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Inhaltsverzeichnis

Reise in die Steinzeit
Klonk
Feuerpups und Drachen-Ei
Der Höhlenbär
Klonk ist verzweifelt
Zwei Drachenbabys
Wieder zu Hause
Über den Autor
Copyright
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Ingo Siegner, 1965 in Hannover geboren, wuchs in Großburgwedel auf. Nach Schule und Zivildienst wurde er Sparkassenkaufmann, ging als Au-Pair nach Frankreich, steckte seine Nase in die Universität und landete schließlich bei Vamos, einem Hannoverschen Veranstalter für Familienreisen. Auf vielen Reisen erfand er für die Kinder fantastische Geschichten. Nebenher brachte er sich das Zeichnen bei. Mit seinen Büchern vom kleinen Drachen Kokosnuss, die in mehrere Sprachen übersetzt sind, eroberte er auf Anhieb die Herzen der jungen Leserlnnen. Ingo Siegner lebt als Autor und Illustrator in Hannover.

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Reise in die Steinzeit

Heute Abend wird der kleine Feuerdrache Kokosnuss von seinem Vater Magnus ins Bett gebracht.

»Welche Geschichte soll ich heute erzählen?«, fragt Magnus und gähnt.

»Von Anfang an«, sagt Kokosnuss.

»Wie jetzt, von Anfang an?«

»Na, wie alles begann mit den Drachen. Wo wir herkommen.«

Magnus kratzt sich an der Nase.

»Also, ähm, soweit ich weiß, stammen wir von den Menschen ab.«

Kokosnuss starrt seinen Vater mit großen Augen an.

»Von den Menschen? Wie soll das denn gehen? Die sehen ganz anders aus als wir! Die haben keine Flügel, kein Feuer, dünne Beine und winzige Nasen.«

»Ja, schon, aber trotzdem stammen wir von denen ab«, sagt Magnus. »Eines Tages nämlich, in der Steinzeit, vor 100 000 Jahren oben in den

Bunten Buckeln, hat ein Mensch zwei Eier gelegt. Darin waren Feuerdrachen-Babys. Die hießen Zöpfchen und Knöpfchen und sind unsere Vorfahren.«

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»Zöpfchen und Knöpfchen?«, wiederholt Kokosnuss. »Aber Menschen legen doch keine Eier!«

»Der hat aber Eier gelegt«, sagt Magnus.

»Hmpf«, brummt Kokosnuss und verschränkt die Arme vor der Brust.

Menschen, die Eier legen, so ein Blödsinn!

»Hat der Mensch die Eier dann auch ausgebrütet? Mit dem nackten Popo?«

»In der Steinzeit waren die Popos noch nicht nackt, sondern behaart, wie bei den Affen«, sagt Magnus.

Mit diesen Worten löscht er die Kerze und zieht den Vorhang zu. Kokosnuss aber liegt noch eine ganze Weile wach.

So was, denkt er, wir Feuerdrachen stammen doch nie und nimmer von den Menschen ab!

 

Zwei Tage später, an einem strahlenden Sonntagmorgen, warten Matilda das Stachelschwein und Oskar der Fressdrachenjunge mit gepackten Taschen vor Kokosnuss’ Höhle.

»Kokosnuss!«, sagt die Mutter Mette. »Matilda und Oskar warten auf dich!«

»Komme gleich!«, ruft Kokosnuss.

Magnus steckt seinen Kopf zur Höhle heraus und fragt: »Wo wollt ihr eigentlich hin, heute am Sonntag?«

»Äh, wir wollen in die Bunten Buckel wandern«, sagt Matilda.

»Picknick«, sagt Oskar.

»Picknick«, spottet Magnus. »Als ich in eurem Alter war, da hab ich Abenteuer erlebt ... da haben aber die Ohren gewackelt!«

»Magnus!«, sagt Mette streng. »Gib nicht so an! Sei froh, dass die Kinder zum Wandern gehen und nicht irgendwelche gefährlichen Ausflüge unternehmen.«

Da stolpert Kokosnuss aus der Höhle. »Es kann losgehen!«

»Seid heute Abend pünktlich zum Essen zurück!«, sagt Mette.

»Wir grillen am Strand«, sagt Magnus.

»Okidoki!«, ruft Kokosnuss und folgt Matilda und Oskar.

Als die Drachenhöhlen schon ein ganzes Stück hinter ihnen liegen, fragt der kleine Drache seine Freunde: »Wollten meine Eltern wissen, was wir vorhaben?«

»Aber hallo«, antwortet Oskar.

»Wir haben gesagt, dass wir zu den Bunten Buckeln wandern«, sagt Matilda.

Kokosnuss grinst. »Das stimmt ja auch.«

»Schaffen wir es pünktlich zum Essen wieder zurück?«, fragt Oskar.

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»Bloß nicht!«, protestiert Matilda.

Am Nachmittag erreichen die Freunde die Bunten Buckel. Auf einem kleinen Berg machen sie Halt. Überall blühen saftige Wiesen. Hinter ihnen erheben sich die mächtigen Himmelskratzer und in der Ferne können sie die Drachenberge erkennen. Kokosnuss holt den Laserphaser aus seiner Tasche.

»100 000«, antwortet Kokosnuss.

»Gurken«, sagt Oskar.

»Ach ja, genau!«, sagt Oskar. »Hihi, ein Mensch, der Dracheneier ausbrütet. Das sieht bestimmt lustig aus!«

Die Freunde sind furchtbar aufgeregt. Wie sah es hier wohl aus vor 100 000 Jahren? Kokosnuss drückt den roten Knopf. Es kribbelt auf der Haut. Plötzlich sind alle drei verschwunden.

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