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Wolf G. Rahn

Du bist ein ganz besonderes Geschenk

Du bist ein ganz besonderes Geschenk

Heiter-romantische Erzählungen von Wolf G. Rahn


Der Umfang dieses Buchs entspricht 69 Taschenbuchseiten.


- Na sowas! Da schickt ihre Kollegin Roswitha ihr doch glatt durch eine Heiratsannonce die unmöglichsten Typen ins Haus. Dagmar ist verärgert, denn von Männern will sie seit einer Enttäuschung nichts mehr wissen. Doch als der gutaussehende Gerd aufkreuzt, ändert sie ihre Meinung…

- Stefanies Ferienhaus erweist sich als Bruchbude. Auch sonst klappt es nicht mit der erhofften Erholung. Wenigstens lernt sie den netten Harald kennen. Doch der hat sich in die hübsche Viktoria verguckt, und Stefanie soll ihm auch noch helfen, sie zu erobern…

- Annette überlegt, wie sie ihrem Freund Bernhard aus der finanziellen Klemme helfen kann, als sie von einem angeblich todsicheren Roulette-System erfährt. Sie versucht ihr Glück – und verliert. Aber von unerwarteter Seite scheint Hilfe zu kommen…

- Der phantastisch aussehende Kunde sucht ein ungewöhnliches Geschenk für seine Liebste. Eifersüchtig verkauft Jenny ihm den scheußlichsten Ladenhüter. Aber sie hat sich zu früh gefreut…

- Kaum volljährig geworden, schleppt Anni ihren Eltern die abenteuerlichsten Freunde ins Haus. Auch äußert sie neuerdings die abwegigsten Berufswünsche. Verzweifelt überlegen Vera und Kurt, wie sie ihre Tochter wieder ‚zur Vernunft‘ bringen können…

Und weitere heiter-romantische Erzählungen von Wolf G. Rahn



Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books, Alfred Bekker, Alfred Bekker präsentiert, Casssiopeia-XXX-press, Alfredbooks, Uksak Sonder-Edition, Cassiopeiapress Extra Edition, Cassiopeiapress/AlfredBooks und BEKKERpublishing sind Imprints von

Alfred Bekker

© Roman by Author / Cover: Nach Motiven von Pixabay, 2019

© dieser Ausgabe 2019 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Alle Rechte vorbehalten.

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Schmusekater gesucht

"Hast du schon wieder einen neuen Traummann?", spottete die 29jährige Dagmar, als ihre Kollegin ihr von ihrem Heinz vorschwärmte. "Ich begreife nicht, warum du so viele Typen ausprobierst. Die sind doch sowieso alle gleich."

"Und ich begreife nicht, wieso du immer noch wie eine Nonne lebst", konterte Roswitha. "Deine Enttäuschung mit Max liegt doch schon Jahre zurück."

"Aber sie hat mir genügt. Mein Job als Lehrerin füllt mich völlig aus. Mehr brauche ich nicht."

Abwarten!, dachte Roswitha schmunzelnd. Die Heiratsannonce, die sie unter Dagmars Namen aufgegeben hatte, war nicht ohne Wirkung geblieben. "Anlehnungsbedürftiges Kätzchen sucht Schmusekater..."

Die Männer, die darauf geantwortet hatten, erwarteten bestimmt eine ganz heiße Maus. Die erste Verabredung hatte sie bereits für heute Abend getroffen. Zu schade, dass sie nicht dabei sein und beobachten konnte, wie die ahnungslose Dagmar reagierte.

"Wow!", wurde Dagmar an ihrer Haustür stürmisch von einem Dreißigjährigen mit Siegerlächeln und Draufgängerbärtchen begrüßt. "Du siehst ja noch steiler aus, als ich vermutet habe. Was ist? Bin ich zu früh? Acht Uhr, sagtest du am Telefon. Ich habe Sekt mitgebracht. Gute Marke. Den heutigen Abend wollen wir so richtig genießen, nicht wahr?"

Dagmar räusperte sich irritiert. "Sie wollen nicht zufällig zu meiner Nachbarin?"

Der Schwarzhaarige grinste süffisant und rückte noch dichter heran. "Wieso? Heißt die auch Dagmar Seidel? Nein, nein, du bist schon die Richtige. Ich muss sagen, deine Annonce war eine Superidee. Sonst hätte ich dich nie kennengelernt."

Annonce? In Dagmars Gehirn begannen hundert Rädchen zu rotieren. Sie brauchte nur Sekunden, um zu begreifen, wem sie diesen fragwürdigen Besuch zu verdanken hatte. Roswitha wollte sie anscheinend mit Gewalt unter die Haube bringen. Na warte!

"Ach, die Annonce!", sagte sie gedehnt, um Zeit zu gewinnen. "Sie sind also..."

"...Waldemar. Dein Schmusekater." Er strahlte sie noch immer unverschämt an und schielte erwartungsfroh über ihre Schulter. "Scheinst es gemütlich zu haben. Richtig kuschelig."

"Das findet mein Mann auch", platzte Dagmar heraus. "Er kommt gleich von der Spätschicht. Wenn er nur nicht so eifersüchtig wäre. Unlängst hat er einem Besucher zwei Schneidezähne ausgeschlagen. Dabei war es doch nur der Installateur."

Ihr Gegenüber trat einen Schritt zurück. "Davon, dass du verheiratet bist, stand aber nichts in der Anzeige", grollte er.

Dagmar lächelte süß. "Man kann schließlich nicht an alles denken. Schönen Abend noch!" Die Tür fiel ins Schloss.

Dein Schmusekater! Ausgerechnet so ein von sich eingenommenes Mannsbild schickte Roswitha ihr ins Haus. Auf so einen konnte sie wahrlich verzichten.

Die Kollegin begrüßte sie am nächsten Morgen scheinheilig: "Na, hast du gestern Abend auch die neue Fernsehshow gesehen?"

"Nö", gab Dagmar gleichmütig zurück. "Ich musste noch Hefte korrigieren."

"Den ganzen Abend?", wollte Roswitha verblüfft wissen.

"Nein, anschließend habe ich noch gebügelt."

"Aha!" Roswitha verstand die Welt nicht mehr. Dieser Waldemar hatte doch nicht etwa im letzten Moment gekniffen?

Dagmar atmete auf, als dieser lästige Bursche, der sich offensichtlich ein heißes Abenteuer erhoffte, am Abend nicht erneut aufkreuzte. Vor allem aber freute sie sich, weil Roswitha ihre Enttäuschung kaum verbergen konnte. Recht geschah ihr. Sie ließ sich doch nicht verkuppeln.

Wenige Tage später läutete es erneut an ihrer Tür. Vor ihr stand wieder ein fremder Mann, aber zum Glück war es nicht Waldemar.

Er hielt ihr einen Strauß nicht mehr ganz frischer Tulpen unter die Nase und betonte steif: "Franke. Berthold Franke. Ich freue mich, Sie nun persönlich kennenzulernen."

Am liebsten hätte sie ihr erfolgversprechendes Sprüchlein vom angeblichen Ehemann aufgesagt, aber ihr Gegenüber wirkte so nervös und mitleiderregend, und schließlich war dieser Berthold ja nicht schuld an Roswithas Manöver. Für die Blumen hatte er sich zumindest einen Kaffee verdient.

Im Flur zog er die Schuhe aus. "Man trägt so viel Schmutz ins Haus", erklärte er auf ihren fragenden Blick.

Während Dagmar sich um den Kaffee kümmerte, erzählte er von seinem Hobby, das ihn zu faszinieren schien. "Gerade habe ich Schloss Neuschwanstein fertiggestellt, und nun nehme ich die Golden Gate Bridge in Angriff. Natürlich ebenfalls ausschließlich aus Zahnstochern zusammen geklebt. Wir könnten ja beide daran arbeiten. Jeder sozusagen von einer Seite."

"Verlockende Aussicht", meinte Dagmar trocken und stellte sich eine Zweisamkeit zwischen Bergen von Zahnstochern vor.

Nach zwei Stunden war sie den Gast endlich wieder los. Berthold hatte sich zum Glück daran erinnert, dass er seine Mutter von ihrer Canasta-Runde abholen musste. Er wagte nicht einmal zu fragen, ob sie sich wiedersehen würden.

In der darauffolgenden Woche kreuzte Kandidat Nummer drei auf. Roswitha gab also nicht auf.

"Es ist Ihnen doch recht, dass ich meine Kinder gleich mitgebracht habe?", hoffte Karl, ein Mittfünfziger mit Stirnglatze bis zum Hinterkopf und stellte seine drei Sprösslinge vor. "Kai, Uwe und Bodo. Benehmt euch anständig, sonst setzt es Kopfnüsse!"

Auf einen derart massiven Überfall war Dagmar nicht vorbereitet. Deshalb war sie froh, als sich der Älteste erbot, ihr in der Küche zur Hand zu gehen.