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Über das Buch

Stehen vor Ihrem Fenster Bäume? Dann ist Ihr statistisches Risiko, an Zivilisationsleiden zu erkranken, deutlich geringer als bei Stadtbewohnern ohne Berührungspunkte zu Grünflächen. Ebenso aktiviert der Kontakt mit Tieren nachweislich das Immunsystem und das Anti-Stresshormon Oxytocin. Und es ist wissenschaftlich belegt, dass Spaziergänge im Wald das körpereigene Verjüngungshormon DHEA ankurbeln.

Der Biologe Clemens G. Arvay beweist anhand zahlreicher aktueller Studien und eigener Experimente: Das beste Mittel für viele Krankheiten ist die Natur. Denn es greift zu kurz, den Menschen auf die materielle Ebene zu reduzieren, wie es heute beim Mainstream der Wissenschaftler üblich ist.

Arvay nimmt uns mit auf eine Reise bis zurück zur ersten lebenden Zelle der Erde, um unsere tiefgreifende Verbindung mit Pflanzen und Tieren zu erforschen. Aus diesen Erkenntnissen leitet er eine Medizin der Zukunft ab, in der wir Menschen wieder als das gesehen werden, was wir sind: als Naturwesen, untrennbar von unseren natürlichen Lebensräumen.

Über den Autor

Clemens G. Arvay, Jahrgang 1980, ist Diplom-Ingenieur und Biologe. Er studierte Landschaftsökologie und angewandte Pflanzenwissenschaften in Wien und Graz. Arvay beschäftigt sich mit der Beziehung zwischen Mensch und Natur, wobei er die gesundheitsfördernden Effekte des Kontakts mit Pflanzen, Tieren und Landschaften in den Mittelpunkt rückt. Ökologisch produzierte Lebensmittel sowie die Kritik an der Wirtschaftsweise großer Lebensmittelkonzerne stellen einen zweiten Themenkomplex des Autors dar. Clemens G. Arvay hat zahlreiche Bücher verfasst, darunter den Bestseller „Der Biophilia-Effekt“.

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Hinweis

Da Sachbücher ein besonders hohes Maß an Übersichtlichkeit und Lesbarkeit beanspruchen, wurde beim Verfassen des vorliegenden Buches weitgehend auf geschlechtsneutrale Formulierungen verzichtet. Sofern es aus dem Kontext nicht anders hervorgeht, sind stets Frauen sowie Männer gleichermaßen gemeint und angesprochen.

2. Auflage

Deutsche Erstausgabe

© 2016 der deutschsprachigen Ausgabe

Riemann Verlag, München,

in der Verlagsgruppe Random House GmbH

Neumarkter Str. 28, 81673 München

Lektorat: Ralf Lay

Umschlaggestaltung: Stephan Heering, Berlin, unter Verwendung eines Fotos von Bidouze Stephanel/123rf.de

Satz und eBook-Produktion: Satzwerk Huber, Germering

ISBN 978-3-641-18318-9
V003

www.riemann-verlag.de

»Alle Lebensvorgänge, von einer Zelle bis hin zum Zusammenleben von Menschheit und Natur, sind stets äußerst ineinander verzahnt. Alle Teile greifen ineinander.«

Hermann Haken1

Inhalt

Vorwort:

Natur und Gesundheit – ein Thema für das neue Jahrtausend Von Dr. Thomas Haase

Einleitung:

Was Sie in diesem Buch erwartet

Kapitel 1:

Das Geheimnis der Bäume

Was haben Bäume mit unserer Gesundheit zu tun?

»Wir müssen das verstehen« – Bäume und Immunsystem

Von Baum zu Baum – und unsere Zellen lauschen mit

Perspektivenwechsel

Kurz & bündig

Kapitel 2:

Evolution und Medizin

Die Geschichte meines Kniegelenks

Evolution von Krankheit und Gesundheit

Macht uns die Trennung von der Natur krank?

Krebs begann mit LUCA

Die »Evolutionsbrille« – Weg der Erkenntnis oder Irrweg?

Kurz & bündig

Kapitel 3:

Der Mensch im Netzwerk des Lebens

Ein Teil des Waldes

Die gesamte Natur strebt nach Wald

Wie die Erde unsere Organe formte

Ist die Erde selbst ein Lebewesen?

Der Mensch endet nicht an seiner Hautoberfläche

Biophilia und der Heilungscode der Natur

Kurz & bündig

Kapitel 4:

Die Öko-Psychosomatik

Von den Anti-Krebs-Terpenen zum Herzschutz aus der Natur

Die organische Antenne und ihr Netzwerk im Körper

Reptiliengehirne im Industriezeitalter

Wie uns die Natur über unsere organische Antenne gesund macht

Wie das Diktat der Wirtschaft die Organe des Homo sapiens kaputt macht

»Ich bin dann mal weg«

Wald oder Savanne?

Kurz & bündig

Kapitel 5:

Das heilsame Band zwischen Mensch und Tier

Als ich einen Waldbewohner rettete

Von Menschen und »anderen Tieren«

Die Freundschaft mit Tieren

Heilsame Begegnungen

Das Gesundheitshormon Oxytocin

Kurz & bündig

Kapitel 6:

Das große Geheimnis des Lebens

Lebenskräfte

Das Mysterium um den Ursprung des Universums

Der Funke des Lebens

Warum das menschliche Bewusstsein an die Natur angeschlossen ist

Die Natur zeigt uns: Wir sind nicht das Gehirn

Die Abschaffung des Geistes

Die Wiederentdeckung des Geistes

Kurz & bündig

Kapitel 7:

Die Zukunft der Öko-Psychosomatik

Ein neues Fundament für die Öko-Psychosomatik

Die öko-psychosomatische Klinik

Allergien: Ein Beweis für den Heilungscode der Natur

Öko-Psychosomatik ohne rosarote Brille

Kurz & bündig

Gastbeiträge:

Dr. Peter Weish: Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile

Kurt Aeschbacher: Ausblick

Ein großes »Danke«

Anmerkungen

Register

Vorwort

Natur und Gesundheit – ein Thema für das neue Jahrtausend

Bücher über Heilkunde sind oft auf eine ältere Zielgruppe fokussiert. Es gibt aber gute Gründe, auch die Jüngeren anzusprechen, die einen neuen Zugang zu offenen Fragen ermöglichen und die Zukunft unserer Gesellschaft entscheidend mitgestalten werden. In den 1980er und 1990er-Jahren wurden die sogenannten »Millennials« geboren, auch als »Generation Y« bekannt. »Y« wird im Englischen ausgesprochen wie why. Tatsächlich stellen die Millennials (aber nicht nur sie) so ziemlich alles Bestehende infrage: Muss unser Lebensstil der Umwelt schaden? Ist das, was die Wissenschaft an Wissen schafft, wirklich alles?

Henry David Thoreau (1817–1862) gab die Antworten durch das Konstrukt simplicity: Ein naturnahes, unabhängiges Leben als Gegenentwurf zu einer von künstlichen Bedürfnissen beherrschten Gesellschaft bringt den Menschen dem tatsächlichen Leben näher.

Die Millennials sind für den Schutz natürlicher Lebensräume sensibilisiert und kennen die Defizite einer rein technologischen, rationalistischen Sicht auf die Natur. Daher sind sie besonders offen für die zunehmend evidenzbasierten Erkenntnisse der positiven Wirkung der Natur auf den Menschen. Clemens G. Arvay, geboren 1980, gehört zum ältesten Jahrgang der Millennials. Aber auch die middle agers und Ältere kennen das Problem: Die Welt ist nicht nur ökonomisch erschöpft. Die Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen ist mindestens ebenso alarmierend.

Arvay zeigt auf, wie eng die Gesundheit des Einzelnen und der Gesellschaft mit der Gesundheit des Planeten zusammenhängt. Vorrangig geht es in diesem Buch um umfassende Erklärungen, wie der Naturkontakt auf unsere Organe und Zellen wirkt. Der Autor beleuchtet auch unser Verhältnis zu Tieren und zeigt, wie Begegnungen zwischen Mensch und Tier nachgewiesene medizinische und therapeutische Wirkungen entfalten.

Arvay vertieft hier die grundlegenden Erkenntnisse aus seinem Buch Der Biophilia-Effekt, in dem es vor allem darum ging, die heilenden Kräfte des Waldes durch praxisnahe Übungen für uns erfahrbar zu machen. Er legt zahlreiche neue Belege für die umfassendsten Wirkungsspektren der Natur dar und stellt die Heilkräfte von Pflanzen und Tieren auf eine solide wissenschaftliche Basis. Als Biologe macht er deutlich, dass die »grüne Wissenschaft« eine wichtige Rolle bei der Entwicklung medizinischer Vorbeugemaßnahmen und Behandlungen spielt. Auch wir haben diese Erkenntnisse an unserer Hochschule umgesetzt, etwa um für Patienten aus dem benachbarten Geriatriezentrum durch Gartentherapie eine Verbesserung ihrer Lebenssituation herbeizuführen. Die Erfolge zeigen, dass dies der richtige Weg ist, um die Ressourcen der Natur zum Wohle aller zu erleben.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie bei der Lektüre dieses interessanten Buches viele neue und nützliche Erkenntnisse gewinnen und Anregungen finden, wie Sie im verantwortungsvollen Umgang mit der heilenden Kraft der Pflanzen und Tiere in erheblichem Maße zur Erhaltung oder Wiederherstellung Ihrer Gesundheit beitragen können.

Dr. Thomas Haase

Rektor der Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik

Wien, im Februar 2016

Einleitung

Was Sie in diesem Buch erwartet

Ich »entführe« Sie im Laufe dieses Buches auf eine Reise bis zurück zur ersten lebenden Zelle der Erde, um unsere tiefgreifende Verbindung mit den Pflanzen und den Tieren zu erforschen und aus diesen Erkenntnissen eine Medizin der Zukunft zu entwickeln, in der wir Menschen wieder als das betrachtet werden, was wir sind: als Naturwesen, untrennbar von unseren natürlichen Lebensräumen. Der Mensch endet nicht an seiner Hautoberfläche!

Diese Wissenschaft bezeichne ich zunächst als »Mensch-Natur-Medizin«, aber im Laufe des Buches werden wir einen passenderen Begriff dafür finden. Wir beginnen unsere Betrachtungen mit einigen verblüffenden Erkenntnissen der modernen Forschung. Wussten Sie, dass allein der Anblick eines Baumes die Selbstheilungskräfte des Menschen aktiviert und dass mehr Bäume in Großstädten für die Stadtbewohner eine messbare Verjüngungskur von einigen Jahren bedeuten würden? Der Kontakt zu einem freundlichen Tier stärkt nachweislich unser Immunsystem und unterstützt sogar schwerkranke Menschen bei der Regeneration. An manchen Kliniken werden Hunde, Katzen, Meerschweinchen und Kaninchen bereits als »Therapeuten« beschäftigt – mit großem Erfolg! Natürlich werden wir auch Wildtieren auf heilsame Art begegnen.

War Ihnen bekannt, dass Sie im Wald einen Cocktail aus bioaktiven Pflanzenstoffen einatmen, der unsere Abwehrkräfte so sehr stärkt, dass sogar die internationale Krebsforschung auf die Substanzen der Bäume aufmerksam wurde? Sie werden dabei erfahren, was diese Stoffe mit der »Sprache« der Pflanzen zu tun haben.

Die Mensch-Natur-Medizin ist alles andere als Esoterik. Sie ist der Schlüssel für bessere medizinische Behandlungen, weil sie den Menschen mit all seinen über Äonen gewachsenen Verbindungen mit Pflanzen, Tieren und Ökosystemen betrachtet. So können wir Krankheiten besser verstehen, uns vor ihnen schützen und sie effektiver therapieren. Wir lernen dabei auch unsere eigene Spezies und unsere Verwandtschaft mit den Tieren besser kennen, die uns ähnlicher sind, als es vielen von uns bisher bewusst war. Moderne Erkenntnisse der Biologie beweisen, dass sogar in unserem Gehirn und unserem Nervensystem Mechanismen am Werk sind, die uns beim Aufbau echter Freundschaften und Beziehungen zu Tieren unterstützen. Aus diesen biochemischen Zusammenhängen resultieren auch die positiven Wirkungen, die der Kontakt zu Tieren auf unsere Gesundheit hat – und übrigens umgekehrt auch auf die Tiere, sofern wir sie würdevoll behandeln. Die kommenden Kapitel liefern deswegen auch Argumente, den gesellschaftlichen Umgang mit Tieren neu zu überdenken.

Alles in diesem Buch dreht sich um wissenschaftliche Erklärungen für die verborgenen Kräfte von Pflanzen und Tieren, die unsere Gesundheit gewährleisten, wenn wir uns ihnen öffnen. Wir erkunden die Heilwirkungen der Natur bis in unsere Organe und tief in unsere Zellen. So werden wir zum Beispiel auch sehen, wie es unser Nervenkostüm bewerkstelligt, sogar die Symbolsprache der Natur und bloße Sinnesreize aus der Welt der Pflanzen und Tiere ins Organische zu übersetzen.

In diesem Sinne lade ich Sie jetzt auf unsere Erkundungen der Mensch-Natur-Medizin ein. Unsere Reise wird uns noch bis zum Urknall zurückführen.