Geilheit.

»Das magst du«, stellt Jens mit tiefer Stimme fest und lässt seine Hand ein weiteres Mal auf meinen Arsch klatschen. Doch diesmal nimmt er sie nicht wieder weg, sondern drückt mit den Fingern tief zwischen meine Backen. Durch die Jeans hindurch beginnt er, meine Pforte zu massieren. Ich merke, wie mir erneut der Schweiß ausbricht, wie mein Schwanz sich in seinem engen Gefängnis immer mehr auszudehnen versucht und schmerzlich gegen meinen Bauch drückt. »Ja«, stoße ich heiser hervor.

Jens drückt sich an meinen Arsch. Ich kann das harte Rohr durch die Jeans spüren, fühle sein Gewicht, als er seinen Oberkörper auf meinen schweißnassen Rücken lehnt. »Und du willst, dass ich dir jetzt die Hose ausziehe, deinen Schwanz lutsche, bis es dir kommt, dich dann umdrehe und meinen Dicken langsam in deinen Arsch schiebe und dich ficke, wie du noch nie gefickt worden bist?«, raunt er in mein Ohr.

Ich schlucke. »Ja.«

»Immer schön der Reihe nach, so wie du es in all den Pornos gelernt hast, die du dir heimlich zu Hause ansiehst, statt deine Phantasien auszuleben.« Seine Stimme klingt so rauh, dass sein Vorwurf, seine Herausforderung meine Erregung nicht etwa verebben lässt, sondern als neue Hitzewelle durch meinen Körper strömt.

»Nimm mich«, flüstere ich. »Nimm mich jetzt

»Und wie?«

Ich muss nicht nachdenken. »Egal wie.«

Ich spüre, wie das Gewicht von Jens’ Körper von mir weicht, und drücke mich ebenfalls wieder hoch, stütze mich nun auf den Handtellern ab. Die Luft streichelt mir eine Gänsehaut auf den schweißnassen Rücken. Einen Augenblick später ist er wieder da, kniet sich neben mich. Ich höre, wie er etwas abstellt, öffne kurz die Augen und sehe eine offene Tasche.

»Halt jetzt ganz still.«

Ich spüre, wie er mit den Fingern unter den Bund der Jeans und meiner Unterhose fährt und beides, so weit es geht, anhebt. Dann streift etwas meine Haut, fest, glatt und kühl … was …

Nein. Das kann nicht sein!

Ich merke, wie ich zusammenzucke, als ich begreife, was Jens in der Hand hält. Eine schwere Schere, mit der er nun den ersten Schnitt ausführt.

»Vertrau mir.« Es ist keine Bitte, kein Befehl. Es klingt … konzentriert. Und beruhigend.

Noch ein Schnitt. Es muss eine dieser Gartenscheren sein, mit denen man widerborstige Rosensträucher beschneidet, trimmt, in Form bringt und die daher selbst die Nähte der Jeans mühelos durchtrennt. Noch ein Schnitt. Luft dringt an meine Haut, liebkost meine feuchte Spalte wie eine kühle Zunge.

Schnitt. Schnitt. Schnitt.

Ich höre das metallische Geräusch, mit dem Jens die Schere beiseitelegt. Er hat aufgehört zu schneiden, bevor er das Ende meines Damms erreicht hat. Immerhin: Das Gefängnis um meinen Schwanz und meine Eier ist nicht mehr ganz so straff wie vorher. Und das ist verdammt gut so. Denn die Vorstellung, wie ich hier vor Jens knie, die Kluft zwischen meinen Pobacken entblößt, lässt meinen Ständer ungeahnte Ausmaße annehmen.

Der Stoff wird sanft zur Seite geschoben. Zwei Hände legen sich auf meinen Arsch, zehn Finger umspannen ihn, tanzen über das feste Fleisch.

Jens massiert mit sanftem Druck meine Backen. Ich drücke sie ihm entgegen, genieße, ohne nachzudenken – und bin umso überraschter, als der Druck sich verändert, mein Fleisch auseinandergezogen wird und ich spüre, wie sich eine Zunge ihren Weg ins Zentrum leckt.

Jens kniet hinter mir, und weil ich beide Hände an meinem Arsch spüren kann, weiß ich, dass ich ihn tragen muss. So, wie ich mich ihm hingebe, muss ich doch stark genug für uns beide sein. Doch die Belastung, die in meinen Oberschenkeln und vor allem den Knien schmerzt, ist nichts, verglichen mit dem unbeschreiblichen Gefühl, meinen entblößten Arsch von Jens bearbeiten zu lassen. Er leckt breit durch die Kluft, zwickt spielerisch mit den Zähnen in die empfindliche Haut, schnauft heiße Luft direkt auf meine zuckende Knospe. Ich stelle mir vor, wie sie sich langsam öffnet, feucht und einladend aufgeht – und spüre im selben Moment, wie die tastende Zunge ihren Weg in mich findet. Das Gefühl ist so überwältigend, dass ich mich wieder auf die Ellbogen fallen lasse, die Jeans immer noch um Beine und Schritt, den entblößten Arsch weiter in die Höhe gereckt.

Jens drückt sein Gesicht immer tiefer und fester in mein Fleisch. Mit der einen Hand stützt er sich nun doch auf dem Boden ab, mit der anderen fährt er langsam über meinen Damm, kitzelt meinen Sack, um sich dann weiterzuschieben und endlich, endlich meinen heißen Schwanz fest zu umschließen. Ich keuche auf, wünsche mir, er würde endlich die Hose aufknöpfen, mich befreien, mich mit langen, fordernden Zügen wichsen. Doch ich spreche es nicht aus. Ich gebe mich ganz der Erfahrung hin, nicht logisch zu erschließen, was als Nächstes passieren wird.

Ich weiß nicht, wie lange wir so auf dem Boden kauern, seine Zunge an mir und in mir, die Hand um meinen Schwanz, ohne große Bewegungen, ein quälendes Spiel aus Druck und Entspannung. Mein Schwanz fühlt sich wie ein Kolben an, der mit jedem Fingerspiel voller und praller wird. Ich verliere mich in einem Gefühl von Ausgeliefertsein und Genuss, wie ich es noch nie erlebt habe …

… und das plötzlich vorbei ist. Jens zieht sich zurück, seine Hand gleitet aus meiner Hose. Die Luft fühlt sich geradezu unwirklich auf den schweißnassen Innenseiten meiner Pobacken an. Ich höre, wie Jens etwas aus seiner Tasche zieht, und spüre einen Augenblick später, wie sich etwas Kleines, Hartes gegen meine Knospe drückt. Kühles Gel strömt daraus hervor. Jens geizt nicht, drückt zwei, drei Ladungen zwischen meine Backen. Ich halte die Luft an und genieße im nächsten Moment schon den Druck seines Fingers, der mich öffnet und langsam, sehr langsam in meinen Körper fährt.

Jens lässt mir kaum Zeit, mich an das Gefühl zu gewöhnen, sondern bringt einen zweiten Finger ins Spiel. Ich drücke dagegen und spüre, wie sich mein Fleisch öffnet, Jens aufnimmt und umschließt.

Langsam beginnt er, mich mit den Fingern zu ficken, während er mit der anderen Hand über meinen Rücken fährt. Jens lehnt sich nach vorne, die Finger tief in mir, und findet mit der anderen Hand meinen linken Nippel, den er sanft antippt, einmal, noch einmal, mit den Fingern auf ihm verweilt und ihn schließlich entschlossen zu kneten beginnt. Ich kann nicht anders, als zu stöhnen, und kaum hat der erste Ton meine Kehle verlassen, ist es mir unmöglich, wieder aufzuhören. Jens wechselt die Hände, dringt mit links in meinen Arsch und zupft mit rechts an meinem anderen Nippel. In meinem Kopf hämmert das Blut, Schweiß läuft mir in die Augen, brennt. Ich rapple mich hoch, kauere auf allen vieren vor ihm, drücke meinen Arsch gegen seine stoßenden Finger und wölbe den Rücken durch, um seine heiße Haut zu spüren.

Jens zieht sich für einen Augenblick zurück. Ich höre das unverkennbare Geräusch, mit dem er die Kondomfolie aufreißt, dann drängt er sich von hinten an mich. Ich kann seinen Sack zwischen meinen Backen spüren, das Gewicht seines prallen Schwanzes, der kurz über meiner Spalte wippt, während Jens den Gummi überrollt. Mit einem leisen Geräusch drückt er noch etwas Gel auf seinen Ständer, bevor er sich ein letztes Mal nach hinten beugt, den Kontakt bricht – und gleich darauf seine Eichel gegen mein gieriges Loch drückt.

Das Gefühl, als er seinen fetten, harten Schwanz langsam in mich schiebt, ist unbeschreiblich. Ich spüre eine berauschende Welle aus Schmerz und Lust, fühle sonst nichts mehr von meinem Körper, nicht den Druck auf den Knien, nicht das tiefe Heben und Senken meiner Brust. In meinen Ohren rauscht das Blut, und doch höre ich nichts. Alles um mich herum scheint verschwunden zu sein, ich selbst habe mich aufgelöst und bin nur noch der enge, heiße Kanal, der sich vor dem fordernden Ansturm öffnet.

Schließlich ist es so weit. Jens’ Busch kitzelt drahtig am Ansatz meiner Spalte, sein Becken zwingt meine Arschbacken auseinander, und sein dicker Schwanz steckt tiefer in mir, als ich es für möglich gehalten hätte. Seine Beine drücken meine ein bisschen weiter auseinander, um sich besseren Halt zu verschaffen – und dann, ohne Vorwarnung, zieht er sich zurück, um sofort erneut nach vorne zu stoßen. Das Vorspiel ist vorbei: Der Fick hat begonnen! Und wenn ich bis zu diesem Moment noch gedacht haben mag, dass ich nicht mehr schwitzen könnte, dass ich nicht mehr empfinden könnte, dass ich mich nicht noch mehr auf das harte, fordernde Spiel, das er mit mir treibt, einlassen könnte … werde ich nun eines Besseren belehrt.

Ich habe erwartet, dass er sich Zeit lassen würde. Dass er sein Tempo langsam steigert. Aber wieder durchbricht Jens die Ordnung, die Sex für mich immer bedeutet hat. Er legt mit aller Kraft los. Schon nach zwei, drei seiner langen, harten Stöße packt er mit einer Hand meine Schulter und mit der anderen meinen Arsch, um mich seinem Rammbock entgegenzureißen.

Und ich? Ich schreie. Ich schreie, wie ich noch nie in meinem Leben beim Sex geschrien habe. Ich schreie vor Geilheit, ächze, wenn mich seine rohe Gewalt nach vorne wirft, und protestiere, wenn er aus mir herausgleitet. Ich schreie »Ja!«, immer wieder, immer lauter, immer selbstvergessener. Es ist mir egal, ob mich irgendjemand hört. Es ist mir egal, ob ich wie ein billiger Pornodarsteller klinge. Zwei Buchstaben, ein Laut, das ist alles, was zählt, was aus mir herausbricht, wieder und wieder. Ja. Ja! JA!

Ohne Vorwarnung beschließt Jens, die Stellung zu wechseln, dreht mich kraftvoll auf den Rücken. Meine Beine finden den Weg, eins auf seinen Schultern, eins hoch in die Luft, von seinem festen Griff gehalten. Ich sehe an mir hinunter, sehe die dunklen Flecken auf der Jeans, die mein Lustsaft dort gemalt hat, und Jens’ glänzenden, schönen Körper, der sich wieder in mich schiebt. Er hat die Augen nicht geschlossen, sondern sieht mich an. Bei jedem Stoß, der mich zu zerreißen droht, zucken die Adern in seinem Hals. Er stöhnt tief und männlich.

Ich hebe eine Hand, streiche ihm über das heiße Gesicht, er saugt die Finger in den Mund, lutscht sie, lässt mich dabei aber keine Sekunde aus den Augen. Ich sehe, wie seine Züge sich immer mehr anspannen, wie er verbissener wird, mit sich kämpft. Ich kneife meinen Arsch so fest zusammen, wie ich nur kann, er bekommt seinen Kolben kaum aus mir heraus, einen Moment steht wirklich so etwas wie Erschrecken in seinem Gesicht, ich brülle laut und geil, und dann ist er aus mir heraus, ich sehe, wie Jens das Gummi wegreißt, seinen glänzenden, dunklen Schwanz fest packt, einmal, zweimal wichst …

… und dann im hohen Bogen spritzt. Ladung um Ladung klatscht warm auf meinen zitternden Körper.

Jens bricht mit einem tiefen Laut über mir zusammen, drückt dabei mein Bein gegen meinen Bauch. Ich habe das Gefühl, unter ihm begraben zu werden … und genieße es! Mein Arsch glüht, meine Haut brennt, sein dicker Saft läuft warm über meinen Hals, meine Brust, meinen Bauch. Ich will Jens’ Haut auf mir spüren, will, dass er an mir klebt. »Komm!«

Er sieht mich an, schüttelt sich den verhangenen Ausdruck aus dem Gesicht, scheint wieder zu sich zu kommen. Statt sich auf mich zu legen, wie ich es mir sehnlich wünsche, richtet er sich auf, fährt mit den Händen über mich, verreibt seine Sahne genüsslich auf den Hosenbeinen. Klebrige Wärme dringt bis auf meine Oberschenkel – und mein Schwanz, der nach der Tortur des wilden Ritts ein wenig verschreckt in der Hose hing, richtet sich freudig erregt wieder auf.

Jens zieht mich ganz aus. Er beugt sich vor, saugt meine Eichel sanft in seinen Mund – mehr braucht mein Schwanz nicht, um in allerbeste Habtachtstellung zu steigen.

Während Jens beginnt, mich sanft, fast andächtig zu wichsen, wischt er mich mit den Hosenbeinen trocken, Brust, Bauch, zwischen den Backen. Ich muss lachen. »Zum ersten Mal sorgt unser Topmodel selbst dafür, dass unsere Hose ihren einzigartigen Look bekommt.«

Jens schaut auf mich herunter. Seine Hand verharrt regungslos auf meinem Schwanz.

»Keine Sorge, ich werde es niemandem erzählen«, grinse ich ihn an. »Wobei – ganz im Ernst: Für eine von dir persönlich eingesaute Hose könnte Caradonna sicher ein Vermögen rausschlagen.«

»Du hast keine Ahnung, oder?«

Kapitel 3

Ich sehe ihn erstaunt an. »Erstens habe ich wirklich keine Ahnung … von was denn bitte? Zweitens interessiert mich das im Moment aber auch rein gar nicht! Und drittens«, ich lege meine Hand auf seine, die meinen Schwanz umfasst hält, »wollen wir doch mal sehen, ob ich nicht auch noch etwas zum used look beitragen kann.« Ich grinse ihn so sexy und herausfordernd an, wie ich kann … und merke bei seinem irritierten Blick, dass sich meine Erregung plötzlich mit Siebenmeilenstiefeln entfernt.

»Warum, denkst du, haben wir das jetzt gerade gemacht?«, fragt Jens.

Nein! Nein, das kann nicht sein …

»Uwe, versteh das jetzt nicht falsch … ich finde dich wirklich ganz niedlich, aber … also … ich hätte wahrscheinlich nicht mit dir, wenn nicht …«

Ich merke, wie mein Schwanz immer kleiner wird. Mein Sack zieht sich zusammen, als hätte ich einen Schlag ins Gesicht bekommen. »Das ist jetzt nicht wahr, oder?«

Jens hebt die Hände – hilflos und so, als wollte er mich beschwichtigen.

»Sag, dass du mich jetzt gerade nicht gefickt hast, um diese beschissene Hose …« Ich spreche nicht weiter. Muss ich wohl auch nicht.

»Uwe, wirklich, ich dachte, du wüsstest es. Es gibt da dieses unglaubliche Angebot für so eine Hose, irgendein perverser Bock aus Amerika. Die Chefin hat gesagt, dass … dass du einverstanden bist und dass wir gemeinsam Spaß haben sollen …«

»Du bist eine Nutte.« Ich gucke Jens fassungslos an. »Du bist nichts weiter als eine kleine dumme Nutte! Du hast nur wegen dem Geld …«

»Nein!« Jens steht auf und tritt einen Schritt zurück. »Ich habe das hier ganz sicher nicht nur wegen dem Geld gemacht. Ich … ich finde dich schon niedlich.«

Ich sehe ihn hart an, lasse meinen Blick über sein Gesicht gleiten, den trainierten Brustkorb, den flachen, harten Bauch, den Koi, den Schwanz, der immer noch fett zwischen seinen Schenkeln hängt und nicht einmal den Anstand besitzt, so zusammenzuschrumpfen wie meiner. »Na toll! Mister Sexgott persönlich findet mich also niedlich.«

»Was soll ich deiner Meinung nach sagen?« Jens pariert meinen giftigen Blick mit einer fragend hochgezogenen Augenbraue. »Dass ich dich wahnsinnig sexy finde? Dass ich mich schon immer zu dir hingezogen gefühlt habe? Schwachsinn! Ich finde es witzig, wie wir uns die Bälle zuwerfen, wenn wir uns im Büro sehen. Und ich habe gedacht, dass wir ein bisschen Spaß zusammen haben können. Und wir vielleicht …«

Ich rapple mich hoch. »Erstens hattest jetzt vor allen Dingen du deinen Spaß. Zweitens gibt es zwischen Männern wie dir und mir nie ein vielleicht. Und drittens …« Ja, und drittens? Ich weiß nicht weiter. Verdammt! Ich weiß einfach nicht weiter!

»Und drittens muss immer alles so laufen, wie du dir das vorstellst.« Jens’ Stimme klingt jetzt genauso kalt, wie mir in den letzten Minuten geworden ist. »Ich muss ein ganz wunderbarer netter Kerl sein, dich umwerben und irgendein verschissenes Romantikprogramm abspielen, das dir gefällt. Aber das hat mit mir nichts zu tun. So ticke ich nicht. Und so läuft es nun mal nicht im Leben.«

»In deinem vielleicht nicht. Aber erstens will ich mit deinem Leben gar nichts zu tun haben. Zweitens kannst du nicht in Hundertmillionen Jahren so etwas wie ein netter Kerl werden. Und drittens bin ich jetzt weg.«

Kapitel 4

Noch am selben Abend spreche ich Caradonna auf den Anrufbeantworter, was ich von ihr halte. Und dass ich, falls sie meine Nachricht nicht als Kündigungsgrund einstuft, ein paar Tage ohne Krankschreibung zu Hause bleibe.

Wie fühle ich mich? Wie ein Idiot. Und das in doppelter Hinsicht. Ein Idiot, weil ich Caradonnas kleines Spiel nicht früher durchschaut habe. Und weil ich wirklich dachte, dass Jens mich verführen wollte. Also, aus nicht geschäftlichen Gründen.

Zwei Tage lang versinke ich in Wut und Selbstmitleid, der Schmach, benutzt worden zu sein, und dem Schmerz eines gebrochenen Herzens. Denn ich habe wirklich das Gefühl, dass nicht nur mein Stolz, sondern wirklich ich selbst einen schweren Schlag abbekommen haben. Scheiße auch! Wie konnte ich so blöd sein?

Als ich am dritten Tag vor dem Badezimmerspiegel stehe, erschrecke ich selbst vor mir. So sieht das also aus, wenn man sich mal so richtig gehenlässt … definitiv kein schöner Anblick.

Ich rasiere und dusche mich, bringe die Haare in Form, ziehe mich an. Ein Blick in den Schlafzimmerspiegel: Ja, geht wieder. So kann ich mich zumindest auf die Straße trauen. Schritt eins: ein bisschen frische Luft schnappen. Schritt zwei: Gedanken endgültig sortieren. Schritt drei: wissen, wie es weitergeht.

Hört sich doch nach einem guten Plan an.

Als ich meine Wohnungstür öffne, liegt da ein Päckchen, nett in braunem Packpapier verpackt und mit einer Kordel versehen. Hm. Was soll das?

Ich gehe damit ins Wohnzimmer, setze mich aufs Sofa, grüble noch einen Moment und beginne dann, die Überraschung auszupacken. Ich knote die Kordel auf und rolle sie ordentlich zusammen, löse sorgfältig die Tesafilmstreifen, wickle das Papier ab … und stutze. Vor mir liegt eine Jeanshose. Aber weder eins unserer customized-Modelle noch ein Rohling, den ich eintragen soll. Es ist eine stinknormale 501.

Ich untersuche die Jeans genauer. Eindeutig meine Größe … Moment mal, was ist denn das? In der Hosentasche entdecke ich einen Umschlag. Ich mache ihn auf und ziehe ein Foto heraus. Keins unserer Hochglanz-Agenturbilder, sondern ein Polaroid. Ein Mann, der eine 501 trägt, hat sich selbst im Spiegel fotografiert. Das Gesicht ist durch die Reflexion des Blitzlichtes unkenntlich, aber der eintätowierte Kopf eines Koikarpfens, der verwegen über den tiefsitzenden Bund der Jeans linst, macht eine Verwechslung unmöglich. Auf dem weißen Feld unter dem Bild steht: So sieht ein Y-Model aus, wenn es weiß, dass es Scheiße gebaut hat. Darunter ist ein Pfeil gemalt. Ich drehe das Polaroid um. Auf der Rückseite klebt ein zusammengefalteter Zettel.

Du kannst versuchen, immer alles in der richtigen Reihenfolge zu machen. Aber manchmal muss es auch anders gehen. Fängt mit dem Ficken an und lernt sich erst später kennen. Was soll’s? Oder um es mit Deinen eigenen Worten auszudrücken:

Erstens: Ich muss mich nicht nur entschuldigen – ich möchte es auch.

Zweitens: Ich schulde Dir einen Orgasmus. Orgasmusschulden sind Ehrenschulden und sollten zeitnah beglichen werden.