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Wilfried A., Hary

STAR GATE 066: Erben des Alten Feindes





BookRix GmbH & Co. KG
81669 München

STAR GATE – das Original - 66

  

Erben des Alten Feindes

Wilfried A. Hary: „Ein neuer Planet wird entdeckt – und sein tödliches Geheimnis!“

 

Vor zweitausend Jahren lebte und wirkte der für die Galaxis der Prupper größte Entdecker aller Zeiten. Er hieß Eg-Ul-Eg, ein Name, der nicht nur für Prupper äußerst gewöhnungsbedürftig erschien. Doch nach hundert Jahren aufsehenerregender Entdeckungen fremder, bewohnbarer Welten, kannte jedes Prupperkind diesen Namen.

Auf seiner letzten Exkursion geschah es: Zum ersten Mal findet er auf einem noch jungfräulichen Planeten das Artefakt einer fremdartigen Kultur, verborgen in einem Berg. Alles deutet darauf hin, dass es sich um ein Erbe des Alten Feindes handelt, der dreitausend Jahre zuvor den Großen Krieg in die Prupper-Galaxis brachte und danach spurlos verschwand. Allerdings kann er nicht herausfinden, was sich in dem Berg befindet, da dieser undurchdringlich für jedwede Art von Ortung ist.

Und dann hat er eine Art Kontakt auf PSI-Ebene. Doch darüber bricht er leblos zusammen. Ist er tot? Wenn ja: Was hat ihn letztlich getötet?

 

DIE HAUPTPERSONEN:

Eg-Ul-Eg – Der große Entdecker macht die letzte Entdeckung seines langen Lebens – wahrlich!

Cor elSadim – Sein Erster Offizier, Partner und bester Freund stellt seinen Tod fest. Gibt es trotzdem noch Hoffnung?

Die Wesenheit – Was ist das für ein Wesen, das sich im Innern des Berges verbirgt – ständig attackiert durch ein zweites Wesen, noch unbegreiflicher, nämlich...

... das Andere – Ein Wesen, das scheinbar aus einer Art trüben Brühe besteht, lebendig und doch nicht lebendig, genauso wie die Wesenheit.

 

Impressum:

Urheberrechte am Grundkonzept zu Beginn der Serie STAR GATE - das Original:

Uwe Anton, Werner K. Giesa, Wilfried A. Hary, Frank Rehfeld

Copyright Realisierung und Folgekonzept aller Erscheinungsformen (einschließlich eBook, Print und Hörbuch) by www.hary-production.de

Diese Fassung: © 2013 by HARY-PRODUCTION ISSN 1860-1855

Canadastr. 30 * D-66482 Zweibrücken * Telefon: 06332-481150 * www.HaryPro.de * eMail: wah@HaryPro.de

Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Vervielfältigung jedweder Art nur mit schriftlicher Genehmigung von Hary-Production.

Coverhintergrund: Anistasius * Titelbild: Anistasius

Lektorat: Werner Schubert

 

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Eg-Ul-Eg, der Prupper mit dem auch für Prupperverhältnisse äußerst gewöhnungsbedürftigen Namen, blieb nach seinem Zusammenbruch ohne jegliches Lebenszeichen, doch sein Freund und Erster Offizier Cor elSadim gab nicht auf. Sie hatten an Bord ihres Raumschiffes PER-MA-TAN medizinische Ausrüstung, die auf dem neuesten Stand der Dinge war. Eg-Ul-Eg war erst tot, wenn diese das feststellte! Vielleicht war sein Puls nur so schwach geworden, dass man ihn ohne technische Unterstützung nicht mehr wahrnehmen konnte?

Per Sprachbefehl brachte er die Halbautomatik des Fluggleiters dazu, den sofortigen Rückweg anzutreten. Und dann gab Cor elSadim allgemein Alarm. Alle wussten innerhalb von Sekunden, was geschehen war: Eg-Ul-Eg, ihr oberster Chef, der größte Entdecker, den die Prupper-Galaxis jemals gesehen und erlebt hatte, war zusammengebrochen und benötigte dringend medizinische Behandlung.

Cor elSadim verfluchte die Tatsache, dass ihre Vorsorgemaßnahmen bislang nicht so weit gegangen waren, eine solche Behandlung auch an Bord eines Fluggleiters möglich zu machen, aber wer hätte denn schon damit rechnen können, dass ausgerechnet auf ihrer allerletzten Fahrt solcherlei passieren würde?

Während der Fluggleiter mit höchster Beschleunigung zurückflog, um die relativ kurze Distanz zum Landeplatz so schnell wie möglich zu überbrücken, warf Cor elSadim kurz einen Blick zurück.

»Du verdammter Berg!«, giftete er. »Wenn du wirklich Eg auf dem Gewissen hast, blase ich dich hinweg, das schwöre ich. Da ist es mir scheißegal, welches Rätsel du verbirgst. Ich vergelte Gleiches mit Gleichem! Ja, ich schwör’s!«

Ob er das wirklich durchgeführt hätte? Vielleicht würde trotz des Todes seines besten Freundes und immerhin seit fast hundert Jahren engen Partners in Sachen Entdeckungsreisen in der Prupper-Galaxis bei ihm die Neugierde letztlich doch obsiegen? Das Geheimnis dieses Berges, der jegliche Ortungsimpulse so perfekt reflektierte, dass man nicht in sein Inneres schauen konnte, könnte dann immer noch gelöst werden; zwar nicht von ihm selbst, sondern von einem Team hochqualifizierter Wissenschaftler, die dafür nicht nur das nötige Fachwissen mitbrachten, sondern auch die perfekte Ausrüstung.

Aber jetzt galt es erst einmal, alles zu tun, dass dieser äußerste Fall, nämlich der Tod von Eg-Ul-Eg, nicht doch noch Wirklichkeit wurde. Denn Cor elSadim sah immer noch einen Hoffnungsschimmer, trotz alledem – und obwohl er immer wieder, wenngleich vergeblich, versuchte, durch Tastbefund einen Pulsschlag bei seinem Freund und Partner festzustellen.

Kaum war der Fluggleiter angelangt, öffnete sich der Ausstieg. Soeben schwebte eine der Überlebensliegen herbei.

Cor elSadim hatte den erschlafften Körper seines Freundes in Seitenlage gebracht. Die Überlebensliege steuerte zum Ausstieg und griff mit eigens dafür konstruierten Extremitäten nach dem leblosen Körper, um ihn auf die Liege zu hieven. Es war eine Sache von Sekunden, bis Eg-Ul-Eg an die entsprechenden Geräte angeschlossen war. Kanülen verbanden sich mit dem Blutkreislauf, unsichtbare Scanner kontrollierten seine Lebensfunktionen. Und schon stand die Diagnose fest:

»Totaler Ausfall wichtiger Überlebensfunktionen aufgrund von völliger Erschöpfung. Die Wiederbelebung wird eingeleitet.«

Eine stoische Feststellung, die jedoch in Cor elSadim kurz so etwas wie Jubel erzeugte. Er konnte sich gerade noch beherrschen, um nicht laut loszubrüllen. Wenn die Wiederbelebung eingeleitet wurde, dann war noch nicht alles verloren!

»Zurück zum Schiff! Wir werden sofort starten, um Abstand zu gewinnen zwischen dem verdammten Berg und Eg!«, befahl er kurzerhand und sprang selbst aus dem Fluggleiter. Man sah ihm dabei kaum an, dass er die Hundert schon längst überschritten hatte, ebenso wie Eg-Ul-Eg. Sie hatten sich als junge Männer kennen und schätzen gelernt. Eg-Ul-Eg war damals noch in den Anfängen gewesen als großer Entdecker, aber er hatte es bereits geschafft, Aufmerksamkeit zu erregen. Cor elSadim hatte bei ihm anheuern wollen, weil er fasziniert von dem jungen Entdecker gewesen war. Daraus war dann diese fast hundertjährige Freundschaft und Partnerschaft entstanden, die beinahe hier und heute geendet hätte.

Ein eiskalter Schauder rieselte ihm über den Rücken, wenn er nur daran dachte.

Sein Blick fiel eher zufällig auf die Star-Gate-Station, während noch die Schwebeliege auf dem Weg zum Raumschiff PER-MA-TAN war.

Moment mal!, dachte er. Wieso mit dem Raumschiff fliehen? Mit dem Star Gate geht das doch viel gründlicher!

»Kommando zurück!«, brüllte er, um noch gehört zu werden. »Die Liege geht zur SG-Station! Wir springen zum Zentralplaneten. Sofort und ohne Umschweife. Gebt Alarm auf der Zentralwelt per Daten-Gate, damit die gleich wissen, worum es sich handelt: Das Leben des großen Entdeckers Eg-Ul-Eg ist in tödlicher Gefahr. Er muss sofort die bestmögliche Versorgung erhalten.«

Ja, das war die richtige Entscheidung! Was sollte er mit Eg an Bord? Vielleicht wäre das ein Fehler gewesen? Vielleicht hätte es die zwar ausgezeichnete, aber möglicherweise nicht ganz so perfekte Überlebenseinrichtung an Bord überfordert? Nein, auf der Zentralwelt hatte man sicherlich noch ganz andere Möglichkeiten. Außerdem waren dann mehrere tausend Lichtjahre zwischen diesem »verdammten Berg« und Eg-Ul-Eg, dessen Opfer! Wenn das nicht genug sein würde...

Man gehorchte seinem Befehl, und er rannte zu Fuß hinüber zur Station.

Wecke keine schlafenden Hunde!

Dinge, die zur Zeit für Cor elSadim keinerlei Rolle spielten, weil er nach wie vor um das Leben seines Freundes bangen musste.

»Ihr wisst, was hier noch zu tun ist, auch ohne uns beide!«, sagte er zu den Zurückbleibenden. »Führt alles so durch, wie es nötig ist. Ich werde vor Beendigung der Arbeiten wieder da sein. Drückt die Daumen, dass es dann unserem Kommandanten wieder besser gehen wird!«

Kein Wunder, dieser schier unglaubliche Erfolg, dachte Cor elSadim verdrossen, denn er hat eine zumindest latent vorhandene PSI-Begabung, auch wenn er es noch so sehr leugnet. Denn sein siebter Sinn für bewohnbare Welten ist alles andere als normal. Mit Zufall hat das sowieso nicht das Geringste zu tun. Das war mir schon immer klar, aber jetzt ist der Beweis erbracht. Wie sonst wäre er zusammengebrochen, weil er etwas wahrnahm, was von diesem Berg ausgeht, was jedoch kein anderer spüren kann – einschließlich mir?

Und dann kam der Fluoreszenzblitz und damit die Übertragung. Tausende von Lichtjahren in Nullzeit.