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Inhaltsverzeichnis

Die Autorin
Der Illustrator
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Vorwort: Tierische Einsichten ins innere Team
1. Stark sein
2. Tiere als Vorbilder und Ratgeber
3. Auswahlliste der Tiere
4. So sehe ich mich aktuell
5. So möchte ich sein
6. So unterschiedlich kann ich sein
7. So fühle ich mich … manchmal
8. So kann ich mein Tempo wählen
9. So bespreche ich mich im inneren Team
10. So zähme ich meine inneren Antreiber
11. So halte ich die Balance
12. So setze ich Grenzen
13. So werde ich mit mir einig
14. So wachse ich durch meine Geschichte
15. So erlebe ich mich mit anderen
16. So sehen mich andere
17. So werde ich zur Regisseurin für mein Leben
18. Weiterlesen macht stark
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1. Stark sein

Stark sind Sie, wenn Sie mit Muskelkraft etwas bewegen, aber auch, wenn Sie etwas aushalten, für schwierige Situationen angemessene Reaktionen wählen können und wenn Sie überzeugt sind, dass Sie das, was Ihnen wichtig ist, tatsächlich tun und erreichen können. Dann sind Sie selbstwirksam.

Die innere Selbsteinschätzung bestimmt, wie wir in einer konkreten Situation fühlen, denken, uns motivieren und letztlich handeln. Diese innere Einschätzung bleibt jedoch nicht konstant gleich. Unbewusst prüfen wir ständig, welche Erwartungen – durch unsere Mitmenschen, durch die Umwelt – an uns gestellt werden und welche Handlungsmöglichkeiten uns dafür zur Verfügung stehen. Wenn wir entscheiden, dass »alles easy« ist, können wir souverän mit der Situation umgehen. Wenn uns jedoch in dem Moment ein winziger Zweifel befällt, ob wir für die Herausforderung gut aufgestellt sind, beginnt unsere Stärke möglicherweise zu bröckeln. Wir müssen aber nicht immer stark sein. Es ist völlig okay, auch mal schwach zu sein. Grundsätzlich wäre es aber gut, wenn wir dann einfühlsam mit uns selbst klären, was wir brauchen, was uns guttäte. Das hilft, um (wieder) voller Energie und authentisch – also stark – auftreten zu können.

Sehr oft schwächt uns ein Ungleichgewicht in unserem inneren Team, das wir uns ähnlich wie ein Arbeits- oder Sportteam vorstellen können. Wie im »wirklichen Leben« gibt es darin Anführer, Mitspieler und auch Ersatzspieler. Nicht jedes Teammitglied ist gleich aktiv und gleich wertgeschätzt. Manchen Teammitgliedern wird einfach nicht zugehört, sie sollen nur ihre Arbeit machen und nicht stören. Andere werden bevorzugt: Um »gut zu funktionieren«, schicken zum Beispiel viele Menschen ihren »Perfektionisten« nach vorne, auch wenn die Situation es erfordern würde, mal »Fünf gerade sein zu lassen«. So entstehen Spannungen, was uns auf Dauer nicht guttut und uns schwächt.

Dementsprechend ist es eigentlich ganz einfach, wie Sie sich stärken können:

  1. Kommen Sie sich selbst etwas mehr auf die Schliche. Seien Sie neugierig, Ihre inneren Teammitglieder genauer kennenzulernen.
  2. Nehmen Sie Ihre inneren Dialoge genauer wahr, sodass Sie zunehmend mehr Verständnis und Akzeptanz für die unterschiedlichen Bedürfnisse Ihres inneren Teams entwickeln.
  3. Falls dabei kreative, vielleicht überraschende Impulse auftreten, lassen Sie sich ruhig darauf ein! Probieren Sie daraus folgende neue Verhaltensmöglichkeiten gedanklich und praktisch aus, um so Ihr Verhaltensrepertoire zu vergrößern und mehr Wahlmöglichkeiten zu haben.

In den folgenden Kapiteln finden Sie zahlreiche Übungen, wie Sie Ihr inneres Team anhand von Tierassoziationen besser kennenlernen und für Ausgleich sorgen können, sodass Sie sich noch mehr zutrauen und überzeugend sagen:

 

»Ich bin stark, für meine Herausforderungen bin ich gut aufgestellt.«

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2. Tiere als Vorbilder und Ratgeber

Die Verwendung von Tiersymbolen hat eine lange Tradition. Tierzuschreibungen werden genutzt, um Wesenszüge, Eigenarten und Fähigkeiten von Menschen pointiert darzustellen:

Diese Beschreibungen können einzelne Aspekte sehr genau auf den Punkt treffen und damit schneller deutlich machen, welche besondere Qualität das Verhalten eines Menschen ausmacht. Hilfreich ist jedoch zu prüfen, was in der Beschreibung steckt. Stur wie ein Esel bedeutet nicht nur, dass ein Esel ohne Rücksicht auf Verluste das tut, was er will, sondern auch, dass er einfach stehen bleibt, wenn ihm zu viel Gewicht aufgeladen wird. Er weiß sehr genau, was ihm guttut und was zu viel wäre.

In diesen Beschreibungen stecken also Bewertungen, die nicht immer schmeichelhaft sind, aber sie treffen oft einen inneren Kern. Vergleiche mit Tieren fallen leicht und werden sofort verstanden: »Ich sollte mal laut wie ein Löwe brüllen, um meine Meinung zu sagen, ich sollte meine Krallen ausfahren und meine Zähne zeigen.« Mit solchen Beschreibungen wird Tieren eine Vorbildfunktion zugesprochen. Im übertragenen Sinn stellt man sich wie in einem schamanischen Ritual vor, man sei wie das Tier, als würde man in die Haut des Tieres hineinschlüpfen und damit all seine Fähigkeiten und Verhaltensweisen übernehmen.


Kurzum: Tiere erzeugen neue Sichtweisen und Interpretationsmöglichkeiten für unsere menschlichen Probleme. Und so können wir leichter, spielerisch und mit Spaß passende Lösungen finden.

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