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Wilfried A. Hary

GAARSON-GATE 013: Die Künstlichen





BookRix GmbH & Co. KG
81669 München

GAARSON-GATE 013

GAARSON-GATE ist die Schwesterserie von STAR GATE – das Original!

Die Künstlichen

Ein Roman von Wilfried A. Hary:

Beliebter Menschenersatz - entartet zum wahren Horrortrip!“

 

Impressum:

ISSN 1614-3299 - Alleinige Urheberrechte an der Serie: Wilfried A. Hary

Copyright Realisierung und Folgekonzept aller Erscheinungsformen (einschließlich eBook, Print und Hörbuch) by www.hary-production.de

Diese Fassung: © 2011 by HARY-PRODUCTION, Canadastr. 30, D-66482 Zweibrücken, Telefon: 06332-481150

www.HaryPro.de eMail: wah@HaryPro.de

Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Vervielfältigung jedweder Art nur mit schriftlicher Genehmigung von Hary-Production.

Coverhintergrund: Anistasius

Titelbild: Gerhard Börnsen

Logo: Gerhard Börnsen

Diesen Roman gibt es auch im Printformat. Mehr Infos hier:

http://www.hary.li/ggliste001.htm

Die Serie ist uneingeschränkt geistiges Eigentum des Autors Wilfried A. Hary: www.hary-production.de !

 

Einführung

2. April 2453 (ab Band 12) = Eine unheilvolle Krise breitet sich auf der Erde aus, ohne daß die Bevölkerung etwas ahnt. Dreh- und Angelpunkt sind die sogenannten Puppen = Androiden als Kinderersatz.

Auch eine Frau namens Judy Hamilton ahnt es nicht.

Sie erfährt soeben, daß sie keine Kinder haben darf - und hoffentlich wählt sie nicht die "Alternative" namens Puppen...

 

1

 

Wie aus weiter Ferne hörte Judy:

»Das Gesetz bestimmt, daß unfruchtbare Frauen auch unfruchtbar bleiben! Eine Ausnahme ist nicht möglich. Es gibt dennoch genügend Frauen, die fruchtbar sind - und das auch ohne entsprechenden Eingriff!«

»Aber warum kann ich nicht einfach ein Kind adoptieren?« schrie Judy Hamilton auf.

»Auch die sogenannten Adoptivmütter werden untersucht. Gelten sie als fruchtbar, stärkt das ihr Selbstbewußtsein in der Rolle als Mutter. Möglich, daß sie sich vormachen, das Kind sei ihr eigenes Fleisch und Blut. Stellt es sich heraus, daß sie nicht fruchtbar sind, gelten sie als psychisch labil. Kann man ihnen unter diesen Umständen überhaupt ein Kind anvertrauen?«

Die ganze Verzweiflung brach in Judy wieder durch.

»Warum werden sie dann überhaupt untersucht? Das ist doch Wahnsinn. Sie würden es nie erfahren und wären psychologisch gefestigt.«

»Ich wiederhole: Es gibt genügend Fruchtbare! Man sollte sich in erster Linie auf deren Rechte konzentrieren und sie nicht durch Schaffung einer neuen Scheingerechtigkeit weiter beschneiden.« Es klang hart aus dem Munde der Krankenschwester.

»Bei all diesen Maßnahmen grenzt es an ein Wunder, daß überhaupt so viele Menschen auf der Erde herumlaufen, daß der Planet nicht endlich von seiner Bevölkerung verliert.«

Ellen nickte.

»Auch dafür gibt es eine Begründung. Als unsere Städte gebaut wurden, steckte die Geburtenkontrolle noch in den Kinderschuhen und war aus politischen Gründen nur bedingt durchsetzbar. Jetzt sind die Wohnsilos vollautomatisiert und erhalten sich selbst. Sie sind in sich weitgehend autark und werden durch ein enges, weltweites Netz von Verbindungen zu einer Einheit verwoben.

Niemand vermag es mehr, drastische Änderungen vorzunehmen oder die Städte gar abzuschaffen - allein schon wegen der Computer, die die wichtigsten und kompliziertesten Arbeiten erledigen und von den Menschen lediglich überwacht werden, damit sie auch in ihrem Sinne handeln. Man kann sie nicht mehr umprogrammieren, weil das ein vorübergehendes Abschalten notwendig machen würde. Dabei würde Chaos ausbrechen. Die gesamte Organisation wäre gefährdet.

Niemals darf die Bevölkerung wesentlich unter die jetzige Marke sinken, denn alle sind Konsumenten - auch, wie schon erwähnt, diejenigen, die keine Arbeit haben und somit von der Allgemeinheit praktisch ernährt werden. Eine Verminderung der Kopfzahl würde das ökonomische Gleichgewicht empfindlich stören. Wir werden auch nicht weniger, denn trotz aller Maßnahmen reichen die Geburten - zumal das Kolonisationsprogramm zur Zeit eingefroren ist -, und die Lebenserwartung ist enorm hoch.«

»Kolonisationsprogramm?« echote Judy. Sie schüttelte den Kopf. Nein, selbst diese Hoffnung gab es nicht mehr...

»Nun, wenn mehr Menschen bereit gewesen wären, den Kolonistenstreß auf sich zu nehmen, hätte das Programm vielleicht eine spürbarere Wirkung gezeitigt. Viele Millionen  Menschen sind ausgewandert, aber im Zeichen der irdischen Bevölkerungsexplosion dennoch eine vergleichsweise bescheidene Zahl, denn was sind Millionen schon angesichts dieser Milliardenbevölkerung...?«

»Ein Teufelskreis also - sowieso?«

»Ja, ein Teufelskreis, in dem wir uns befinden und aus dem es kein Entrinnen gibt!«

Judy Hamilton mußte sich irgendwo festhalten.

»Falls ich jemals an der Notwendigkeit Ihrer Tätigkeit hier gezweifelt habe - jetzt muß ich mich für diesen Zweifel entschuldigen«, murmelte sie tonlos. »Die notwendigen Kinder dürfen nur Eltern haben, die eine im hohen Maße saubere Erbanlage besitzen. Würde man mich durch eine Operation fruchtbar machen, wäre das ein Eingriff in die Natur. Oder soll ich sagen, die Zucht würde gefährdet werden?«

»Diese Zucht, wie Sie es abfällig nennen, ist erforderlich. Andere Menschen als solche, die geboren werden, könnten dieses Leben gar nicht ertragen. Davon sind wir überzeugt!«

Judy nickte. Es kam ihr zu Bewußtsein, wie nichtig im Grunde genommen all ihre Ängste, Träume, Vorstellungen und Wünsche gewesen waren. Es war alles bedeutungslos, denn sie durfte kein Kind haben.

Ellen klopfte der gebrochenen Frau kameradschaftlich auf die Schulter.

»Sie werden es überwinden - wie schon Milliarden vor Ihnen, Mrs. Hamilton. Es gibt immer noch die Möglichkeit, eine der sogenannten Puppen zu übernehmen. Sie sind ganz harmlos, wie echte Kinder, überhaupt nicht von diesen zu unterscheiden.«

»Bis sie dann ein bestimmtes Alter erreicht haben und sterben«, sagte Judy monoton. Es klang, als spreche sie einen Psalm. »Ihr Gewebe beginnt zu verfallen. Von einem Pseudobestattungsinstitut werden sie abtransportiert und zur FEDERAL PUPPET zurückgebracht, damit dort eventuell das komplizierte und sehr teure biotronische Gehirn wiederverwendet werden kann. Sonst wären die Puppen unerschwinglich. Für mich ist das der größte Wahnsinn von allem!«

Sie löste sich aus dem Griff der Schwester und wandte den Kopf ab.

Ellen zuckte die Schultern.

»Es war nur ein Vorschlag. Die Entscheidung liegt selbstverständlich bei Ihnen!«

Bei sich dachte sie: Und ich weiß, daß auch diese Frau eine Puppe haben wird - so wie all die anderen vor ihr. Es gibt nur wenige Ausnahmen.